Ein Instrumentalkonzert, oder auch Solokonzert, ist ein musikalisches Werk, in dem ein Soloinstrument dem Orchester gegenübersteht. Dabei wechseln sich Solo und Tutti (alle) ab, wobei auch die Solopartien von dem Ensemble begleitet werden können. Entstanden ist das Instrumentalkonzert in der Barockzeit und hat sich im Laufe der Musikgeschichte stetig weiterentwickelt.

Das Cello konnte sich, anders als beispielsweise die Geige, nicht sofort als Orchester- und noch weniger als Soloinstrument durchsetzen. Als das Violoncello entstanden ist, wurden die begleitenden Bassstimmen zumeist von den älteren und bereits etablierten Bassgamben übernommen. Es dauerte fast ein Jahrhundert bis das Cello als fester Bestandteil von Orchestern und Kammerensembles angesehen wurde.

Demensprechend wurden zunächst auch nur wenige Werke explizit für das Cello komponiert. Ausnahmen findet man bei Antonio Vivaldi, Carl Philip Emanuel Bach, Joseph Haydn und Luigi Boccherini. Insbesondere der Cellist Boccherini und der Komponist Haydn verhalfen mit ihren Werken dem Violoncello zu größer Bekanntheit und Beliebtheit.

Im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Romantik und der großen Virtuosen, erlangte das Cello schließlich Anerkennung als Soloinstrument. Aus dieser Zeit stammen viele der heute noch bedeutenden Cellokonzerte. Aber auch die bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts komponierten weiterhin Konzerte für Violoncello, von denen einige zu den Standartwerken für Cello gehören. In diesem Artikel stellen wir Dir berühmte Cellokonzerte aus verschiedenen Epochen vor.

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Joseph Haydn: Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur Hob. VIIb:1

Das älteste Werk, das wir Dir hier vorstellen, stammt von einem der großen Komponisten der Wiener Klassik: Joseph Haydn. Sein erstes von wie bekannten Cellokonzerten komponierte er zwischen 1761 und 1765, während seiner Zeit als Kapellmeister beim Fürsten Esterházy.

Obwohl das Werk bereits der Klassik zugerechnet werden kann, trägt es noch ausgeprägte Züge des Spätbarocks. Dies zeigt sich vor allem in dem Wechselspiel zwischen den Solo- und den Tuttipartien, das eher an das barocke Concerto grosso erinnert. Die musikalischen Figuren sind festlich, fast schon schwülstig; das Orchester kommt mit einer kleinen Besetzung aus jeweils zwei Oboen, Hörnern und Geigen sowie einer Bratsche, einem Cello und einem Kontrabass aus.

Haydns Cellokonzert Nr. 1 galt lange als verschollen und war nur in Fragmenten überliefert. Erst 1961 wurde im Prager Nationalmuseum eine vollständige Stimmenabschrift gefunden und bereits ein Jahr später wurde es „uraufgeführt“. Als eines der anspruchsvollsten Cellokonzerte überhaupt erfreut es sich bis heute bei vielen berühmten Cellisten großer Beliebtheit.

Luigi Boccherini: Cellokonzert Nr. 9 in B-Dur G 482

Der italienische Cellist Luigi Boccherini hat insgesamt zwölf Cellokonzerte geschrieben. Das Konzert Nr. 9 entstand in den späten 1760er oder frühen 1770er Jahren. Die ausdrucksstarke Komposition ist in drei Sätze gegliedert:

  • Satz: allegro moderato
  • Satz: andante grazioso
  • Satz: Rondo: allegro

Boccherini nutzt den ganzen Tonumfang des Cellos bis in die höchsten Lagen. Er vermeidet jedoch große Intervalle und führt die Melodie ganz sanft, in kleinen Tonschritten, durch alle Register.

Die bekannteste Version des Cellokonzerts Nr. 9 von Boccherini ist eine Bearbeitung des deutschen Cellisten Friedrich Grützmacher, der 1895 das Werk im Stile der romantischen Virtuosen-Konzerte umarrangierte. Er kürzte einige Stellen weg und fügte dafür Ausschnitte aus anderen Boccherini-Konzerten ein. Der härteste Eingriff in das Originalwerk lag im Streichen des kompletten zweiten Satzes, den Grützmacher durch den zweiten Satz des Cellokonzert Nr. 7 G 480 (adagio non troppo) ersetzte.

Robert Schumann – Konzert für Violoncello und Orchester in a-Moll op. 129

Die große Zeit des Cellos als Soloinstrument begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als das Instrument seine letzten größeren baulichen Veränderungen erfahren hatten, die ein schnelles und dennoch präzises Spiel bei hoher Durchsetzungskraft erlaubten. Gleichzeitig entspricht das Violoncello mit seinem Klang, der im Tonumfang und der Ausdruckskraft der menschlichen Stimme sehr nahekommt, den künstlerischen Idealen dieser Zeit.

Der deutsche Komponist Robert Schumann befand sich im Herbst 1850 auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er war als Städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf berufen worden, wo er begeistert empfangen wurde. Gleich nach seiner Ankunft schrieb er sein erstes und einziges Cellokonzert, an dem sich bis heute die Geister scheiden.

Das Werk ist technisch anspruchsvoll, widerspricht in seiner Form dem zeitgenössischen Virtuosenkonzert und stellt mit scheinbaren Widersprüchen in den Spiel- und Tempoanweisungen eine große Herausforderung dar. Insbesondere der letzte Satz, in dem sich schnelle Läufe mit großen Intervallsprüngen abwechseln, birgt für Solist*innen einige Schwierigkeiten. Gerade dieser letzte Teil des Konzerts sorgt auch immer wieder für Spekulationen. Für viele ist er ein Beweis für Schumanns beginnende geistige Verwirrtheit.

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Camille Saint-Saëns: Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33

Das erste Cellokonzert von Camille Saint-Saëns aus dem Jahr 1872 gehört zu den Standardwerken der klassischen Musik und den Paradestücken für Cellist*innen. Geschrieben wurde es für den belgischen Cellisten Auguste Tolbecque, der es am 19. Januar 1873 in Paris uraufführte.

Saint-Saëns brach in seiner Komposition mit den bis dahin gültigen Konventionen des Solokonzerts. Anstatt der üblichen drei Sätze, schrieb er nur einen Satz, der sich in drei Teile gliedert.

Zu Beginn des Konzerts spielt das Orchester nicht eine Einleitung, sondern nur einen einzigen Akkord, auf den sofort das Hauptthema, gespielt vom Cello, folgt. Anschließend treten Violoncello und Orchester in ein abwechslungsreiches Wechselspiel. Der menuettartige Mittelteil, in dem der*die Solist*in sein ganzes Können unter Beweis stellen kann. Der letzte Teil des Konzerts nimmt das Hauptthema wieder auf, führt neue Themen ein und verbindet sie mit Bewegungen aus dem ersten Teil.

Viele nachfolgende Komponisten, darunter Dmitri Schostakowitsch und Sergei Rachmaninow bezeichneten Camille Saint-Saëns Cellokonzert Nr. 1 als das größte Cellokonzert überhaupt.

Pjotr Tschaikowsky: Rokoko-Variationen A-Dur op. 33

In den 1877 uraufgeführten Rokoko-Variationen brachte Tschaikowsky seine Bewunderung für sein großes Vorbild Wolfgang Amadeus Mozart zum Ausdruck. Das nach einer Orchestereinleitung vom Cello eingeführte Thema erinnert in seiner Ausdruckskraft und Schlichtheit an die längst vergangenen Zeiten und Klänge des 18. Jahrhunderts. Oft wird das konzertante Werk als Ausdruck von Tschaikowskys Sehnsucht nach einer anderen Lebensrealität in privat und beruflich schwierigen Zeiten interpretiert.

In sieben Variationen wird das Thema durch verschiedene Tonarten und Tempi geführt. Virtuose Solopartien wechseln sich mit nicht weniger anspruchsvollen Orchesterstellen ab, in denen vor allem die solistischen Holzbläser zur Geltung kommen.

In den Rokoko-Variationen vereint Tschaikowsky die Ideale der Klassik mit seiner eigenen, modernen musikalischen Sprache zu einem virtuosen romantischen Konzertstück. Die Solopartien gehören hinsichtlich der Technik und der Ausdrucksmöglichkeiten zu den schwierigsten, die je für das Cello geschrieben wurden.

Antonin Dvořák – Cellokonzert in h-moll op. 104

Der böhmische Komponist Antonin Dvořák stand dem Violoncello lange Zeit kritisch, sogar abschätzig gegenüber. Erst nachdem er die Uraufführung von Victor Herberts zweitem Cellokonzert gehört hatte, entschloss er sich, selbst eines zu komponieren. Dvořáks Cellokonzert in h-moll entstand im Winter 1894/95 während seines dreijährigen Aufenthalts in den USA.

Trotz seiner anfänglichen Abneigung gegen das Instrument schuf Antonin Dvořák eines der eindrucksvollsten Cellowerke überhaupt, das sogar zu den wichtigsten Solokonzerten der Romantik gezählt wird.

Der Aufbau in drei Sätzen orientiert sich an den bereits seit dem Barock üblichen drei Sätzen. Der erste davon ist in sich klassisch gegliedert: das Orchester stellt das Hauptthema vor, worauf in einem Hornsolo ein Nebenthema folgt. Das Cello selbst setzt erst verhältnismäßig spät ein und tritt mit einem eigenen Thema mit dem Orchester in Dialog.

Der zweite Satz ist deutlich ruhiger, gleichmäßiger und friedlicher. In diesem Teil lässt Dvořák das Violoncello Lied „Lasst mich allein in meinen Träumen“ zitieren. Dies wird als Liebeserklärung an seine Schwägerin und heimliche Jugendliebe Josefina Kounicová verstanden, die zu diesem Zeitpunkt schwer erkrankt war.

Im letzten Satz kommt wieder etwas lebhaftere Dramatik auf. Solo- und Tuttistellen, in denen Cello und Orchester abwechselnd das Thema des Satzes aufnehmen und variieren, stehen sich gegenüber. Gegen Ende nimmt das Violoncello noch einmal das bereits zitierte Lied auf, bevor das Orchester zur abschließenden Steigerung ansetzt.

Edward Elgar – Cellokonzert e-Moll op. 85

Von dem englischen Komponisten Edward Elgar sind nur zwei Solokonzerte bekannt, eines für Violine sowie sein berühmtes Konzert für Violoncello. Das 1919 komponierte Werk beginnt ganz untypisch mit einer solistischen Einleitung durch das Cello. Bereits von den ersten Klängen an wird die melancholische und zugleich dramatische Stimmung, die sich durch das ganze Konzert zieht, aufgebaut.

Im zweiten Satz kommt kurzzeitig Nervosität auf. Das Orchester macht sich zunächst mit kurzen, lauten Einwürfen bemerkbar, bevor es das flirrende Cello-Solo in, von großer Dynamik geprägten, Bögen untermalt, unterstützt und kontrastiert.

Der dritte Satz kehrt zu der anfänglichen Elegie zurück, die erst von der temporeichen Steigerung zur Einleitung des vierten und letzten Satzes gebrochen wird. In der Folge wechseln sich Cello und Orchester in einem angespannten Dialog ab, bevor das Orchester das Konzert abrupt beendet.

Große Bekanntheit erlangte das Werk erst 1965 durch die Einspielung der damals erst zwanzigjährigen Cello-Virtuosin Jacqueline du Pré. Die Aufnahme gilt bis heute als Maßstab für die Interpretation von Elgars Cellokonzert.

Diese sieben bekannten Cellokonzerte erzählen rund 150 Jahre Musikgeschichte. An ihnen kann man erkennen, wie sich die Musik selbst, aber auch die Rolle des Cellos über die Zeit und die verschiedenen Epochen hinweg entwickelt hat.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.