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10 Franzosen, die man kennen sollte

Von Lea, veröffentlicht am 25/07/2019 Blog > Sprachen > Französisch > 10 historische Persönlichkeiten & Botschafter der Französischen Sprache

Die französische Sprache und Kultur beeindrucken Menschen auf der ganzen Welt. In so gut wie jeder Kunstform (Film, Musik, Literatur usw.) könnt Ihr Euch eigentlich sicher sein, einen berühmten Franzosen zu finden, und auch internationale Künstler zieht es in französische Metropolen wie Cannes oder Paris.

Neben ihren eigentlichen Talenten in ihrem Bereich wissen die französischen Berühmtheiten außerdem, wie man die französische Sprache geschickt nutzt, um einzigartige Werke hervorzubringen und uns Lust zu machen, Französisch zu lernen.

Wir haben Euch daher 10 berühmte französische Persönlichkeiten herausgesucht, die jeder kennen sollte, der sich für die französische Sprache interessiert.

Molière

Molière, mit echtem Namen Jean-Baptiste Poquelin, ist eine der markantesten Persönlichkeiten der französischen Geschichte und Literatur.

Und das mit gutem Grund!

Molière war Schauspieler und Dramatiker und gilt als die Figur des europäischen Theaters im 18. Jahrhundert. Durch seine Werke wurde das Ansehen der Komödie im Theater so gesteigert, dass sie heute der Tragödie gleichgewichtet wird.

Zu seiner Zeit gehörte Molière der offiziellen Theatertruppe des Sonnenkönigs Ludwig 14. (Louis XIV.) an. Er spielte also vor dem gesamten europäischen Adel. Molière war einer der ersten Künstler, die Französisch so nutzten, wie wir es heute kennen. Daher ist er ein wichtiger Botschafter der französischen Sprache. Seine Wortwahl machte seine Werke so einzigartig.

Molière liebte es, mit der französischen Sprache zu spielen, und er nutzte viele Wortspiele und Stilfiguren. Die Reden seiner Charaktere waren immer sehr eloquent und mit intelligentem Humor geschmückt. Schaut Euch z.B. diesen berühmten Monolog von Harpagon aus „Der Geizige“ an:

« Ach, mein liebes Geld, mein liebes Geld, mein einziger Freund! Dich haben sie mir genommen, du bist mir entführt, und mit dir habe ich meinen Stab, meinen Trost, meine Freude verloren; es ist aus mit mir, und ich habe nichts mehr auf dieser Welt zu thun. Ohne dich kann ich nicht leben; ich bin hin, ich kann nicht mehr; ich sterbe, ich bin tot, ich bin begraben! »

Mit seiner großen Kunst, die französische Sprache auf einzigartige Weise zu nutzen, half Molière dabei, Französisch auch außerhalb der Grenzen Frankreichs zu verbreiten und beliebt zu machen.

Victor Hugo

„Der Glöckner von Notre Dame“ ist eine der bekanntesten Geschichten der Welt. | Quelle: Pixabay

Victor Hugo ist wohl einer der bekanntesten französischen Schriftsteller aller Zeiten. Doch er war noch viel mehr als das: Romanautor, Dramaturg, Maler und Politiker – Victor Hugo hatte viele Facetten, aber besonders für seine bemerkenswerten literarischen Werke wird er noch heute auf der ganzen Welt geachtet.

In Frankreich ist Victor Hugo noch heute der Lieblingsautor der klassischen Literatur, wie eine Umfrage des Figaro von 2015 ergab, in der Hugo mehr als ein Drittel der Stimmen bekam. Zu seinen bekanntesten Werken gehören:

  • Die Elenden – Les Misérables
  • Ruy Blas
  • Lucrezia Borgia – Lucrèce Borgia
  • Der Glöckner von Notre-Dame – Notre-Dame de Paris
  • Der lachende Mann – L’homme qui rit
  • Les Contemplations
  • Der Letzte Tag eines Verurteilten – Le Dernier Jour d’un Condamné

Hugo liebte es außerdem zu reisen, was die Inspiration für viele seiner Romane war. So konnte er nicht nur französische Werke schreiben und sprach schon in seiner Zeit ein größeres Publikum an. Er war ein engagierter Schriftsteller, der keine Angst davor hatte, das französische politische System zu kritisieren, z.B. die Todesstrafe.

