Lady Gaga – für die Einen ist sie eine der größten Künstlerinnen dieses Jahrtausends, für Andere nichts als eine schrille Erscheinung unserer Zeit. Von Letzteren waren nicht wenige erstaunt, als sie den Film A Star Is Born aus dem Jahr 2018 im Kino gesehen haben und plötzlich erkannt haben: Die kann ja wirklich richtig gut singen!

Dass die Pop-Ikone genau zehn Jahre nach Veröffentlichung ihres ersten Hit-Albums ausgerechnet durch ihr Schauspieldebüt Anerkennung als Sängerin außerhalb ihrer Fangemeinde erlangt, ist zwar interessant, aber nicht besonders überraschend.

Seit Beginn ihrer Karriere fiel Lady Gaga neben ihrer Musik vor allem durch extravagante Kostüme und spektakuläre Shows auf. Von Songs wie Pokerface oder Paparazzi, die in den Radios hoch und runter liefen, bleiben nach oberflächlichem Hören doch viel eher die Beats und Hooklines in Erinnerung als ihre Stimme.

In A Star Is Born sah und hörte man Lady Gaga ungefiltert wie nie zuvor. In vielen Szenen kaum geschminkt, mit ihrer natürlichen Haarfarbe und, vor allem, unbearbeitetem Live-Gesang zeigte sich Stefani Germanotta für einmal ganz ohne den Schutz ihrer Bühnenfigur.

Für die Rolle scheint sie die perfekte Wahl zu sein: Sie hat nicht nur das nötige Schauspieltalent und die passende Stimme, die Geschichte lässt auch einige Anknüpfungspunkte an ihre persönliche Biografie zu. Wie bereits in früheren Versionen von A Star Is Born wurde der Film von 2018 in vielerlei Hinsicht an die aktuellen Umstände des Starseins sowie die Sehgewohnheiten des zeitgenössischen Publikums angepasst. Auch damit reiht er sich nahtlos in die Reihe früherer Verfilmungen ein.

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Und los geht's

„A Star Is Born“ – Der Film von 2018 (Regie: Bradley Cooper)

Stars, die aus dem Nichts aufzutauchen scheinen, von den Massen gefeiert werden und deren Privatleben, mit all seinen tragischen Wendungen, in die Öffentlichkeit gelangen, gehören zu Hollywood, wie der Schriftzug auf dem Mount Lee. Gewissermaßen hat die sogenannte Traumfabrik sie sogar selbst geschaffen. Die selbstkritische Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Berühmtheit war auch schon seit frühsten Tagen Stoff für Hollywood-Filme.

Frühere Versionen von „A Star Is Born“

Bereits 1932 verfilmte der Regisseur George Cukor in What Prize Hollywood? die Geschichte einer jungen Frau, die durch die zufällige Begegnung mit einem berühmten Filmregisseur zum neuen Superstar Hollywoods aufsteigt. Die Wirrungen ihres Privatlebens, die Alkoholsucht und der spätere Selbstmord ihres Entdeckers sowie die Eifersucht ihres Ehemannes sorgen aber unweigerlich für das Ende der vielversprechenden Karriere. Inspiriert von diesem Film entstand 1937 die erste Version von A Star Is Born; unter der Regie von William A. Wellman. Im Unterschied zum Vorbild werden hier die junge Schauspielerin namens Esther Blodgett und ihr Entdecker, der Filmstar Norman Maine, ein Paar.

Vierzehn Jahre später nahm sich George Cukor erneut des Stoffes an. Mit der legendären Sängerin Judy Garland in der Hauptrolle in der Hauptrolle machte er aus der Geschichte, dem Zeitgeist entsprechend, einen Musikfilm. Den Plot behielt er im Großen und Ganzen bei. Esther Blodgett ist aber nun eine Sängerin, die durch Musical-Filme bekannt wird. Bei A Star Is Born von 1954 selbst handelt es sich aber nicht um einen Musical-Film im klassischen Sinne. Die einzige singende Hauptfigur ist Esther Blodgett und diese singt auch nur, wenn es tatsächlich durch die Handlung begründet ist.

Dieser Einsatz von Gesangsnummern in einem Spielfilm wurde auch in der zweiten Neuverfilmung von A Star Is Born aus dem Jahr 1976 mit Barbra Streisand in der Hauptrolle beibehalten. Hier wurden aber einige grundlegende Änderungen vorgenommen: In der Zeit der großen Rockstars, von denen so manch einer am plötzlichen Erfolg und einem Leben auf der Überholspur zu Grunde ging, wurde die Geschichte in die Welt der Rockmusik verlegt.

