Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Wie kann ich ein guter Sänger werden, ohne Unterricht zu nehmen!

Von Melanie, veröffentlicht am 21/02/2019 Blog > Musik > Gesang > Wie kann ich Selber Singen Lernen?

„Die Stimme ist ein zweites Gesicht.“ G. Bauër

Laut Definition ist ein Autodidakt jemand, der etwas alleine, ohne die Hilfe eines Lehrers erlernt.

Ein Autodidakt arbeitet hart, bringt Leidenschaft mit, er ist kämpferisch, waghalsig und kreativ.

Die gleichen Eigenschaften muss jemand mitbringen, der Sänger bzw. Sängerin werden möchte: Genauso wie zum Beispiel die Informatik oder irgendein anderer künstlerischer Bereich, ist das Singen gut geeignet, um es sich selber beizubringen.

Man kann lernen, seine eigene Stimme zu hören, falsche Tönen zu korrigieren, seine Stimmbänder und die Klangfarbe seiner Stimme zu trainieren, sich die richtige Atemtechnik anzueignen. Nach einiger Zeit kann man schließlich von sich behaupten, ein „richtiger“ Sänger zu sein.

Im Folgenden beschäftigen wir uns näher damit, wie man sich selbst das Singen beibringen kann!

Superprof möchten seinen Lesern die besten Tipps geben, so dass sie selbstbewusst genug werden, um sich das Singen selber beizubringen.

Selber singen lernen: seinen Körper vorbereiten und sich selbst hören lernen

Wenn wir unsere Lieblingsmusik hören, haben wir in der Regel Lust, sofort die Lautstärke höher zu drehen und mitzusingen. Allerdings müssen wir zum Singen auch die richtige Haltung einnehmen.

Körperliche und Mentale Vorbereitung zum Singen

Bevor wir mit dem Singen beginnen, ist es zunächst einmal notwendig, die richtige Körperhaltung einzunehmen – wie beim Sport – erst dann kann man seine Stimme optimal entfalten.

Beim Singen muss die Haltung stimmen, damit sich der Brustkorb weiten kann. | Quelle: Pixabay

Die Grundregel lautet, sich gerade zu halten: Sowohl im Stehen als auch im Sitzen müssen die Beine parallel stehen, die Fußbreite entspricht der Schulterbreite, die Füße sollten dabei flach auf dem Boden aufstehen.

Ein gerader Rücken hilft Anfängern, den Brustkorb zu öffnen und die Lungen mit Sauerstoff zu füllen.

Mit einer geraden Haltung kann man die Töne besser treffen und die Artikulation verbessern.

Eine weitere Grundregel lautet: die richtige Atemtechnik anwenden.

Da die Stimme mit einem Blasinstrument vergleichbar ist, macht die Atmung beim Singen 80% aus.

Langsame und tiefe Atemübungen – langsames Einatmen und langsames Ausatmen – trainieren die Bauchmuskeln, die helfen, das Volumen zu steigern.

Sich selbst hören lernen

Jeder, der gerne ein guter Sänger wäre, würde gerne seinen ganz persönlichen Gesangsstil entwickeln, allerdings haben die meisten Angst davor, das alleine zu bewerkstelligen.

Diejenigen, die zurückhaltend bzw. ängstlich sind, werden daher schnell einen Gesangslehrer, einen professionellen Vocalcoach, engagieren.

Es gibt keine andere Alternative, außer man will es alleine versuchen.

Vielen Autodidakten verlässt jedoch schnell der Mut, egal ob sie eher schüchtern sind oder davon überzeugt sind, dass sie ein miserabler Musiker sind.

Wie kann man richtig singen lernen? Welche Methode funktioniert und wie sollte man am besten beginnen?

Zunächst muss man sich selbst hören lernen, d.h. man muss sein musikalisches Gehör schulen. Wichtig ist auch an seinen Erfolg bzw. an sein Talent zu glauben.

Denn die meisten berühmten Sänger haben auch nicht darauf gewartet, dass man ihnen ein absolutes Gehör attestiert, um sich mit Leidenschaft in eine Gesangskarriere zu stürzen.

