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Welche Sportausrüstung brauche ich fürs Thaiboxen?

Von Anna, veröffentlicht am 14/05/2019 Blog > Sport > Boxen > Die notwendige Boxausrüstung für thailändisches Boxen!

„Was ich körperlich erlitten habe, war es wert für das, was ich im Leben erreicht habe. Ein Mann, der nicht mutig genug ist, Risiken auf sich zu nehmen, wird niemals etwas im Leben erreichen.“ –  Muhammad Ali (1942-2016)

Box-Champions wie Muhammad Ali stechen natürlich heraus, aber auch als Breiten- und Freizeitsport ist Boxen und seine Unterarten gut geeignet. Bei diesem Sport trainiert man extrem viele verschiedene Dinge (Kraft, Ausdauer, Boxtechnik, Koordination usw.) und kann sich richtig auspowern.

Und welche Boxart ist die richtige für Dich? Vielleicht Thaiboxen? Diese Sportart ist eine der ganzheitlichsten überhaupt im Bereich des Kampfsports. Wichtig ist dabei natürlich auch die richtige Ausrüstung, sodass man schlimme Verletzungen vermeidet – bei sich und dem Gegner!

Die Kampfkunst Muay Thai („Thaiboxen“ ist die deutsche Übersetzung) ist der Nationalsport in Thailand und ca. 200.000 Menschen (darunter auch sehr junge Menschen) – Boxer, Trainer, Manager und Promoter – können dort hauptberuflich davon leben.

In Deutschland gibt es den Muay Thai Bund Deutschland, der unterschiedliche Landesverbände in sich vereint und den Kampfsport aktiv fördert und vorantreibt.

Hier erfährst Du, welche Ausrüstung Du fürs Thaiboxen brauchst!

Die traditionelle Ausrüstung fürs Thaiboxen

Thaiboxen geht auf traditionelle Kampftechniken aus Thailand zurück und erfordert eine ausgezeichnete Fitness und Körperbeherrschung. Bei diesem Sport werden alle Körperpartien beansprucht und im Thaiboxen sind auch so gut wie alle Schläge erlaubt.

Welche Formen des Tahiboxens gibt es? Bei der ursprünglichen Form des Thaiboxens, dem Muay Boran, trägt man keine Boxhandschuhe. | Quelle: Pixabay

Deswegen braucht es zum Thaiboxen auch verschiedenste Schutzkleidung und -Artikel, wie Boxhandschuhe, Bandagen, Zahnschutz, Schienbein- und/oder Fußknöchelschoner.

Doch das war nicht immer so. Ursprünglich war Thaiboxen der Sport der thailändischen Könige. Man sagt, es sei Naresuan der Große – König des siamesischen Königreiches von Ayutthaya (heute in Thailand) – gewesen, der Ende des 16. Jh. Muay Thai zur Pflichtdisziplin für seine Soldaten machte.

Diese königliche Sportart wurde immer beliebter und nach und nach strömten immer mehr Menschen in die Thaiboxen-Trainingslager, was den negativen Effekt nach sich zog, dass auch immer mehr Menschen schwere Verletzungen davontrugen.

Ab den 1920er-Jahren gehörte Thaiboxen zur Ausbildung junger Kinder, wurde dann aber in den 30ern wieder verboten, weil zu viele Verletzungen festgestellt wurden. Dazu muss gesagt werden, dass damals noch ohne Boxausrüstung (also ohne jeglichen Schutz) gekämpft wurde.

Die ursprünglichen Boxer des Muay Boran (der traditionellen Form des Muay Thai)  trugen lediglich eine kurze, weite Baumwollhose, die bis zu den Knien ging, die Gung Gaeng Kaa Guay, und einen 1-1,5 m langen Lendenschurz, den sie sich um die Taille knoteten: den Thai Sarong oder Paa Kao Maa.

Diese traditionellen Kleidungsstücke waren eigentlich gar nicht speziell fürs Boxen gedacht, sondern wurden im Alltag auch als Handtuch, Gürtel oder Kopftuch verwendet.

Und bei dieser ursprünglichen Ausrüstung (oder eher einfach Kleidung) für Thaiboxer ging es insbesondere darum, dass sie bequem ist, sodass der Sportler möglichst viel Bewegungsfreiheit und vor allem Beinfreiheit hat und einen Schutz für den Genitalbereich bietet (auch wenn dieser eher rudimentär war).

Damals gab es noch kein professionelles Suspensorium (Schutz für den männlichen Genitalbereich), wie es heute zahlreiche Kampfsportler, aber z.B. auch Handballtorhüter tragen!