Heute stehen Hugos Romane für die französische Melancholie und Leidenschaft. Große internationale Produzenten haben seine Werke verfilmt und an den modernen Geschmack angepasst. Der Glöckner von Notre-Dame und Les Misérables sind beides große Hollywood Blockbuster, die nicht mehr aus der globalen Kultur wegzudenken sind. Schaut Euch die Filme doch mal auf Französisch an, um Euch mit der Sprache vertraut zu machen!

Ihr seht, noch heute ist Victor Hugo ein wichtiger Botschafter der französischen Sprache und Kultur und seine Werke finden in der ganzen Welt Verbreitung!

Jean-Paul Sartre

Der Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre hat den Existentialismus des 20. Jahrhunderts stark geprägt und gilt noch heute als sein Hauptvertreter.

Um seine humanistischen Gedanken und seine philosophischen Überlegungen über den Sinn des Lebens auszudrücken, nutzte Sartre die Romanform. Besonders berühmt ist der Satz aus Die Geschlossene Gesellschaft: „Die Hölle, das sind die anderen.“ Immer wieder bemerkt man, dass es sich um eine philosophische Schrift, und keinen simplen Roman handelt:

« Ist es möglich, dass wir Feiglinge sind, wenn wir die gefährlichsten Wege gewählt haben? Können wir ein Leben nach einem einzigen Akt beurteilen? »

Auch Sartre reiht sich in die lange Liste der rebellischen Autoren ein, was eine sehr typische Kulturerscheinung in Frankreich ist. 1964 weigerte er sich, den Literaturnobelpreis zu akzeptieren und zog so die Aufmerksamkeit der Medien aus der ganzen Welt auf sich. Mit Sartre lernt Ihr also nicht nur die französische Sprache, sondern auch wichtige Bestandteile der französischen Kultur und Philosophie kennen.

Charles Baudelaire

Charles Baudelaire ist das ultimative Symbol für die französische Poesie. Mit seinen Werken bereitete der Schriftsteller und Lyriker der literarischen Moderne in Europa den Weg.

Wenn Ihr gerne Poesie lest, ist Baudelaire der Richtige für Euch. | Quelle: Pixabay

Baudelaire war besonders bekannt für seine Fähigkeit, Symbolik, Verben, Adverbien oder besonders ausdrucksstarke Adjektive zu verwenden, die sein Schreiben lyrisch machten, z.B. in seinem Hauptwerk Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen), eine Sammlung von 100 Gedichten. Zu seinen berühmtesten Gedichten, die Ihr Euch unbedingt auf Französisch durchlesen solltet, gehören:

  • L’Albatros
  • L’Homme et la Mer
  • Spleen IV
  • L’Invitation au Voyage
  • Correspondances
  • Le Chat
  • Le Parfum

Kein Wunder, dass Baudelaire ein für den Französischunterricht beliebter Schriftsteller ist, denn er nutzt seine Stilfiguren so geschickt, dass das Französisch Lernen schnell geht und richtig Spaß macht. Mit Gedichten von Charles Baudelaire könnt Ihr französische Rechtschreibung, Grammatik Verständnis oder französische Vokabeln lernen.

Édith Piaf

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien …

Kriegt Ihr auch Gänsehaut, wenn Ihr die durchdringende Stimme und die tollen französischen Chansons hört? Auf der ganzen Welt ist Édith Piaf eine Legende und gilt als die Botschafterin der französischen Chansons Musik des 20. Jahrhunderts.

Noch heute ist Piaf die beliebteste Sängerin der Franzosen, mit mehr als einem Viertel der Stimmen. Mit Auftritten in New York startete sie auch ihre internationale Karriere, doch ihr Herz blieb für immer in Paris.

Piaf ist noch immer so populär, dass der Film La vie en rose (2007), der Ihr Leben schildert, einer der größten Erfolge der französischen Filmgeschichte im Ausland war.

Wenn Ihr Französisch lernen wollt, dann solltet Ihr Euch unbedingt mit mindestens einem Chanson von Piaf beschäftigen, denn sie sind gleichzeitig pädagogisch wertvoll und musikalisch absolut mitreißend. Mit französischer Musik wird es Euch leichter fallen, die französische Aussprache und Vokabeln zu lernen.

