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Welche Ausrüstung brauchst Du für’s Thai-Boxen?

Von Bertine, veröffentlicht am 17/05/2019 Blog > Sport > Boxen > Must-Haves für thailändisches Boxen!

„Im Ring gibt es einen Schiedsrichter, der den Kampf beendet, wenn ein Kämpfer sich zu sehr verletzen könnte. Boxen hat nichts mit Krieg und seinen Maschinengewehren, seinen Panzerfäusten, seinen Granaten und seinen Bombern zu tun.“ Mohamed Ali (1942–2016)

Um an Kursen in Thai-Boxen, einer der umfassendsten Nahkampfsportarten, teilnehmen zu können, ist eine professionelle Boxausrüstung erforderlich, um Dich und Deinen Gegner zu schützen.

In Thailand bestreiten etwa 200.000 Menschen – Boxer, Trainer, Manager und Promoter – die oft noch sehr jung sind, ihren Lebensunterhalt mit Thai-Boxen.

Schätzungsweise 100.000 praktizieren den thailändischen Nationalsport.

Um in Deutschland Unterricht im Thai-Boxen zu nehmen, brauchst Du die richtige Ausrüstung.

Die traditionelle Ausrüstung für Thai-Boxen

Diese Sportart, die ihren Ursprung in den Kampftechniken und -praktiken der thailändischen Kampfkünste hat, setzt eine gute körperliche Verfassung voraus: Thaiboxen heisst, dass „jeder Schlag erlaubt ist“.

Thai-Boxen ist ein alter Kampfsport. | Quelle: Pixabay

Aus diesem Grund sind Boxhandschuhe und Bandagen, Mundschutz, Schienbeinschutz oder Knöchelschutz heute Voraussetzung. Das war aber nicht immer so.

Ursprünglich war das Thai-Boxen der Sport der thailändischen Könige: Es war der Monarch Naresuan der Grosse, der Ende des 16. Jahrhunderts das Thai-Boxen – oder Muay Thai – für seine Soldaten zur Pflicht machte.

Im Laufe der Zeit wurde die Kampfkunst der Könige sehr populär und immer mehr Menschen strömten in thailändische Boxlager, was zu einer Explosion der Anzahl an Verletzten führte.

Thaiboxen gehörte in den 1920er Jahren zur frühkindlichen Erziehung, wurde jedoch in den 1930er Jahren wegen zu vieler Verletzungen derer, die keine Ausrüstung hatten, verboten.

Ehemals trugen die Maus Boran-Kämpfer eine kurze, lockere Baumwollhose, die bis zum Knie reichte: den Gung Gaeng Kaa Guay und einen 1 oder 1,50 Meter langen Lendenschurz, der um die Taille gebunden wurde, den thailändischen Sarong oder Paa kao maa.

Diese traditionelle Kleidung wurde nicht nur zum Boxen getragen, sondern diente auch als Handtuch, Gürtel oder Kopfbedeckung.

Dieses Sportoutfit der Vorfahren war praktisch und ermöglichte den Kämpfern eine schnelle Beinarbeit sowie einen relativen Schutz der Genitalien – allerdings eher rudimentär…

Einen professionellen Schutz für die Genitalien, wie wir ihn heute kennen, gab es noch nicht!

Der Kämpfer war auch mit einem „Mongkon“ ausgestattet, einem kleinen Band, das um den Kopf getragen wurde und dem Boxer Ruhm und Schutz verleihen sollte.

Im Laufe der Zeit umwickelten die Boxer ihre Fäuste mit Handstreifen  – um die Schlagkraft zu erhöhen und Verletzungen durch das Boxen mit bloßen Händen zu vermeiden – dem Kaadchuek, einen manchmal über 20 Meter langen Verband!

Im zwanzigsten Jahrhundert entwickelt sich die Sportdisziplin weiter, bedient sich Elemente aus dem französischen Boxsport, kodifiziert und internationalisiert sich: Eine Schutzausrüstung wird obligatorisch, sowohl für Amateure als auch für Profiboxer.

