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Du willst Comic-Zeichner werden? Wir verraten Dir die wichtigsten Tricks!

Von Bertine, veröffentlicht am 17/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Wie zeichnet man einen Comic?: Unsere Tipps und Tricks!

Seit der Mitte der Nullenjahre verzeichnet der deutsche Comic-Markt kontinuierlichen Zuwachs. Von Comics bis hin zu Mangas wird diese Kunst bei den deutschen Lesern immer beliebter.

Um Teil der großen Familie berühmter Comicautoren zu werden, findest Du hier die ersten Schritte, um Deinen eigenen Comic zu erstellen!

Comic-Strip: Gebrauchsanweisung

Comics, wie wir sie heute kennen, wurden im frühen 19. Jahrhundert geboren und haben von da an schnell die ganze Welt erobert. Der Schweizer Pädagoge Rodolphe Töpfer zeichnete in seiner Freizeit Bildergeschichten, in denen er die Gepflogenheiten der guten Gesellschaft, Wissenschaftler und Politiker karikiert. Sein erster Cartoon, „Die Geschichte von Mr. Jabot“, überquert im Jahr 1827 den Atlantik und begeistert die Vereinigten Staaten, die massgeblich zur Popularität dieser neuen Kunst beitragen.

Heute ist Japan weltweit der grösste Produzent des Genres. Manga stellen einen großen Anteil am Weltmarkt für Comics dar. In Japan selbst wird angeblich sogar mehr Papier für das Drucken von Manga verwendet als für die Herstellung von Klopapier!

Tim und Struppi erfreuen sich weltweit grosser Beliebtheit. Der Autor Hergé gehört zu den grossen Comic-Zeichnern des letzten Jahrhunderts. | Quelle: Pixabay

Unabhängig vom Erscheinungsland, erfolgt die Realisierung eines Comics mehr oder weniger in denselben Etappen. Von Tim und Struppi über Asterix und Obelix bis hin zu Lucky Luke ist der Ausgangspunkt eines erfolgreichen Comics zuallererst einmal eine gute Idee für eine spannende Geschichte und eine interessante Figur.

Jeder Comicautor entwickelt zunächst seine Figur, seine Geschichte und die Handlung. Daraus entwickelt er einen Comic nach seinem Stil.

Die Erstellung von Comics setzt nicht unbedingt voraus, dass Du eine Illustrationsschulung, Zeichenkurse oder Comic-Workshops absolviert haben musst. Die meisten Comicautoren sind Autodidakten!

Um ein Comic-Buch zu beginnen, ist es wichtig, die Phasen der Umsetzung zu kennen, sich aber auch nicht von den anfänglichen Schwierigkeiten entmutigen zu lassen.

Wie findest Du die nötige Inspiration, um einen Comic zu erstellen?

Träumst du davon, Dein eigenes Comicbuch zu erstellen und es Deinen Lieben zu zeigen? Und vielleicht sogar zu veröffentlichen und an die breite Masse zu verkaufen? Bevor Du gleich mit dem Zeichnen loslegst, musst Du zuerst die richtige Idee finden.

Einige haben vielleicht gleich eine, andere werden Schwierigkeiten haben, ihre Ideen zu sortieren.

Wenn einem die Inspiration fehlt, ist der beste Trick, sich von anderen Cartoonisten oder Illustratoren inspirieren zu lassen. Versuche herauszufinden, welche Bücher Dir besonders gefallen, welche Comic-Geres Du selbst gerne liest und welchen Stil Du lagst. Achtung! Dies bedeutet nicht das Kopieren eines anderen Autors. Die Idee für Dein eigenes Comic muss originell bleiben, damit Du nicht des Plagiats beschuldigt wirst.

Das Anschauen der Arbeiten anderer Comicautoren setzt jedoch Deine Vorstellungskraft und Kreativität in Kraft.

Dazu kannst Du in die Bibliothek gehen, um vor Ort zu lesen oder Comics auszuleihen, die Du magst. Notiere Dir die Ideen, die Dir beim Lesen kommen, das wird Dir helfen, schrittweise die Struktur für Dein Comic festzulegen. Wenn Du futuristische Comics magst, wirst Du Dekore bemerken, die Dir gefallen, oder vielleicht ist es die Art der Intrige, die Dich besonders inspiriert.

Ein Comicfestival oder eine Messe ist auch eine großartige Möglichkeit, in die Welt dieser Kunst einzutauchen. Das Angoulême Festival in Frankreich ist zum Beispiel Europas grösstes Comic-Festival. Einmal im Jahr kannst Du hier Autoren und Verleger treffen und zwischen den Buchpräsentationen umherwandern. Viele Ausstellungen präsentieren die Arbeit der Entwicklung eines Comics mit manchmal sehr originellen Tafeln zum Bewundern.

Das Stöbern in Buchläden fördert die Inspiration. | Quelle: Pixabay

Eine Reise nach Brüssel kann Dir ebenfalls dabei helfen, Inspiration zu finden, da sich in der belgischen Hauptstadt das Comic-Museum befindet. Eine Art permanentes Angoulême-Festival. Hier tauchst Du ein in die Welt der Comics und wirst endlich entscheiden können, ob Dein Comic humorvoll, realistisch, autobiographisch, schwarz-weiss oder in Farbe, Science Fiction oder Fantasy werden soll!

Unweit von Brüssel befindet sich ausserdem das Hergé-Museum, das dem Autor von Tim und Struppi gewidmet ist und wo Du Dir viele Originale-Zeichnungen und Entwürfe aus der Feder dieses Autors ansehen kannst.

Auch in Deutschland gibt es natürlich Comic-Events wie die Messe Comic Con in Stuttgart oder das Comic-Festival in München.

Entwickle einen Handlungsstrang für Dein Comic

Sobald sich das Universum Deines Comics in Deinem Kopf geformt hat, ist es an der Zeit, eine Synopsis zu schaffen. Wie in der Welt des Kinos, kannst Du anhand einer Zusammenfassung der Geschichte Deine grafische Arbeit nachvollziehen. Hier eine Definition:

„Eine Synopsis ist eine längere, tiefgründige Zusammenfassung eines Werkes, bei welcher der Inhalt dieses Werkes vom Anfang bis zum Ende beschrieben wird. „

Das Schreiben einer solchen Zusammenfassung ist sehr nützlich, um Deine Ideen zu ordnen, und unverzichtbar, um Deine Idee einem Verlag vorzustellen. Oft wird die Synopsis von einigen Zeichnungen begleitet, um einen Eindruck von der Grafik Deines Comics zu schaffen.

Auch wenn Du Dich dafür entscheidest, Dein Comic-Buch selbst zu veröffentlichen, ist die Zusammenfassung eine große Hilfe. Sie dient als eine Art Leitfaden, um Dich nicht in Deiner Geschichte zu verlieren.

Die Synopsis kann eine bis sechs Seiten umfassen, es gibt dafür keine Regel. Wichtig ist, dass Deine Geschichte hinreichend verständlich und detailliert ist, damit Du später nicht mehr über die Geschichte nachdenken musst.

Die Handlung Deiner Geschichte, die Charaktere, den räumlich-zeitlichen Rahmen, die Auflösung, die Wendungen, die Anzahl der Seiten, die Du glaubst, realisieren zu müssen – das alles solltest Du anführen.

Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit Du später keine Zeit verlierst. Obwohl es mühsam erscheinen mag, spart es viel Zeit, wenn Du Dich in diesem Schritt mit vielen Details befasst, selbst wenn Du dann nicht alle der aufgeführten Ideen umsetzt. So vermeidest Du, beim Zeichnen irgendwann an einen Punkt zu gelangen, an dem Du nicht mehr weiter weißt.

Das Zeichnen der Charaktere

Wie die Sypnosis, spart auch die detaillierte Charaktererstellung viel Zeit für die Illustrationsphase. Mit Entwürfen der Figuren präsentierte Du sie unter grafischen Gesichtspunkten. Die physische und psychische Persönlichkeit der Figur wird so in ein Bild übersetzt.

Versuche verschiedene Gesichtsausdrücke für Deine Figur. | Quelle: Pixabay

Jeder Charakter wird in unterschiedlichen Formen und Ausdrücken gezeichnet: Von Kopf bis Fuß, stehend, Porträt, im Profil, in Bewegung usw.

Ziel ist es, die Charaktere in jeder möglichen Situation festzuhalten, damit er Dir als Vorbild für die Zukunft dient. Der Prozess der Charaktergestaltung ermöglicht, einen Umriss, aber auch kleine Details festzulegen.

Beginne mit den Skizzen der gesamten Figur. Es ist einfacher, vom Groben zum Feinen zu wechseln als umgekehrt. Spätestens beim Skizzieren der verschiedenen Charaktere solltest Du Deinen Zeichenstil bestimmen (humorvoll, realistisch usw.).

Erstelle das Storyboard

Zu den ersten Schritten der Produktion eines Comics gehört die Storyboard-Phase. Ein Storyboard hilft bei der Planung der Geschichte und verschafft Dir eine genaue Vorstellung von der Bildabfolge. Dafür skizzierst Du die Panels grob. So kannst Du abschätzen, wie lang der Comic wird, wie die einzelnen Panels zueinander passen, wie gross die Sprechblasen sein müssen etc. Ausserdem ermöglicht ein Storyboard auch einen ersten Eindruck des kompletten Comics.

Das Storyboard ist ein langer Schritt für Cartoonisten. Die Blasen müssen kohärent sein und die Zeichnungen sollten sich nicht wiederholen. Jede Zeichnung muss neue Informationen bringen.

Ein Original-Storyboard von Hergé. Quelle: Heritage Auctions

Wie geht es weiter?

Jetzt hast Du endlich alle Grundlagen für die Erstellung Deines Comics! Von der Inhaltsangabe bis zum Storyboard sind alle ersten Schritte erledigt. Alles, was Du nun tun musst, ist, die Kästchen zu zeichnen, sie zu kolorieren und Deinen ersten Comic zu veröffentlichen.

Die einzelnen Kästchen zeichnen

Aus dem zuvor realisierten Storyboard muss der Zeichner jetzt jedes einzelne Kästchen im Detail zeichnen. Jetzt muss die Zeichnung so festgelegt werden, dass am Ende ein fertiges Kästchen dabei herauskommt.

Inking

Die mit Bleistift skizzierten Bilder werden anschliessend „geinkt“, das heisst, mit Tusche nachgezeichnet. Danach werden alle überflüssigen Linien der Skizzen ausradiert und die Zeichnung ist fertig.

Einfärbung

Die Einfärbung wird manchmal von einem Fachmann vorgenommen, kann aber auch vom Illustrator selbst vorgenommen werden. Dabei geht es darum, dem schwarz-weiss Comic Farbe zu geben. Die Einfärbung kann auch auf einem Computer mit Software wie Inkscape, Illustrator, Photoshop usw. erfolgen. Du musst Deinem Comic allerdings nicht unbedingt Farbe geben, es kann auch schwer-weiss bleiben.

Wusstest Du, dass die ersten acht Bände der Abenteuer von Tim und Struppig in schwarz-weiss erschienen sind?

So – alles, was Dir jetzt zu tun bleibt, ist, Dein neues Wissen in die Praxis umzusetzen!

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