Eine Sekundarschule klingt erstmal ein bisschen kompliziert, ist aber eigentlich ziemlich schnell erklärt: Sie ist eine integrierte Schulform der Sekundarstufe I und umfasst meist die Jahrgänge 5 bis 10. Das Besondere ist: Hier werden Bildungsgänge miteinander verbunden, die du sonst getrennt kennst, also Hauptschule, Realschule und teilweise auch gymnasiale Standards.
Dadurch bleiben viele Wege offen. An einer Sekundarschule kannst du verschiedene Abschlüsse der Sekundarstufe I erreichen und dich je nach Leistung, Interesse und Entwicklung weiter orientieren. Wenn später der Weg zum Abitur passen sollte, ist auch das möglich: Durch Kooperationen mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs wird der Übergang in die gymnasiale Oberstufe vorbereitet.
Die Sekundarschule ist also für viele Kinder eine flexible Möglichkeit, sich nach der Grundschule nicht zu früh festlegen zu müssen.
Was ist eine Sekundarschule?
Eine Sekundarschule ist eine weiterführende Schule der Sekundarstufe I. Sie startet nach der Grundschule und soll Kindern ermöglichen, länger gemeinsam zu lernen, bevor der weitere Bildungsweg endgültig feststeht.
Aber Achtung: Der Begriff „Sekundarschule“ wird in Deutschland nicht überall gleich verwendet. In Nordrhein-Westfalen heißt diese Schulform offiziell Sekundarschule, in anderen Bundesländern gibt es ähnliche Modelle mit anderen Namen.
🏫 Schulform: Die Sekundarschule ist eine weiterführende Schule der Sekundarstufe I.
📚 Jahrgänge: Meist umfasst sie die Klassen 5 bis 10.
🎓 Abschlüsse: An der Sekundarschule können verschiedene Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden, zum Beispiel Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss.
🔄 Längeres gemeinsames Lernen: Kinder werden nicht sofort fest auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium verteilt.
🚀 Zukunftswege: Die Sekundarschule bereitet sowohl auf eine berufliche Ausbildung als auch auf den späteren Weg Richtung Abitur vor.
🤝 Oberstufe: Eine eigene gymnasiale Oberstufe hat die Sekundarschule nicht. Der Übergang zum Abitur wird aber über Kooperationen mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs ermöglicht.
🌍 Andere Bundesländer: Ähnliche Schulformen heißen je nach Bundesland zum Beispiel Oberschule, Realschule plus, Regelschule oder Gemeinschaftsschule.
Eine Sekundarschule ist also eine Schule für die Klassen 5 bis 10, an der Kinder länger gemeinsam lernen und verschiedene Abschlüsse erreichen können. Sie ist besonders interessant, wenn der Bildungsweg nach der Grundschule noch offen bleiben soll.
Merkmale und Aufbau der Sekundarschule
Die Sekundarschule ist so aufgebaut, dass Kinder nach der Grundschule nicht sofort auf einen festen Bildungsweg festgelegt werden. In Nordrhein-Westfalen umfasst sie die Jahrgänge 5 bis 10 und ist in der Regel als Ganztagsschule angelegt.
Neben dem normalen Unterricht gibt es also häufig zusätzliche Lernzeiten, Förderangebote, Arbeitsgemeinschaften oder gemeinsame Aktivitäten am Nachmittag.
In den Klassen 5 und 6 lernen die Kinder an der Sekundarschule meist gemeinsam im Klassenverband. Das soll den Übergang von der Grundschule leichter machen.
Möglich macht das die sogenannte Binnendifferenzierung. Das bedeutet: Die Lehrkraft passt Aufgaben, Hilfen oder Anforderungen an den Lernstand der Kinder an. Manche bekommen mehr Unterstützung, andere bearbeiten schwierigere Aufgaben. So bleibt die Klasse zusammen, ohne dass alle genau dasselbe leisten müssen.
Ab Klasse 7 kann der Unterricht unterschiedlich organisiert werden. Je nach Schule gibt es integrierte, teilintegrierte oder kooperative Formen.