Die traditionellen Muay-Thai-Kämpfer trugen außerdem ein Mongkon, eine Art Kopfband, das dem Träger, also Boxer, Ruhm und Schutz verleihen soll.

Nach und nach setzte sich dann der Trend durch, seine Fäuste mit Hanfbändern bzw. -seilen zu umwickeln, um den Schlägen mehr Kraft zu geben und Verletzungen zu vermeiden, die typisch sind fürs Kämpfen mit bloßen Händen. Dieses Hanfband/-seil hieß Kaad Chuek und war teilweise mehr als 20 m lang!

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Disziplin des Thaiboxens weiter, entlehnt auch Elemente des Englischen Boxstils und des französischen Savate-Boxens und wird international bekannter. So wird auch die Schutzausrüstung verpflichtend – im Amateur- sowie im Profibereich.

Die richtigen Boxhandschuhe fürs Thaiboxen finden

Seit König Rama VI. in den 1920ern den Übergang des Thaiboxens vom Militärtraining zum eigenständigen Sport einleitete, tragen die Boxer auch bei dieser Disziplin Boxhandschuhe.

Die Handschuhe und die darunter getragenen Innenhandschuhe bzw. Bandagen vermindern die Härte der Schläge, die gegen den Gegner abgegeben werden. Die Bandagen schützen zusätzlich die Fingerknöchelchen und Mittelhandknochen und absorbieren Schweiß. Die Handbandagen beim Thaiboxen haben also eine doppelte Funktionen: Schutz und Hygiene (und ein darüber getragener Boxhandschuh, der vor zu viel Eindringen von Schweiß geschützt wird, hält auch länger).

Wie auch beim Englischen Boxen und beim Savate wird das Gewicht der Thaibox-Handschuhe in Unzen angegeben, die mit „oz“ bzw. „Oz“ abgekürzt werden. Die Spanne geht dabei von 6 bis 16 oz.


Hinweis: Je schwerer der Handschuh ist, desto größer ist auch die Schlagfläche und desto weniger hart ist der Schlag.


Aus diesem Grund wird auch empfohlen, schwere Boxhandschuhe (14 oz) zu tragen, wenn man Sparring trainiert, also im Training gegen einen Teamkollegen/eine Teamkollegin boxt.

Beim Thaiboxen geht es insbesondere um Schnelligkeit und Beweglichkeit. Deshalb ist es auch wichtig, das Gewicht der Boxhandschuhe entsprechend des Körpergewichts anzupassen. Denn die falsche Größe bzw. das falsche Gewicht kann zu Handverletzungen im Wettkampf oder am Boxsack führen.

Hier eine Tabelle, welches Handschuhgewicht bei welchem Körpergewicht in der Regel passt:

  • 24-30 kg: 6 oz.
  • 30-45 kg: 8 oz.
  • 45-60 kg: 10 oz.
  • 60-75 kg: 12 oz.
  • 75-90 kg: 14 oz.
  • mehr als 90 kg: 16 oz.

Ein weiteres Kriterium zur Handschuhwahl: das Niveau der einzelnen Boxer/-innen.

Im Profibereich sind Boxhandschuhe in der Regel aus echtem Leder (da dieses Material extrem widerstandsfähig ist), während man im Amateurbereich auch auf Boxhandschuhe aus Kunststoff oder Kunstleder greift. Letztere sind natürlich günstiger als echtes Leder und ermöglichen einen einfachen Einstieg, ohne gleich teures Equipment zu ruinieren.

Welche Ausrüstung braucht man fürs Thaiboxen? Bei der modernen Form des Muay Thai kämpft man mit Boxhandschuhen. | Quelle: Pixabay

Oft kann man seine Boxausrüstung direkt im Boxclub oder beim Boxverein kaufen. Das hindert einen aber nicht daran, vorher einen kleinen Preisvergleich zu machen, wie es so auf dem Boxausrüstungsmarkt aussieht. Hier einige Preise von Boxhandschuhen aus Online-Shops:

  • Khun Pon: Boxhandschuhe zwischen 19,90 € und 219,98 € (Marken: Twins, Venum, Fairtex, Top King, King Pro Boxing, Raja, Thaismai, Booster, Boon, Ben Lee, Everlast, Paffen Sport uvm.)
  • Budoland: Boxhandschuhe zwischen 29,99 € und 109,99 € (Marken: Manus, Top Ten MMA, Top Ten)
  • Kampfsport-24.com: Boxhandschuhe zwischen 23,99 € und 79,99 € (Marken: ju-sports, Kwon, Venum, Danrho, Phantom MMA, Torque)
  • Emparor: Boxhandschuhe zwischen 24,90 € und 69,99 € (Marken: Okami, Leone, Booster, Ringhorns, Venum, Bad Boy, Throwdown, Revgear)
  • Decathlon: Boxhandschuhe zwischen 11,99 € und 59,99 € (Marken: Outshock, Adidas, Everlast),
  • Intersport: Boxhandschuhe zwischen 16,99 € und 56,99 € (Marken: Energetics, Ben Lee, Adidas)

Auf manchen dieser Webseiten gibt es einfach nur die Kategorie „Boxhandschuhe“, auf anderen (z.B. Khun Pon) ist es aufgeschlüsselt nach „klassisch“, „aus Thailand“, „Wettkampf-Boxhandschuhe“, „Boxhandschuhe für Frauen“ usw. Eine beliebte und qualitativ hochwertige Marke aus Thailand ist Fairtex. Allerdings ist sie auch eine eher teure Marke: Bei Khun Po kostet das günstigste Paar 99,90 € und das teuerste 109,90 € – und die laufen noch nicht mal unter „Wettkampf-Boxhandschuhe“…

Weiteres Must-Have-Zubehör fürs Thaiboxen

Diejenigen, die professionelle Kämpfe im Thaiboxen bestreiten, müssen in der Regel auch ihren Kopf, Kiefer und den restlichen Körper schützen, um Schläge einstecken zu können, ohne sich zu sehr zu verletzen.

Zahnschutz

Es gibt zwei Arten von Zahnschutz: einfache und doppelte. Damit ein Zahnschutz wirklich schützt, sollte er individuell an den Kiefer und die Zähne des Boxers/der Boxerin angepasst sein, sodass er genau passt und die Zähne bei einem Fußtritt oder Faustschlag (Jab, Aufwärtshaken/Upper Cut, Rechte Gerade, Linker Haken) ins Gesicht nicht aufeinandertreffen.

Deshalb sollte ein guter Zahnschutz individuell gefertigt werden. Dafür beißt man in eine weiche Masse, um so einen Zahnabdruck zu erstellen, auf dessen Grundlage dann der Zahnschutz gefertigt wird. Manche von euch kennen das vielleicht noch vom Kieferorthopäden …

Einfache, nicht individualisierte Zahnschutze findet man aber schon ab um die 5-6 € (z.B. auf kampfsport-24.com)

Kopfschutz

Im Training und auf Amateurebene ist außerdem ein Kopfschutz Pflicht, um den Kopf vor Verletzungen zu schützen (allerdings sind Prellungen bzw. Gehirnerschütterungen trotzdem möglich).

Ein guter Kopfschutz muss die richtige Größe, das richtige Material und die richtige Polsterung haben, um Schläge möglichst effektiv zu dämpfen.

Bei der Auswahl eines Kopfschutzes fürs Boxen gilt es mehrere Kriterien zu beachten:

  • Die Kinnpartie: nicht zu eng und nicht zu weit
  • Die Innenpolsterung
  • Die eventuelle Sichtbeeinträchtigung
  • Die Marke und der Preis: ca. 29 € bis 110 € (Marken z.B. Kwon, Boon, Quantum und Fairtex)
  • Der persönliche Geschmack: Form, Farbe, Stil

Im Thaiboxen sind auch Knie- und Ellenbogenhiebe erlaubt! Für maximalen Schutz tragen manche Kämperinnen und Kämpfer auch Equipment, um Schläge und Tritte auf den Oberkörper abzufedern: Ellenbogenschützer und Brustschutz.

Ellenbogenschützer und Körper- bzw. Brustschutz

Im Thaiboxen werden Ellbogenschützer empfohlen. Sie bestehen aus einem Elastikband und einer Polsterung, um zu verhindern, dass die Ellbogen der Kontrahenten ungepolstert aufeinanderprallen. Je nach Qualität und Marke kosten Ellbogenschützer zwischen 12 € und 25 €.

 

 

Welche Schläge sind beim Muay Thai erlaubt? Beim Muay Thai sind auch Tritte mit den Beinen und Schläge mit den Ellbogen erlaubt. | Quelle: Pixabay

Ein Körperschutz hilft, den Oberkörper zu schützen. Für Frauen ist dieser zum Schutz der Brüste natürlich besonders wichtig, aber auch Männer können so zu harte Schläge auf den Bauch und die Brust abfedern.

Ein Körperschutz beim Boxen besteht in der Regel aus Kunstleder, PVC oder Polyester und vermindert so die direkten Schläge auf den Oberkörper. Preislich bewegen wir uns hier im Bereich 35 € bis hoch zu 130 €. Für Frauen gibt es auch extra Schutz für die Brust, der von etwas stärker gepolsterten Sport-BHs zu Plastikschalen reicht und bei um die 30 € liegt.