Die Musik ist eine Mischung aus 70er Jahre typischem Rock und Pop. In der Rolle des abstürzenden Rockstars gab es auch für Kris Kritofferson einige Szenen, in denen er singen durfte. Die wohl auffälligste Änderung ist, dass sich John nicht das Leben nimmt, sondern bei einem Unfall zu Tode kommt.

Das Drehbuch für A Star Is Born von 2018 mit Lady Gaga und Bradley Cooper versetzte die Geschichte und den Soundtrack ins 21. Jahrhundert, ohne auf die wichtigsten Elemente aus den vorherigen Verfilmungen zu verzichten. Bei der Komposition der Filmmusik waren sowohl Lady Gaga als auch Bradley Cooper beteiligt. Und auch das erfolgreich: der Soundtrack wurde mehrfach als beste Filmmusik ausgezeichnet. Shallow, das zentrale Duett zwischen Bradley Cooper und Lady Gaga wurde mit einem Oscar als bester Filmsong gewürdigt.

Darum geht es in dem Film aus dem Jahr 2018

Der Rockstar Jackson Maine (Bradley Cooper), meistens Jack genannt, ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen, von hier aus kann es nur noch bergab gehen. Er leidet an Tinnitus und vor allem an Einsamkeit. Seine Sorgen und Ängste ertränkt er regelmäßig in Alkohol.

Bei einem seiner Barbesuch, erlebt er einen Auftritt der jungen Sängerin Ally Campana (Lady Gaga). Hingerissen von ihrer Stimme und ihrer Performance, beschließt Jackson, Ally auf die große Bühne zu bringen. Sie selbst glaubt jedoch nicht daran, jemals ein Star werden zu können. Bei allen Versuchen einen Plattenvertrag zu bekommen, wurde sie auf Grund ihres Aussehens abgelehnt. Die Nase sei zu groß.

Jack gelingt es schließlich doch, Ally zu überzeugen und lädt sie als Gastsängerin zu einem seiner eigenen Konzerte ein. Vor großem Publikum geben sie das Duett Shallow zum Besten. Nicht nur die Live-Performance ist ein riesiger Erfolg, auch ein online gestelltes Video des Auftritts wird tausende Male angeklickt. So wird Ally Campana über Nacht zum Star.

Zwischen Jack und Ally entwickelt sich schnell eine Liebesbeziehung. Das private Glück wird aber durch Jacksons Sucht und sein nahendes Karriereende auf die Probe gestellt. Gleichzeitig wird Ally von ihrem Management zum nächsten großen Popstar aufgebaut. Eine neue Haarfarbe, auffälligeres Make-Up sowie eine aufwändige Bühnenshow mit Tänzer*innen dürfen dabei nicht fehlen.

Das Drama erreicht einen ersten Höhepunkt, als Jackson betrunken auf die Bühne torkelt, während Ally ihre Dankesrede für den Grammy Award als Best New Artist hält. Nach diesem Vorfall begibt er sich in eine Entzugsklinik. Allys Manager steht ihm jedoch weiterhin missgünstig gegenüber. Er gibt Jack sehr klar zu verstehen, dass er schon sehr bald einen Rückfall erwartet und ihn nicht in Allys Nähe wissen will.

Jackson zerbricht an seinen Zweifeln und Ängsten. Er erhängt er sich in der Garage. Ally verleiht ihrer unendlichen Trauer Ausdruck, als die das nächste Mal vor ein großes Publikum tritt. Sie ehrt ihren verstorbenen Mann, indem sie sich als „Ally Maine“ vorstellt und ein Liebeslied singt, das er für sie geschrieben hatte.

Lady Gaga: Ein Superstar des 21. Jahrhunderts zeigt sich von einer neuen Seite

Stefani Germanotta, 1986 in New York geboren, begann bereits als Kind mit dem Klavier spielen, singen und Songs schreiben. Nach ersten Bühnen- und Studioerfahrungen begann sie schließlich unter dem Künstlernamen Lady Gaga aufzutreten. Mit ihrem Debütalbum The Fame und der anschließenden Tour verfolgte sie die Idee eines Gesamtkunstwerkes, bei dem das Zusammenspiel aus visueller Inszenierung und Musik im Mittelpunkt steht.

Dieser Linie blieb sie auch stets bei Auftritten in Fernsehsendungen oder Preisverleihungen treu. So erlangte die extravagante Kunstfigur Lady Gaga weltweite Bekanntheit. In A Star Is Born zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite. Stefani Germanotta sagte selbst in einem Interview, dass sie sich noch nie so offen und persönlich gezeigt habe wie in dem Film.

Zu verdanken ist dies zum einen dem sensiblen Zusammenspiel zwischen ihr und Bradley Cooper, der nicht nur die männliche Hauptrolle spielte, sondern auch Regie führte. Zum anderen macht Ally als Musikerin eine Entwicklung durch, die Stefani Germanotta nicht ganz fremd sein wird.