Jacques Brel

Um die Vielfältigkeit der französischen Kultur richtig zu verstehen, solltet ihr Euch mit dem kulturellen Kontext beschäftigen. Belgien und Frankreich sind kulturell sehr eng miteinander verbunden, und Jacques Brel ist das perfekte Beispiel hierfür.

Der belgische Chansonnier mit Französisch als Muttersprache hat sehr viel dazu beigetragen, die französische Sprache in alle Ecken der Welt zu verbreiten. Jacques Brel ist genauso beliebt wie Édith Piaf und gehört noch heute zu den populärsten Sängern in Frankreich und Belgien. Zu seinen bekanntesten Chansons gehören:

  • Amsterdam
  • Quand on n’a que l’Amour
  • Le Plat Pays
  • Ne Me Quitte Pas
  • La Valse à Mille Temps
  • Les Vieux
  • Au Suivant

Mit den Chansons von Jacques Brel könnt Ihr richtig gut Französisch lernen. | Quelle: Pixabay

Brel war allerdings nicht nur Sänger, sondern auch Autor seiner Liedtexte. Sein Schreibstil ist so vielseitig und einzigartig, dass sich seine Texte perfekt zum Französisch Lernen eignen. Heute ist Jacques Brel ein Symbol für französische Chansons, in denen es um Liebe und Leidenschaft geht – für Frankreich typische Themen.

Auch wenn Brel also in Belgien geboren ist, gehört er auf jeden Fall zu den wichtigsten Botschaftern der französischen Sprache. Ihr werdet seine zeitlosen Werke lieben!

Charles Aznavour

Die Karriere von Charles Aznavour ist einfach nur beeindruckend: mit mehr als 1200 Titeln während seiner aktiven Zeit ist und bleibt der französische Sänger mit armenischen Wurzeln eine Ikone der französischen Chansons Musik.

Aznavour singt häufig von der schönen französischen Hauptstadt Paris, was ihn besonders bei Ausländern und Französisch Schülern beliebt macht. Sein erster Hit, Je m’voyais déjà, erzählt auch vom Pariser Traum, denn es geht um einen Mann, der in der Stadt der Lichter erfolgreich werden möchte.

Charles Aznavour schafft es außerdem, seine Chansons in einen Kontext zu bringen, indem er sich auf die französische Architektur, bestimmte Straßennamen in Paris und die spezielle französische Kultur bezieht.

Für den Chansonnier ist es wichtig, die Werte der französischen Republik zu achten. Er singt von der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau (besonders in dem Lied Comme ils disent) und sorgt dafür, dass jeder und jede sich in seinen Texten wiederfinden kann.

Wenn Ihr Französisch lernen wollt, dann eignen sich die Chansons von Aznavour perfekt dazu, nicht nur neue Französisch Vokabeln zu lernen, sondern auch die Vielseitigkeit und die Werte Frankreichs zu verstehen.

François Truffaut

Der französische Filmregisseur und Produzent François Truffaut war eine der Hauptfiguren der Nouvelle Vague. Seine Spezialität lag darin, Mann, Frau und Kind zu analysieren. Er war aber auch ein Alleskönner! Neben seinem Beruf als Regisseur arbeitete er ebenfalls als Schauspieler, Kritiker und Schriftsteller.

Truffaut interessierte sich besonders für die sozialen Beziehungen zwischen den Franzosen, und seine Geschichten waren häufig tragisch und pessimistisch. Äußerlich erinnern seine Werke an die amerikanischen schwarz-weiß Filme, allerdings fand sich darin neben Dunkelheit auch Leidenschaft, was besonders in den USA für Begeisterung sorgte.

