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Was steckt hinter der typisch deutschen Küche und welche regionalen Spezialitäten hat sie zu bieten?

Von Anna, veröffentlicht am 11/01/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Deutsche Küche: Entwicklung und regionale Besonderheiten

Deutschland ist ein Schlemmerland!

Wusstet Ihr das es in Deutschland die meisten Sterneküchen nach Frankreich und Japan gibt? Um genau zu sein 282 Sterne Restaurants.

Darunter  auch Restaurants mit deutscher Küche, die regionale Spezialitäten mit einfließen lassen und typisch deutsche Rezepte neu interpretieren.

Die regionale Küche wird wieder entdeckt mit einer Rückbesinnung auf traditionelle Gerichte. So erleben Kohl, Rübe oder Rote Beete ein regelrechtes Revival.

Doch was macht die deutsche Küche eigentlich aus und worin unterscheidet sie sich von Region zu Region?

Dass der Deutsche gern isst und das gern in Kombination mit viel Fleisch ist ein weltweit bekanntes Klischee.

Fragt man im Ausland nach deutschem Essen, fallen sofort die Begriffe Sauerkraut, Bratwurst und Schnitzel gern in Kombination mit Bier. Anderen fallen noch Marzipan und Schwarzwälder Kirschtorte ein.

Doch um dem Begriff deutsche Küche tatsächlich gerecht zu werden, muss man auf die alte deutsche Küche, regionale Besonderheiten und heutige Trends und Einflüsse eingehen.

Denn eins ist klar: die deutsche Küche ist so vielfältig, wie Deutschland selbst!

Die ursprüngliche „alte“ deutsche Küche

Deutsches Essen bedeutet: Frühstück, Mittag und Abendbrot und am Wochenende gern auch Kaffee und Kuchen.

In der deutschen Küche ist Brot ein wichtiges Grundnahrungsmittel mit besonderen Stellenwert verglichen zu anderen Kulturen, wo Brot nur als kleine Beilage dient.

In der deutschen Küche hat das Brot sogar eine eigene Mahlzeit: das Abendbrot!

Zum Frühstück gibt es traditionell Brot oder Brötchen und Aufschnitt oder Marmelade und ab und so gern ein Frühstücksei, zum Mittag eine warme deftige Mahlzeit und Abends das traditionelle Abendbrot.

Bis heute haben sich diese Essgewohnheiten weitgehend erhalten, obwohl mittlerweile durch den Arbeitsalltag die deftige Mahlzeit gern auf den Abend verschoben wird.

Brot- und Brötchenvariationen, sowie Käse- und Wurstspezialitäten bietet die deutsche Küche für das Abendbrot zu genüge. Das Abendbrot ist fester Bestandteil der deutschen Küche. | Quelle: Pixabay

Die ursprüngliche deutsche Küche ist deftig, oder?

Ja und nein!

Klar ist: da Deutschland mit harten Wintern zu kämpfen hatte, musste früher auf eine höhere Energiezufuhr geachtet werden. Es gab also oft deftiges Essen. Also ja!

Dies ist allerdings keine deutsche Eigenheit. Auch die polnische, slowenische, tschechische, österreichische sowie dänische Küche sind ähnlich deftig.

Doch Sauerbraten, Roulade, Eisbein, Haxe & Co. wurden früher nur einmal in der Woche serviert und zwar meist am Sonntag.

In der restlichen Woche wurden viele einfache Rezepte und gar fleischlose Gerichte gekocht, vor allem Kartoffelspeisen, Teigwaren, Eintöpfe, Kohl – und Rübengerichte und oft auch Einfaches-Leute-Essen.

Außerdem gab es sehr arme Regionen, wie beispielsweise das Erzgebirge in Sachsen, wo das „Arme-Leute-Essen“ überwog.

Die deutsche Küche geht also weit über die im Ausland bekannten Gerichte hinaus.

Die typisch deutschen Rezepte sind deftig, aber nicht ausschließlich!