Ihren ersten Filmauftritt hat sie in einem Cabaret, wo sie in einem kurzen schwarzen Kleid und strak stilisiertem Make-Up den Edith Piaf Klassier La Vie en Rose schmettert. Sobald sie die Bühne verlassen hat, ist ihr Look sehr schlicht und natürlich. Das bleibt auch bei den ersten Auftritten mit Jack noch so. Erst nach und nach wandelt sie sich auch optisch in einen schillernden Popstar.

Musikalisch wird von Chanson über Rock und Country bis zum Pop eine große Bandbreite geboten. Neben den onzertszenen gibt es immer wieder Momente, in denen Ally einen Song probt oder im Alltag vor sich hinsingt. Gerade dann können wir ihre Stimme ganz ungefiltert, ohne viel Begleitung und vor allem ohne künstliche Effekte, erleben.

So zum Beispiel im Abschluss des Vorspanns, wo Ally durch die nächtlichen Straßen geht und die erste Strophe von Over the Rainbow singt. Obwohl Judy Garland diese im Film The Wizard of Oz ausgelassen hat, ist es doch eindeutig eine Hommage an die großartige Sängerin und ihre außerordentliche Leistung in A Star Is Born von 1954.

Eine perfekt ausgebildete Stimme, die berührt: Was ist besonders an Lady Gagas Gesang?

Was macht aber nun Lady Gagas Gesang so besonders, dass so viele Leute begeistert davon aus dem Kino kamen?

Lady Gaga verfügt über eine volle, kräftige Bruststimme, die auch in den Höhen noch warm klingt. Mit ihrem ausgeprägten Vibrato und der Fähigkeit, ihre Stimmfarbe je nach Bedarf zu verändern, kann sie jederzeit die beabsichtigte Emotion transportieren. Über mehr als drei Oktaven kann sie ihre Stimme perfekt kontrollieren und damit ihre große Bandbreite an technischen Ausdrucksmitteln gezielt einsetzen.

Bereits in jungen Jahren hat Stefani Germanotta ausgiebig an ihrer Gesangstechnik gearbeitet und ihre stimmliche Ausdruckkraft perfektioniert. In Broadway-Musical-Gesang ausgebildet, verfügte sie schon zu Beginn ihrer Karriere über eine starke Belting-Technik. Selbst in höheren Lagen der Burststimme kann sie dadurch in jedem Tempo volle, kraftvolle Klänge erzeugen. Zu ihren stimmlichen Markenzeichen gehört auch das breite, stets mit Bedacht eingesetzte Vibrato.

In den letzten Jahren hat Lady Gaga kontinuierlich weitergearbeitet und sich vor allem im klassischen Gesang weitergebildet. Eindeutig zu hören ist dies, bei Darbietung eines Medleys aus dem Musical The Sound of Music bei den Oscar-Verleihungen 2015. Die neuangeeigneten Fertigkeiten nutzt sie auch in Popsongs. Sie produziert vermehrt die Klänge im vorderen Mundraum und ihre Stimme klingt noch voluminöser und tragfähiger als zuvor.

Selbst bei größter körperlicher Anstrengung ist Lady Gaga in der Lage ihren Atem und damit auch ihre Stimme zu kontrollieren. Wie perfekt sie jeden Ton trifft und die enorme Bandbreite an ihr zur Verfügung stehender Ausdrucksmittel einsetzt, kann man deutlich in diesem Konzertmitschnitt von ihrem Auftritt beim Super Bowl 2017 hören, in dem ihre Stimme von den restlichen Tonspuren isoliert wurde.

Lady Gagas Interpretationsstärke zeigt sich darin, wie bewusst und gezielt sie verschiedene Ausdrucksmittel wie Sobbing oder Cracks einsetzt und ihre Stimmfarbe zu verändern versteht. Dies erlaubt ihr nicht nur, in einer breiten Vielfalt von Musikstilen zu brillieren, sondern auch einen einzelnen Song emotional auszugestalten.

In A Star Is Born kommt dies alles sehr deutlich zur Geltung. Lady Gaga arbeitet sich an verschiedenen Musikstilen ab und lässt die Gefühle ihrer Figur immer auch in die Songs einfließen. In den Momenten, in denen keine große Show abgezogen und der Gesang rein akustisch begleitet wird, spielt auf einmal allein Lady Gagas Stimme die Hauptrolle. Für ihre Leistung in A Star Is Born wurde Lady Gaga unter anderem für einen Oscar und einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Wer glaubt, dass Lady Gaga mit ihren extravaganten Outfits und den spektakulären Shows von mittelmäßiger Musikalität abzulenken versucht, irrt gewaltig. Ihre Stimme ist mindestens genauso wandlungsfähig wie ihr Äußeres.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.