Die schwarz-weiß Filme von Truffaut hatten eine besondere Stimmung. | Quelle: Pixabay

Tatsächlich zeigen noch heute viele Kinos in New York seine Filme in schwarz weiß, um die Atmosphäre des Frankreichs der 60er hervorzurufen. Zu den größten Filmen von Truffaut gehören:

  • Die letzte Metro – Le Dernier Métro
  • Die Frau nebenan – La Femme d’à Côté
  • Die amerikanische Nacht – La Nuit Américaine
  • Der Wolfsjunge – L’Enfant Sauvage
  • Jules und Jim – Jules et Jim
  • Der Mann, der die Frauen liebte – L’Homme qui Aimait les Femmes
  • Tisch und Bett – Domicile Conjugal

Truffauts Werke werden als absolut zeitlos genial angesehen und werden in vielen Universitäten und Film Studiengängen untersucht. Wenn Ihr Euch für die französische Kultur interessiert, dann werden Euch die Filme von Truffaut auf jeden Fall gefallen – und gleichzeitig könnt Ihr Französisch lernen!

Émile Zola

Egal ob in der Schule, im Institut Français oder in einer Sprachschule, Ihr werdet im Französisch Unterricht auf jeden Fall Émile Zola begegnen. Zola ist eine wichtige Leitfigur der französischen Literatur und gilt als Begründer des Naturalismus. Er war einer der größten Romanciers des 19. Jahrhunderts.

Émile Zola war ein sehr engagierter Schriftsteller. 1898 veröffentliche er in der Zeitung L’Aurore seinen Text „J’accuse“ (Ich beschuldige), mit dem er für ein politisches Beben sorgte. In seinem Text attackierte er direkt die französische Justiz, ohne sich vor den Konsequenzen zu fürchten.

Zusätzlich zu seinem politischen Engagement war Zola ein herausragender Schriftsteller in Sachen Literatur, da er einen neuen Ansatz für das Schreiben vorschlug. Zola nahm sich vor, die Lebensarten aller gesellschaftlichen Klassen in Frankreich zu erleben, indem er direkte „Feldrecherche“ vor Ort machte.

Durch seinen naturalistischen Ansatz waren seine Bücher sehr realitätsgetreu und spiegelten die Situation der verschiedenen Klassen wider. Die Feder dieses Schriftstellers war bekannt dafür, dass sie vernichtend und mutig war, daher musste sich Emile Zola mehrfach der Zensur stellen!

Dennoch bleibt er nach wie vor einer der beliebtesten Schriftsteller in Frankreich. Sein Buch Germinal steht noch immer an vierter Stelle in der Liste der beliebtesten Romane in Frankreich (laut einer Umfrage des Magazins Lire, 2014).

Mit Zolas Werken könnt Ihr also besonders gut die sozialen Zusammenhänge seiner Zeit verstehen. Die Romane vermischen Realität mit Fiktion, was sie besonders spannend macht.

Voltaire

Voltaire, eigentlich François-Marie Arouet, war nicht nur Romanautor, sondern auch Philosoph. Viele seiner Werke bezeichnete er daher als „philosophische Märchen“.

Voltaire ist einer der bekanntesten Franzosen überhaupt. | Quelle: Pixabay

Heute gehören Voltaires Bücher zu den bekanntesten der ganzen Welt. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Candide oder der Optimismus – Candide ou l’Optimisme
  • Zadig – Zadig ou la Destinée
  • Philosophische Briefe – Lettres philosophiques
  • Der Freimütige – L’Ingénu
  • Philosophisches Wörterbuch – Dictionnaire Philosophique
  • Micromégas – Micromégas
  • Ödipe – Œdipe

Vor allem die Vielseitigkeit des Schriftstellers machte seinen Erfolg aus: Er war in der Lage, Romane, Theaterstücke, Gedichte und historische Werke brillant zu schreiben (er war sogar der offizielle Historiograph des Königs!) und galt daher als Wunderkind der französischen Sprache. Sogar Beaumarchais, Autor von Figaros Hochzeit und Der Barbier von Sevilla bewunderte Voltaire.

Heute ist sogar ein französischer Sprachtest nach Voltaire benannt. Das Projet Voltaire zielt darauf ab, die französische Rechtschreibung und das sprachliche Niveau zu verbessern. Selbst in Frankreich wird dieser Test ab und zu für Bewerbungsprozesse genutzt.

Voltaire ist heute im Panthéon de Paris begraben – dort ist er der älteste Gast.

Literatur, Film, Musik…Dank der Vielseitigkeit der französischen Sprache und Kultur könnt Ihr Euch sicher sein, geeignete Hilfsmittel zu finden, um mit Spaß Französisch zu lernen!

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