Die Wahl von Thai-Boxhandschuhen

Thailändische Boxhandschuhe werden von Kämpfern verwendet, seit König Rama VI. in den 1920er Jahren den Übergang vom Thaiboxen als rein militärisches Training zu einer allgemeinen Sportdisziplin auf den Weg brachte.

Handschuhe mildern die Schläge auf den Gegner und schützen die Gelenke und Knochen, Unterhandschuhe oder Bandagen regulieren die Schweißbildung.

Boxhandschuhe schützen Dich und Deinen Gegner. | Quelle: Pixabay

Handschuhe und Unterhandschuhe erfüllen also zwei Hauptfunktionen: Sicherheit und Hygiene (ein Handschuh, der frei von Feuchtigkeit und Schweiß ist, hält länger).

Das Gewicht der Handschuhe wird in Unzen angegeben und liegt im Bereich von 6 bis 16 Unzen.

Je schwerer der Handschuh ist, desto größer ist die Schlagfläche und desto geringer ist der Aufprall des Schlags, da er sich verteilt.

Aus diesem Grund wird empfohlen, schwere Handschuhe (14 Unzen) zu tragen, wenn Du mit einem Partner trainierst.

Schnelligkeit und Flexibilität sind die Schlüsselqualitäten, die Du im Thai-Boxen erwerben musst. Es ist wichtig, dass Du Deine Handschuhe passend zu Deinem Gewicht auswählst, da ungeeignete Handschuhe Deine Hände im Boxring oder während des Boxsack-Trainings beschädigen können.

Hier ist die Richtlinie für die verschiedenen Größen der Handschuhe:

1 Unze = 28,3495 Gramm.

Das bedeutet:

24 bis 30 kg: 6 oz,
30 bis 45 kg: 8 oz
45 bis 60 kg: 10 oz
60 bis 75 kg: 12 oz
75 bis 90 kg: 14 oz
Mehr als 90 kg: 16 oz.

Ein Wahl-Kriterium: Das Niveau der Praxis.

Auf professioneller Ebene werden die Handschuhe immer aus Leder sein (weil sie sehr widerstandsfähig sind), während man sich als Anfänger auch für Handschuhe aus Kunststoff oder Kunstleder entscheiden kann: Das ist natürlich günstiger als Leder und reicht für den Anfang völlig aus.

Boxzubehör wird oft direkt im Boxverein verkauft. Dennoch verschaffen wir Dir hier einen Überblick über die verschiedenen Preise des „Marktes“ online:

  • amazon.de: Zwischen 20 und 120 Euro (Venum, Martial, Bentlee, Klon, Fairtex)
  • paffen-sport.com: 79,90 Euro (Essential)
  • boxhaus.de: 25 – 115 Euro (Venum, Twins, King, Booster)
  • decathlon.de: 12 – 60 Euro (Adidas, Everlast, Outshock)
  • khunpon.de: 80 – 100 Euro (Fairtex)

Die Referenz-Marke für Thaiboxhandschuhe ist Fairtex, ein langlebiges, aber relativ teures Produkt: Um die 100 € im Durchschnitt. Du kannst sie ebenso gut im Boxtraining wie im Kampf nutzen.

Was brauchst Du sonst noch für’s Thai-Boxen?

Die Kämpfer müssen auch ihre Kiefer und Zähne mit einem speziellen Mundschutz schützen sowie die Genitalien.

Der Mundschutz

Es gibt zwei Arten von Mundschutz: Einzel- und Doppelmundschutz.

Um effektiv zu sein, muss ein guter Mundschutz sich der Form Deines Kiefers und Deiner Zähne anpassen, damit diese bei einem Tritt oder Schlag nicht aufeinanderschlagen.

Hüte Dich vor einem Tritt in die Zähne. | Quelle: Pixabay

Der Mundschutz wird in kochendes Wasser gelegt, um ihn weich zu machen. Dann schiebst du ihn in den Mund und beisst rein, wie in einen Apfel. So passt er sich an die Form Deiner Zähne an.