Das Trainieren der Stimmbänder, viel Üben und am Ball bleiben ist natürlich wichtig, vor allem geht es aber darum, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln, denn jeder kann eine schöne Stimme haben und singen lernen.

Manche Menschen sind dabei natürlich talentierter als andere, dennoch kann auch jede mittelmäßige Stimme ausgebildet werden. Um dies zu erreichen, muss man sich selbst hören lernen, entweder indem man seinen Gesang aufnimmt oder indem man lernt, zu hören, ob die Töne stimmen.

Seine Stimme beherrschen, um selber singen zu lernen

Zunächst einmal sollten wir uns anschauen, wie die Stimme wirklich funktioniert.

Welche Faktoren spielen beim Singen eine wichtige Rolle? | Quelle: Pixabay

Fünf Faktoren sind für eine schöne Gesangsstimme verantwortlich:

  • Die Atmung: obwohl wir natürlich alle automatisch atmen, ist die Atemtechnik, die man beim Singen anwenden sollte, ganz anders. Beim Singen kontrolliert das Zwerchfell die Atmung, der Brustkorb wird geweitet, der Sänger muss in der Lage sein, seinen Körper vollkommen zu entspannen (alle Verspannungen müssen gelöst werden), nur so kann die Luft beim Ein- und Ausatmen richtig zirkulieren.
  • Die Artikulation: Hierzu wird eine sehr gute Aussprache benötigt (Vokale und Konsonanten) sowie wie eine perfekte Artikulation.
  • Der Takt: Man muss wissen, wann eine Note beginnt und endet, d. h. wie lange sie gehalten werden muss.
  • Die Tonhöhe: Man muss die Tonhöhe und die Notenart beherrschen. Beim Singen eines Liedes müssen wir mit der Stimme die richtigen Noten erzeugen können und von einer Note zur nächsten wechseln können.
  • Die Stimme: jede Stimme ist einzigartig und unterscheidet sich von allen anderen. Körper, Geschlecht, Atemwege, Form der Stimmbänder, Alter und zahlreiche andere Faktoren sind für den Klang unserer Stimme verantwortlich. Sie bestimmen auch die Stimmlage, in der wir singen, und unseren Stimmumfang.

Wenn man seinen Körper gut kennt, kann man falsche Töne leichter korrigieren (jetzt, wo wir uns selbst hören können)!

Es ist an der Zeit, richtig loszulegen! Wie kann ich meine Stimme trainieren?

Übungen, um selber singen zu lernen

Oft muss man schrittweise vorgehen, um sein Ziel zu erreichen. Das Gleiche gilt für das Singen lernen!

Werde Mitglied in einem Chor, um singen zu lernen! | Quelle: Pixabay

Wir empfehlen, die Stimme immer aufzuwärmen, vor allem vor einem Auftritt, zum Beispiel einem Konzert. Jeder Musiker macht dies, der Pianist spielt sich warm, der Trompeter macht Atemübungen….

Hierzu musst Du Stimmübungen (Vocals) machen, erst in einer mittleren Tonlage, dann in einer tiefen und zum Schluss in einer hohen Tonlage.

Sobald Du wieder zur mittleren zurückgekehrt bist, wiederhohle die Übungen zwei oder drei Mal, bis Deine Stimme aufgewärmt ist.

Danach kannst Du mit dem Singen beginnen, fange leise an und steigere die Lautstärke allmählich (crescendo), danach werde wieder leiser (descrescendo). Ziel ist es, Deine Tessitur zu verbessern.

Jetzt wird es etwas schwieriger: Singe die Noten der C-Dur-Tonleiter, in Halbtonschritten, und komme wieder zum Ausgangston zurück.

Alle Noten müssen gesungen werden – einschließlich der Dur- und Mollhalbtöne – das verbessert die Beweglichkeit der Stimme.

Singe dann 20 bis 30 Minuten am Tag Tonleitern, um Deine Stimmbänder zu stärken und Deine optimale Tonlage zu finden (Tenor, Bariton, Alt, Sopran, wie ein Opernsänger).

Du kannst Dich mit einem Klavier begleiten, singe die mit dem Klavier angeschlagenen Töne nach.

