Am 18. Januar 1871 geschah etwas, das die deutsche Geschichte für immer veränderte: Im Spiegelsaal von Versailles wurde das Deutsche Kaiserreich ausgerufen.1 Nach Jahrhunderten voller Fürstentümer, Königreiche und losem Staatenbund entstand so zum ersten Mal ein einheitlicher deutscher Nationalstaat. Doch dieser Moment war nicht nur feierlich, sondern auch politisch hochbrisant.

Die Reichsgründung von 1871 war kein Zufall und kein einzelner Akt, sondern das Ergebnis von Nationalbewegung, Machtpolitik und mehreren Kriegen. Wir erklären dir einfach und verständlich, welche Ursachen zur Reichsgründung führten, wie ihr Verlauf aussah und was die Folgen für Deutschland und Europa waren.

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Und los geht's

Ursachen der Reichsgründung

Um 1871 die Gründung des Deutschen Reiches zu ermöglichen, mussten verschiedene Faktoren zusammenkommen. Besonders wichtig waren das Verlangen nach Einheit von vielen, wirtschaftliche Veränderungen und die strategische Machtpolitik von oben.

Nationalbewegung und der Wunsch nach Einheit

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Deutschland kein einheitlicher Staat, sondern ein „Flickenteppich“ aus zahlreichen kleinen Königreichen, Herzogtümern und Fürstentümern. Jedes dieser Gebiete hatte eigene Gesetze, eigene Herrscher und oft sogar eigene Maße, Zölle und Währungen. Das war für die Bevölkerung unübersichtlich und unpraktisch.

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Glossar zur Reichsgründung 1871

Nationalstaat
Ein Staat, in dem sich die Menschen als eine gemeinsame Nation verstehen. Sie teilen Sprache, Kultur oder Geschichte und leben unter einer gemeinsamen Regierung.

Kleindeutsche Lösung / Großdeutsche Lösung
Die kleindeutsche Lösung bezeichnet einen deutschen Nationalstaat ohne Österreich, unter Führung Preußens.
Die großdeutsche Lösung hätte auch Österreich einbezogen, scheiterte aber an den Machtverhältnissen in Mitteleuropa.

Deutscher Dualismus
Bezeichnung für den Machtkampf zwischen Preußen und Österreich um die Führungsrolle in Deutschland im 19. Jahrhundert.

Norddeutscher Bund
Ein Bundesstaat, der 1867 unter Führung Preußens gegründet wurde. Er gilt als direkte Vorstufe des Deutschen Kaiserreiches.

Emser Depesche
Eine von Otto von Bismarck gekürzte und zugespitzte diplomatische Nachricht aus dem Jahr 1870. Sie provozierte Frankreich und trug zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges bei.

Kaiserproklamation
Die feierliche Verkündung der Annahme der Kaiserwürde. Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen.

„Reichsgründung von oben“
Begriff für die deutsche Einigung, die nicht durch eine Volksrevolution, sondern durch Fürsten, Militär und politische Eliten herbeigeführt wurde.

Gleichzeitig kamen neue Ideen auf: Immer mehr Menschen begannen, sich nicht nur als Bayern, Preußen oder Sachsen zu sehen, sondern als „Deutsche“. Sie forderten:

  • einen gemeinsamen Nationalstaat,
  • eine Verfassung,
  • und mehr politische Mitbestimmung.

Die Revolution von 1848/49 war ein erster großer Versuch, diese Ideen umzusetzen. In der Frankfurter Paulskirche wurde sogar eine gesamtdeutsche Verfassung entworfen. Doch dieser Versuch scheiterte, weil die Fürsten ihre Macht nicht abgeben wollten. Trotzdem blieb die Idee eines geeinten Deutschlands im Bewusstsein vieler Menschen lebendig.

Die Wirtschaft als Motor

Neben politischen Ideen war auch die Wirtschaft von großer Bedeutung auf dem Weg zur Einheit. Im 19. Jahrhundert setzte die Industrialisierung ein: Fabriken wurden gebaut, Eisenbahnstrecken entstanden, und der Handel florierte. Dafür waren einheitliche Regeln notwendig.

