Im 19. Jahrhundert war Otto von Bismarck eine der einflussreichsten Figuren der deutschen Geschichte. In seiner Rolle als preußischer Ministerpräsident und später als erster Reichskanzler des Deutschen Reiches hatte er einen entscheidenden Einfluss auf die Vereinigung Deutschlands und prägte damit nachhaltig die politische Ordnung Europas.

Als der Architekt der deutschen Einheit wird Bismarck angesehen; er verkörperte eine Politik, die mehr auf ein Machtbewusstsein und strategisches Kalkül als auf Ideale setzte.1 Er traf Entscheidungen, deren Auswirkungen weit über seine Amtszeit hinausreichten, was ihn zu einer bis heute umstrittenen Persönlichkeit der deutschen Geschichte macht.

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Wer war Otto von Bismarck (1815–1898)?

Otto von Bismarck, geboren 1815, war ein Mitglied des preußischen Landadels. In einem konservativen Umfeld aufwachsenden, entwickelte er früh ein starkes Bewusstsein für Macht und Staat. Wegen seines entschlossenen und oft kompromisslosen Politikstils erhielt er später den Titel „Eiserner Kanzler“.2

1815

Geburt

Otto von Bismarck wird am 1. April 1815 in Schönhausen (Altmark) geboren.

1847–1849

Einstieg in die Politik

Bismarck tritt in den preußischen Landtag ein und profiliert sich als konservativer Gegner des Liberalismus.

1851–1862

Diplomat im Ausland

Als Gesandter in Frankfurt, St. Petersburg und Paris sammelt Bismarck entscheidende außenpolitische Erfahrung.

1862

Ministerpräsident von Preußen

Bismarck wird von König Wilhelm I. zum Ministerpräsidenten ernannt und regiert im Verfassungskonflikt ohne parlamentarisches Budget.

1864–1871

Weg zur deutschen Einheit

Drei Einigungskriege führen zur preußischen Vorherrschaft und zur Reichsgründung.

1871

Reichsgründung & Reichskanzler

Nach der Kaiserproklamation in Versailles wird Bismarck erster Reichskanzler des Deutschen Reiches.

1871–1890

Bismarcks Kanzlerschaft

Innenpolitisch prägen Kulturkampf, Sozialistengesetze und Sozialreformen seine Politik, außenpolitisch ein komplexes Bündnissystem.

1890

Entlassung

Kaiser Wilhelm II. entlässt Bismarck nach politischen Konflikten.

1898

Tod

Otto von Bismarck stirbt am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh.

Als „Architekt der deutschen Einheit“ wird Bismarck angesehen, weil er die Vereinigung der deutschen Staaten gezielt von oben plante und steuerte. Durch diplomatisches Geschick, strategisches Machtspiel und mehrere Kriege unter preußischer Führung legte er die Grundlage für die Reichsgründung von 1871.Im Gegensatz zu den liberalen Nationalbewegungen setzte Bismarck nicht auf Revolution oder Demokratie; er setzte auf staatliche Macht und die monarchische Ordnung.

Bismarck hatte politisch mehrere Schlüsselpositionen inne. Er war zunächst preußischer Ministerpräsident, dann Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes und ab 1871 der erste Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. In diesen Ämtern beeinflusste er nachhaltig die Innen- und Außenpolitik Deutschlands und machte das neu gegründete Reich zu einer europäischen Großmacht.

Herkunft, Jugend und Prägung

Otto von Bismarck entstammte dem preußischen Landadel und wuchs als sogenannter Junker auf. Seine Familie besaß Güter in der Mark Brandenburg, was ihn früh mit einem konservativen Weltbild, monarchischer Loyalität und sozialer Abgrenzung prägte. Diese Herkunft beeinflusste sein späteres Politikverständnis maßgeblich.

Seine Schulzeit und sein Studium der Rechtswissenschaften verliefen unruhig. Bismarck galt als intelligent, aber auch als eigensinnig und wenig angepasst. Er wechselte mehrfach den Studienort, zeigte wenig Interesse an einer klassischen Beamtenlaufbahn und entwickelte früh ein starkes Selbstbewusstsein. Zeitgenossen beschrieben ihn als widersprüchlich: diszipliniert und ehrgeizig, zugleich impulsiv und provokant.

Diese Mischung aus strenger Erziehung, adeliger Standesmentalität und persönlicher Unangepasstheit prägte seinen Charakter nachhaltig. Schon in jungen Jahren zeigte sich ein ausgeprägtes Machtbewusstsein, das später zu einem zentralen Element seiner politischen Haltung werden sollte.

Bismarcks politischer Aufstieg: Vom Gutsbesitzer zum Staatsmann

Bismarck begann seinen politischen Aufstieg als Gutsbesitzer vergleichsweise spät. Er sammelte seine ersten Erfahrungen im preußischen Landtag, wo er sich schnell als scharfer Redner und überzeugter Vertreter konservativer Interessen einen Namen machte. Während der Revolution von 1848 stellte er sich entschieden gegen die liberalen und demokratischen Bestrebungen und verteidigte die monarchische Ordnung.

In dieser Phase wandelte sich Bismarck vom ideologisch gefestigten Konservativen zum Realpolitiker. Ideale wurden immer mehr von pragmatischem Kalkül verdrängt. Was für ihn entscheidend war, war nicht, was moralisch wünschenswert war, sondern was politisch machbar war. Dieser Grundsatz sollte seine spätere Politik entscheidend prägen.

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Bismarck als Ministerpräsident von Preußen (ab 1862)

Als Otto von Bismarck 1862 zum Ministerpräsidenten von Preußen ernannt wurde, war Preußen in einen schweren Verfassungskonflikt verwickelt. Das Parlament blockierte die Militärreformen und den Staatshaushalt, während der König eine Stärkung der Armee und der Monarchie forderte. Bismarck stellte sich klar auf die Seite der Krone und suchte den Konflikt mit dem Parlament.

Portrait-Fotografie von Otto von Bismarck.

In dieser Phase wurde er berühmt durch seine „Blut-und-Eisen“-Rede, in der er sagte, dass die großen Fragen der Zeit nicht durch Reden und Mehrheitsbeschlüsse, sondern durch militärische Stärke und Machtpolitik entschieden würden.

Diese Rede ist ein Symbol für Bismarcks politischen Stil: entschlossen, autoritär und auf Durchsetzungskraft ausgerichtet.

In den folgenden Jahren regierte Bismarck ohne parlamentarische Mehrheit und setzte den Staatshaushalt ohne die Zustimmung des Parlaments durch. Obwohl dieses Vorgehen verfassungsrechtlich umstritten war, war es politisch effektiv. Er nutzte den ihm gegebenen Handlungsspielraum konsequent, um seine Ziele zu erreichen.

Sein übergeordnetes Ziel war es, Preußen als führende Macht im deutschen Raum zu stärken. Durch militärische Reformen, politische Härte und strategisches Denken schuf er die Voraussetzungen dafür, dass Preußen die Führungsrolle bei der späteren Einigung Deutschlands übernehmen konnte.

Weg zur deutschen Einheit

Otto von Bismarck entwarf gezielt den Weg zur deutschen Einheit durch eine Reihe von politischen und militärischen Aktionen. Drei Einigungskriege waren dabei entscheidend, um Preußens Führungsrolle im deutschen Raum zu festigen.

Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 war gegen Dänemark gerichtet und betraf die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Preußen trat gemeinsam mit Österreich an und konnte seinen Einfluss im Norden Deutschlands ausbauen. Der Krieg erzeugte jedoch Spannungen zwischen den beiden Siegermächten.

Diese Spannungen führten zum Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866. Preußens schneller Sieg beendete den Deutschen Bund und schloss Österreich dauerhaft aus der deutschen Politik aus. An seiner Stelle entstand der Norddeutsche Bund, ein Zusammenschluss der norddeutschen Staaten unter preußischer Führung – ein entscheidender Schritt zur staatlichen Einigung.

Der letzte Schritt folgte mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Der gemeinsame Kampf gegen Frankreich führte dazu, dass auch die süddeutschen Staaten Preußen unterstützten. Am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal von Versailles die Kaiserproklamation vollzogen, und der preußische König Wilhelm I. wurde zum Deutschen Kaiser ausgerufen – damit war das Deutsche Reich gegründet.

Bismarck als Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs (1871–1890)

Nach der Reichsgründung 1871 wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. In dieser Funktion prägte er das neue Staatswesen entscheidend – innenpolitisch wie außenpolitisch.

Bismarcks Machtstellung im neuen Reich

Bismarck verfügte über eine außergewöhnlich starke Stellung. Als Reichskanzler war er dem deutschen Kaiser, nicht dem Reichstag, verantwortlich. Dadurch konnte er Politik weitgehend ohne parlamentarische Kontrolle gestalten. Seine Macht beruhte auf Nähe zum Kaiser, politischer Erfahrung und der Fähigkeit, Mehrheiten zu steuern oder zu umgehen.

Innenpolitik: Ordnung, Kontrolle und soziale Absicherung

In der Innenpolitik verfolgte Bismarck das Ziel, die Einheit des Reiches zu sichern und potenzielle Gegner zu schwächen. Im Kulturkampf ging er gegen den politischen Einfluss der katholischen Kirche vor, da er sie als Gefahr für den Staat ansah.

Mit den Sozialistengesetzen versuchte er, die sozialistische Bewegung zu unterdrücken, die er als Bedrohung für Monarchie und Ordnung betrachtete.3 Gleichzeitig führte Bismarck die Sozialversicherungssysteme – Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung – ein, um die Arbeiter an den Staat zu binden und soziale Spannungen zu mildern.

Außenpolitik: Bündnisse und Friedenssicherung

Bismarcks Außenpolitik verfolgte das Ziel, Stabilität und Frieden zu gewährleisten. Er wollte Frankreich durch ein kompliziertes Bündnissystem isolieren und verhindern, dass sich feindliche Koalitionen gegen Deutschland bildeten. Das Ziel war es, das Machtgleichgewicht in Europa zu bewahren und neue Kriege zu vermeiden.

Haltung zur Kolonialpolitik

Bismarck war der Kolonialpolitik lange Zeit skeptisch gegenüber. Er sah Kolonien als teuer und außenpolitisch riskant an. Erst in den 1880er Jahren unterstützte er den Erwerb von Schutzgebieten – weniger aus Überzeugung, sondern aus innen- und machtpolitischen Überlegungen. Sein Fokus blieb immer auf Europa gerichtet.

Sturz von Otto von Bismarck und Rückzug aus der Politik

Nach fast drei Jahrzehnten an der Spitze der Politik kam es zum Bruch zwischen Otto von Bismarck und Wilhelm II.. Der junge Kaiser strebte ein eigenständiges Regierungsstil an und wollte sich nicht länger von dem erfahrenen Reichskanzler lenken lassen. Inhaltliche Konflikte, vor allem in der Innen- und Sozialpolitik, verschärften das Verhältnis zusätzlich.

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Vermächtnis und historische Bewertung Otto von Bismarcks

🏛️ Begründer des modernen Sozialstaats
Mit der Einführung von Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung legte Bismarck die Grundlagen des deutschen Sozialstaats – ein Modell mit Vorbildwirkung bis heute.
⚖️ Stabilisierung Europas – mit Grenzen
Sein Bündnissystem trug zur Friedenssicherung in Europa bei, ging jedoch zulasten demokratischer Mitbestimmung im Inneren.
🧠 Held oder Machtpolitiker?
Für die einen ist Bismarck der Architekt der deutschen Einheit, für andere ein autoritärer Machtpolitiker, der parlamentarische Entwicklung hemmte.
💬 Bis heute umstritten
Bismarcks Politik wirft zentrale Fragen auf: Wie viel Macht darf ein Staatsmann haben? Und wie lassen sich Ordnung, Einheit und Demokratie miteinander verbinden?
👉 Genau diese Spannungen machen Otto von Bismarck bis heute zu einer der kontroversesten Figuren der deutschen Geschichte.

Im Jahr 1890 wurde Bismarck schließlich entlassen. Damit endete abrupt seine politische Karriere, obwohl er das Deutsche Reich maßgeblich geprägt hatte. Der Machtwechsel markierte einen tiefen Einschnitt in der deutschen Politik.

Bismarck zog sich auf seinen Landsitz Friedrichsruh zurück. Dort widmete er sich dem Schreiben von Erinnerungen und kommentierte das politische Geschehen aus der Distanz. Am 30. Juli 1898 starb Otto von Bismarck im Alter von 83 Jahren. Mit seinem Tod endete das Leben eines Staatsmannes, der die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts entscheidend beeinflusst hatte.

Referenzen

  1. Deutsches Historisches Museum (DHM) – LeMO: Otto von Bismarck. In: Lebendiges Museum Online. https://www.dhm.de/lemo/biografie/otto-von-bismarck.html
  2. Encyclopaedia Britannica: Bismarck, Otto von. Deutschsprachiger Eintrag. https://www.britannica.com/biography/Otto-von-Bismarck
  3. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Otto von Bismarck – Biografie und Politik. https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/biographien/118519/otto-von-bismarck/

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Lea

Ich liebe die Naturwissenschaften, meine große Leidenschaft ist das Meer. Das Schreiben und die Kreativität habe ich schon als Kind geliebt.