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Die wichtigsten Yoga-Stile, die Ihr kennen solltet

Von Nadine, veröffentlicht am 30/07/2018 Blog > Sport > Yoga > Welche Yoga Arten gibt es?

Der Alltagsstress macht Euch mal wieder zu schaffen?

Im erfüllten Berufs- und Familienleben bleibt nur wenig Zeit, um einmal tief durchzuatmen?

Ein Termin reiht sich an den anderen und um nichts Wichtiges zu versäumen, seid Ihr mit den Gedanken ununterbrochen am Planen, ohne auch nur eine Minute abzuschalten?

Aber wer ständig auf der Überholspur lebt, gefährdet langfristig seine Gesundheit. Es ist Zeit, Euch eine Ruhepause zu gönnen und Euch etwas Gutes zu tun!

Kein Problem, wenn es an Sportmöglichkeiten fehlt. Wie wär’s mit Yoga?

Aber wie findet man bei all der Vielfalt an Yoga Arten den richtigen?

Da Yoga in Deutschland unter den Freizeitangeboten längst keine Außenseiterrolle mehr einnimmt, sind Yogastudios mittlerweile weit über die Großstädte hinaus zu finden und die dort angestellten Yogalehrer unterrichten die unterschiedlichsten Yogastile.

Manche Menschen nutzen diese uralte indische Praxis dazu, ihre Gesundheit zu verbessern oder zu erhalten, während andere wiederum auf Meditation und Bewusstseinserweiterung neugierig sind.

Ob Ihr das Yoga Training als reinen Sport praktiziert oder auch den spirituellen Aspekten Raum schafft, ist Euch letztendlich selbst überlassen.

Umso wichtiger ist es jedoch, Euren Yogastil sorgfältig auszuwählen.

Um Euch mehr Klarheit zu verschaffen, haben wir von Superprof die wichtigsten Yoga Richtungen in diesem Artikel zusammengefasst.

Hatha Yoga: das körperorientierte Yoga

Hatha-Yoga ist in der westlichen Welt mit Abstand der bekannteste Yogastil.

Dabei handelt es sich um eine sehr körperbetonte Art von Yoga, bei der verschiedene Übungen, die sogenannten Asanas, ausgeführt werden.

Meist werden die Positionen drei Minuten lang gehalten, wobei Konzentration und Atemkontrolle eine zentrale Rolle spielen.

Auch wenn beim Hatha Yoga die unterschiedlichsten Bewegungen ausgeführt werden, endet die Yoga Sitzung immer auf die gleiche Weise: mit Entspannungsübungen.

Für Anfänger empfehlen sich einfache, weniger akrobatische Übungen, wobei Ihr den Schwierigkeitsgrad je nach Eurer Erfahrung Stück für Stück steigern könnt.

Wie bei anderen Disziplinen kommt es vor allem darauf an, regelmäßig zu praktizieren.

Euer Durchhaltevermögen wird durch die verschiedensten positiven Auswirkungen belohnt:

  • mehr Gelenkigkeit und Beweglichkeit
  • ein besseres Gedächtnis
  • eine bessere Konzentrationsfähigkeit
  • einen erholsameren Schlaf
  • mehr Gelassenheit in stressigen Situationen

Iyengar Yoga: Yoga mit Hilfsmitteln

Dieser moderne Stil ist nach seinem Begründer, dem berühmten indischen Yoga-Guru B. K. S. Iyengar benannt.

Die aus dem Hatha Yoga entnommenen Asanas und Atemübungen werden in einer festen Reihenfolge ausgeführt.

Da das Iyengar Yoga speziell zur Verbesserung der Körperhaltung und des Gleichgewichts entwickelt wurde, spielt die Präzision hier eine wichtige Rolle.

Aber keine Angst: Um das Training zu erleichtern, könnt Ihr Euch je nach Position an die Wand lehnen oder auf Hilfsmittel wie Gurte, Blöcke, Stühle, Decken oder Kopfstandhocker zurückgreifen.

Welche Hilfsmittel werden im Yoga genutzt? Im Iyengar Yoga erleichtern Euch Hilfsmittel wie Kissen, Gurte und Decken das Ausführen der Asanas. | Quelle: pixabay

Vinyasa Yoga: der Tanz auf der Yogamatte

Auch wenn für Vinyasa Yoga genau wie für das unten beschriebene Raja Yoga oft die Bezeichnung Ashtanga verwendet wird, dürfen beide Stile nicht miteinander verwechselt werden.

