Farben begegnen uns überall: auf dem Smartphone, im Logo deiner Lieblingsmarke, auf einem Plakat oder als Wandfarbe im Wohnzimmer. Um diese Farben messen, benennen und reproduzieren zu können, braucht es Farbsysteme: Sie bringen Ordnung in die riesige Farbvielfalt.

FarbsystemKurzbeschreibungTypische Anwendungen
RGBAdditive Lichtmischung für BildschirmeMonitore, Smartphones, Fotos, Videos, Web
CMYKSubtraktive Farbmischung mit DruckfarbenFlyer, Magazine, Verpackungen, Print
Lab (CIELAB)Geräteunabhängiges ReferenzsystemFarbmanagement, Konvertierung, Proofing
HSL / HSB / HSVWahrnehmungsnahes Modell (Farbton, Sättigung, Helligkeit)Farbwahl, Feintuning im Design
HEXWeb-Kurzschreibweise für RGBWebdesign, UI, Stylesheets
PantoneVerbindliche SonderfarbenBranding, Corporate Design, Verpackung
HKSSonderfarbsystem (DACH-Raum)Offsetdruck, Markenfarben
RALNormiertes Farbsystem mit FarbnummernArchitektur, Lacke, Industrie
NCSWahrnehmungsbasiertes FarbsystemInterior Design, Architektur, Materialien

Statt „ein warmes Gelb“ zu sagen, kann man eine Farbe als Wert festlegen – zum Beispiel als RGB, CMYK, HEX oder in standardisierten Katalogen wie Pantone oder RAL.

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Und los geht's

Was sind Farbsysteme und wofür brauchen wir sie?

Farben wirken auf den ersten Blick emotional und subjektiv – für Gestaltung, Druck oder digitale Medien müssen sie jedoch eindeutig definierbar sein. Genau dafür gibt es Farbsysteme.

Sie ordnen Farben systematisch und beschreiben sie über feste Werte, statt über vage Begriffe wie „warm“ oder „kräftig“. So wird sichergestellt, dass eine Farbe möglichst zuverlässig reproduziert werden kann – unabhängig davon, wer mit ihr arbeitet.

Farbsystem, Farbmodell, Farbraum

  • Farbsystem ist der Oberbegriff: eine geordnete Struktur, um Farben zu beschreiben (z. B. RGB, CMYK, RAL).
  • Farbmodell beschreibt, wie Farben technisch entstehen oder gemischt werden (z. B. additiv oder subtraktiv).
  • Farbraum ist die konkrete Ausprägung eines Modells – also der „Farbumfang“, den ein System darstellen kann (z. B. sRGB, Adobe RGB).

Ein zentrales Prinzip moderner Farbsysteme ist die Beschreibung von Farben über Zahlenwerte. Farben werden so zu Koordinaten – vergleichbar mit einem Punkt auf einer Landkarte. Das vermeidet Missverständnisse und macht Farbkommunikation eindeutig.

Außerdem unterscheidet man zwischen geräteabhängigen Farbsystemen, deren Darstellung vom Ausgabegerät abhängt (z. B. Druck), und geräteunabhängigen Systemen, die als neutrale Referenz dienen.

Grundideen der Farbmischung: Licht und Pigment

Ob eine Farbe leuchtet oder gedämpft wirkt, hängt davon ab, wie sie entsteht. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Farbmischung.

Ein Computer und ein Handybildschirm.

Bei Bildschirmen kommt die additive Farbmischung zum Einsatz. Farben entstehen hier aus Licht: Rot, Grün und Blau addieren sich.1

Je mehr Licht hinzukommt, desto heller wird das Ergebnis – bis hin zu Weiß. Deshalb wirken Bildschirmfarben oft besonders intensiv.

Im Druck und beim Malen funktioniert Farbe dagegen subtraktiv. Pigmente entziehen dem Licht bestimmte Anteile. Je mehr Farbe aufgetragen wird, desto dunkler wird das Ergebnis. Weil sich aus den Grundfarben kein sauberes Schwarz mischen lässt, wird im Druck zusätzlich Schwarz eingesetzt – für Tiefe und Kontrast.

Wir zeigen dir übrigens auch einfache Tipps und die Grundlagen, um Farben zu mischen.

Die wichtigsten Farbsysteme

Wer sich zum ersten Mal intensiver mit Farben beschäftigt, stolpert schnell über eine ganze Reihe kryptischer Kürzel: RGB, CMYK, Lab, HEX, Pantone, RAL … und fragt sich irgendwann: Brauche ich das alles wirklich?

palette
Welche Arten von Farbsystemen gibt es?

Farbsysteme lassen sich grob in drei Hauptgruppen einteilen:
🔧 Technische Farbsysteme
Sie beschreiben, wie Farben technisch erzeugt werden – etwa durch Licht oder Pigmente.
Typische Beispiele sind RGB (Bildschirme), CMYK (Druck) und Lab als geräteunabhängige Referenz.
👁️ Wahrnehmungsbasierte Farbsysteme
Diese orientieren sich daran, wie wir Farben empfinden.
Dazu zählen HSL/HSB/HSV sowie NCS, die mit Farbton, Helligkeit und Sättigung arbeiten.
📐 Normierte Farbsysteme
Sie sorgen für verbindliche Farbkommunikation.
Systeme wie Pantone, HKS oder RAL legen Farben eindeutig fest – unabhängig von Gerät, Material oder Hersteller.

Die kurze Antwort: Ja – aber nicht alles auf einmal. Denn jedes Farbsystem wurde für einen ganz bestimmten Zweck entwickelt. Manche sind ideal für Bildschirme, andere für den Druck, wieder andere helfen dabei, Farben zuverlässig zwischen verschiedenen Geräten zu übersetzen.

RGB

RGB ist das Farbsystem, mit dem wir täglich zu tun haben, auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen. Jeder Bildschirm – ob Smartphone, Laptop, Kamera oder Fernseher – arbeitet mit rotem, grünem und blauem Licht. Diese drei Lichtfarben werden addiert: Je mehr Licht dazukommt, desto heller wird das Bild.

Eine Farbe wird hier über drei Zahlenwerte beschrieben. Reines Rot sieht zum Beispiel so aus: (255 / 0 / 0). Klingt technisch, ist aber im Grunde nur eine präzise Art zu sagen: viel Rot, kein Grün, kein Blau.

Eine kleine, aber wichtige Falle: RGB ist nicht gleich RGB. Je nach Farbraum (sRGB, Adobe RGB oder Display P3) können Farben unterschiedlich kräftig oder gedeckt wirken. Das ist der Grund, warum ein Foto auf dem Handy manchmal brillanter aussieht als auf dem Laptop.

CMYK

Immer wenn es ums Drucken von Farbe geht, kommt CMYK ins Spiel. Im Gegensatz zum Bildschirm wird hier keine Lichtquelle genutzt, sondern es wird Farbe auf Papier gedruckt. Die Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb haben eine subtraktive Wirkung: Sie absorbieren Licht. Das Ergebnis wird dunkler, je mehr Farbe gedruckt wird.

Im CMYK-Systemwird Schwarz absichtlich hinzugefügt. Obwohl es theoretisch möglich ist, aus Cyan, Magenta und Gelb einen dunklen Farbton zu mischen, resultiert praktisch gesehen kein sauberes Tiefschwarz. Das zusätzliche K (Key für Schlüsselfarbe)2 sorgt für einen Kontrast, eine Schärfe und ein stabiles Druckbild.

Einsteiger finden oft überraschend, dass CMYK-Farben von Gerät und Material abhängen. Das Resultat wird erheblich durch die Papierart, das Druckverfahren und die Farbprofile beeinflusst. Daher erscheinen Druckfarben oft matter als auf dem Bildschirm – und aus diesem Grund ist ein professionelles Farbmanagement von großer Bedeutung.

Lab (CIELAB)

Lab ist kein Farbsystem für die kreative Gestaltung, sondern für Präzision. Es wurde entwickelt, um Farben unabhängig von Ausgabegeräten zu beschreiben. Statt sich an Monitor oder Druckmaschine zu orientieren, bildet Lab die menschliche Farbwahrnehmung möglichst objektiv ab.

Eine Farbe wird hier über drei Achsen beschrieben: Helligkeit (L) sowie zwei Farbachsen zwischen Grün–Rot (a) und Blau–Gelb (b). Dadurch lassen sich Farben exakt vergleichen und zwischen Systemen umrechnen.

In der Praxis arbeitet man selten direkt mit Lab-Werten. Trotzdem ist es im Hintergrund extrem wichtig: beim Proofing, bei Farbkonvertierungen oder in der Druckvorstufe. Lab sorgt dafür, dass Farben beim Wechsel von RGB zu CMYK möglichst ähnlich bleiben.

HSL / HSV / HSB

Diese Modelle fühlen sich deshalb so intuitiv an, weil sie unserer Sprache über Farben entsprechen. Statt abstrakter Zahlen geht es um Farbton, Sättigung und Helligkeit – also um Eigenschaften, die wir ohnehin wahrnehmen und benennen.

Der Farbton beschreibt, welche Farbe wir sehen, die Sättigung bestimmt ihre Intensität und die Helligkeit regelt, wie hell oder dunkel sie erscheint. Genau deshalb findest du diese Modelle fast überall dort, wo Farben ausgewählt oder angepasst werden.

HSL, HSV und HSB unterscheiden sich technisch leicht, erfüllen aber denselben Zweck: Sie sind ideale Werkzeuge für Feinarbeit, Abstimmung und kreative Entscheidungen – besonders im Design-Alltag.

HEX

HEX-Codes sind keine eigenen Farben, sondern eine kompakte Schreibweise für RGB-Werte. Ein Code wie #FF0000 steht für reines Rot, wobei die Buchstaben und Zahlen hexadezimal codierte RGB-Anteile darstellen.

Im Webdesign sind HEX-Farben Standard: Sie sind kurz, eindeutig und lassen sich direkt in CSS, Design-Systemen und UI-Tools einsetzen. Wer digital arbeitet, kommt an HEX nicht vorbei – selbst wenn man die Logik dahinter nicht im Detail kennt.

Pantone

Pantone ist wahrscheinlich das bekannteste System, wenn es um absolut verlässliche Farben geht. Entwickelt wurde es für die Grafik- und Druckbranche, mit dem Ziel, Farben unabhängig von Druckerei, Land oder Material eindeutig zu definieren.3 Statt Farben aus CMYK-Werten zu mischen, arbeitet Pantone mit vorgemischten Sonderfarben. Jede Farbe besitzt eine eindeutige Nummer, etwa Pantone 186 C.

Eine Auswahl an Panetone Farbkarten.
Auch Pantone ist ein wahrnehmungsbasiertes Farbsystem.

Der große Vorteil: Eine Pantone-Farbe sieht – korrekt umgesetzt – überall gleich aus. Genau deshalb ist Pantone im Corporate Design, bei Logos, Verpackungen und hochwertigen Druckprodukten so verbreitet. Besonders Marken mit internationalem Auftritt setzen darauf, um ihre visuelle Identität zu schützen.

Pantone berücksichtigt außerdem unterschiedliche Materialien: Farben werden je nach gestrichenem oder ungestrichenem Papier separat definiert. Damit ist Pantone weniger flexibel, aber maximal präzise – perfekt, wenn Farbe Teil der Marken-DNA ist.

Übrigens: Um herauszufinden, welche Farben gut harmonieren, kannst du dir den Farbkreis zur Rate ziehen.