Ein wichtiger Schritt war der Deutsche Zollverein. Er abolierte Handelszölle zwischen vielen deutschen Staaten und erleichterte so den Warenverkehr. Händler, Unternehmer und Arbeiter profitierten davon, dass sie ihre Produkte einfacher verkaufen und transportieren konnten.

Zusammengefasst:

  • mehr Handel führte zu engerer Zusammenarbeit,
  • wirtschaftliche Einheit machte den Wunsch nach politischer Einheit stärker.

Preußen vs. Österreich (Deutscher Dualismus)

Ein großes Hindernis auf dem Weg zur Einigung war der Machtkampf zwischen Preußen und Österreich. Beide waren die stärksten Mächte im Deutschen Bund und wollten die Führungsrolle übernehmen. Diese Rivalität wird als Deutscher Dualismus bezeichnet.2

Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck hatte ein klares Ziel: Er wollte einen deutschen Nationalstaat unter Preußens Führung schaffen und das ohne Österreich. Diese Lösung wird als die kleindeutsche Lösung bezeichnet.

Bismarck setzte weniger auf Diskussionen und mehr auf Machtpolitik. Sein berühmter Leitsatz „durch Blut und Eisen“ zeigt, dass er bereit war, Kriege und politische Druckmittel einzusetzen, um die Einigung durchzusetzen.

Die Eignungskriege: Der Weg zur Reichtagsgründung in 3 Etappen

Entscheidend für die deutsche Einigung waren drei Kriege, die man später Einigungskriege nannte. Jeder dieser Konflikte brachte Preußen seinem Ziel näher: einem geeinten Deutschland unter eigener Führung.

1815

Gründung des Deutschen Bundes

Lockerer Zusammenschluss vieler deutscher Staaten nach dem Wiener Kongress.

1848/49

Revolution & Paulskirchenversammlung

Erster Versuch, einen deutschen Nationalstaat mit Verfassung zu gründen – scheitert.

1864

Deutsch-Dänischer Krieg

Erster Einigungskrieg um Schleswig und Holstein.

1866

Preußisch-Österreichischer Krieg

Entscheidung um die Führungsfrage in Deutschland; Österreich scheidet aus.

1867

Gründung des Norddeutschen Bundes

Vorstufe des späteren Kaiserreichs mit Verfassung, Parlament und Armee.

1870/71

Deutsch-Französischer Krieg

Dritter Einigungskrieg; Süd- und Norddeutschland kämpfen gemeinsam.

November 1870

Verträge mit den süddeutschen Staaten

Beitritte von Bayern, Württemberg, Baden und Hessen werden vereinbart.

01. Januar 1871

Inkrafttreten der Reichsverfassung

Das Deutsche Reich entsteht staatsrechtlich.

18. Januar 1871

Kaiserproklamation in Versailles

Wilhelm I. wird symbolisch zum Deutschen Kaiser ausgerufen.

10. Mai 1871

Frieden von Frankfurt

Offizielles Ende des Krieges mit Frankreich.

Deutsch-Dänischer Krieg 1864 (1. Einigungskrieg)

Der erste Schritt zur Reichsgründung führte nach Schleswig und Holstein. Diese beiden Herzogtümer waren deutschsprachig, gehörten aber zum dänischen Königreich. Als Dänemark versuchte, Schleswig enger an sich zu binden, kam es zum Konflikt.

Preußen und Österreich griffen gemeinsam ein und besiegten Dänemark. Schleswig und Holstein gingen anschließend an die beiden Siegermächte über.
Wichtig war weniger der Krieg selbst als seine Folge: Die gemeinsame Verwaltung der Gebiete führte schnell zu Streit zwischen Preußen und Österreich. Genau dieser Konflikt bereitete den nächsten Krieg vor.

Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 (2. Einigungskrieg)

Bereits zwei Jahre später brach zwischen den beiden Konkurrenten ein offener Machtkampf aus. Der Preußisch-Österreichische Krieg drehte sich um die Frage, wer Deutschland anführen sollte.