Futtern wie bei Muttern. Mit alten Kochbüchern alte deutsche Küche wieder entdecken. Kochen nach Uromas Rezepten. Die alte deutsche Küche lebt wieder auf und einfache Rezepte von früher sind gefragt. | Quelle: Visualhunt

Traditionelle deutsche Gerichte, die (im Ausland) weniger bekannt sind, sind zum Beispiel:

  • Kartoffelpuffer mit Apfelmus
  • Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl
  • Linseneintopf
  • Steckrübensuppe
  • Graupensuppe
  • Maultaschen
  • Eier in Senfsoße
  • Brotsuppe
  • Arme Ritter
  • Dampfnudeln
  • Kartoffelsalat
  • Erbsensuppe
  • Buchweizenpfannkuchen / Eierkuchen
  • Leber mit Kartoffelbrei
  • Kartoffeln mit Spinat und Ei
  • Bratapfel
  • Forelle Müllerinnen Art
  • Brathering oder einmarinierter Hering mit Kartoffeln
  • Flädlesuppe
  • Brennnesselsuppe
  • süße Suppen wie Kirschsuppe mit Grieß oder Holunderbeersuppe
  • Kaltschale

Das Hauptnahrungsmittel der alten deutschen Küche ist die Kartoffel.

Deutschlandweit wurden die meisten Gerichte mit oder aus der stärkehaltigen Knollen zubereitet, entweder als Beilage oder Hauptzutat und in allen möglichen Varianten: gekocht, gerieben oder gebraten, für salzige und süße Speisen.

Neben allen Kohlarten sind Möhren, Rote Beete, Steckrüben, Schwarzwurzel, Spargel, Grünkohl, Zwiebel, Kürbis, Erbsen, Bohnen, Wirsing, Lauch, Kohlrabi und Champignons traditionelle Gemüsesorten und finden sich in Rezepten der alten deutschen Küche immer wieder, gern auch in Form von Eintopf oder als Beilage.

Regionale Anbauprodukte werden auf Märkten und Bauernhöfen verkauft und werden wieder entdeckt. Typisch deutsches Gemüse kommt auch wieder in der neuen deutschen Küche in die Kochtöpfe. | Quelle: Pixabay

Da das deutsche Land ideale Bedingungen für Obst, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Holunder, Heidelbeeren, Rhabarber und Quitten bietet, bestehen viele alte deutsche Kochrezepte für Süßspeisen und Kuchen aus diesen Obstsorten.

Für traditionelle Fleischgerichte wurde gern Schweinefleisch verarbeitet, aber auch Hase und Innereien wie Leber. In höhergelegenen Regionen mit großen Waldgebieten natürlich Wildfleisch wie Wildschwein oder Rotwild.

Als typisch deutscher Fisch gilt Hering, Karpfen und Forelle und an der deutschen See auch Makrele, Scholle und Meeresfrüchte wie Krabben.

Jede Region hat ihre ganz eigenen Gerichte, geprägt von regionaler Landwirtschaft, Geschichte und Einflüssen der Nachbarländer.

So ist die Küche in Bayern stark von der österreichischen Küche geprägt und die ostdeutsche Küche weist Einflüsse der osteuropäischen Küche auf. Die südwestdeutschen Gerichte haben hingegen eine französische Note.

Die neue deutsche Küche von heute

Unsere Essgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und internationale Gerichte aus der ganzen Welt sind natürlich auch in Deutschland angekommen.

Mit dem Wohlstand unserer Nation, der Globalisierung und den gut gefüllten Supermarktregalen können wir heute unsere Gelüste tagtäglich befriedigen. Täglich Wurst, Fleisch, Fisch oder exotisches Obst und Gemüse: gar kein Problem mehr.

Die deutsche Küche ist internationaler geworden und deutsche Rezepte werden in sogenannten Fusion-Restaurants gern abgewandelt.

Das übermäßige Fleischangebot und die Nachfrage danach haben dazu geführt, dass gern und viel mit Fleisch gekocht wird und die deftige Küche mehr als einmal in der Woche Normalität geworden ist.