🔹 Integriert:
Alle lernen weiter gemeinsam in einer Klasse. Die Aufgaben werden individuell angepasst, damit jedes Kind auf seinem Niveau arbeiten kann.
🔹 Teilintegriert:
Die Klasse bleibt grundsätzlich zusammen, aber in manchen Fächern gibt es unterschiedliche Leistungsgruppen, zum Beispiel Grund- und Erweiterungskurse.
🔹 Kooperativ:
Bildungsgänge oder Anforderungsebenen werden stärker getrennt, etwa nach Hauptschule, Realschule oder gymnasialem Anspruch. So können Schüler gezielter nach ihrem Leistungsstand lernen.
Die Sekundarschule ist also nicht überall gleich aufgebaut. Manche Schulen setzen stärker auf gemeinsames Lernen, andere trennen ab Klasse 7 stärker nach Leistung oder Bildungsgang. Deshalb lohnt es sich, bei der konkreten Schule nachzufragen, wie genau dort gelernt wird.
Welche Abschlüsse sind an der Sekundarschule möglich?
An der Sekundarschule können Schülerinnen und Schüler verschiedene Abschlüsse der Sekundarstufe I erreichen. Welche Bezeichnungen genau verwendet werden, hängt vom Bundesland und teilweise auch von der Schule ab.
Möglich sind zum Beispiel:
✅ Erster Schulabschluss / Hauptschulabschluss
Dieser Abschluss kann je nach Bundesland nach Klasse 9 erreicht werden.
✅ Erweiterter Erster Schulabschluss / Hauptschulabschluss nach Klasse 10
Er ist eine weitere Abschlussmöglichkeit am Ende der Sekundarstufe I.
✅ Mittlerer Schulabschluss / Realschulabschluss / Fachoberschulreife
Dieser Abschluss wird meist nach Klasse 10 erreicht und eröffnet viele Ausbildungswege.
✅ Mittlerer Abschluss mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe
Wer die entsprechenden Leistungen erreicht, kann danach in die gymnasiale Oberstufe wechseln.
Achtung: Die Sekundarschule hat keine eigene Oberstufe. Das bedeutet: Das Abitur wird nicht direkt an der Sekundarschule gemacht. Trotzdem bleibt der Weg dorthin offen.
Durch verbindliche Kooperationen mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs wird eine planbare Schullaufbahn bis zum Abitur ermöglicht. Wenn du also nach Klasse 10 die nötigen Voraussetzungen erfüllst, kannst du an eine passende Schule mit Oberstufe wechseln und dort weiter Richtung Abitur gehen.
Wie kommt man von der Sekundarschule zum Abitur?
Die Sekundarschule endet nach Klasse 10. Das bedeutet aber nicht, dass danach Schluss sein muss. Wenn dein Kind gute Noten erreicht und die nötige Qualifikation bekommt, kann es anschließend in die gymnasiale Oberstufe wechseln und dort weiter Richtung Abitur gehen.
Damit dieser Übergang klappt, arbeitet die Sekundarschule mit anderen Schulen zusammen. Das können zum Beispiel ein Gymnasium, eine Gesamtschule oder ein Berufskolleg sein.
Meist dauert dieser Weg insgesamt neun Jahre: sechs Jahre an der Sekundarschule, also von Klasse 5 bis 10, und danach drei Jahre in der Oberstufe. Auch Fremdsprachen spielen dabei eine wichtige Rolle. Deshalb wird an der Sekundarschule eine zweite Fremdsprache angeboten. Sie hilft dabei, die Voraussetzungen für die gymnasiale Oberstufe zu erfüllen.
Sekundarschule im Vergleich zu anderen Schulformen
Vergleichen wir einmal die Sekundarschule mit Realschule, Gymnasium und Gesamtschule. Der wichtigste Unterschied: Die Sekundarschule umfasst die Klassen 5 bis 10 und hat in Nordrhein-Westfalen keine eigene gymnasiale Oberstufe.

