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Diese Romanischen Sprachen stammen aus dem Lateinischen

Von Lea, veröffentlicht am 28/04/2019 Blog > Sprachen > Latein > Welche sind die sprecherreichsten romanischen Sprachen?

Von der Antike bis zum Mittelalter sind in Europa viele verschiedene Sprachen und Dialekte entstanden, die sich aus Migrationswellen, Kontakten, Konfrontationen und Kolonialisierung verschiedener Völker entwickelt haben.

Europa ist das Ergebnis einer jahrtausendlangen Evolution, während der zahlreiche Völker mit zum Teil entfernten Ursprüngen miteinander gelebt haben. So sind die verschiedenen Gesellschaften und Königreiche entstanden, die zur Entwicklung unserer heutigen Sprachen geführt haben.

Latein war ursprünglich ein Dialekt der Einwohner aus Latium in Zentralitalien. Mit der Zeit breitete sich Lateinisch jedoch über ganz Europa aus und wurde die offizielle Landessprache im Römischen Reich. Tatsächlich entwickelten sich zwei Arten von Latein: das klassische Latein (die römische Verwaltungssprache) und das vulgäre Latein, das von den kolonialisierten Völkern gesprochen wurde.

Beim Untergang des Römischen Reiches widerstand die lateinische Sprache, indem sie sich Stück für Stück in verschiedene neue Sprache umwandelte. So entstanden aus dem vulgären Latein die heutigen romanischen Sprachen. Hiermit sind alle Sprachen gemeint, deren Ursprung im Lateinischen liegt, darunter Spanisch, Französisch und Italienisch.

Der Einfluss von Latein ist so weitreichend, dass man die romanischen Sprachen noch einmal in verschiedene Kategorien einteilen kann: die westlichen romanischen Sprachen und die östlichen romanischen Sprachen. Wenn Latein doch einen so großen Einfluss auf eine Reihe von romansichen Tochtersprachen hatte, die noch heute von Milliarden von Menschen gesprochen werden, kann man Latein dann wirklich als tote Sprache bezeichnen?

Wir stellen Euch jetzt die wichtigsten romanischen Sprachen vor, die aus Latein entstanden sind.

Latein, die Wiege der italischen Sprachen

Die lateinische Sprache entstand in Latium, einer Region im Zentrum von Italien um das heutige Rom. Die römische Zivilisation florierte dank ihrer Fähigkeit, die Techniken und Kenntnisse der anderen nicht-lateinischen Provinzen der italienischen Halbinsel, insbesondere der Etrusker, aufzunehmen und nachzuahmen.

Als die Römer Latein als universelle Sprache des Römischen Reiches einführten, gab es noch weitaus mehr italische Sprachen: Oskisch, Umbrisch, Marrukinisch, Marsisch, Pälignisch, Süd-Pikenisch, Sabinisch, Vestinisch, Volskisch u.v.m. Die Vormachtstellung des Römischen Reiches sorgte für eine Latinisierung der gesamten italienischen Halbinsel, da diese Dialekte immer weniger benutzt wurden.

Die italienische Sprache gehört zu den italo-dalmatinischen Sprachen und beinhaltet die verschiedenen italienischen Dialekte wie Römisch, Umbrisch, Toskanisch oder Sizilianisch. Alle italischen Sprachen haben griechische und besonders lateinische Wurzeln. Sie gehören also zu den romanischen Sprachen, die noch heute gesprochen werden. Italien wurde erst sehr spät vereint (1861), daher existieren noch heute verschiedene Sprachen und Dialekte.

Es wäre also gar nicht so dumm, gleich mehrere italische Sprachen zu lernen. Im Norden ähneln die Dialekte ein bisschen Französisch und Spanisch, im Süden sind die romanischen Sprachen sogar dem Rumänischen ähnlicher. Dieser Unterschied ist das Ergebnis einer fiktiven Linie, die die sprachlichen Einflüsse zwischen den westlichen und den östlichen romanischen Sprachen teilt: die La Spezia Rimini Linie.

Diese Linie entspricht dem maximalen Fortschritt der Gallier in Norditalien zwischen dem 5. Und 3. Jahrhundert vor Christus. Sie unterscheidet so alles nördlich von der Toskana und den Rest von Italien vor der römischen Eroberung der Poebene. Noch heute ist die Kultur im Norden Italiens sehr anders als die im Süden.

Italische Sprachen haben ihren Ursprung in Latein. Im heutigen Italien herrschten die Römer zuerst – kein Wunder, dass Italienisch aus dem Lateinischen stammt. | Quelle: Pixabay

Die nördlichen italischen Sprachen gehören zu den nördlichen bzw. westlichen romanischen Sprachen, während die südlichen italischen Sprachen zu den östlichen romanischen Sprachen gehören. Im Norden und Westen der Grenze sind einige Konsonanten aus lateinischen Wörtern verschwunden, während sie in den südlichen Sprachen noch weiter bestehen.

Das lateinische Wort focum (dt.: Feuer) heißt auf Italienisch fuoco, auf Rumänisch foc, auf Spanisch fuego und auf Französisch feu. Man sieht, dass die östlichen romanischen Sprachen dem lateinischen Wort näher sind.

Ein weiterer Unterschied: Die Pluralform von Nomen. In Norditalien kommt der Plural aus dem Akkusativ Plural im Lateinischen und endet häufig mit s, ähnlich wie auf Spanisch, Französisch oder Portugiesisch. In Süditalien enden Pluralwörter meist mit einem Vokal und die Wörter klingen ganz anders.

Die größten westlichen romanischen Sprachen

Die romanischen Sprachen in Westeuropa sind Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

Französisch

Gallien wurde unter der Herrschaft von Julius Cäsar erobert (100 bis 44 v. Chr.). So ist Französisch aus Latein entstanden, indem Wörter aus dem Gallischen, dem Fränkischen und anderen Germanischen Sprachen mit Latein vermischt wurden.