Die Schlacht bei Königgrätz stellte den entscheidenden Moment dar. Der Sieg Preußens kam überraschend, schnell und deutlich. Damit schied Österreich endgültig aus der deutschen Politik aus.

Die Auswirkungen waren enorm:

  • Der Deutsche Bund wurde aufgelöst.
  • 1867 entstand der Norddeutsche Bund unter preußischer Führung.
  • Dieser Bund hatte bereits eine Verfassung, ein Parlament und eine gemeinsame Armee.

Politisch betrachtet war es die „Generalprobe“ für das später entstehende Kaiserreich: Zum ersten Mal gab es einen deutschen Bundesstaat, allerdings ohne die süddeutschen Länder.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 (3. Einigungskrieg)

Der letzte Schritt zur Einheit führte in den französischen Krieg. Der Anlass war ein Konflikt über die spanische Thronfolge. Als Frankreich sich durch die sogenannte Emser Depesche diplomatisch beleidigt fühlte, erklärte es Preußen den Krieg.

Wesentlich war nun: Die süddeutschen Staaten standen an der Seite Preußens im Kampf. Der Grund dafür waren bestehende Schutz- und Verteidigungsallianzen sowie das zunehmende nationale Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die gemeinsamen Erfolge, insbesondere bei Sedan, verbanden Nord- und Süddeutschland miteinander. Die Einigung erschien plötzlich realistisch und politisch machbar, als der Krieg begann. Bereits im Krieg wurden Gespräche aufgenommen, die letztlich zur Gründung des Reichs führten.

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Der „Gründungsakt“: Was passierte im Januar 1871?

Der Januar 1871 markiert den entscheidenden Abschluss des Einigungsprozesses. Dabei ist wichtig: Die Reichsgründung bestand aus mehreren Schritten, die rechtlich und symbolisch unterschiedliche Bedeutung hatten.

Novemberverträge 1870: Süddeutsche Staaten treten bei

Während des Deutsch-Französischen Krieges schloss Preußen umfassende Verträge mit den süddeutschen Staaten Baden, Württemberg, Bayern und Hessen.3 Mit den als Novemberverträge bezeichneten Vereinbarungen traten die Staaten Süddeutschlands dem bisherigen Norddeutschen Bund bei. Damit wurde die Grundlage für einen gesamtdeutschen Staat geschaffen.

Insbesondere Bayern äußerte über einen längeren Zeitraum hinweg Skepsis gegenüber der Einigung und willigte nur unter bestimmten Voraussetzungen in den Beitritt ein. Der König von Bayern sicherte sich besondere Reservatrechte, die es dem Königreich ermöglichten, in bestimmten Bereichen eigenständig zu bleiben.

Um die süddeutschen Fürsten für sich zu gewinnen, waren diese politischen Zugeständnisse erforderlich. Obwohl in den Verträgen oft von einer „Gründung“ die Rede war, handelte es sich aus staatsrechtlicher Sicht um einen Beitritt zum bestehenden Bundesstaat.

1. Januar 1871: Verfassung tritt in Kraft (staatsrechtliche Ebene)

Die neue Reichsverfassung trat am 1. Januar 1871 in Kraft. Durch diesen Schritt wurde der Norddeutsche Bund offiziell zum Deutschen Reich erweitert. Dieses Datum stellt aus juristischer Perspektive den tatsächlichen Gründungszeitpunkt des neuen Staates dar.

Mit diesem Datum war das Deutsche Reich als handlungsfähiger Staat mit einer einheitlichen Verfassung und zentralen Institutionen etabliert. Der Reichstag und der Bundesrat konnten ihre Tätigkeiten beginnen, und das Reich trat im völkerrechtlichen Sinne als einheitlicher Akteur auf. Die daraufhin folgende Kaiserproklamation änderte daran nichts – sie bestätigte lediglich einen bereits vollzogenen rechtlichen Akt.

Weißt du eigentlich, wer der letzte deutsche Kaiser war?