Während viele einfache Rezepte (Arme-Leute-Essen) mit regionalem Gemüse, Knollen und Obst lange Zeit ein Schattendasein pflegten, hat es die deftige Hausmannskost mit Fleisch von damals ohne Probleme in die neue deutsche Küche geschafft.

Die deutsche Küche ist durch internationale Gerichte erweitert wurden. Minestrone, Spaghetti Carbonara, Croissants, Pizza, Wraps und Burger: Deutschland isst heute auch gern internationale Gerichte. | Quelle: Pixabay

Auf den Speisekarten traditioneller Restaurants mit deutscher Küche findet man fast ausschließlich gutbürgerliche Fleisch – oder Fischgerichte. Auch auf deutschen Festlichkeiten, ob Weihnachtsmarkt oder Oktoberfest werden sie gern serviert: die Bratwurst, die Schweinshaxen, die Weißwurst und das Brathähnchen.

Bezogen auf das Speiseangebot in der deutschen Gastronomie exportieren wir richtigerweise das Bild der traditionellen, fleischlastigen und kalorienreichen deutschen Küche.

Schaut man allerdings in die heimischen Kochtöpfe, wird oft ganz anders gekocht, als in typischen deutschen Restaurants.

Natürlich hat auch hier die internationale Küche Einzug gehalten und Rezepte aus aller Welt werden nach Lust und Laune ausprobiert, da heutzutage alle Lebensmittel erhältlich sind.

Aber im Trend liegt neuerdings eine Reorientierung auf traditionelle fleischlose Gerichte, da sich viele Menschen bewusst werden, dass der übermäßige Fleischkonsum zulasten der Umwelt, der Tiere und unserer Gesundheit gehen.

Auch eine Rückbesinnung auf regionale Anbauprodukte ist zu bemerken, immerhin ist Regionalität das zweitwichtigste Einkaufskriterium der Deutschen für Lebensmittel.

Das führt dazu, dass auch einfache Rezepte der alten deutschen Küche wieder aufleben.

Viele Deutsche haben nie richtig kochen gelernt oder die Lust verloren. Tiefkühlpizza, Fertiggerichte und Essenbestellungen sind ein aktueller Trend. Aktueller Trend: fast die Hälfte der Deutschen kocht nicht mehr gern. Schnell muss es gehen! Tiefkühlpizza und Fertigprodukte liegen leider im Trend. | Quelle: Pixabay

Auf der anderen Seite zeigt der deutsche Ernährungsreport von 2017, dass immer mehr Deutsche die Lust am Kochen verlieren.

Eine traurige Bilanz: 41 Prozent der Deutschen greifen mittlerweile hauptsächlich auf Fertiggerichte und Tiefkühlpizza.

Trotz vieler vegetarischer und veganer Speisen bleibt Fleisch und Wurst das Lieblingsessen der Deutschen, gefolgt von Nudeln und Gemüsegerichten.

Die Kartoffel, einst das deutsche Hauptnahrungsmittel schafft es heutzutage nur noch auf Platz sechs hinter Fischgerichten und Suppen.

Regionale deutsche Küche in Norddeutschland

In den nördlichen Bundesländern Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und in weiten Teilen Niedersachsens stehen Fisch und Meeresfrüchte häufig auf dem Speiseplan und das ist auch noch heute so.

In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern werden deutschlandweit die meisten Fische verzehrt.

Kein Wunder also, dass es besonders viele typische norddeutsche Rezepte mit Fisch und Meeresfrüchten gibt:

  • Schollenfilet
  • Pannfisch
  • Krabbensuppe
  • Krabbenrührei
  • Heringsvariationen (Matjes, Bismark Hering)
  • Labskaus
  • Aalsuppe
  • Räucheraal

Ein typisch deutsches Seerezept: Pannfisch mit Bratkartoffeln. Ganz typisch für die Hamburger Küche, Bremer Küche und die Küche in Schleswig-Holstein: Pannfisch mit Speckbratkartoffeln. | Quelle: Visualhunt

Klassische Speisen des Nordens bestehen aber nicht nur aus Fisch:

  • Grünkohl mit Pinkel, Birnen, Bohnen und Speck
  • Kohlroulade mit Wirsing
  • Schwarze Holunderbeersuppe (Fliederbeersuppe)
  • Rote Grütze 

Während Bremen für Schellfisch und Hochzeitssuppe bekannt ist, sind Ochsenschwanzsuppe, Finkenwerder Scholle, Steckrübensuppe (auch Hamburger National genannt) und Süßes wie Franzbrötchen und Mehlbeutel beispielhaft für die deutsche Küche Hamburgs.

Die Schleswig-Holsteiner Küche bietet regionale Spezialitäten, wie:

  • Nordseekrabben
  • Holsteiner Rübenmus
  • Holsteiner Kantenschinken
  • eine Gemüsesuppe namens Schnüüsch

Eine Besonderheit dieser regionalen deutschen Küche ist die häufige Kombination von Süßem und Salzigem.

In alten Gerichten der Schleswig-Holsteiner Küche (wie Birnen, Bohnen und Speck, Grünkohl mit Pinkel und karamellisierten Röstkartoffeln und Räucherfisch mit Fruchtsoßen oder Kompott) wird die typische „gebrochene Süße“ der Küche deutlich.

Grünkohl mit Pinkel: typisches Rezept aus der Deutschen Küche Hamburgs. Nach dem ersten Frost wird Grünkohl auf den norddeutschen Tellern serviert. | Quelle: Pixabay

In Mecklenburg-Vorpommern wird zwar heutzutage der meiste Fisch pro Kopf in ganz Deutschland verspeist, die traditionellen Gerichte bestehen aber zum Teil auch aus Kartoffeln und Fleisch.

Typisch deutsche Rezepte aus Mecklenburg-Vorpommern:

  • Gebratene Maischolle
  • Mecklenburger Rippenbraten
  • Tüffel un Plum (Kartoffelsuppe mit Pflaumen und Speck)
  • Buttermilchkartoffeln

Regionale deutsche Küche im Süden Deutschlands

Die bekanntesten deutschen Rezepte stammen aus den südlichen Regionen Deutschlands.

Zur Bekanntheit dieser Gerichte haben auch Festlichkeiten, wie Oktoberfest und Weihnachtsmärkte beigetragen.

Im Ausland ist deshalb oft die Weißwurst, Bratwurst, Schweinshaxe mit Sauerkraut und warmer Leberkäse beispielhaft für die deutsche Küche.

Aber selbst die bayerische Küche, die der böhmischen und österreichischen Küche ähnelt, hat mehr als das zu bieten.

Warmer Leberkäse ist eine regionaltypische Spezialität in Bayern. Warmer Leberkäse wird gern zur typisch bayerischen Brotzeit serviert.| Quelle: Pixabay

Typisch deutsche Rezepte aus Bayern sind ebenfalls Knödelgerichte und Mehlspeisen:

  • Leberknödelsuppe
  • Grießnockerlsuppe
  • Speckknödelsuppe
  • Bröselschmarrn (Kartoffelschmarrn)
  • Nockerln (eine Form von Gnocchi)
  • Germknödel mit Vanillesoße

In der alten bayerischen Küche wurde, wie deutschlandweit auch, das gesamte Tier verarbeitet. Innereien, Euter, Kutteln, Kalbskopf- und Kalbsfüße gehörten deshalb zur alten Küche dazu und werden als besondere „Delikatesse“ angepriesen.

Außerdem ist die Brotzeit eine für Bayern typische Mahlzeit und wird auch heute noch gern in Biergärten, Almhütten oder Gasthäusern angeboten. Die Brotzeit wurde in Bayern nicht nur abends nach getaner Arbeit eingenommen, sondern gern auch als Zwischenmahlzeit.

Die harte körperliche Arbeit der Bauern machte es notwendig mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als wir das heute gewohnt sind.

Die Vielfalt an bayerischen Käse- und Wurstorten machte die Brotzeit variationsreich.

Zur typischen Brotzeit gehören Fleisch, Wurst, Käse, Rettich (Radi), Radieschen (Radieserl), Zwiebeln und Brezn oder Brot.

Obatzter, Bayerischer Blauschimmelkäse oder Limburger, Kartoffelkäse, Bayerischer Wurstsalat und Leberkäse sind bekannte Zutaten für die typisch bayerische Brotzeit.

Da die fränkische Küche Ihre eignen regionalen Spezialitäten zu bieten hat, ist diese separat zur niederbayerischen Küche zu betrachten.

Nürnberger Bratwurst sind nicht nur in Franken bekannt, sondern weltweit. Bratwurststände sind typisch deutsch. Aus Nürnberg stammt die beliebte Nürnberger Rostbratwurst. | Quelle: Pixabay

Für die fränkische Region in Oberbayern bekannte Speisen sind:

  • Nürnberger Rostbratwurst
  • Nürnberger Lebkuchen
  • Früchtebrot
  • Fränkische Mehlklöße
  • Blaue Zipfel (eine in Essigsud gegarte Bratwurst)
  • Bauchstecherla (Schupfnudeln)

Das Bundesland Baden-Württemberg ist als Genießerland bekannt.

Von den 282 Sternerestaurants in Deutschland befinden sich allein 74 in Baden-Württemberg. Kochen und Genießen hat also einen besonderen Stellenwert in der schwäbischen und badischen Küche.

Neben bodenständigen deutschen Rezepten bietet die deutsche Küche Baden-Württembergs auch französische Finesse. Der Einfluss des französischen Nachbarn macht sich besonders in der badischen Küche bemerkbar.

Leckere Rezepte aus der schwäbischen Küche sind Teigwarengerichte mit Maultaschen, Buabaspitzla (Schupfnudeln), Flädle (Pfannkuchen), Kratzete (eine Art Pfannkuchen Schmarrn) und Spätzle.

Deutsche Hausmannskost Rezepte gibt es in der schwäbischen Küche viele. Hier: Käsespätzle. Deutsche Hausmannskost aus dem Schwabenland und deutschlandweit bekannt: Käsespätzle. | Quelle: Pixabay

Regionaltypische Gerichte aus dem Schwabenland sind:

  • Linsen mit Spätzle
  • Käsespätzle
  • Maultaschensuppe
  • Schupfnudeln mit Sauerkraut
  • Flädlesuppe
  • Gaisburger Marsch (Eintopf mit gewürfeltem Ochsenfleisch, gekochten Kartoffeln und Spätzle)

Und wie schmeckt es in Baden?

Die deutsche Küche Badens ist gekennzeichnet vom Weinanbau in der Region und von einer Kombination verschiedener Gerichte der benachbarten Küchen in Schwaben, im Elsass, in der Schweiz sowie der Französischen Küche.

Die bekanntesten Rezepte der Region Baden sind:

  • Badischer Flammenkuchen
  • Badische Schneckensuppe
  • Brägele mit Bibeliskäs (Bratkartoffeln mit selbst gemachten Kräuterquark),
  • Spargelgerichte,
  • Badisches Schäufele mit Kartoffelsalat,
  • Badische Zwiebelwaie (Zwiebelkuchen),
  • Badische Apfelküchle
  • Ofenschlupfer

Natürlich werden diese liebsten mit einem guten Wein der Region serviert.

Flammkuchen mit einem frischen Riesling - eine typisch deutsches Rezept aus Baden. Flammkuchen ist nicht nur typisch elsässisch, sondern auch in der badischen Küche sehr beliebt. | Quelle: Visualhunt

Regionale deutsche Küche in Westdeutschland

In Westdeutschland kommt besonders die rheinische, pfälzische, hessische und saarländische Küche zum Tragen.

Jede Heimatküche hat ihre Spezialitäten und wird von Ihrer Nachbarregion geprägt.

Aus der rheinischen Küche sind unter anderem bekannt:

  • Himmel un Ääd 
  • Muscheln rheinische Art
  • Rheinischer Sauerbraten
  • Halve Hahn (ein Roggenbrötchen mit Käse und Gewürzen)

Die saarländische Küche ist vorwiegend von Kartoffelgerichten geprägt:

  • Kartoffelpuffern (Grommbierkischeljer)
  • Kartoffelklößen (Schneebällchen, Gefillde oder Hoorische)
  • Art Topfenkuchen mit Kartoffeln (Dibbelabbes)

Beispielhaft ist für das Saarland auch der Schwenker, Grillfleisch, welches auf einem Schwenkgrill gegrillt wird. Der „original saarländischer Lyoner“ ist europaweit als Regionalprodukt geschützt.

Die Lyonerwurst (Brühwurst aus Schwein und Rind ursprünglich aus Lyon stammend) essen die Saarländer am liebsten mit einem Weck, also einem Brötchen, als Schwenker oder in der Lyonerpfanne zubereitet.

Kartoffelpuffer, Reibekuchen, Klitscher, Grumbeerekiechle ... die verschiedensten Bezeichnungen gibt es für das traditionelle Kartoffelgericht in ganz Deutschland. Nicht nur im Saarland ein Renner. Überall in der deutschen Küche haben Kartoffelpuffer unter den verschiedensten Bezeichnungen Tradition. | Quelle: Pixabay

Die alte deutsche Küche der Pfalz ist sehr deftig und gern auch ein bisschen schärfer als andernorts.

Aus der Pfälzer Küche ist vielen die „Pfälzer Dreifaltigkeit“:  ein Leberknödel, eine Bratwurst, eine Saumagenscheibe auf Sauerkraut mit Bratensoße bekannt.

Der Saumagen wurde mit Bundeskanzler Helmut Kohl als typische regionale Spezialität der Pfalz bekannt.

Er lebte in der Pfalz und lud gern die prominentesten Politiker zu einem deftigen Pfälzer Saumagen-Gericht ein. Dabei klingt der Name Saumagen eher wenig verlockend, doch wer ihn einmal probiert hat, weiß, was Herr Kohl daran fand.

Andere regionaltypische Rezepte der Pfälzer Stube sind:

  • Kartoffelsuppe mit Zwetschgenkuchen (Grumbeersupp un Quetschekuche)
  • Fleischklöße mit Meerrettichsoße
  • Leberknödel
  • Dampfnudel mit salziger Kruste

In Hessen gibt es nicht nur typische deutsche Küche aus Frankfurt, wie Frankfurter Würstchen, Frankfurter Grüne Soße und Frankfurter Kranz, sondern auch Handkäse mit Musik (Sauermilchkäse mit einer Zwiebelmarinade) und Weckewerk (Wurstspezialität).

Leberknödel werden gern in der Pfalz und in Bayern gegessen. Alte deutsche Küche aus der Pfalz: Leberknödelsuppe. | Quelle: Pixabay

Regionale deutsche Küche in Ostdeutschland

Die ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg (Mecklenburg zählt zwar historisch gesehen ebenfalls unter die ostdeutschen Neuen Bundesländer, aber zählen wir dieses Bundesland geografisch zum Norden Deutschlands) haben keine einheitliche ostdeutsche Küche.

Sie unterscheidet sich stark von Region zu Region. Selbst innerhalb Sachsens sind die Essgewohnheiten zwischen Leipzig, Dresden und dem Erzgebirge sehr unterschiedlich.

DDR-Küche

Vielmehr kann man von einer gemeinsamen Prägung durch die DDR-Wirtschaft sprechen, in der viele Lebensmittel Mangelware waren und deshalb ganz bestimmte DDR-Gerichte in ganz Ostdeutschland verbreitet waren.

So kennt jedes Kind, welches in der DDR aufgewachsen ist „Tote Oma“ (eine Grützwurst), Jägerschnitzel, Soljanka, Ragout Fin, Sülze, Arme Ritter, Puddingsuppe mit Zwieback und Kalten Hund.

Außerhalb der typischen DDR Rezepte steht jede Region natürlich mit Stolz für seine eigenen deutschen Rezepte.

Thüringer Küche

Für Thüringen sind das natürlich die Thüringer Bratwurst und die Thüringer Klöße.

In dem einst sehr bewaldetem Thüringen dominierten außerdem Wildgerichte, wie Wildgulasch oder Rehbraten. Auch Roulade mit Apfelrotkohl und Klößen war ein typisches Festtagsessen in Thüringen.

