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Wie hat sich das lateinische Alphabet entwickelt?

Von Julia, veröffentlicht am 23/05/2019 Blog > Sprachen > Latein > Wie hat sich das lateinische Alphabet entwickelt?

Das lateinische Alphabet, die Grundlage dieser alten Sprache, hat seinen Ursprung ungefähr im 6. Jahrhundert v. Chr. in Italien. Es ist in fast allen westlichen Ländern verbreitet.

Damals war der Sinn und Zweck der Schrift noch nicht definiert. Inschriften wurden von rechts nach links mit einer Fibel (Goldnadel) geschrieben, während sie in anderen Fällen von links nach rechts geschrieben wurden, oder sogar abwechselnd von der einen Richtung in die andere.

Am Anfang gab es neunzehn Buchstaben.

Die Schreibweise ist sehr einfach und offenbart sich als eine Mischung auf phönizischem, griechischem und etruskischem Ursprung.

  • Wie hat sich das lateinische Alphabet entwickelt?

Superprof geht zurück auf die Ursprünge des lateinischen Alphabets und verfolgt die Spur bis zu seiner heutigen Verwendung.

Das etruskische Alphabet – der Vorgänger unseres lateinischen Alphabets

Schriftsysteme sind in verschiedenen Teilen der Welt zu unterschiedlichen Zeiten entstanden – sei es in Mesopotamien, Ägypten, China oder Mittelamerika. Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Alphabet aus Kanaan stammt, einer Region, die heute dem Nahen Osten entspricht (Libanon, Israel, Jordanien, Sinai).

Unser Alphabet hat einen semitischen Ursprung. Damals wurden ägyptische Hieroglyphen verwendet, um das uns heute bekannte Alphabet Schritt für Schritt aufzubauen. Es wurde ein konsonantes pseudohieroglyphisches Alphabet verwendet. Zu gleichen Zeit und lange vor dem ersten modernen lateinischen Wörterbuch ist eine Keilschrift entstanden. Konsonanten waren auch hier vorherrschend.

Die Ursprünge des lateinischen Alphabets gehen zurück bis zu den Hieroglyphen der alten Ägypter. Quelle: PixaBay

Später übernahmen die Griechen das phönizische Alphabet, indem sie ihm Vokale hinzufügten, um es an ihre Sprache anzupassen.

Das griechische Alphabet hat später das etruskische Alphabet hervorgebracht, das direkt mit dem Ursprung des Alphabets, das wir heute verwenden, zusammenhängt. Die Etrusker kamen vorher nach Herodot aus Kleinasien – jedoch wurde diese Theorie bisher nicht bestätigt.

Die Etrusker kamen um das 7. Jahrhundert v.Chr. in die Toskana und übernahmen angeblich das griechische Alphabet, um eine Sprache zu transkribieren, die bis heute als geheimnisvoll gilt. Tatsächlich sind Experten noch immer nicht in der Lage, sie zu verstehen und zu übersetzen, und das, obwohl sie wissen, wie man sie liest!

Die etruskische Bevölkerung verstreute sich in Italien und auch das etruskische Alphabet verbreitete sich in ganz Europa, passend zum Rhythmus der römischen Eroberungen. Alle anderen lokalen Sprachen und Schriften verschwanden allmählich. Im 3. Jahrhundert v.Chr. gab es 19 Buchstaben im Alphabet. X, Y und Z wurden später direkt aus dem Griechischen übernommen.

Das etruskische Alphabet enthielt für das phonologische System der etruskischen Sprache nutzlose Buchstaben. Wir wissen, dass der Vokal „O“ nicht verwendet wurde – aber für die Römer würde er später nützlich werden.

Das lateinische Alphabet: Das römische Schriftsystem

Das Erlernen der Schrift in der römischen Epoche war vor allem Männern vorbehalten.

So gab es keine Demokratisierung der Schrift und die Alphabetisierungsrate wird auf nur 30% der erwachsenen Männer geschätzt. Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen, lernten Lesen und Schreiben bei einem Magister – diese Ausbildung war aber nur für angesehene Familien möglich.

Oft ist es notwendig, religiöse Kenntnisse zu haben, um zu wissen, wie man in römischer Zeit gelesen und geschrieben hat. Tatsächlich wurde damals angenommen, dass die Entwicklung des Intellekts ein besseres Leben nach dem Tod garantieren sollte und sogar zur Unsterblichkeit führen konnte.

Es wurden viele Halterungen gefunden, wo lateinische Schrift und Deklination vorhanden war: Wände und Tafeln, oft aus Wachs. Es wurden nur sehr wenige Schriftrollen gefunden, zumal es damals sehr schwierig war, sich welche zu beschaffen.

Unsere heutiges Alphabet hat eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich. Quelle: PixaBay

Erst zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert verbreiteten sich Papyrusrollen und ermöglichten eine neue Arbeitsform: den Codex. Satzzeichen, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht und um Rednern beim Sprechen zu helfen, wurden Pausen ganz einfach durch einen Zeilenumbruch gekennzeichnet.

Das Schreiben hängt von der Sprache ab. Es wird lediglich zur Transkription des Mündlichen verwendet.

Bis zur karolongischen Epoche (9. Jahrhundert) gab es ausschließlich Großbuchstaben im lateinischen Alphabet. Dann hat sich das geschriebene Wort allmählich vom gesprochenen gelöst und es wurden Kleinbuchstaben eingeführt, die auch im Lateinunterricht gelernt wurden.

Das lateinische Alphabet: Vom Großbuchstaben bis zur Einführung des Kleinbuchstaben

Im Rahmen der römischen Eroberung entfaltete sich die Schrift und entwickelte sich immer weiter. Sie unterschied sich stark vom phönizischen Alphabet und der semitischen Sprache am Anfang. Nun gab es zwei Arten von Großbuchstaben:

  • Das capitalis rustica (1. Jahrhundert v. Chr.), charakterisiert durch eine gewisse Freiheit und schlanke Schriftweise
  • Das capitalis quadrata (4. Jahrhundert v. Chr.), charakterisiert durch mehr Disziplin und einer quadratischen Form.

Die Schrift wurde verwendet, um Gedichte wie die von Virgil und literarische Erzählungen zu transkribieren, auch auch um über die Verdienste eines Bürgers an den Mauern der Stadt zu sprechen und Reden in Bronze oder Stein zu verewigen.

Aber gerade im Alltag hat die Schrift seine größte Entwicklung durchlaufen.

Sie wird für Briefe, Abschlusszeugnisse, Graffittis oder Kaufverträge verwendet. Die Höhe der Großbuchstaben waren unterschiedlich, was zur Schriftart namens römische Kursive führte. Der Kleinbuchstabe der lateinischen Sprache entstand im 3. Jahrhundert durch die ordinäre Sprache des Volkes.

Die ursprünglich sehr quadratischen Buchstaben wurden allmählich runder, vor allem in christlichen, religiösen Texten.

Die Entwicklung der Schrift diente vor allem dazu, gesprochenes zu verewigen! Quelle: PixaBay

Es war Karl der Große, der die Verwendung von Kleinbuchstaben vorantrieb, um seine Autorität zu begründen, als er 1771 an die Macht kam. Das ermöglichte ihm eine Reformation der Schrift. Alle Texte mussten nun in Kleinbuchstaben kopiert werden. Unsere heutige Schrift ist das Ergebnis dieses Vorgangs.

Ein paar interessante Fakten über das römische Alphabet

In den ersten Jahrhunderten der Verwendung des römischen Alphabets, das aus den Phöniziern und den noch älteren Hieroglyphen der ägyptischen Tradition entstand, sind einige Fakten zu beachten:

  • Es gibt keinen Unterschied zwischen dem U und dem V. Es gibt nur das V, wobei die Schrift zu diesem Zeitpunkt noch sehr quadratisch war.
  • Es gab keinen Buchstaben „G“. Der Konsonant „C“ drückte sowohl die Phoneme „K“ als auch „G“ aus. Das wurde direkt von den Griechen übernommen.
  • Der Buchstabe „K“ war neben dem Buchstaben „C“ zusätzlich vorhanden und wurde in wenigen Worten vor einem „A“ verwendet.
  • Der Buchstabe „Z“ exisitiere nicht, weil er aufgrund phonetischer Änderungen nutzlos war.
  • Der Buchstabe „Q“ war eine Variante des Buchstaben „K“, der nur vor einem „U“ verwendet wurde.

In seiner veralteten Version umfasste das lateinische Hochschulalphabet 20 Buchstaben:

A, B, C, D, E, F, H, I, K , L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, X.

In seiner klassischen Schreibweise nach dem 3. Jahrhundert umfasste es 23 Buchstaben:

A, B, C, D, E, F, G, H, I, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, X, Y, Z. 

Wir Ihr sicher feststellt, fehlen die Buchstaben J, U und W. Diese sind später erschienen, als die Buchstaben und ihre Verwendung sich weiterentwickelt haben.

Die Entstehen des Drucks und die moderne Entwicklung unseres Alphabets

Seit der Entstehung der Schrift in Mesopotamien und ihrer Entwicklung vom arabischen Alphabet zu den Sprachen Altgriechisch, Hebräisch und Slawisch haben sich die klassischen Buchstaben des lateinischen Alphabets enorm weiterentwickelt.

In der Renaissance fand im Zuge der Einführung des Druckens die größte Veränderung der Schriftform statt. Bis dahin wurden die Manuskripte noch von Hand geschrieben! Mit der Geburt des Drucks haben sich Bücher viel schneller verbreitet.

Wusstet Ihr das? Die Bibel war das erste Werkt, das mit beweglichen Buchstaben gedruckt wurde.

Aber das bedeutet nicht, dass aufgehört wurde, mit der Hand zu schreiben. Ganz im Gegenteil! Es entwickelten sich einige neue Schreibstile:

  • Der gotische Stil: Buchstabe der Höflichkeit (15. Jahrhundert)
  • Die Finanzen (15. Jahrhundert)
  • Die Runde (17. Jahrhundert)
  • Der Bastard (17. Jahrhundert)
  • Der Guss (17. Jahrhundert)
  • Der englische Stil: Seit dem italienischen Bastard ist dieser Stil einfacher und schneller zu schreiben (18. Jahrhundert)

Bis zum 20. Jahrhundert war der letzte Stil die Grundlage für das Erlernen des Schreibens in der Schule. Auch heute verändern sich die Buchstaben noch. Schaut Euch einfach all die aktuellen Ausdrücke der Sprache an, um Euch davon zu überzeugen.

Seit der Entstehung der IT (dank der Ihr lateinische Zitate kostenlos einsehen könnt), wurde das lateinische Alphabet als erstes anerkannt. Für jede Glyphe gibt es einen bestimmten Code, der vom Computer erstellt wurde. Von ASCI bis ISO 8859 werden heute alle Alphabete durch Computer manipuliert:

  • die der alten Sprachen wie Aramäisch oder Hebräisch,
  • die griechische Sprache / das moderne Griechisch
  • die arabische Sprache und das Türkische
  • die Sprache der Armenier
  • das Sanskrit,
  • chinesische Schriftzeichen,
  • das kyrillische Alphabet
  • das russische Alphabet
  • Europäische Sprachen wie die germanischen Sprachen, Französisch (mit all seinen Akzenten), Spanisch, Rumänisch, Kroatisch…

Das lateinische Alphabet hat sich in vielen Teilen der Welt verbreitet. Quelle: PixaBay

Unser Alphabet wurde seit seiner endgültigen Form mit 26 Buchstaben nicht mehr verändert. Allerdings gibt es einige Variationen je nach Sprache. So besteht das spanische Alphabet zum Beispiel aus 28 Buchstaben (dort gibt es noch das „ll“ und „ñ“) und der Zirkumflexakzent, der direkt aus dem Griechischen übernommen wurde, existiert nicht in allen Sprachen.

 

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