Eine Realschule ist meist stärker auf den mittleren Abschluss und den späteren Einstieg in Ausbildung oder weiterführende Schulen ausgerichtet.
Das Gymnasium führt direkter zum Abitur und arbeitet oft theoretischer, schneller und stärker leistungsorientiert.
Die Gesamtschule ähnelt der Sekundarschule, weil Kinder dort länger gemeinsam lernen und verschiedene Abschlüsse erreichen können. Der Unterschied: Eine Gesamtschule hat häufig eine eigene Oberstufe, die Sekundarschule dagegen kooperiert mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs.
| Schulform | Klassen | Typisch | Abitur direkt an der Schule? |
|---|---|---|---|
| Sekundarschule | 5–10 | Gemeinsames Lernen, Differenzierung, alle Abschlüsse der Sekundarstufe I | Nein, aber über Kooperation möglich |
| Realschule | 5–10 | Mittlerer Abschluss, praxisnaher Unterricht, Berufsorientierung | Nein |
| Gymnasium | 5–12/13 | Direkter Weg zum Abitur, theoretischer und leistungsorientierter Unterricht | Ja |
| Gesamtschule | 5–12/13 | Gemeinsames Lernen, verschiedene Abschlüsse, oft eigene Oberstufe | Meist ja |
Die Sekundarschule liegt also ein Stück zwischen Realschule und Gesamtschule. Sie bietet gemeinsames Lernen und mehrere Abschlusswege, führt aber nicht direkt an derselben Schule zum Abitur.
Vorteile und mögliche Nachteile der Sekundarschule
Die Sekundarschule kann für viele Kinder eine gute Wahl sein, weil sie verschiedene Bildungswege offenhält. Gleichzeitig solltest du dir die konkrete Schule genau anschauen, denn Aufbau, Fächer, Förderung und Kooperationen können sich unterscheiden.
Kinder werden nach der Grundschule nicht sofort fest auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium verteilt. Sie lernen zunächst gemeinsam und können sich in Ruhe weiterentwickeln.
An der Sekundarschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden. Dazu gehören je nach Bundesland der Hauptschulabschluss, der mittlere Abschluss und die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe.
Die Sekundarschule arbeitet mit unterschiedlichen Aufgaben, Lernwegen und Leistungsniveaus. So können Kinder unterstützt werden, ohne dass sie direkt die Schule oder Klasse wechseln müssen.
Auch wenn die Sekundarschule keine eigene Oberstufe hat, bleibt das Abitur möglich. Dafür gibt es Kooperationen mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs.
Die Sekundarschule endet in der Regel nach Klasse 10. Wer Abitur machen möchte, muss danach an eine andere Schule mit gymnasialer Oberstufe wechseln.
Der Wechsel nach Klasse 10 kann gut klappen, ist aber trotzdem eine Umstellung. Neue Lehrkräfte, neue Mitschüler und ein anderes Lernumfeld gehören dann dazu.
Nicht jede Sekundarschule ist gleich aufgebaut. Manche arbeiten stärker integriert, andere trennen ab Klasse 7 deutlicher nach Leistungsniveau oder Bildungsgang.
Eltern sollten vorher nachfragen: Welche Abschlüsse sind möglich? Mit welcher Schule gibt es Kooperationen? Welche zweite Fremdsprache wird angeboten? Und wie wird ab Klasse 7 differenziert?
Für wen ist die Sekundarschule eine gute Wahl?
Die Sekundarschule kann gut passen, wenn der weitere Bildungsweg nach der Grundschule noch nicht ganz feststeht. Hier eine kleine Checkliste:
Die Sekundarschule kann passen, wenn dein Kind…
✅ noch Zeit für seine schulische Entwicklung braucht.
✅ nicht zu früh auf einen Abschluss festgelegt werden soll.
✅ von individueller Förderung profitiert.
✅ gerne gemeinsam mit unterschiedlichen Kindern lernt.
