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In ein paar Monaten Englisch lernen: Ist das möglich?

Von Franziska, veröffentlicht am 04/11/2017 Blog > Sprachen > Englisch > Wie kann ich in Englisch schnell Bilingual werden?

Welchen Grund Ihr auch immer haben mögt, im Rekordtempo in Englisch bilingual zu werden: Wir haben einige Ratschläge für Euch vorbereitet, die Euch dabei helfen können.

Selbstverständlich wäre das beste Mittel, Euch direkt in ein englischsprachiges Land zu begeben (Großbritannien oder die USA u.a.).

Aber sogar auf diesem Wege riskiert Ihr, eine ganze Weile zu brauchen, um fließend Englisch sprechen zu lernen.

Vor allem, wenn Ihr bei Null anfangt oder nicht alle Mittel nutzt, um rasch mit Englisch zweisprachig zu werden.

Wie schafft man es, sich im Englischen innerhalb von kürzester Zeit wohlzufühlen?

Das ist der Gegenstand des nun folgenden Textes.

Englisch zu einer Leidenschaft machen (oder sogar davon besessen werden?)

Ok, Besessenheit ist vielleicht leicht übertrieben. Aber es ist immer leichter, zu lernen, wenn man ein bisschen Leidenschaft mitbringt.

Erinnert Euch an den Unterricht in der Mittelschule oder im Gymnasium oder auch an eure Studientage: Gewisse Fächer waren packend – und andere gar nicht.

In den Fächern, für die Ihr eine Leidenschaft hattet, sind die Stunden wie im Fluge vergangen und Ihr habt ganz leicht die wichtigen Grundlagen im Kopf behalten.

In anderen musstet Ihr Euch zur Arbeit zwingen. Und es war gleichzeitig deutlich schwieriger, gute Noten zu bekommen.

Beim Englischlernen und -sprechen ist es ähnlich.

Wenn Ihr schon damit beginnt, Euch einzureden, dass es komplett langweilig werden wird, werdet Ihr mit Sicherheit Probleme haben, fleißig zu sein und am Ball zu bleiben.

Wenn Ihr es aber schafft, aus Eurem Englischunterricht eine spielerische und spaßige Angelegenheit zu machen, werdet Ihr blitzartig Fortschritte machen.

Ohne zwingend notwendig zu sein, ist Spaß ein pädagogisches Konzept, das Zukunft hat.

Es ist ein bewährtes Mittel, um Kinder zu unterrichten (Kinder lernen ja schließlich oft mit Spielen), doch die „Serious Games“ entwickeln sich auch gerade immer mehr in der Erwachsenenbildung.

Aber Spiele sind nicht das einzige Mittel, um neue sprachliche Kompetenzen zu erwerben.

Das Ziel ist, das Erlernen von Fremdsprachen mit Aktivitäten zu verbinden, die Ihr gerne ausübt.

Einige Beispiele:

  • Filme und Serien auf Englisch ansehen
  • Beim Sportmachen Podcasts auf Englisch hören
  • Englischsprachige Musik hören
  • Auf Englisch lesen
  • Englischsprachige Leute treffen und mit ihnen diskutieren
  • Dank Apps & speziellen Websites Online Englisch Lernen
  • Etc.

Das Ganze dient dazu, Euch zu amüsieren und ein bisschen Leidenschaft in das Lernen der englischen Sprache zu bringen.

Macht schnell Fortschritte dank des „Massive Input”

Wir können den Ausdruck „Massive Input” mit „drastisches Aussetzen [an die Fremdsprache]” übersetzen.

Was könnte dieses barbarische Konzept nun bedeuten?

A) Seine Zeit nicht mit Grammatik oder Vokabeln verlieren

Ganz einfach, beim Konzept des „Massive Input“ geht es um Folgendes: Ihr müsst komplett ins Englische eintauchen.

Legt alle Theorie beiseite und konzentriert Euch auf die intensive Praxis der Sprache.

In der Tat läuft das Erlernen einer Fremdsprache mit Wortlisten ab (Verbformen, Vokabeln, Ausdrücke etc.), die Ihr auswendig lernen müsst. Und das ist normalerweise der schwer verdauliche Part.

Trotzdem ist es die einzige Art und Weise, die ein Englischlehrer im Schulwesen kennt (und vorschlagen kann).

Doch lassen wir mal diese langweilige Methode beiseite. Vergesst Euren Unterricht und bereitet Euch auf das totale Eintauchen vor.

Das ist zwar selbstverständlich einfacher, wenn Ihr Euch in einem englischsprachigen Land befindet, aber Ihr könnt das genauso außerhalb machen.

Dafür reicht es, wenn Ihr Euch eine Stunde pro Tag oder ein paar Stunden pro Woche ganz bewusst Zeit für Englisch nehmt (entsprechend Eures Stundenplans).

Im Laufe dieses Zeitraums dürft Ihr nur auf Englisch kommunizieren. Andere Sprachen sind verboten.

Mit einem englischsprachigen Freund oder einem zweisprachigen Lehrer ist es natürlich am unkompliziertesten.

