Sicher hast Du schon einmal einem Schüler in Schwierigkeiten geholfen, sei es Deinem eigenen Kind, einer kleinen Cousine oder einem Nachbarskind ... Vielleicht kostenlos, vielleicht auch für eine finanzielle Entschädigung, die mehr oder weniger symbolisch war.

Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe und andere Privatstunden: Dieser Markt boomt in Deutschland. Als Wirtschaftszweig generiert er ca. 900 Millionen Euro pro Jahr und und betrifft 1,2 Millionen Schüler.

Die Kunden sind in erster Linie Eltern von Kindern in der Grundschule, Realschule oder auf dem Gymnasium.

Die privaten Nachhilfelehrer sind je nach Schwierigkeitsgrad ausgebildete Pädagogen (in erster Linie Lehrer) oder Studenten an Universitäten oder Hochschulen und oft sogar selbst noch Schüler/innen.

Die große Ungleichheit, was Fähigkeiten und Qualifikationen angeht, erklärt auch die sehr unterschiedlichen Preise. Der Nachhilfe-Markt reguliert sich ausserdem wie jeder andere Markt durch Angebot und Nachfrage.

Wenn Du nun beschlossen hast, Dein Geld als Nachhilfelehrer zu verdienen - was sind die rechtlichen Schritte, damit Dein Einkommen auch legal ist? Das wollen wir uns in diesem Artikel näher ansehen.

Katinka
Katinka
Lehrkraft für Französisch - Leseverständnis
5.00 5.00 (21) 29€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Stergios
Stergios
Lehrkraft für Klavier
60€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Irina
Irina
Lehrkraft für Personal Training
5.00 5.00 (2) 35€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Matthias
Matthias
Lehrkraft für Programmierung
5.00 5.00 (30) 90€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Bami
Bami
Lehrkraft für DaF Deutsch als Fremdsprache
4.83 4.83 (4) 20€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Lucas
Lucas
Lehrkraft für Schwimmen
5.00 5.00 (25) 70€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Caro
Caro
Lehrkraft für Spanisch
4.92 4.92 (38) 25€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Peter
Peter
Lehrkraft für DaF Deutsch als Fremdsprache
4.88 4.88 (8) 34€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Julia
Julia
Lehrkraft für Professionelles Coaching
5.00 5.00 (16) 45€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Raphaël
Raphaël
Lehrkraft für Gitarre
5.00 5.00 (19) 45€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Olga
Olga
Lehrkraft für Gesang
5.00 5.00 (5) 70€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Moritz
Moritz
Lehrkraft für Fitness
60€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Eleonora
Eleonora
Lehrkraft für Solfeggio
5.00 5.00 (3) 30€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Viktor
Viktor
Lehrkraft für Mathematik
4.92 4.92 (65) 70€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Alexandra
Alexandra
Lehrkraft für Spanisch - Hörverständnis
4.98 4.98 (45) 29€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
Fernando
Lehrkraft für Mathematik
4.97 4.97 (32) 17€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!

Nachhilfe: Die Versuchung der Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist eine Verlockung für jeden, der zu Hause Unterricht gibt und damit Geld verdient, zumal das Unfallrisiko bei den meisten Nachhilfe-Tätigkeiten sehr begrenzt ist.

Da kommt Freude auf! Aber Schwarzarbeit kann teuer werden... | Quelle: Pixabay

Deshalb melden viele Jugendliche und Erwachsene, die nur wenige Nachhilfeschüler haben, ihre Tätigkeit oft gar nicht erst an. Die Nichtmeldung ist allerdings strafbar und wenn Du erwischt wirst, kann das folgende Konsequenzen haben:

  • Ärger mit dem Finanzamt und eventuell eine Anzeige: Steuern muss man bei selbstständiger Arbeit erst oberhalb von 8.354 Euro pro Jahr (Stand 2014) zahlen. Da schadet es also nichts, ein Gewerbe oder eine selbstständige Tätigkeit anzumelden!
  • Als BAföG-Empfänger musst Du dem BAföG-Amt Deine Einnahmen mitteilen, sonnst können Anzeige, Gerichtsverfahren und sogar Vorstrafe drohen.
  • Wenn Du über Deine Familie krankenversichert bist, musst Du Deine Beiträge für die Krankenversicherung selbst übernehmen, wenn Du über 450 Euro im Monat durch einen Minijob verdient. Die 450 Euro können dabei auch aus mehreren Jobs stammen. Entscheidend ist die Höhe.
  • Auch als Hartz-4-Empfänger musst Du Deine Einnahmen dem zuständigen Amt mitteilen. Sonnst kann es sein, dass das Amt das Arbeitslosengeld in Höhe des Verdienstes zurückfordert. Außerdem kann es zu einer Anzeige kommen.

Grundsätzlich gilt in allen Fällen: Wenn Du Deine Einnahmen nicht versteuerst, dann arbeitest Du schwarz. Selbst wenn Du noch minderjährig sein solltest, hast Du keinen Anspruch auf eine Vergütung für Deine Dienstleistungen, wenn Du diese nicht den Steuerbehörden meldest!

Nachhilfeunterricht geben ist natürlich Arbeit, wenn sie bezahlt wird. Zumal der Stundensatz häufig zwischen zehn und zwanzig Euro liegt, also deutlich über dem Mindestlohn.

