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Französisch-Deutsche Partnerschaft: Was verbindet Deutsche & Franzosen?

Von Nelly, veröffentlicht am 16/09/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Deutschland & Frankreich: Mehr als nur Nachbarn

Die deutsch-französische Frage bleibt eine der Hauptfragen Europas. (…)  Deutschland und Frankreich bleiben Nachbarn, solange diese Länder von Menschen bewohnt sind. An einer wirklichen und dauernden Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich hängt die ganze europäische Zukunft.

Bereits 1948 sprach der spätere deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer diese Worte.

Nur drei Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, in dem sich Deutsche und Franzosen zum wiederholten Male als Feinde gegenüberstanden, erkannte er, dass Europas Frieden von der Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich abhängt.

Heute sind die beiden Länder lange keine Feinde mehr, im Gegenteil. Frankreich und Deutschland sind Partner und kooperieren in vielfältigen Bereichen, u.a. Kultur, Wirtschaft und auch in der Bildung.

Lest hier, wie genau die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesen Feldern aussieht.

Deutschland und Frankreich: Wirtschaftliche Verflechtungen im Blick

Gemeinsam sind Frankreich und Deutschland heute der treibende Motor Europas. Beide Länder verfügen über eine beachtliche wirtschaftliche Macht – in Europa und auch darüber hinaus!

Neben einer ähnlich starken Wirtschaft begünstigen auch weitere Gemeinsamkeiten das Entstehen von Partnerschaften. Dazu zählen beispielsweise die geographische Lage, die gemeinsame Währung und die Mitgliedschaft im Schengenraum, welcher Handel und Austausch erleichert.

Wer also Französisch sprechen kann oder aktuell Französisch lernt, der sammelt Pluspunkte auf seinem Lebenslauf.

Aber wie sind die beiden Länder eigentlich historisch miteinander vernetzt?

  • 1952 : Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Ihre Mission ist es, den Handel unter den Mitgliedsstaaten – Frankreich, BRD, Italien, Belgien, Niederlande und Luxemburg – zu vereinfachen und zum Frieden in Europa beizutragen.
  • 1957 :  Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 
  • 1992 : Gründung der Europäischen Gemeinschaft durch den Vertrag von Maastricht
  • 2009 : Übergang zur Europäischen Union, welche bereits 2005 im Lissabonner Vertrag beschlossen wurde.

Deutschland und Frankreich standen somit bereits in der frühen Phase der europäischen Versöhnung im Mittelpunkt des Geschehens und trieben diese voran.

Langfristig profitieren die beiden Länder dadurch von vereinfachten Handelsbeziehungen.

Deutschland und Frankreich sind die stärksten Partner innerhalb Europas Innerhalb Europas ist die deutsch-französische Kooperation besonders stark | Quelle: pixabay

Deutschland und Frankreich sind wirtschaftliche Wahl-Partner

Bis 2016 war Deutschland Frankreichs wichtigster Handelspartner mit 16,5% des gesamten Handelsvolumens. Die galt sowohl für den Import als auch für den Export.

Auch wenn China Frankreich mittlerweile den Rang abgelaufen hat, so bleibt Frankreich definitiv ein wirtschlaftlicher Wahl-Partner Deutschlands!

Um die guten Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu ermöglichen und zu fördern, wurden über die Jahre hinweg verschiedene Institutionen ins Leben gerufen.

  • Deutsch-französischer Wirtschaftsclub
  • Deutsch-französische Industrie- und Handelskammer
  • German French Business Forum, bei dem einflussreiche Personen aus der Wirtschaft Deutschlands und Frankreichs zusammenkommen und auf diese Weise Partnerschaften ins Rollen bringen.

Konkrete Beispiele von Kooperationen zwischen deutschen und französischen Unternehmen

Gerade in besonders erfolgreichen Bereichen der deutschen oder französischen Wirtschaft findet man zahlreiche Fusionen, Kooperationen oder Vereinigungen:

  • Deutsche Bahn und SNCF
  • Renault-Nissan und Daimler 
  • Partnerschaft Bosch und Peugeot Citroën
  • Partnerschaft zwischen Mercedes und Valéo
  • Orange und die Deutsche Telekom
  • Véolia Environnement (SARP) und Avermann
  • Canson und Felix Schoeller
  • die Fusion zwischen Alstom und Siemens (ICE in Deutschland bzw. TGV in Frankreich) 
  • Airbus

Doch nicht nur die Giganten der Wirtschaft profitieren von der intensiven binationalen Kooperation.

Auch deutsche und französische Start-Ups bilden heutzutage Partnerschaften. Denn auch diese profitieren von den Synergieeffekten der Kooperationsförderung, welche die Europäische Union, Frankreich und Deutschland instand gesetzt haben.