18. Januar 1871: Kaiserproklamation in Versailles (symbolische Ebene)

Im Spiegelsaal von Versailles wurde am 18. Januar 1871 die Kaiserproklamation feierlich vollzogen. Wilhelm I., der preußische König, wurde zum Kaiser der Deutschen ernannt. Der Ort wurde mit Bedacht gewählt: Der pompöse Spiegelsaal sollte die neue Machtstellung Deutschlands eindrucksvoll zur Schau stellen.

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Warum ausgerechnet Versailles?

Das deutsche Hauptquartier befand sich während des Krieges in Versailles, Paris war zu diesem Zeitpunkt noch belagert.
Die Proklamation im berühmten Spiegelsaal war eine bewusste Machtdemonstration: Der Sieg über Frankreich wurde im Herzen des Gegners gefeiert.

Rechtlich entstand das Deutsche Reich am 1. Januar 1871, im kollektiven Gedächtnis blieb jedoch die Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 als „Geburtsstunde“ des Kaiserreichs verankert.

Diesen Augenblick feierten in Deutschland zahlreiche Menschen als Vollziehung der nationalen Einheit. Der Akt weckte große Enthusiasmus und förderte das nationale Selbstbewusstsein.

In Frankreich wurde die Proklamation hingegen als eine absichtliche Demütigung wahrgenommen, da sie im eigenen Land und noch während des Krieges stattfand. Diese Erfahrung stellte eine jahrzehntelange Belastung für die deutsch-französischen Beziehungen dar.

Folgen der Reichsgründung

Die Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 führte zur Entstehung eines neuen Staates, der Deutschland politisch und gesellschaftlich tiefgreifend veränderte. Das Deutsche Reich war sowohl ein föderaler Bundesstaat als auch eine konstitutionelle Monarchie. Den Kaiser als Oberhaupt mit seinen weitreichenden Machtbefugnissen an der Spitze.

Während der Reichskanzler die Regierung führte, waren Bundesrat und Reichstag in die Gesetzgebung und Verwaltung eingebunden. Trotz des Vorhandenseins eines gewählten Parlaments war die politische Macht weitgehend in den Händen der monarchischen Eliten konzentriert, weshalb man von einer „Reichsgründung von oben“ spricht.

Die Reichsgründung hatte auch große Auswirkungen auf die Außenpolitik. Das neue Deutsche Reich entwickelte sich schnell zu einer europäischen Großmacht und veränderte das bestehende Gleichgewicht zwischen den Staaten. Frankreich, das den Krieg von 1870/71 verlor, war besonders betroffen.

Es musste Elsass-Lothringen an Deutschland abtreten und hohe Reparationszahlungen leisten. Die Proklamation des Kaisers in Versailles wurde dort als erniedrigend wahrgenommen und hatte langfristige negative Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.

Die Bewertung der Reichsgründung variiert in der historischen Betrachtung. Bei vielen Menschen ging ein lang gehegter Traum von nationaler Einheit in Erfüllung. Das Reich war jedoch demokratisch eingeschränkt, da politische Mitbestimmung begrenzt war.

Deshalb gebrauchen Historiker oft den Begriff „Revolution von oben“: Die Einheit wurde zwar hergestellt, doch eine echte Machtübertragung an das Volk fand nicht statt.

Bei uns lernst du auch mehr über deutschlands Kolonialhistorie.

Referenzen

  1. Deutschland, S. D. H. M. S. H. D. G. D. B. (n.d.-b). Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Das lebendige Museum Online. https://www.dhm.de/lemo/rueckblick/lemo-rueckblick-1871-reichsgruendung-im-krieg
  2. Deutscher Dualismus - Geschichte kompakt. (2021, February 20). Geschichte Kompakt. https://www.geschichte-abitur.de/fruehe-neuzeit/deutscher-dualismus
  3. Novemberverträge. (2025, July 17). JuraForum.de. https://www.juraforum.de/lexikon/novembervertraege

Mit KI zusammenfassen:

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Lea

Ich liebe die Naturwissenschaften, meine große Leidenschaft ist das Meer. Das Schreiben und die Kreativität habe ich schon als Kind geliebt.