Wie versteuerst Du Deine Einkünfte als Nachhilfelehrer/in?

Falls man für eine Einrichtung wie Schülerhilfe oder einer ähnlichen Nachhilfe gibt, ist man dort vermutlich angestellt. In diesem Fall handelt es sich oft um eine Geringfügige Beschäftigung (bis 400 €/Monat); auch "Minijob" genannt. Über 400 €/Monat handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit.

In den meisten Fällen ist der Nachhilfeunterricht eine freiberufliche Tätigkeit.
Falls der Verkauf von Lehrmaterial oder Werbung für Lehrmaterial hinzukommt, wird Deine freiberufliche Tätigkeit allerdings sofort zu einem "Gewerbe". Wer solche Aktivitäten mit einplant, sollte also gleich ein Gewerbe anmelden.

Üblicherweise werden ein Gewerbe beim Gewerbeamt (oft im Rathaus) und eine freiberufliche Tätigkeit direkt beim Finanzamt angemeldet.

Für Quittungen an den Nachhilfeschüler und zum eigenen Nachweis über empfangenes Geld kann man einen einfachen, sehr günstigen Quittungsblock in jedem Schreibwarenhandel kaufen.

Da freut sich das Sparschwein: Die Finanzspritze ist ganz legal! | Quelle: Pixabay

Ausführlichere Informationen zu all Deinen Fragen, erhältst Du auch auf existenzgruender.de.

Dort erfährst Du auch, wann die Nachhilfe als „organisierte und institutionalisierte Form“ gesehen wird und ab wann eine "beratende Tätigkeit" daraus wird.

Handelt es sich um eine reine Hausaufgabenbetreuung, kann man das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale anwenden.

Die Vorteile der Legalität

Die Legalität ermöglicht Dir nicht nur einen ruhigen Schlaf ohne Gewissensbisse und ohne Angst, nach einer Steuerprüfung vorbestraft zu sein und eine hohe Strafe zahlen zu müssen.

Es bringt auch noch weitere nicht zu vernachlässigende Vorteile, wenn Du Deine Arbeit anmeldest und Deine Einnahmen deklarierst: Arbeitest Du als Privatlehrer schwarz und Dein Schüler zahlt den vereinbarten Lohn nicht, gibt es für Dich keine Möglichkeit, diesen vor Gericht einzuklagen.

Ausserdem solltest Du immer bedenken, dass Du bei der Schwarzarbeit keine Zahlungen in die Renten- oder Arbeitslosenversicherung leistest. Dementsprechend verringern sich die Leistungen bei Arbeitslosigkeit beziehungsweise Deine spätere Rente.

Eventuell droht nach dem Ende der Berufstätigkeit eine böse Überraschung: Viele Menschen mit wenig Rente sind im Alter gezwungen, weiter zu arbeiten, weil sie sonst nicht über die Runden kommen.

Schwarz zu arbeiten bedeutet aber vor allem auch, nicht zum Gemeinwohl beizutragen und die Arbeitsbedingungen von Nachhilfelehrern negativ zu beeinflussen. Du kannst für Dich vom Staat keine Hilfe in Anspruch nehmen wie Wohngeld, Kindergeld etc., wenn Du im Gegenzug nicht bereit bist, Deinen Teil dazu beizutragen, dass der Laden namens Sozialstaat auch läuft.

Lass Dich von den administrativen Schritten nicht abschrecken - es ist wirklich halb so schlimm!

Es gibt die bereits genannten Optionen, zwischen denen Du Dich wirst entscheiden müssen, je nachdem, wie viel Du arbeiten willst und kannst, wie viel Du verdienen willst und ob es sich bei den Nachhilfestunden um eine ergänzende Tätigkeit handelt.

Deine Wahl sollte sich nach dem Umfang des Nachhilfeunterrichts, Deiner familiären Situation und Deinen Wünschen richten.

Wenn Du viel Zeit hast, Unterricht zu geben, dann kannst Du bei einem der grossen Nachhilfe-Institute anheuern. Dort arbeitest Du dann als Angestellte/r und lässt das Institut die Formalitäten übernehmen. Eine angenehme Situation!

Aber die Arbeitswelt modernisiert sich und die Mentalitäten ebenso. Das traditionelle Modell des privaten Lohnverdieners stammt aus den 30er Jahren und ist ein wenig angestaubt. Die Selbständigkeit ist eine verlockende Alternative: Sein eigener Chef zu sein oder sein eigenes Unternehmen zu gründen, reizt immer mehr Menschen.

Freiberuflich kannst Du arbeiten, wo und wann Du willst! | Quelle: Pixabay

Neue Technologien erleichtern die Suche nach Schülern, ob in Kleinanzeigen (wie eBay) oder auf spezialisierten Plattformen (wie Superprof) und eignen sich sowohl für reguläre Kurse als auch für einmalige Unterstützung.

Auch das Anmelden der freiberuflichen Tätigkeit, des Mini-Jobs oder eines Gewerbes ist weder kompliziert noch langwierig und Deine Einnahme kannst Du online deklarieren und Deine Steuern online zahlen.

Es gibt also keine Entschuldigung, wenn Du das Risiko eingehst, schwarz zu arbeiten!

Das „bisschen nebenher verdienen“ kann erhebliche Folgen haben und eine fette Geldstrafe ist überhaupt nicht cool...

 

 

 

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.