Es gibt einfache Mundschützer um 10 € bis 15 €, doppelte Mundschützer können bis zu 90 € kosten (Everlast, Venum, Fairtex).

Der Boxhelm

Der für das Training erforderliche Helm ist bei Amateur-Boxwettkämpfen obligatorisch, da er den Kopf schützt und Verletzungen vorbeugt (allerdings nicht vor Blutergüssen schützt).

Ein guter Helm muss die für Dich richtige Größe haben, damit das Material und die Polsterung einen Schlag richtig abfangen können.

Die Wahl des Boxhelms erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Geschmack: Form, Farbe, persönlicher Komfort,
  • Die Kinnstütze: weder zu eng noch zu locker
  • Die Innenpolsterung
  • Die Sichtbarkeit,
  • Die Marke und der Preis (von 27 € bis 90 €, je nach Marke – auch hier sind die bekanntesten Fairtex, Everlast, Venum, Essential…).

Beim Thaiboxen sind auch der Einsatz von Ellbogen und Knien erlaubt: Für einen optimalen Schutz verwenden die Kämpfer oft zwei Dinge, um den Oberkörper ausreichend zu schützen: Ellbogen- und Brustschutz.

Ellenbogenschützer und Plastron

Der Ellbogenschutz ist ein Muss in der Praxis des Thai-Boxens. Die Ellbogenschützer bestehen aus einem elastischen Gürtel mit Schaumstoffpolsterung und verhindern so heftige Stöße zwischen den Ellbogen der Kämpfer.

Je nach Marke und Qualität findest Du Ellbogenschützer zwischen 10 € und 25 €.

Der Brustpanzer kann die Schläge und Tritte auf Brust und Rumpf abfedern: Es handelt sich um eine Art Rüstung, ein bisschen wie die kugelsichere Weste für den Thai-Boxer.

Sie besteht aus Leder, Kunstleder, PVC oder Polyester und dämpft die Schläge und Tritte, die mit voller Kraft ausgeführt werden.

Du findest einen Brustschutz für einen Preis zwischen etwa 40 € bis 140 €, darunter die Marken „RDX“ und „Pfaffen-Sport“.

Die Schutzausrüstung für den Unterkörper

„Das Aussehen ist das Kleidungsstück der Persönlichkeit“. Galienni

Ein Boxer kümmert sich nicht um sein Aussehen, er arbeitet lieber an einer starken Psyche, um sich selbst zu übertreffen, und zieht sich richtig an, um die bestmöglichen Chancen zu haben, seinen Gegner zu besiegen.

Hier sind die wichtigsten Massnahmen für den Schutz des Unterkörpers.

Thailändische Boxershorts

Beim Thai-Boxen erfüllen Boxshorts einen bestimmten Zweck: Die Shorts sind ein besonders leichtes Kleidungsstück, oft aus Satin – rot, schwarz, weiß oder gelb – mit weitem Schnitt, damit der Kämpfer beim Sprung oder Tritt nicht behindert wird.

Was für ein Tritt! Ein Glück trägst Du lockere Shorts! | Quelle: Pixabay

Im Online-Handel liegen die Preise für Boxershorts zwischen 15 und 65 Euro.

Die Muay Thai Shorts ist, wie bei allen Kontaktsportarten, das Accessoire, das sich am besten mit der Subjektivität des Geschmacks verträgt: Hier kannst Du eine Farbe und einen Stil wählen, der einzig Deinem Geschmack entspricht.

Der Genitalschutz

Warum sollte man beim Thai-Boxen einen Genitalschutz verwenden?

Die Frage beantwortet sich eigentlich von selbst: Um seine Genitalien vor Tritten mit dem Fuss oder Stössen mit dem Knie zu schützen. Ein Genitalschutz ist im Boxvereinstraining für alle Kämpfer absolute Pflicht.

Es gibt bereits welche ab 10 € für minimalen Schutz, 25-30 € für Mittelklasseprodukte, bis hin zu 100 € für professionelles Equipment (Everlast, Shock Doctor).

Knieschützer

Das Knie kommt im Kampfsport, vor allem bei Muay Thai häufig zum Einsatz: Auch das Knie gilt es also zu schützen, denn die ständigen Stösse können im Alter und bei intensivem Training Knochen- und Gelenkerkrankungen verursachen.

Knieschützer schützen also Deine Knie, aber auch Deinen Gegner, da sie nicht ganz so hart sind, wie Dein Knie selbst. Knieschützer sind unerlässlich, wenn Du auf einem höheren Niveau trainierst.

Kosten für Knieschützer liegen bei um die 30 € (RDX, Venus, Fairtex), können allerdings bei zusätzlicher Verwendung eines stabilisierenden Bandes oder Stabilisatoren (Shock Doctor) bis auf 80 € hochgehen.

Schienbeinschoner

Das ist das letztes Zubehör für eine umfassende thailändische Boxausrüstung, da dieser Sport barfuß ausgeübt wird, es gibt also keine Boxschuhe!

Schienbeinschoner sind empfehlenswert beim Training und obligatorisch im Kampf, ebenfalls um Brüche zu vermeiden.

Paradoxes Thailand: Das Land des Lächelns hat einen der härtesten Kampfsportarten hervorgebracht. | Quelle: Pixabay

Es wird jedoch empfohlen, keine Schienbeinschoner zu tragen, wenn man zum Beispiel an einem Box-Sack trainiert.

Warum?

Um sich daran zu gewöhnen, Schläge abzubekommen und seine Beine zu stählen!

Der Schienbeinschoner ist ein wirksamer Schutz. Er besteht aus einer Kunststoffschale, die von Schaumstoff umgeben ist, um Stösse abzufedern. Sie bedecken das Bein vom Knie bis zum Knöchel.

Die Preisspanne reicht von 12 € (Schaumschutz für Anfängerniveau) bis 165 € (aus hochwertigem Leder mit doppeltem Klettverschluss und Belüftung).

Fazit:

Für eine komplette Boxausrüstung musst Du ein gewisses Budget mobilisieren – zwischen 400 und 500 Euro für einen guten Schutz und eine hochwertige Ausrüstung! Aber Du wirst eine solche Ausrüstung mehrere Jahre benutzen können. Die Investition lohnt sich also.

Hier ist eine Übersicht über Artikel und Preise, an der Du Dich orientieren kannst (die angegebenen Preise sind Richtwerte):

Definitionen: „Thai-Boxen“ und „Ausrüstung“

Zum Schluss eine kleine Zusammenfassung der Themen dieses Artikels, um sicher zu gehen, dass Dir ganz klar ist, worüber wir gesprochen haben.

Was ist Thai-Boxen?

Das auch als Muay Thai bekannte Thai-Boxen ist eine Kampfkunst, die aus dem Muay Boran stammt, einer alten Kampfkunst aus Thailand.

Der über 2.000 Jahre alte Sport war einst der Sport der Könige, der schrittweise demokratisiert und auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde die Disziplin international zu einer der umfassendsten, aber auch zu einer der härtesten.

 

Was ist mit „Boxausrüstung“ gemeint?

Unter Boxausrüstung ist das gesamte Zubehör zu verstehen, mit dem Du ausgestattet sein solltest, um Verletzungen zu vermeiden – sowohl bei Dir durch Schläger und Tritte des Gegners als auch beim Gegner durch Schläge und Tritte von Dir.

Einige sind obligatorisch (Boxhandschuhe, Mundschutz, Schienbeinschützer, Genitalschutz, Helm) und andere werden dringend empfohlen, sind aber nicht zwingend notwendig (Ellenbogen, Knie, Knöchel).

So – jetzt weisst Du, was wichtig ist und wie Du Dich schützt. Jetzt kannst Du loslegen!

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