Thaiboxen: So schützt Du den unteren Teil Deines Körpers

Damit auch der untere Teil des Körpers, also Hüfte abwärts, geschützt ist, braucht es noch einige Schutzgegenstände. Besonders die Männer wollen jetzt wahrscheinlich aufmerksam weiterlesen.

Boxershorts beim Thaiboxen

Beim Thaiboxen trägt man spezielle Sportshorts: Die kurzen Hosen beim Muay Thai sind ein leichtes Kleidungsstück aus Satin – in der Regel rotes Satin, schwarzes Satin, weißes Satin oder gelbes Satin. Sie sind weit geschnitten, damit man genügend Bewegungsfreiheit hat und z.B. auch leicht springen kann.

Im Online-Shop Khun Po findet man günstigere Modelle von Ben Lee und Everlast so um die 27 €, Marken wie Fairtex und Boon gehen dann eher so auf die 50 € zu.

Auch bei den Shorts geht es natürlich um Geschmack. Man möchte sich und seine Kampf-Personality ausdrücken. Deshalb gibt es extrem viele Farben und Muster, aus denen man auswählen kann.

Suspensorium

Warum sollte man beim Thaiboxen einen Tiefschutz tragen? Ich als Frau kann es mir nur denken, die Herren unter euch haben es sicher schon einmal gespürt: Der männliche Genitalbereich ist extrem empfindlich und muss entsprechend geschützt werden. Dieses Zubehör ist Pflicht im Training und wird auch bei Wettkämpfen empfohlen.

Einfache Modelle gibt es ab ca. 11 €, wenn man möchte, kann man seine edelsten Teile aber auch für 70 € schützen (Ben Lee, Adidas, Paffen Sport, ju-sports uvm.)

Knie- und Schienbeinschützer

Auch die Knie und Schienbeine wollen beim Kampfsport geschützt sein, besonders beim Muay Thai, auch wenn einem das nicht als erstes in den Sinn kommt. Schläge/Tritte auf die Knie (oder selbst mit den Knien zu kämpfen) kann zu schweren Knochen- und Knorpelverletzungen führen und sollte deshalb gemindert werden.

Mithilfe von Knieschützern schützt man nicht nur die eigenen Knie, sondern auch den Gegner, der ja das Knie an den verschiedensten Körperstellen abbekommt. Insbesondere im Training sind Knieschützer deshalb unerlässlich. Knieschoner von den Marken Paffen Sport, Ben Lee und Venum kosten zwischen 12 € und 35 €.

Warum muss man die Schienbeine schützen beim Thaiboxen? Die Beine sind beim Thaiboxen extrem exponiert, aber nicht alle Boxer schützen sie. | Quelle: Pixabay

Und auch die Schienbeine gilt es vor Tritten zu schützen.

Übrigens: Dies ist von oben nach unten den Körper entlang unsere letzte Station, denn beim Thaiboxen kämpft man barfuß und die Boxschuhe fallen somit weg.

Auch Schienbeinschützer werden im Training wärmstens empfohlen und sind auch in vielen Wettkampfregeln Pflicht. Doch man sollte Schienbeinschützer nicht tragen, wenn man im Training nur gegen Pratzen, ein Schlagpolster oder einen Boxsack schlägt. Warum? Einfach, um sich daran zu gewöhnen, wie sich der Körper beim Schlagen anfühlt und um die Beine zu stärken.

Das Material und der Schutzfaktor können stark variieren: von einfachen Stoffbandagen bis hin zu Hartplastikschalen. Entsprechend schwankt auch der Preis zwischen 16 € und 60 €.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Preise basieren auf meiner eigenen Recherche online und sind ohne Gewähr. Es kann natürlich immer sein, dass es Ausreißer nach oben oder unten gibt, und je nachdem, welche Marken Du bevorzugst, kann der Gesamtpreis für eine Thaiboxausrüstung natürlich extrem variieren.

Doch insgesamt musst Du für eine gesamte Ausrüstung und guten Schutz schon eine gewisse Summe in die Hand nehmen (für hochwertiges Material und einen Rundumschutz so um die 400-500 €). Allerdings hält dieses Material in der Regel auch mehrere Jahre. Ansonsten kannst Du Dir natürlich auch gewisse Dinge gebraucht holen oder ausleihen, um erst einmal ein bisschen zu sparen.

Jetzt bist Du also top ausgerüstet und kannst loslegen mit diesem faszinierenden Sport, dem Muay Thai! Los geht’s!

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