Ihr werdet Fehler machen. Aber das ist nicht schlimm. Das Ziel ist, Eure Furcht zu überwinden, um Euch im Sprechen sowie im Schreiben auf Englisch wohlzufühlen.

Vielleicht werdet Ihr dann ja auch irgendwann anfangen, auf Englisch zu denken?

B) Lesen und hören auf Englisch

Wichtig im „Massive Input”: Träger zum Englischlernen finden.

Entsprechend Eurer Vorlieben könnt Ihr Euch je nach Lust und Laune verschiedenen Dingen zuwenden.

So werden die Cineasten und Serienfans englische oder amerikanische Filme wählen.

Obwohl sie sich in Vielem ähnlich sind, unterscheiden sich die zwei Arten von Englisch übrigens sehr in ihrem Akzent. Das kann sich auf das Verständnis auswirken. In beiden Fällen werdet Ihr aber leicht Euer Glück finden.

Literaturliebhaber können Romane in ihrer Originalversion verschlingen, egal ob klassische Literatur oder die Bestseller von heute – von Shakespeare bis Harry Potter.

Musikfans werden auch die Qual der Wahl haben, da zahlreiche Gruppen auf Englisch singen (auch Gruppen, die nicht aus dem englischsprachigen Raum kommen).

Wenn Ihr einen bestimmten Akzent trainieren wollt, solltet Ihr selbstverständlich lieber Musik von dem/den jeweiligen Muttersprachlern wählen.

Schaue dich doch einfach in den Bibliotheken von Streaming-Anbietern um, wenn du keine Idee hast, welche Künstler du hören sollst oder was dir gefällt. Hört man englischsprachige Musik, erlernt man ganz spielerisch und sozusagen „fast nebenbei“ die Sprache. | Quelle: Pixabay

Indem Ihr das macht, trainiert Ihr Euer Gehirn dazu, Charakteristiken der englischen Sprache zu erkennen und sie im Gedächtnis zu behalten.

Und da Ihr Gefallen daran findet, dies zu tun, werdet Ihr Euch in atemberaubender Geschwindigkeit verbessern, sogar ohne Euch dessen bewusst zu sein.

Genau das ist „Massive Input“.

Regelmäßige und intensive Übung

Obwohl das Gehirn kein Muskel ist, kann man es fast wie einen trainieren. Genau wie ein Sportler auf einen Wettkampf hinarbeitet, müsst Ihr auch regelmäßig üben, um eine neue Sprache zu lernen.

Um Euch die Sache vorstellen zu können, stellt Euch eine Analogie zu einem Rennen vor.

Ihr habt beschlossen, mit dem Joggen anzufangen. Am Anfang wird es Euch unmöglich sein, eine Langstrecke zu laufen.

Ihr werdet also sanft beginnen, indem Ihr 15 Minuten langsam lauft. Dann, nach und nach, lernt Ihr, länger am Stück und schneller zu laufen.

So gelangt Ihr, ohne Euch dessen bewusst zu werden, vom Niveau eines zähen 15-Minuten-Laufs zu einem flotten einstündigen Run, der Euch keine Mühe mehr macht.

Für den Großteil der lebenden Sprachen ist es das Gleiche. Ihr braucht nicht darauf zu hoffen, von heute auf morgen bilingual zu werden.

Nur der Brite Daniel Tammet hat es geschafft, eine Fremdsprache innerhalb einer Woche zu lernen – in seinem Fall war das isländisch. Aber er ist ein Genie (und hat das Asperger-Syndrom).

Die große Mehrheit der Leute, die anfangen, Englisch zu lernen, braucht Monate über Monate (oder sogar Jahre), um das Stadium der Zweisprachigkeit zu erreichen.

Deshalb empfehlen wir Euch, regelmäßig zu üben. Sei es mit einem Lehrer oder mit jemand anderem, der ebenso die Sprache lernt.

Versucht so oft wie möglich, Konversationen auf Englisch über verschiedene Themen zu halten.

Jemand, mit dem man sich regelmäßig austauschen kann, ist eine exzellente Art, um besser zu werden.

Ihr könnt damit beginnen, der Person Mails zu schreiben oder mit ihr zu chatten. Sobald Ihr ein wenig mehr Vertrauen in Eure Fähigkeiten habt, könnt Ihr fragen, ob Ihr zu einer mündlichen Konversation übergehen könnt. Damit könnt Ihr zum Beispiel auch Eure Englisch Aussprache üben.

Ihr habt es verstanden: Um eine Fremdsprache zu lernen, müsst Ihr auch üben, fleißig zu sein.

Aufmerksam sein auf Englisch

Aufmerksam sein auf Englisch, das heißt nicht nur, im Unterricht zuzuhören (wenn Ihr noch studiert oder gerade einen Englischkurs absolviert) – obwohl das natürlich anzuraten wäre.

Nicht nur das Klassenzimmer hilft beim Sprachenlernen. Andere Methoden sind mindestens genau so effektiv. Im Unterricht aufzupassen ist eine Sache, aber sich wirklich auf eine Sprache einzulassen, ist viel mehr als das. | Quelle: Pixabay

Aufmerksam sein auf Englisch, das bedeutet auch, sich der Sprache und der Kultur komplett zu öffnen.

Um gut zu sein, reicht es also nicht, die Inhalte Eures Englischunterrichts auswendig zu lernen. Es ist schon deshalb kontraproduktiv, weil Ihr das Wissen nicht langfristig behalten werdet. Außerdem ist es gelinde gesagt echt langweilig.

Das Ziel ist, zu verstehen und das Erlernen der Sprache in einen genauen Kontext zu setzen.

Also bedeutet, auf Englisch aufmerksam zu sein, die Kultur(en) entdecken, die Geschichte des Landes ergründen und vor allem die Gründe, die dazu beitragen, dass die Sprache sich auf eine bestimmte Art und Weise entwickelt hat.

Auf Englisch aufmerksam zu sein, das ist auch, vollständig ins Englische einzutauchen und sich eine Blase zu schaffen, in der sich alles nur noch um das Englische dreht.

Letztendlich heißt aufmerksam sein auch, mit seinen Bemühungen niemals nachzulassen. Zögert nicht, ein kleines Notizbuch mit Euch zu führen, um Euch die Vokabeln zu notieren, die Ihr nicht kennt – egal, wo Ihr seid.

Seid immer bereit zu lernen. Behaltet dies, bis Ihr Euer Ziel erreicht habt.

Und macht auch danach damit weiter, zu trainieren.

Es ist (leider) normal, dass man, hat man eine Sprache lange nicht geredet, nach einer Zeit vieles davon wieder vergisst. Sogar, wenn Ihr ehemals viel Talent gezeigt habt!

Ist es möglich, in 6 Monaten bilingual zu werden?

Auf diese Frage, die sich so viele Personen stellen, antworten wir: Ja, es ist möglich, in 6 Monaten zweisprachig zu werden.

Es ist nicht einfach und es braucht eine Menge Arbeit (außer Ihr seid hochbegabt). Aber es ist tatsächlich möglich. Und wenn Ihr euch in ein englischsprachiges Land begebt ist das umso besser!

London ist nicht nur eine schöne Stadt, Du wirst dort auch nicht um eine Konversation auf Englisch herumkommen. London ist zwar ein teures Pflaster, aber eines ist sicher: Die Reise wird sich lohnen – nicht nur zum Sprachenlernen. | Quelle: Pixabay

Um das zu tun, ist das Wichtigste, sich so oft wie möglich in einen anglofonen Kontext zu versetzen – sprich: von zu Hause aus Englisch lernen.

Wenn Ihr englische Freunde habt: Nutzt es aus. Verbannt das Deutsche und sprecht, lest und hört Englisch.

Schaut kein deutschsprachiges Fernsehen und wechselt zu englischen Kanälen (unwichtig, ob Ihr versteht oder nicht). Legt Eure deutschen Bücher beiseite und schafft Euch englischsprachige Literatur an. Kurz gesagt, schafft Euch eine anglophone Blase und verlasst sie so selten wie möglich.

Wenn Ihr in einer Situation seid, in der Ihr einen Dialog führen müsst, habt keine Angst, Fehler zu machen oder Euch mit Zeichensprache verständlich zu machen. Hauptsache, Ihr kommuniziert auf Englisch.

Tatsächlich ist Euer Niveau unwichtig. Tut einfach so, als wärt Ihr ein Kind, das gerade sprechen lernt.

Kleinkinder kennen noch nicht alle Vokabeln, die Erwachsene benutzen. Trotzdem können sie sich verständlich machen.

Das muss auch für Euch gelten.

Den Part, in dem man Buchstaben üben muss, könnt Ihr weglassen. Aber sich wie ein Kind fühlen beim Sprachenlernen ist sonst nur von Vorteil. Schreiben müsst Ihr zum Glück nicht mehr lernen. Trotzdem dürft Ihr beim Sprachenlernen nochmal ganz Kind sein. | Quelle: Pixabay

In Wirklichkeit reichen 1 000 Wörter auf Englisch, um den Großteil von Alltagskonversationen abzudecken (fast 85%).

Kennt Ihr diese 1 000 Englisch Vokabeln, könnt Ihr gut zurechtkommen. Ihr seid noch nicht zweisprachig, aber Ihr seid auf einem guten Weg dorthin.

Nach diesem notwendigen Vokabular müsst Ihr nur noch nach und nach andere geläufige Vokabeln lernen. Dann könnt Ihr Euch immer noch an andere semantische Felder heranwagen, wenn Ihr Lust habt.

In ein paar Monaten könnt Ihr verstehen und Euch selber ganz leicht verständlich machen.

Das genaue Verständnis von Zweisprachigkeit unterliegt der Interpretation. Gemeinhin heißt es aber, dass man zwei Sprachen versteht und spricht.

Wenn Ihr unseren  Vorschlägen folgt, habt Ihr alle Schlüssel in der Hand, um Euer Ziel zu erreichen!

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