Den französischen Crêpes gibt es auch in der deutschen Küche als Eierkuchen oder Pfannkuchen. Neben vielen anderen Ländern auf der Erde sind Pfannkuchen (im Osten auch Eierkuchen gennant) ein beliebte deutsche Haupt- oder Nachspeise. | Quelle: Pixabay

Sächsische Küche

In Sachsen gibt es neben dem Erzgebirge und dem Vogtland die großen Städte Leipzig und Dresden.

Die traditionelle erzgebirgische und vogtländische Küche stehen für einfache und deftige Gerichte, welche hauptsächlich aus Kartoffeln bestehen.

Zu den typischen deutschen Speisen aus diesen Regionen gehören:

  • Quarkkeulchen
  • Kartoffelpuffer (Klitscher, Latschen)
  • Buttermilchgetzen (aus geriebenen rohen Kartoffeln und Buttermilch)
  • Reibekuchen (Rauchemaad)
  • Eierkuchen (Plinsen)
  • Hefeklöße
  • Buttermilch-Kartoffelpuffer
  • Waldpilz-Gerichte
  • das traditionelle Neunerlei zu Weihnachten bestehend aus 9 Speisen, unter anderem Bratwurst, Blutwurst, Sauerkraut und Klößen

In Leipzig wurde aufgrund des bürgerlichen Reichtums der damaligen Messestadt extravaganter gekocht, als im Umland. Überregional bekannt ist allerdings nur das „Leipziger Allerlei„.

In Leipzig wurde deutschlandweit das erste Kaffeehaus eröffnet. Zum Kaffee und Kuchen wurden traditionell Gebäck, wie Leipziger Lerche, Pulsnitzer Pfefferkuchen und Eierschecke gereicht.

Dresden steht vor allem für seinen Dresdner Stollen, die Dresdner Eierschecke und das Dresdner Bierfleisch.

Brandenburgische Küche

Die brandenburgische Küche ist geprägt von der Berliner Küche, Rezepten aus der Uckermark und der Lausitz. Auch Einflüsse der polnischen Küche fließen mit ein.

Für ganz Brandenburg sprechen Fisch- und Kartoffelgerichte. Durch die vielen Binnenseen ist Brandenburg reich an Fischsorten, wie Hecht, Zander und Aal.

Für Brandenburg typisch ist außerdem die zum Fisch gereichte Spreewaldsauce.

Eine weitere Spezialität des Spreewaldes ist neben der Spreewaldgurke das kaltgepresste Leinöl, welches das typische brandenburgische Rezept Kartoffeln mit Quark verfeinert.

Darf als Rezept in der deutschen Küche Berlins nicht fehlen: Kassler mit Sauerkraut. Urtypisch für die deutsche Küche Berlins: Kassler mit Sauerkraut. | Quelle: Pixabay

Unter typischen Rezepten aus der deutschen Küche Berlins finden sich:

  • Kassler mit Sauerkraut,
  • Leber Berliner Art mit Äpfeln,
  • Zwiebeln und Kartoffelstampf,
  • Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree, 
  • Buletten mit Kartoffelsalat
  • Süßspeisen wie Berliner Luft und Berliner Pfannkuchen.

Früher wurde auch viel Fisch aus der Havel gefischt und zu Gerichten wie Aal grün, Havel-Zander und Hecht mit Butterkartoffeln verarbeitet.

Aus der Uckermark stammen klassische deutsche Rezepte wie:

  • Kloppschinken mit Buttermilchkartoffeln
  • Kaninchenfrikassee mit Backpflaumen und Rosinen
  • Zanderfilet mit Holundermussoße

Sachsen-Anhaltische Küche

In Sachsen-Anhalt findet Ihr typische Gerichte wie:

  • Eisbein mit Erbsenpüree und Sauerkraut
  • Pottsuse (Brotaufstrich aus Schweinefleisch, Schmalz und Gewürzen)
  • Altmärkische Hochzeitssuppe
  • Baumkuchen

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