Auch wenn die französische Sprache seit dem 16. Jahrhundert offiziell vereint ist, gibt es noch heute drei Arten von romanischen Sprachen in Frankreich: die Langues d’oïl im Norden, die okzitanischen Sprachen Langues d’oc im Süden und die arpitanischen, frankoprovenzalischen Sprachen in der Region um die Rhône und die Alpen.

Viele französische Wörter haben einen lateinischen Ursprung, der noch aus dem antiken Rom stammt (7. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.). Darüber hinaus werden viele Präpositionen mit dem Akkusativ in Französisch genau wie in Latein aufgebaut:

  • Ante: devant, avant, plus que,
  • Circum: autour de, successivement, auprès de, etc.,
  • Contra: en face de, à l’encontre de, contre,
  • Extra: en dehors de, excepté,
  • Inter: entre, parmi, pendant,
  • Post: derrière, après,
  • Ultra: au-delà de.

Zu den Langues d’oïl gehören verschiedene Dialekte, die auszusterben drohen: Champenois, Pikardisch, Wallonisch, Normannisch, Gallo, Lothringisch (Lorrain). Die Langues d’oc beinhalten Sprachen, die aus dem Lateinischen stammen und im Großteil von Südfrankreich, in Okzitanien, gesprochen werden (Gaskonisch, Provenzalisch, Languedokisch). Okzitanisch ist die am häufigsten gesprochene regionale Sprache in Frankreich.

Die regionalen Sprachen im Elsass und in der Bretagne stammen übrigens nicht aus dem Lateinischen: die eine ist germanisch, die andere keltisch.

Die Römer eroberten Gallien doch irgendwann... Auch Französisch wurde stark von Latein beeinflusst. | Quelle: Pixabay

Spanisch und Portugiesisch

Die iberische Halbinsel wurde ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. von den Römern erobert. Das vulgäre Latein führte hier zur Geburt der ibero-romanischen Sprachen:

  • Kastilisch,
  • Katalanisch,
  • Andalusisch,
  • Extremadurisch,
  • Murcianisch,
  • Aragonisch,
  • Galizisch,
  • Portugiesisch.

Nach der Epoche des antiken Rom wurde Kastilisch (das heutige Spanisch) im Mittelalter stark von Arabisch beeinflusst – als Resultat der Kolonialisierung durch die Umayyaden und die Araber über 7 Jahrhunderte. Katalanisch, das in Katalonien um Barcelona gesprochen wird, ist eine Mischung aus Spanisch und dem okzitanischen Französisch.

In Portugal und Spanien lief die Latinisierung laut Historikern sehr schnell ab. Die Römer stationierten eine große Anzahl Soldaten und Funktionäre auf ihren neu eroberten Territorien. So beeinflusste Lateinisch automatisch und zügig die lokale Sprache und Bevölkerung. Mit der Zeit und über die Generationen hinweg vergaßen die Bürger so ihre Muttersprache.

Einige Dialekte konnten dem lateinischen Einfluss jedoch widerstehen: In Frankreich und Spanien wird im Baskenland noch Baskisch gesprochen, eine Sprache mit unerklärlichen Wurzeln, die nichts mit Latein zu tun haben. In der gallo-romanischen und ibero-romanischen Sprachgruppe finden wir auch andere Sprachen von mehr oder weniger Bedeutung und Einfluss, wie z.B. Korsisch oder Sardisch, die sich gegen Latein durchsetzen konnten.

Die östlichen romanischen Sprachen

Vier Sprachen in Osteuropa, die noch heute in Rumänien und Moldawien gesprochen werden, entstammen dem Lateinischen und gelten so als die östlichen romanischen Sprachen: Daco-Rumänisch, Istro-Rumänisch, Arumänisch und Megleno-Rumänisch.

Einige Linguisten interpretieren außerdem die latinischen Bestandteile der albanischen und griechischen Sprache als östliche romanische Sprachen.

Einfach gesagt sind es die romanischen Sprachen, die im Balkan zur Zeit des antiken Rom eingeführt wurden. Die hier geltende Grenze ist die fiktive Jireček Linie, die die Gebiete im Balkan unter lateinischem Einfluss bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. abzeichnet: Rumänien, Moldawien, Albanien, Serbien, Bosnien und Kroatien.

Kaiser Trajan (53-117) übergab Dacia zwischen 101 und 106 n. Chr. an das Römische Reich.

Die Römer beeinflussten auch den Osten. Rumänien ist eine lateinische Insel im slawischen Meer. | Quelle: Pixabay

Es gibt einige Theorien, laut derer die Präsenz der Römer in Rumänien dafür gesorgt hat, dass Rumänisch heute eine sprachliche romanische Insel in einem slawischen Meer ist. Auf welcher Seite der Donau – in Dacia, Mazedonien, Moldawien oder südlich der Donau – sich die rumänische Sprache wirklich gebildet hat, ist jedoch nicht bekannt.

In Rumänien wird das lateinische Alphabet benutzt. Auch die Grammatik und Phonetik der rumänischen Sprache haben viele Ähnlichkeiten mit dem Lateinischen. Außerdem stammen 71,66% der rumänischen Wörter aus dem Lateinischen, direkt oder indirekt.

Eines ist sicher: Latein ist die sprachliche Mutter der romanischen Sprachen, weshalb es sich auf jeden Fall lohnt, Lateinisch zu lernen, wenn man noch weitere lebendige europäische Sprachen lernen möchte. Wenn Ihr ein Latinum macht und lernt, einen lateinischen Text zu übersetzen, könnt Ihr leichter viele der europäischen Sprachen verstehen.

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