Vinyasa Yoga ist ein körperorientierter, moderner Yogastil, der aus dem Hatha Yoga entstanden ist und einem Tanz ähnelt.

Bei dieser körperlich recht intensiven Methode werden die dynamisch ineinander übergehenden Übungen wie eine Choreographie ausgeführt und mit der Atmung synchronisiert.

Während die Abfolge der Asanas immer die gleiche ist, gibt es einige Varianten dieses Yogastils wie beispielsweise Flow Yoga oder das fitnessorientierte Power Yoga, bei denen die Reihenfolge der Bewegungsabläufe angepasst werden kann.

Anusara Yoga: das in Anmut fließende Yoga

Das wörtlich übersetzt „in Anmut fließende Yoga“ ist ein weiterer moderner Yogastil, der sich besonders gut für Menschen eignet, die im Alltag viel sitzen.

Hier steht das Körpergefühl im Mittelpunkt.

Beim Anusara Yoga lernt Ihr, auf Euch selbst zu hören. Es geht nicht darum, wie eine bestimmte Position von außen aussieht, sondern wie Ihr Euch in dieser Haltung fühlt.

Ihr lernt, einzelne Muskeln zu spüren und zu entspannen und entwickelt ein tiefes Bewusstsein für Euren gesamten Körper.

Positionen werden einen kurzen Moment gehalten und gehen dann ähnlich wie im Flow Yoga ineinander über.

Hinzu kommt eine lebensbejahende Philosophie, die im Laufe der Yogastunde vermittelt wird und Euch von Stress und negativen Gefühlen befreit.

Jivamukti Yoga: der Rockstar unter den Yogastilen

Dieser in New York entstandene Trend, in dem Tradition und Moderne ineinander verschmelzen, hat auch in Deutschland in rasantem Tempo die Herzen der Großstädter erobert.

Dass hier grundsätzlich zu Musik praktiziert wird, trägt zweifellos zum Spaßfaktor bei. Das Repertoire reicht von Pop/Rock über Elektro bis hin zu indischen Mantren und klassischer Musik.

Hinzu kommen Meditation, Auseinandersetzung mit spirituellen Themen und Massagen bei Räucherkerzenduft.

Die fließenden, dynamischen Übungen sind größtenteils aus dem Vinyasa Stil entlehnt.

Nebenbei sei noch bemerkt, dass Menschen mit Berührungsängsten sich lieber einen anderen Stil aussuchen sollten.

Denn während der Jivamukti Sitzung ist es gang und gäbe, dass der Lehrer die Positionen der Kursteilnehmer bei Bedarf eigenhändig korrigiert.

Bikram Yoga: Schwitzen beim Hot Yoga

Beim Bikram Yoga, das auch unter der Bezeichnung Hot Yoga bekannt ist, handelt es sich um eine moderne Variante des Yoga, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut.

Wie der Name Hot Yoga bereits ausdrückt, kommt man beim Training ganz schön ins Schwitzen. Denn die körperlich recht anspruchsvollen Übungen werden in einem auf 35-40°C erhitzten Raum ausgeführt.

Zu den Vorteilen, die Bikram Anhänger schätzen, zählen:

  • Gewichtsabnahme
  • eine bessere Ausdauer
  • mehr Muskelkraft und Beweglichkeit
  • eine verbesserte Durchblutung
  • eine leichtere Stressbewältigung

Wer Bikram Yoga praktizieren möchte, sollte zunächst mit einem Sportarzt abklären, ob diese Yoga Art geeignet ist.

Generell auf Bikram Yoga verzichten sollten Menschen mit Bluthochdruck oder Kreislaufproblemen sowie schwangere Frauen.

Aber zum Glück gibt es noch viele andere Yogastile zur Stressbewältigung!

Pränatalyoga: Yoga für Schwangere

Auch wenn in der Schwangerschaft nicht alle Sportarten empfehlenswert sind, gibt es eine hervorragende Möglichkeit, trotzdem nicht auf Bewegung und körperliche Übungen verzichten zu müssen: Denn das sogenannte Pränatal-Yoga ist speziell auf die Bedürfnisse werdender Mütter abgestimmt.