Das machen die meisten Sänger, um die richtige Tonlage eines Lieds zu finden.

Jeder berühmte Sänger hat es so gelernt: das Klavier ist der perfekte Begleiter für einen Gesangslehrer.

Berühmte Sänger, die Autodidakten waren

Wie bei vielen Dingen im Leben ist es hilfreich ein Vorbild zu haben, um sich zu vergewissern, dass man singen lernen kann, ohne Gesangsunterricht zu nehmen oder einen Gesangslehrer zu engagieren.

Kann ich wie Pavarotti mir alleine das Singen beibringen? | Quelle: Visualhunt

Um den Anfängern etwas Mut zu machen, stellen wir im Folgenden einige sehr unterschiedliche Sänger vor, die selbst Autodidakten waren.

Luciano Pavarotti

Wenn man von schöner Stimme spricht, denkt man zunächst an Opernsänger. Luciano Pavarotti (1935-2007) war ein großer Startenor.

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Pavarotti wollte Lehrer werden. Dies hatte bei Weitem nichts mit einer großen Karriere als Opernsänger zu tun, die er schließlich einschlug.

Er brachte sich das Singen alleine bei, als Mitglied des Chors der Modener Oper. Seine richtige Karriere begann aber erst er im Alter von 26 Jahren, als er bereits ein Jahr als Lehrer gearbeitet hatte.

Er ist vor allem als talentierter Tenor bekannt, hat jedoch auch dazu beigetragen, die klassische Musik zu modernisieren, denn er schreckte nicht davor zurück, Duos mit Popstars wie U2 oder Sting oder Mariah Carey bei Benefizkonzerten zu singen.

Prince

Anderer Stil, anderer Klang: Jetzt sprechen wir von Prince (1958 – 2016), der berühmte Rockstar aus Minneapolis.

Dieser exzentrische Musiker war ein echtes Genie. Im Alter von 20 Jahren produzierte er sein erstes Album, auf dem er 27 Instrumente spielte.

Er hat sich alles selbst beigebracht, zuerst Klavier spielen, dann die Gitarre und das Singen.

Das erste Album blieb keine Ausnahme.

Prince produzierte alle seine Alben alleine, im Studio, er begann in der Regel mit dem Klavierpart und beendete es mit dem Gesang.

An einigen seiner Kompositionen arbeitete er 24 Stunden am Stück im Studio.

Ein war ein echtes Vorbild.

Aretha Franklin

Die „Queen of Soul“ A. Franklin (1942-2018) lernte im Chor ihres Vaters, ein Pastor, im Alter von 6 Jahren singen.

Sie musste von Anfang an direkt vor Publikum singen, da ihr Vater sie auf die „Gospel Caravan Tours“ mitnahm, wo Aretha bereits im Alter von 14 Jahren Soloauftritte hatte.

Die begnadete Soul-Sängerin Aretha Franklin war auch eine Autodidaktin! | Quelle: Visualhunt

Dort wurde sie auch von John H. Hammond entdeckt, aber damals ließ die große Karriere noch auf sie warten. Erst ab 1967 landete sie einen Hit nach dem anderen.

Sie selbst sagte: „Als ich zu Atlantic Records kam, musste ich mich nur ans Klavier setzen und die Hits kamen wie von selbst. ”

Sie musste nur machen, was ihr gefiel und für was sie geschaffen war…

Eminem

Der Autor, Komponist und Rapper Eminem (geb. 1972) hat auch alleine angefangen und dennoch wurde er zu dem Künstler, der in der Geschichte der Musikindustrie die meisten Alben verkauft hat.

Nach einer schweren Kindheit, in der der von seinen Klassenkameraden gemobbt wurde, entdeckte Eminem den Rap für sich und begann, an Battles teilzunehmen. Er musste sich seinen Platz erkämpfen und seinen Ruf hart erarbeiten, und das in einem Milieu, im dem Afro-Amerikanern dominierten.

Als Motivationsquelle solltest Du Dir den Film „8 Miles“ anschauen, der die Anfänge von Eminem nacherzählt und der Dir sicher hilft, selbst am Ball zu bleiben.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar