Paganini, Menuhin oder Garrett – wenn man nach berühmten Violinisten fragt, fallen sofort einige Namen. Die Geige scheint ein Instrument zu sein, das geradezu gemacht ist für virtuoses Spiel, dass die Zuhörenden berührt, begeistert und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Aber wie sieht es bei dem deutlich größeren und tiefer klingenden Cello aus?

Im Laufe seiner Geschichte hat sich das Cello von einem wenig beachteten Begleitinstrument zu einem Protagonisten in vielen klassischen und modernen Kompositionen entwickelt. Veränderungen in der Bauweise im 18. und 19. Jahrhundert verbesserten den Klang, die Durchsetzungskraft und die Spielbarkeit, sodass es vermehrt auch als Soloinstrument eingesetzt wurde. In Zuge dessen traten auch die Cellisten vermehrt in den Vordergrund.

In diesem Artikel stellen wir Dir berühmte Cellisten und Cellistinnen vor, die die Cello-Musik geprägt haben und immer noch prägen. Entdecke mit uns die ersten bekannten Cello-Spieler, die Virtuosen des 19. und 20. Jahrhunderts und zu zeitgenössischen Musiker*innen, die sich durch ihr Spiel auf dem Violoncello einen Namen gemacht haben.

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Und los geht's

17. und 18. Jahrhundert: Cellisten verhelfen ihrem Instrument zu größerer Bekanntheit

Obwohl die Entwicklung des Cellos mit der der Geige Hand in Hand geht und beide ungefähr zeitgleich entstanden sind, hatten sie in der Musikgeschichte über längere Zeit hinweg einen sehr unterschiedlichen Stellenwert. Während die Geige innerhalb kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Instrumente in jedem Orchester wurde und schon bald als Soloinstrument, auf dem die Musiker ihre Virtuosität unter Beweis stellen konnten, eingesetzt wurde, führte das Cello eher ein Schattendasein.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts löste das Violoncello die bis dahin für dieselben Aufgaben zuständige Bassgambe ab, die als veraltet angesehen wurde. Diese Entwicklung wurde von den Komponisten dieser Zeit vorangetrieben, die in den Streichersätzen konkret nach Celli verlangten. Nur wenig später entstanden auch vermehrt Cellokonzerte, in denen sich das Violoncello als Soloinstrument beweisen konnten.

Einer der ersten Cellisten und Komponisten, der diese Entwicklung vorantrieb, war Giuseppe Maria Jacchini (1663 – 1727). Er komponierte unter anderem Sonaten und Kammermusik, in denen er die Cellostimme ausdrücklich als verbindlich notierte. Einige seiner Werke enthalten bereits virtuose Solopassagen für Cello, die als Vorläufer für die späteren Cellokonzerte gelten.

Dem Cellisten Francisco Caporale (um 1700 bis 1746) ist zu verdanken, dass das Cello in England an Beliebtheit gewann und sich von dort aus endgültig seinen Platz in der europäischen Musik sicherte. Der gebürtige Italiener reiste nach London, wo er unter anderen Georg Friedrich Händel kennenlernte und mit seinem feinen, ausdruckstarken und wohlklingenden Spiel begeisterte. Händel nahm Caporale in sein Orchester auf und komponierte Cellopassagen, in denen die Spielweise des Cellisten bestmöglich zur Geltung kam.

Es hat lange gedauert, bis das Cello in den Orchestern vertreten war.
Die ersten bekannten Cellisten haben dafür gesorgt, dass das Cello auch in den Orchestern seinen Platz hat. | Quell: Guy Basabose via Unsplash

Auch in Frankreich konnte sich das Cello erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts gegen die Gambe durchsetzen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten Jean-Baptiste Barrière (1707 - 1747), der größte französische Cello-Virtuose seiner Zeit, und Martin Berteau (1691 oder 1709 bis 1771), der als der Begründer der französischen Celloschule gilt.

Luigi Boccherini (1743 – 1805) kann als der erste europaweit bekannte Cello-Superstar bezeichnet werden. Bereits im Alter von 18 Jahren wurde der junge Italiener auf internationalen Konzertreisen als berühmter Virtuose empfangen und gefeiert. Ab 1770 war er Kammermusiker am spanischen Hof und komponierte zahlreiche instrumentale Kammerstücke, in denen sich das Violoncello in all seinen Facetten präsentieren kann. Boccherinis melodiöse Kompositionen waren schon bald in ganz Europa bekannt. Im Jahr 1786 wurde er schließlich vom preußischen König zum Kammerkomponisten ernannt.

Der bedeutendste deutsche Cellist seiner Zeit war Bernhard Romberg (1767 – 1841), ein Mitglied der bekannten Musikerfamilie Romberg. Gemeinsam mit seinem Cousin, dem Violinisten Andreas Romberg, unternahm er bereits als Kind und Jugendlicher ausgedehnte Konzertreisen durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich. In diesem Kontext lernte er Joseph Haydn kennen und trat gemeinsam mit Ludwig van Beethoven auf. Heutzutage ist er vor allem durch die von ihm verfasste Cello-Schule, die noch immer im Cellounterricht verwendet wird, von Bedeutung.

Ein weiteres bis heute verwendetes Standardwerk unter den Cello-Schulen stammt von dem deutschen Cellisten und Komponisten Friedrich Dotzauer (1783 – 1860), der eine Zeit lang bei Romberg studierte. Während seine Bedeutung als bekannter Cellist und vielseitiger Komponist heute in den Hintergrund geraten ist, begleiten seine Etüden und Lehrstücke weiterhin unzählige Celloschüler*innen.

Die ersten berühmten Cellistinnen gab es erst im 19. Jahrhundert.
Auf Grund der Spielhaltung galt das Cellospielen für Frauen lange als unschicklich. | Quelle: Vidar Nordli-Mathisen via Unsplash

Die Cello-Virtuosen des 19. und 20. Jahrhunderts

Das beginnende 19. Jahrhundert läutete das Zeitalter der großen Virtuosen, die von einem breiten Publikum verherrlicht wurden, ein. Der gesellschaftliche Wandel hatte dazu geführt, dass auch das Bürgertum Zugang zu Konzerten hatte, wodurch sich die Zuschauerzahlen deutlich erhöhten und die Popularität einzelner Künstler stieg.

Einer dieser großen Cello-Virtuosen, der von den Massen gefeiert wurde, war der Belgier Adrien-François Servais (1807 – 1866). Der französische Komponist Hector Berlioz bezeichnete ihn als bedeutendsten Cellisten seiner Zeit und von seinen Bewunderern wurde er „der Paganini des Violoncellos“ genannt. Große Komponisten wie Franz Liszt und Giaocchino Rossini gehörten zu seinen Freunden, Ludwig von Stainlein widmete ihm mehrere seiner Werke. Auch Servais selbst komponierte einige Werke für Cello, teilweise in Zusammenarbeit mit Hubert Léonard, Henri Vieuxtemps und Jacques Grégoir.

Das Cellospiel war lange Zeit den Männern vorbehalten. Für Frauen war es teilweise sogar verboten, da die Spielhaltung als anzüglich galt. Nichtsdestotrotz erlangen im Laufe des 19. Jahrhunderts einige Cellistinnen große Bekanntheit und begaben sich auf Konzertreisen durch ganz Europa.

Die erste professionelle Cellistin der Musikgeschichte war Lisa Christiani (1827 – 1853). In zeitgenössischen Quellen wird die für Frauen als unschicklich angesehene Spielhaltung ausführlich besprochen und kommentiert, während Christianis künstlerische Fähigkeiten und Fertigkeiten nur vereinzelt hervorgehoben werden. Gelobt werden vor allem ihr schöner Ton, ihre Ausdruckskraft und ihre Intonation.

Lisa Christiani ebnete den Weg für ihr nachfolgende Cellistinnen; darunter die Schweizerin Anna Kull (1841 – 1923). Obwohl sie, wahrscheinlich auf Wunsch ihrer Eltern, ihre nur sechsjährige Konzerttätigkeit im Alter von 19 Jahren bereits wieder einstellte, trug sie den Titel der «Kammervirtuosin der Königin von England».

David Popper (1843 – 1913) war nicht nur einer der großen Cello-Virtuosen seiner Zeit, sondern auch eine prägende Figur für den Cellounterricht des 20. Jahrhunderts. Als großer Kenner des gesamten klassischen Cello-Repertoires erkannte er, dass die herkömmlichen Cello-Schulen den Anforderungen an die zeitgenössische Spielweise nicht mehr gerecht werden konnten. Mit der Hohe Schule des Violoncellospiels schuf er ein Werk, das bis heute seine Gültigkeit hat.

Ein weiterer Cellist, der sowohl als Virtuose als auch als gefragter Lehrer in die Musikgeschichte einging ist Julius Klengel (1859 – 1933). Seine Zeitgenossen verglichen ihn mit dem legendären Teufelsgeiger Paganini und nannten ihn aufgrund seiner intensiven Lehrtätigkeit „den Cellistenmacher“.

Weltbekannt ist der katalanische Cellist Pau Casals, auch Pablo Casals, (1876 – 1973), der sich auch als Komponist und Dirigent einen Namen machte. Neben seinen Verdiensten als herausragender Cellist, ist Casals auch für sein politisches und soziales Engagement bekannt, das vom Wunsch nach Frieden und Demokratie getragen war. So lehnte er konsequent Konzerteinladungen in Ländern, deren politisches Regime er nicht akzeptierte, ab, setzte sich für spanische Bürgerkriegsflüchtlinge ein und spielte für die Vereinten Nationen. Neben verschiedenen Ehrungen und Auszeichnungen, wurde Pau Casals 1958 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Ein großer Bewunderer Casals, der seinerseits von seinem Idol in höchsten Tönen gelobt wurde, war Emanuel Feuermann (1902 – 1942). Der deutsch-österreichische Cellist war ein Schüler von Julius Klengel und trat bereits im Alter von 11 Jahren mit den Wiener Philharmonikern auf. Seine New Yorker Aufführung von 13 Cellokonzerten an vier Abenden wurde als „Ein-Mann-Revolution“ gefeiert. Feuermann starb auf dem Höhepunkt seiner Karriere infolge eines ärztlichen Behandlungsfehlers.

Als „Cellist der Zukunft“ wurde Pierre Fournier (1906 – 1986) aufgrund seines sanglichen Spiels, seiner Virtuosität und Bogenführung gefeiert. Seine Aufnahmen der Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1960 gehören zu den herausragenden Interpretationen dieses Werks sowie den bedeutendsten Tondokumenten der Schallplattengeschichte.

Der Schüler und Freund Pau Casals, Paul Tortelier (1914 – 1990), wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Solist bekannt und erhielt Einladungen von Orchestern aus der ganzen Welt. An der Seite von Arthur Rubinstein und Isaac Stern bildete er ein Trio, das bis heute legendär ist.

Mstislaw Rostropowitsch (1927 – 2007) gilt als einer der wichtigsten Cellisten der Musikgeschichte. Seine Bedeutung geht nicht zuletzt auf seinen Einsatz für die Musik zeitgenössischer Komponisten zurück. Sowohl als Cellist als auch als Dirigent war er an der Uraufführung von über 150 Stücken beteiligt. Neben seinen musikalischen Tätigkeiten engagierte er sich als überzeugter Humanist politisch in der Öffentlichkeit und privat.

Als Alleskönner auf dem Cello galt Janos Starker (1924 – 2013), der bereits in jungen Jahren als Wunderkind gefördert und gefeiert wurde. Im Laufe seiner Karriere spielte er alle wichtigen Werke für Cello ein, führte für ihn geschriebene zeitgenössische Kompositionen auf und war über Jahre hinweg erster Cellosolist bedeutender US-amerikanischer Orchester.

Berühmte Cellisten der Gegenwart

Als einer der besten Cellisten der Gegenwart gilt Mischa Maisky (geb. 1948), der als Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon fast 40 Aufnahmen mit namhaften Orchestern aus aller Welt einspielte. Seine legendärste Konzertreise absolvierte Maisky im Jahr 2000, als er zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach dessen Solosuiten in über 100 Aufführungen weltweit präsentierte.

Der Cello-Virtuose Yo-Yo Ma (geb. 1958) spielte bereits als siebenjähriger auf Einladung von John F. Kennedy im Weißen Haus. Ein Jahr später trat er gemeinsam mit Leonard Bernstein im amerikanischen Fernsehen auf. Neben klassischen Werken, widmet er sich auch der zeitgenössischen und traditionellen Musik verschiedener Regionen. Das von ihm 2000 gegründete Silkroad Ensemble vereint Musiker*innen aus verschiedenen Kulturen.

Die Liste der berühmten Cellisten der Gegenwart und Vergangenheit könnte noch lange fortgesetzt werden. So vielseitig wie das Instrument selbst sind auch seine Spieler*innen. Sie alle haben die Cellomusik und -spielweise auf ihre eigene Art interpretiert und geprägt. Auch heute noch erlangen junge Talente mit ihrem Cellospiel Bekanntheit und begeistern uns mit ihrer Virtuosität.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.