Im Gegensatz zum normalen Yoga geht es hier nicht darum, lange in Position zu verharren.

Auch das Anspannen der Bauchmuskeln sowie langes Liegen auf dem Bauch oder dem Rücken werden hier vermieden, damit das Yogatraining als angenehm empfunden wird.

Ebenfalls ungeeignet für schwangere Frauen ist das weiter oben beschriebene Hot Yoga.

Begeisterte Yoginis – so nennt man Frauen, die Yoga praktizieren – können also unter Beachtung dieser Sicherheitshinweise in der Schwangerschaft getrost mit dem Yoga fortfahren.

Anfängerinnen wird allerdings geraten, sich vom Sportarzt beraten zu lassen und sich auf die einfacheren, weniger akrobatischen Übungen zu beschränken.

Pränatal Yoga bietet zahlreiche Vorteile und hilft Frauen, sich besser auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten, denn es:

  • sorgt für Entspannung
  • verbessert die Gelenkigkeit
  • sorgt für Ausgeglichenheit
  • fördert das Körperbewusstsein, eine wichtige Grundlage für die Mutter-Kind-Beziehung
  • verhindert die für die Schwangerschaft üblichen Beschwerden wie Rückenschmerzen und Stimmungsschwankungen
  • fördert die Tiefenatmung
  • außerdem helfen Hüftöffner-Übungen und Hockstellungen, sich besser auf die bevorstehende Entbindung vorzubereiten

Wie kommt frau gesund und fit durch die Schwangerschaft? Pränalatyoga hält nicht nur fit, sondern hilft werdenden Müttern, sich besser auf die Geburt vorzubereiten. | Quelle: pixabay

Sivananda Yoga: Harmonie für Körper und Seele

Hierbei handelt es sich um einen modernen Yogastil, der auf das Hatha Yoga aufbaut und dessen Ziel es ist, körperliche und geistige Gesundheit sowie inneren Frieden zu erlangen.

Beim Mantrengesang wird hier durch spezielle Übungsabfolgen die Wirbelsäule mobilisiert und gestärkt.

Der nach dem Yogameister Swami Sivananda Saraswati benannte Yogastil ist viel mehr als nur reine Übungen, sondern nimmt Einfluss auf den gesamten Lebensstil.

Sivananda Yoga beruht auf folgenden fünf Grundprinzipien:

  1. Asanas (Körperübungen) für geschmeidige Muskeln und Gelenke
  2. Pranayama (Atemübungen) für einen besseren Energiefluss
  3. Savasana (körperliche und geistige Entspannung)
  4. Positives Denken, Optimismus und Meditation für den inneren Frieden und spirituelle Kraft
  5. Vegetarische, ausgewogene Ernährung

Yoga Nidra: der Yogaschlaf

Diese Art von Yoga, die größtenteils auf dem Rücken liegend praktiziert wird, ist auch unter dem Namen Yogaschlaf bekannt.

Aber der Schein trügt: Die behaglich am Boden ausgestreckten Yogis besuchen den Kurs nicht für ein Nickerchen bei Räucherkerzenduft!

Um eine optimale Tiefenentspannung zu erreichen, beginnt man mit einer Reihe von Atem- und Entspannungsübungen.

Ziel dieser Entspannungstechnik ist es, sämtliche körperlichen und geistigen Aktivitäten in eine Art Ruhezustand zu versetzen.

Aber auch wenn Euch die langsamen, tiefen Atemzüge in einen schlafähnlichen Zustand versetzen, nehmt Ihr weiterhin wahr, was um Euch herum passiert: Der Körper tankt neue Energie und der Geist bleibt präsent.

Anstatt Euch auf direktem Weg ins Land der Träume zu begeben, lasst Ihr Euch durch Euren Yogalehrer auf eine meditative Reise begleiten, die der Körperwahrnehmung gewidmet ist und den Energiefluss anregt.

Außerdem hilft Euch diese Technik, von Spannungen loszulassen und Euch von negativen Gedanken zu befreien.

