Die Kunst des Übertreibens, Gesichtszüge ins Lächerliche ziehen oder hervorheben, Kritik üben oder einfach die Menschen zum Lachen bringen...Menschen haben bereits sehr früh damit begonnen, Karikaturen anzufertigen.

Das Zeichnen ist eine der Möglichkeiten, sich mit Karikaturen zu beschäftigen, aber es ist nicht die einzige.

Molière ist durch seine vielen Theaterstücke einer der Meister der Pastiche und Satire. Tartuffe, das Stück, das die Heuchelei der Religion im 17. Jahrhundert anprangerte und den Klerus verspottete, wurde von der damaligen Regentin Anne von Österreich zensiert.

Die Geschichte der Karikatur, diese Form des übertriebenen Zeichnens, ist faszinierend. Der Zeichner und Schriftsteller Frédéric Pajak sagte:

"Die Karikatur existiert seit der Antike und hat Jahrhunderte überdauert.  Der Cartoon ist aktueller, er erschien Anfang des 20. Jahrhunderts."

Was ist eine Karikatur?

Der Duden definiert die Karikatur folgendermaßen:

"Zeichnung o. Ä., die durch satirische Hervorhebung bestimmter charakteristischer Züge eine Person, eine Sache oder ein Geschehen der Lächerlichkeit preisgibt."

Dies ist eine gute Zusammenfassung dessen, was wir hier detailliert beschreiben werden!

Die Karikatur in der Zeichnung. Auch wenn die Karikatur in vielen Bereichen (Zeichnung, Malerei, Literatur, Theater...) praktiziert werden kann, bleibt eine Gemeinsamkeit: Übertreibung!

Das Wort Karikatur ist sehr bedeutsam. Aus dem Italienischen "caricatura" stammend, kann es wörtlich übersetzt werden als "auf übertriebene Weise überladen". Genau das ist eine Karikatur. Beobachten und Details finden, die man überproportional hervorheben kann, um etwas zu diskreditieren.

Eine Kunst, die man auch im Mal Kurs lernen kann. Warum auch nicht...

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Die große Geschichte der Karikatur

Die Karikatur hat eine lange Geschichte... Schon in der Antike hat sich die Menschheit, insbesondere die Griechen und Römer, mit dieser Kunst beschäftigt.

Karikaturen beschäftigen sich mit der aktuellen sozialen oder politischen Lage. | Quelle: Segu Geschichte

Im Mittelalter ist die Karikatur in Skulpturen, vor allem in Kirchen und Kathedralen zu finden. Sie umfassen viele groteske Charaktere und Fantasiewesen. Zu dieser Zeit werden Schönheit und Hässlichkeit mit Gut und Böse verglichen.

In der Renaissance entstanden dank der Entwicklung des Drucks satirische Zeichnungen.  Ab dem 18. Jahrhundert ermöglichte die Lithographie eine massenhafte Verbreitung.  Die Französische Revolution und die Anerkennung der Meinungsfreiheit sind ein Wendepunkt in der Erfolgsgeschichte der Karikatur.  Satirische Zeitungen erscheinen und denunzieren Missbrauch durch ihre Zeichnungen. Sie satirisieren Gesellschaft und Politik.

Während der Revolution betonten karikierte Darstellungen besonders das System der Drei-Stände-Ordnung: des dritten Standes, des Adels und des Klerus. Kurz gesagt, sind satirische Zeichnungen von diesem Moment an ein Mittel, sich über ein unfaires System lustig zu machen und es anzuprangern.

Ab 1830 entwickelte sich die satirische Presse um Karikaturen herum.  Über ihre humorvolle Seite hinaus sind sie im Wesentlichen Meinungsbilder. Man macht sich nicht nur zum Spaß darüber lustig, sondern möchte damit die Dinge auch ins Lächerliche ziehen. Zu den herausragenden satirischen Zeitungen dieser Zeit zählen Charivari und Caricature. Die renommierten Karikaturisten Daumier, Gavarni, Granville, Cham und Doré waren Meister der politischen Karikatur.

Trotz allem bleibt die Zensur mehr oder weniger stark präsent, und die Karikaturisten werden für ihre Zeichnungen zur Verantwortung gezogen. Daumier muss auch ins Gefängnis, weil er Louis-Philippe verspottet hat. Die Machtübernahme Napoleons I. macht es unmöglich, politische Karikaturen zu veröffentlichen. Die Satire widmet sich also der sozialen Karikatur.

Paul Hadol, der berühmte Karikaturist der damaligen Zeit, musste bis 1870 und zum Ende des Zweiten Kaiserreiches warten, um sein Buch "La Ménagerie Impériale" zu veröffentlichen, in dem er Mitglieder der Familie Napoleons III. und die großen Würdenträger verspottete, indem er ihnen die Form von Tieren verlieh.  Napoleon III. erscheint als blutrünstiger Geier, der in seinen Klauen das ausgeweidete Frankreich hält.

1881 ermöglicht das Gesetz über die Pressefreiheit endlich eine echte Entwicklung der Karikatur. Die Anzahl der Pressetitel nimmt zu Beginn des 20. Jahrhunderts beeindruckende Ausmaße an (L’Assiette au beurre, le Crapouillot, la Baïonnette, le Canard Enchaîné…). Während der Kriege wird die Karikatur zum Propagandainstrument. Ein Boom, der bis zum Zweiten Weltkrieg andauerte.  Anschließend werden die satirische Presse und die Karikaturen, die in starker Konkurrenz zur Fotografie, dem Radio und dem Fernsehen stehen, allmählich weniger.

Aber die Karikatur verschwindet nicht, sondern sie erfindet sich neu! Eine neue Art von Karikatur erscheint. Im französischen Fernsehen treten Puppen in der sogenannten Bébête Show auf, die später von den "Guignols de l'Info" abgelöst wird. Auch in unserem Alltag ist die Karikatur immer präsent, insbesondere durch Presse-Cartoons, aber auch durch Comics.

Lies deine Asterix-Alben sorgfältig durch: Viele Charaktere sind Karikaturen berühmter Persönlichkeiten. Von Bernard Blier über Sean Connery, Raimu, Lino Ventura bis hin zu Annie Cordy sind viele von ihnen von Uderzo entworfen worden.

Comics lesen und dabei neue spanische Wörter lernen!
Die Asterix-Comics greifen oftmals Personen aus dem echten Leben auf. | Quelle: visualhunt

Wie zeichnet man eine Karikatur einer Person?

Du kannst gut Zeichnen, lachst gerne über alles Mögliche und hast eine Leidenschaft für Karikaturen? Dann ran an die Stifte...

Wie lernt man, eine Karikatur zu zeichnen?

Mit welchen Zeichentechniken kann man eine gelungene Karikatur erstellen?

Zunächst sollte man wissen, wie man zeichnet. Eine offensichtliche Tatsache. Und doch werden einige denken, dass es einfacher ist, eine Karikatur zu erstellen als ein Porträt.  Ganz im Gegenteil.  Die Kunst der Karikatur ist alles andere als einfach. Vor allem muss man ein guter Porträtist sein.

Die 3 Schritte zum Zeichnen einer Karikatur

Bevor Du mit einer Karikatur beginnst, stelle zunächst sicher, dass Du in der Lage bist, Folgendes zu tun:

  1. Ein realistisches Porträt zeichnen: Wenn nicht, ist es unmöglich, die Person zu erkennen, die du karikierst. Ein Gesicht zeichnen zu können ist ein Lernprozess und erfordert eine gute Technik. Danach kannst du anfangen, Karikaturen zu zeichnen.
  2. Beobachten: Bei einer Karikatur zählt jedes Detail. Deine Beobachtungsgabe spielt eine maßgebliche Rolle. Man braucht ein geschultes Auge, um die zu übertreibenden Merkmale auf den ersten Blick zu erkennen. Das alles können wir auch im beobachtenden Zeichnen finden.
  3. Berücksichtige die Charakteristiken deines Modells: Auch bei Übertreibungen ist es wichtig, die Verbindung zwischen den verschiedenen Eigenschaften eines Gesichts zu respektieren, um eine gewisse Harmonie und insbesondere die offensichtliche Ähnlichkeit zu erschaffen.
Das Zeichnen von Karikaturen ist erlernbar und erfordert Übung! | Quelle: Karim MANJRA via Unsplash

Es ist möglich, auch als Amateur Spaß daran zu haben, Karikaturen zu zeichnen. Ausgehend von einem Foto oder vor einem Modell kann die Karikatur auf verschiedene Weise gestaltet werden.

Es kann realistisch sein, wie ein echtes Porträt, das mit den Schatten spielt, oder im Gegenteil stilisierter, in der Art eines Manga-Charakters. Zunächst kannst Du das Zeichnen von Profilen üben.

Nimm dir auf jeden Fall die Zeit, die Elemente, die du karikieren möchtest, zu reflektieren und zu beobachten. Wie in jeder Zeichnung muss man wissen, was man tun möchte, bevor man den ersten Bleistiftstrich setzt.  Ob Nase, Kinn, Stirn oder Ohren.... Du musst ihre Gesichtszüge übertreiben, um eine erfolgreiche Karikatur zu erstellen. Beginne mit einer allgemeinen Skizze, bevor Du mit dem Zeichnen der Details fortfährst.

3 Tipps für eine erfolgreiche Karikatur

Unter den Punkten, an denen du arbeiten kannst, um eine Botschaft in einer Karikatur zu vermitteln, sind hier einige Beispiele, die die humorvolle Seite unterstreichen werden:

  1. Text hinzufügen: dem Charakter eine Stimme zu geben, verstärkt die Botschaft der Parodie (ein verbaler Tick, ein Ausdruck...).
  2. Füge wichtige Elemente hinzu: Ein Accessoire hebt auch die Persönlichkeit der karikierten Person hervor (Dein Modell trägt immer eine Krawatte? Übertreibe auch sie...).
  3. Kreiere eine Situation: In der Satire werden karikierte Menschen oft in einen humorvollen Kontext gestellt (Er liebt das Fahrrad? Zeichne ihn auf einem kleinen Fahrrad…).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Du dein gesamtes Grundwissen in die Zeichnung einbringen musst, um ein Porträt zu realisieren, indem du die Merkmale übertreibst.  Aber denk daran, deine Fantasie für sich selbst sprechen zu lassen, um deinen Sinn für Humor auszudrücken!

Verbessere dein Allgemeinwissen, besuche Online-Zeichenkurse und übe Karikaturen von Politikern oder zeichne aktuelle Ereignisse.

4 Berufe, die Du als Karikaturist ausüben kannst!

Trete in die Fußstapfen von Wolinski, Plantu, Cabu, Charb, Pancho, Kiro ... und werde einer der großen Namen der Karikaturisten. Dies ist ein schönes Ziel, das Du im Zeichenunterricht verfolgen kannst!

Bist Du der Meinung, dass die Perspektiven für die Karikatur Berufe zu begrenzt sind?

Straßenzeichner haben ein ausgeprägtes Beobachtungsvermögen, um das zu betonende Merkmal zu finden! | Quelle: Tim Mossholder via Unsplash

Werfen wir einen Blick auf die beruflichen Möglichkeiten, die dir deine Gabe für die Karikatur bieten kann. Deine Leidenschaft für das Zeichnen ermöglicht es dir, verschiedene künstlerische Karrieren einzuschlagen:

  1. Pressekarikaturist: Dies ist ein Beruf, in dem Karikatur allgegenwärtig ist. Da die Zahl der satirischen Zeitungen inzwischen begrenzt ist, muss der Karikaturist in der Regel vielseitig sein und für verschiedene Medien arbeiten.
  2. Selbständiger Karikaturist: Es ist möglich, deine Dienste als Zeichner anzubieten. Straßenzeichner sind an touristischen Orten zahlreich vertreten. Es ist auch möglich, auf andere Weise zu arbeiten, indem Du deine Dienste für Veranstaltungen anbietest. Hochzeiten, berufliche Veranstaltungen, Geburtstage.... Karikaturen sind sehr beliebt.
  3. Comiczeichner: Du bist kreativ, hast einen Sinn für Textarbeit und einen Kopf voller Ideen, dann wäre das eine gute Option.
  4. Illustrator: Illustration ist ein sehr weites Feld, das auch im Verlagswesen, in Agenturen und in der Presse große Chancen bietet. Entdecke die Arbeiten eines Karikaturisten und Illustrators.

Natürlich erfordert jeder Beruf spezifische Fähigkeiten, die über das Beherrschen der Grundlagen des Zeichnens und der Karikatur hinausgehen. Es gibt viele Arten der Ausbildung. Das Erlernen des Zeichnens zur Ausübung eines künstlerischen Berufes ist eine Wahl, die es dir ermöglicht, dich durch deine Leidenschaft für das Zeichnen beruflich zu entwickeln.

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Stefanie

Sprachen sind meine große Leidenschaft! Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, habe ich mich schon früh für Sprachen und Kulturen interessiert. Ich liebe Reisen und entdecke gerne neue Länder.