HKS

Das HKS-System verfolgt ein ähnliches Ziel wie Pantone, ist jedoch besonders im deutschsprachigen Raum verbreitet. Auch hier handelt es sich um ein Sonderfarbsystem, bei dem Farben verbindlich definiert und fertig gemischt verwendet werden.

HKS-Farben werden vor allem im Offsetdruck eingesetzt und sind in vielen Druckereien fest etabliert. Ein praktischer Unterschied zu Pantone: HKS kennzeichnet Farben zusätzlich nach Papierarten, zum Beispiel HKS K für Kunstdruckpapier oder HKS N für Naturpapier. Dadurch lassen sich Farbwirkungen realistischer einschätzen.

In der Praxis ist HKS besonders beliebt für Printprodukte, bei denen Farbtreue wichtig ist, aber kein globaler Markenauftritt nötig ist. Wer hauptsächlich im deutschsprachigen Raum produziert, findet in HKS ein verlässliches, gut integriertes System mit hoher Akzeptanz in der Druckbranche.

RAL

Das RAL-System ist weniger im Grafikdesign zu Hause, dafür allgegenwärtig in Architektur, Industrie, Handwerk und Produktdesign. Hier geht es nicht um Druckfarben, sondern um Lacke, Beschichtungen und Materialien.

Jede RAL-Farbe besitzt eine eindeutige Nummer, etwa RAL 9010 Reinweiß oder RAL 7016 Anthrazitgrau. Diese Nummer ist weltweit verständlich und ersetzt Farbmuster, was die Kommunikation zwischen Herstellern, Planern und Kund*innen enorm vereinfacht.

Ein Mann starrt auf Ralkarten vor einer bunten Wand.
Diesen Anblick kennst du bestimmt, wenn du dir mal eine Wandfarbe ausgesuch hast. | Credits: Pickawood

RAL ist besonders dort wichtig, wo Farben jahrelang gleich bleiben müssen, etwa bei Fassaden, Fahrzeugen oder Maschinen. Neben der klassischen RAL-Classic-Palette gibt es mit RAL Design und RAL Effect auch differenziertere Systeme für Gestaltung und Industrie.

Kurz gesagt: RAL ist die gemeinsame Sprache für Farbe überall dort, wo Funktion, Haltbarkeit und Normung wichtiger sind als kreative Freiheit.

NCS

Das Natural Color System (NCS) verfolgt einen anderen Ansatz als technische Systeme wie RGB oder CMYK. Es beschreibt Farben so, wie wir sie wahrnehmen, nicht wie sie technisch erzeugt werden. Grundlage sind sechs Grundempfindungen: Weiß, Schwarz, Gelb, Rot, Blau und Grün.

Eine NCS-Farbe wird danach beschrieben, wie stark sie diesen Wahrnehmungskomponenten ähnelt. Dadurch lassen sich Farben sehr präzise und zugleich intuitiv einordnen – unabhängig von Bildschirm, Drucker oder Material.

Besonders verbreitet ist NCS in Architektur, Interior Design und Produktgestaltung, vor allem im skandinavischen Raum. Es eignet sich hervorragend für Farbkonzepte, bei denen Atmosphäre, Raumwirkung und Materialität im Vordergrund stehen.

NCS ist weniger ein Produktionssystem als ein Planungs- und Kommunikationswerkzeug: ideal, um Farbentscheidungen zu begründen, zu vergleichen und gestalterisch abzustimmen.

Referenzen

  1. Kebeck, G. (2006). Bild und Betrachter: auf der Suche nach Eindeutigkeit.
  2. Blakley, C. (2016, June 3). Why is the Color Black Represented with a “K” in CMYK? Gearside Design. https://gearside.com/color-black-represented-k-cmyk/
  3. Pantone - Wissen über das PMS (Pantone Matching System) | Torso.de. (n.d.). https://www.torso.de/Ueber-Pantone-Farben:_:78.html


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Lea

Ich liebe die Naturwissenschaften, meine große Leidenschaft ist das Meer. Das Schreiben und die Kreativität habe ich schon als Kind geliebt.