Nidra Yoga ist daher ideal, um:

  • leichter einzuschlafen
  • die Schlafqualität zu verbessern
  • Stresssituationen besser zu bewältigen
  • die Konzentrationsfähigkeit und geistige Klarheit zu verbessern

Was versteht man unter Yoga Nidra? Ideal im dem Alltagsstress zu entkommen: Erholung im Wachzustand. | Quelle: pixabay

Sudarshan Kriya Yoga: Gesundheit durch Atemtechniken

Die Besonderheit dieser Technik besteht darin, dass keinerlei körperliche Übungen ausgeführt werden, denn Sudarshan Kriya konzentriert sich einzig und allein auf die Atmung.

Daher verharrt man bei diesem Yogastil vom Anfang bis zum Ende der Sitzung mit geschlossenen Augen entweder im Schneidersitz oder im Fersensitz.

Die Übungen setzen sich aus verschiedenen Zyklen zusammen, bei denen man nach vorgegebenem Zeitschema einatmet, die Luft anhält  und schließlich ausatmet – mal langsam und kontrolliert oder als kraftvolle Stoßatmung.

Diese Atemtechnik wirkt sich nachweislich positiv auf die Durchblutung aus und befreit durch Senken der Herzfrequenz von Spannungen und Stressgefühlen.

Am Ende der Atemtherapie wird in raschem Wechsel ein- und ausgeatmet. Dieses gemäßigte Hyperventilieren soll entspannend wirken, kann allerdings auch Benommenheit hervorrufen.

Sudarshan Kriya Yoga eignet sich daher perfekt zur Stressbewältigung, sollte aber nicht von Patienten mit Bluthochdruck oder Depression sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka praktiziert werden.

Kundalini Yoga: das spirituelle Yoga

Kundalini ist ein sehr spirituell orientierter Yogastil, der sich auf den Energiefluss im Körper konzentriert.

Kundalini steht für die Lebensenergie im menschlichen Körper, die im unteren Bereich der Wirbelsäule sitzt und mit einer zusammengerollten Schlange verglichen wird.

Ziel ist es, diese Kraft durch Meditation, Atemübungen, Mantras und Asanas zu erwecken.

Die Übungen werden meist im Sitzen ausgeführt und erfordern mitunter minutenlanges Durchhaltevermögen.

Indem diese „Schlangenenergie“ sich an der Wirbelsäule hinaufwindet, erreicht sie die unterschiedlichen Chakren (Energiezentren), wobei jeder der Chakren für einen Bewusstseinszustand steht.

Das Erwachen der Kundalini Energie bewirkt tiefe Entspannung, innere Harmonie und ist mit einem starken Glücksgefühl verbunden.

Welcher Yogastil passt am besten zu mir? Ein fester Bestandteil aller Yogakurse: Entspannungsübungen, um positive Energie zu tanken. | Quelle: pixabay

Raja Yoga: das königliche Yoga

Zum Abschluss stellen wir Euch diesen klassischen, meditativen Yogastil vor, der vor allem in Instituten in Großstädten praktiziert wird.

Der Begriff „Raja“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „königlich“.

Hinter der Bezeichnung  Raja Yoga verbirgt sich ein klassischer, sehr philosophischer Yogaweg, der manchmal auch den Namen Ashtanga (zu Deutsch „achtgliedriges Yoga“) trägt.

Diese acht Säulen stehen für:

  • Yama: Verhaltensregeln
  • Niyama: Selbstdisziplin
  • Asana: Körperstellungen
  • Pranayama: Atemkontrolle
  • Pratyahara: Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt
  • Dharana: Konzentration  auf einen einzigen Gedanken
  • Dhyana: Meditation
  • Samadhi: Überbewusstsein, Einheitsbewusstsein

Da diese Yogalehre weit über die in anderen Stilen üblichen Körper- und Atemübungen hinausgeht, gilt sie als der höchste aller Yogawege.

Natürlich ließe sich die Liste der Yogastile noch viel weiter fortsetzen: Lachyoga, Yin Yoga, Partneryoga, Aero Yoga, Yoga Dance …

Seid Ihr jetzt neugierig auf Yoga geworden? Dann schaut doch einfach mal auf Superprof, welche Yogalehrer es in Eurer Nähe gibt.

Wir wünschen Euch viel Freude beim Training!

Namaste

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