Frankreich und Deutschland: Kultur verbindet!

Deutschland und Frankreich sind in der Wirtschaft zweifelsfrei starke Partner.

Doch darüber hinaus wurden im Laufe der Zeit auch im Bereich der Kultur zahlreiche Institutionen ins Leben gerufen.

Initiatoren sind dabei häufig die deutsche und/oder französische Regierung, sowie europäische Institutionen.

Durch binationale Kooperationen können tolle Kulturprojekte auf die Beine gestellt werden Starke Partner auf und hinter der Bühne: Deutschland und Frankreich | Quelle: pixabay

Das Who-is-Who der deutsch-französischen Kulturprojekte:

  • Deutsch-französischer Kulturfonds: 2003 gegründet unterstützt der Fonds Kulturprojekte, beispielsweise in den Sparten Mode, Architektur, Kino und Theater. Er ist in über 150 Ländern tätig.
  • Impuls neue Musik (2009): Förderung zeitgenössischer Musik von Künstlern aus beiden Ländern.
  • Perspektive (2014): Förderung und Initiierung von Partnerschaften und Austauschen im Bereich der zeitgenössischen Architektur und Kunst.
  • Transfabrik (2015): Koproduktionspartner im Bereich der darstellenden Künste, beispielsweise für Projekte im zeitgenössischen Tanz, zeitgenössischen Theater, Nouveau-Cirque, Figuren-, Objekt- und Straßentheater.
  • Deutsch-Französischer Kulturrat: spricht dem deutschen Bundeskanzler und dem französischen Präsidenten Empfehlungen für gemeinsame Kulturinitiativen aus
  • Institut français
  • Goethe Institut 

Doch nicht alle binationalen Kooperationen zwischen Frankreich und Deutschland widmen sich ausschließlich der Kunst auf Bühnen, Bildschirmen, Leinwänden oder Papier.

Die deutsch-französische Kooperation arbeitet auch in vielen anderen Bereichen:

– Schulische und universitäre Partnerschaften

Das deutsch-französische Jugendwerk setzt sich stark für den Austausch im schulischen Bereich ein. Jährlich nehmen 200.000 junge Menschen an verschiedenen Aktivitäten und Austauschprogrammen des DFJW teil.

Auch die deutsch-französische Hochschule fördert die Zusammenarbeit der beiden Länder auf universitärer Ebene, in erster Linie durch Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Hochschulen, und bietet die Möglichkeit, einen binationalen Doppelabschluss zu erhalten.

– Partnerschaften in Film und Fernsehen

Neben ARTE wirkt hier die deutsch-französische Filmakademie, die den europäischen Film fördert und die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland in Produktion, Vertrieb und Verleih, Entstehung und dem kulturellem Erbe verstärkt.

Bei den deutsch-französischen Filmtreffen können sich Künstler beider Länder vernetzten und austauschen.

– Zusammenarbeit in Literatur und Journalismus

Der deutsch-französische Journalistenpreis zeichnet jährlich Künstler in den vier Kategorien Audio, Multimedia, Textbeitrag und Video aus, die in besonderem Maße zu einem besseren Verständnis der deutsch-französischen Beziehungen beiträgt.

Darüber hinaus gibt es auch den deutsch-französischen Franz Hessel Preis, welcher Künstler der zeitgenössischen Literatur auszeichnet.

In der Kategorie Kinder- und Jugendliteratur können Teilnehmer den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis gewinnen.

– Städtepartnerschaften zwischen deutschen und französischen Städten

Marseille und Hamburg, Lille und Köln, Bordeaux und München oder Dijon und Mainz – über 2.000 französische Städte sind mit deutschen verschwistert.

Daraus resultieren häufig Fahrten, Sprachkurse und ein Beitrag zur Präsenz des Nachbarlandes in Deutschland.

Ein Studium in Frankreich ermöglicht Euch einen tiefen Einblick in die Kultur des Landes Lust auf ein Studium in Frankreich? | Quelle: Pixabay

Bilinguales Studium Deutsch Französisch: Das Angebot im Überblick

Deutsch-französische Partnerschaften sind neben Kultur und Wirtschaft noch in weiteren Bereichen tätig.

So soll bereits in der Jugend Interesse für die Sprache und Kultur des Nachbarlandes geweckt werden.

Sich von klein auf mit einem fremden Land zu beschäftigen kann langfristig viele Vorteile haben: Sprachkenntnisse, interkulturelle Fähigkeiten, Anpassungsfähigkeit … – die Liste ist lang!

Und wer Lust hat, kann sogar seinen Lebenslauf mit einem binationalen Doppeldiplom aufpolieren – denn das sehen Arbeitgeber gerne!

Was gibt es für Möglichkeiten, um als Deutsche/r in Frankreich zu studieren?

Die deutsch-französische Hochschule (DFH) ist für ein binationales Studium der erste Ansprechpartner. Seit 1997 verfolgt sie das Ziel, die deutsch-französische Zusammenarbeit auf Hochschulebene zu fördern. Dies geschieht durch das Initiieren und Fördern von binationalen Studiengängen. Heute gibt es über 150 Städte, deren 185 Universitäten oder Hochschulen an Programmen der DFH teilnehmen. Jährlich erhalten über 1.000 Studenten ein Doppeldiplom.

Wie genau läuft das Studium im Doppeldiplom ab? Grundsätzlich sei gesagt, dass es deutsch-französische Studiengänge in den verschiedensten Fachrichtungen gibt:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Ingenieur- oder Naturwissenschaften
  • Mathematik und Informatik
  • Rechtswissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Auch die Lehrerbildung/ Lehramt wird in binationalen Studienprogrammen angeboten.

Den genauen Ablauf der verschiedenen Studiengänge findet Ihr auf der DFH-Seite (s. Link unten).

Als Beispiel: bei der Kooperation “Management International“ (Bachelor mit konsekutivem Master) zwischen der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Ecole Supérieure du Commerce Extérieur in Paris verbringt Ihr die beiden ersten Semester in Berlin, das dritte und vierte an der Partneruniversität in Paris.

Im fünften Semester wird ein Praktikum im französischsprachigen Raum absolviert, um erste professionelle Erfahrungen zu sammeln. Sowohl das sechste als auch das siebte und achte Semester werden wieder in Berlin verbracht, bevor es im neunten Semester zurück an die Pariser Universität geht. Das zehnte und letzte Semester wird wahlweise in Paris oder in Berlin verbracht.

Im Studienführer der Deutsch-Französischen Hochschule findet Ihr alle Infos zu den verschiedenen Studiengängen.

Das DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) unterstützt die Annäherung junger Deutscher und Franzosen.

Dies geschieht durch Schüleraustausch-Programme und Events in Kultur, Wissenschaft und im Sport. Diese Organisation besteht bereits seit 1963 und wurde von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer initiiert.

Finanziert wird das DFJW durch die deutsche und die französische Regierung.

Seit der Gründung haben bereits 8 Millionen junger Deutscher und Franzosen an den über 300.000 interkulturellen Projekten teilgenommen!

Doch nicht nur in Deutschland und in Frankreich ist das DFJW aktiv. Auch in über 50 weiteren Ländern hat die Organisation trinationale Projekte durchgeführt.

Um Studierenden den Austausch zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen zu ermöglichen, wurde 1987 das Erasmus-Programm ins Leben gerufen. Das Erasmus-Programm ist heute eines der Aushängeschilder der Europäischen Union | Quelle: pixabay

Auch ein weiteres Programm muss hier natürlich genannt werden: Erasmus.

Das bekannteste Austauschprogramm bietet Euch die Möglichkeit, in Frankreich zu studieren.

Im Rahmen des Erasmus-Programms fahren jährlich mehr als 5.000 Studenten nach Frankreich

Neben dem Spracherwerb lernt ihr während eines Auslandsaufenthaltes auch, Euch an eine neue Umgebung zu gewöhnen und neugierig zu bleiben.

Das Erasmus-Programm unterstützt Studenten während des Auslandsaufenthaltes auch finanziell. So wird es Studenten aus allen sozialen Hintergründen ermöglicht, an diesem Programm teilzunehmen.

Auf einen Blick:

  • Bei deutsch-französischer Zusammenarbeit denkt man zunächst an die Wirtschaft. Die zwei stärksten Wirtschaftsmächte Europas verbinden in der Tat zahlreiche wirtschaftliche Partnerschaften wie beispielsweise Airbus, aber auch die Kooperation Deutsche Bahn und SNCF oder Renault-Nissan und Daimler.
  • Doch auch im Kulturbereich koopierieren die beiden Länder! Neben ARTE gibt es zahlreiche Partnerschaften im Bereich Kino und Film, Literatur und Journalismus. Auch Städtepartnerschaften tragen zum Kulturverständnis des Nachbarlandes bei.
  • Die deutsch-französische Hochschule initiiert Partnerschaften auf Hochschulniveau und bietet Kooperationen (mit Doppeldiplom) in den verschiedensten Fachbereichen an.
  • So sind Deutschland und Frankreich also unumstritten Partner in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Bildung – als Motor Europas stärken sie die EU und halten sie auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig.
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