✅ praktisch und theoretisch lernen möchte.
✅ sich den Weg zum Abitur offenhalten möchte.
✅ eine Schule mit Ganztag und klarer Struktur braucht.
✅ noch nicht sicher weiß, welcher Bildungsweg später der richtige ist.
In welchem Bundesland gibt es die Sekundarschule?
Die Sekundarschule gibt es nicht in jedem Bundesland unter genau diesem Namen. Weil Bildung in Deutschland Ländersache ist, unterscheiden sich Bezeichnung, Aufbau und Abschlüsse je nach Bundesland:
| Bundesland | Bezeichnung | Jahrgänge | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Berlin | Integrierte Sekundarschule | 7–10 | Die ISS wird im Ganztag geführt. Möglich sind Berufsbildungsreife, Mittlerer Schulabschluss und je nach Schule auch der Weg zum Abitur über eine eigene oder verbundene Oberstufe. |
| Brandenburg | Oberschule | 7–10 | Die Oberschule vermittelt grundlegende und erweiterte allgemeine Bildung. Möglich sind unter anderem die erweiterte Berufsbildungsreife und die Fachoberschulreife. |
| Mecklenburg-Vorpommern | Regionale Schule | 5–10 | In Klasse 5 und 6 lernen alle Kinder gemeinsam in der schulartunabhängigen Orientierungsstufe. Danach bereitet die Schule auf Ausbildung und weiterführende Bildungsgänge vor. |
| Niedersachsen | Oberschule | 5–10 | Die Oberschule kann mit oder ohne gymnasiales Angebot geführt werden. Dadurch bleiben je nach Schule verschiedene Bildungswege offen. |
| Nordrhein-Westfalen | Sekundarschule | 5–10 | In Klasse 5 und 6 lernen die Kinder gemeinsam. Ab Klasse 7 kann der Unterricht integriert, teilintegriert oder kooperativ organisiert werden. |
| Rheinland-Pfalz | Realschule plus | 5–10 | Die Realschule plus verbindet Berufsreife und qualifizierten Sekundarabschluss I. Sie kann integrativ oder kooperativ aufgebaut sein. |
| Sachsen | Oberschule | 5–10 | Die Oberschule verbindet Haupt- und Realschulausbildung. Danach sind auch Wege an Fachoberschulen oder berufliche Gymnasien möglich. |
| Sachsen-Anhalt | Sekundarschule | 5–10 | Die Sekundarschule führt zum Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss. Ein Schwerpunkt ist das duale Lernen mit Verbindung von Schule und beruflicher Praxis. |
| Schleswig-Holstein | Gemeinschaftsschule | 5–10 bzw. 5–13 | An Gemeinschaftsschulen können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden. Einige Standorte haben zusätzlich eine gymnasiale Oberstufe. |
| Thüringen | Regelschule | 5–10 | In Klasse 5 und 6 lernen die Kinder gemeinsam. Ab Klasse 7 kann der Unterricht je nach Beschluss stärker differenziert werden. |
Die Tabelle gibt dir eine erste Orientierung. Wenn du wissen möchtest, welche Schulform bei dir vor Ort wirklich passt, solltest du immer die konkrete Schule oder das zuständige Bildungsministerium deines Bundeslandes prüfen.
Referenzen
- Sekundarschule. (n.d.). https://www.schulministerium.nrw/sekundarschule
- Redaktion. (2020, September 18). Was ist eine Sekundarschule? sofatutor-Magazine. https://magazin.sofatutor.com/eltern/sekundarschule/#Formen%20Sekundarschule
- Grellmann, B. E. S. (2024, May 22). Schulsysteme der Bundesländer: Welche Sekundarschulen gibt es und welche Bildungsgänge werden da angeboten? | Bildung | bpb.de. bpb.de. https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/256373/schulsysteme-der-bundeslaender-welche-sekundarschulen-gibt-es-und-welche-bildungsgaenge-werden-da-angeboten/
Mit KI zusammenfassen:







