Obwohl du gerade vielleicht ganz ruhig sitzt, bewegst du dich in Wirklichkeit ziemlich schnell durchs All. Denn die Erde dreht sich ständig um ihre eigene Achse. Am Äquator erreicht diese Erdrotation eine Geschwindigkeit von etwa 1.670 Kilometern pro Stunde (km/h). Diese Geschwindigkeit variiert je nach Breitengrad und nimmt in Richtung der Pole ab.

Aber warum spüren wir davon nichts? Und wie kann es sein, dass wir uns mit der Erde drehen, ohne dass uns schwindelig wird? Hier erfährst du einfach erklärt, wie die Erdrotation funktioniert, wie schnell sich die Erde wirklich dreht und welche Auswirkungen diese Bewegung auf unseren Alltag hat.

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Und los geht's

Grundlagen der Erdrotation

Bevor wir uns anschauen, wie schnell sich die Erde dreht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Basics. Denn die Erdrotation ist die Grundlage für etwas, das du jeden Tag erlebst: den Wechsel von Tag und Nacht.

Was bedeutet Erdrotation?

Die Erdrotation beschreibt die Drehbewegung der Erde um ihre eigene Achse. Diese Achse kannst du dir wie einen unsichtbaren Stab vorstellen, der durch den Nordpol und den Südpol verläuft, ähnlich wie ein Holzspieß durch einen Apfel.

public
🌍Warum spüren wir die Erdrotation nicht?

Obwohl du dich mit bis zu 1.670 km/h drehst, merkst du davon … absolut nichts. Klingt verrückt, oder?
Der wichtigste Grund: Alles bewegt sich mit dir mit.

Nicht nur du selbst, sondern auch:
Häuser 🏠
Bäume 🌳
Ozeane 🌊
sogar die Luft der Atmosphäre 🌬️

Im Flugzeug merkst du die Geschwindigkeit von 800 km/h auch kaum, solange es ruhig und gleichmäßig fliegt. Erst beim Start, bei Turbulenzen oder beim Bremsen spürst du die Bewegung.
Genau so ist es auch bei der Erde:
Die Rotation läuft gleichmäßig und ohne plötzliches Beschleunigen oder Abbremsen ab. Und genau solche Änderungen wären nötig, damit du die Bewegung wirklich spürst.

Wenn sich die Erde dreht, wird immer eine Seite von der Sonne beleuchtet (Tag), während die andere im Schatten liegt (Nacht). Durch die kontinuierliche Drehung wechseln sich diese beiden Zustände ständig ab.

Weißt du eigentlich, wie groß unsere Erde ist?

In welche Richtung dreht sich die Erde?

Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Das bedeutet:
Aus unserer Sicht geht die Sonne im Osten auf und im Westen unter.

Wenn du dir das von oben (also vom Nordpol aus) anschaust, dreht sich die Erde gegen den Uhrzeigersinn.1

Deshalb scheint es so, als würden sich Sonne, Mond und Sterne über den Himmel bewegen, aber in Wirklichkeit bist du es, der sich mit der Erde dreht!

Wie lange dauert eine Erdumdrehung?

Im Alltag sagen wir: Ein Tag dauert 24 Stunden. Das stimmt auch, aber nur, wenn wir uns an der Sonne orientieren.

Diese 20 Bilder wurden von der NASA aufgenommen und zeigen die Rotation der Erde.

Genauer betrachtet gibt es nämlich zwei verschiedene „Tage“:

  • Ein Sonnentag dauert 24 Stunden, das ist die Zeit von einem Mittag bis zum nächsten (also wenn die Sonne wieder am höchsten steht).
  • Eine vollständige Drehung der Erde im Verhältnis zu den Sternen dauert nur etwa 23 Stunden und 56 Minuten.

Warum der Unterschied?
Weil sich die Erde nicht nur dreht, sondern gleichzeitig auch um die Sonne bewegt. Dadurch muss sie sich jeden Tag ein kleines Stück weiter drehen, damit die Sonne wieder an derselben Stelle am Himmel steht.

Auswirkungen der Erdrotation

Die Erdrotation hat auch ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben auf der Erde. Viele Dinge, die für uns völlig normal sind, gäbe es ohne sie gar nicht.

Tag und Nacht

Die wohl bekannteste Folge der Erdrotation ist der Wechsel von Tag und Nacht. Während sich die Erde dreht, wird immer nur eine Seite von der Sonne beleuchtet. Auf dieser Seite ist Tag, während die andere Hälfte im Schatten liegt und Nacht hat.

Die Erde aus dem  All fotografiert. Auf einer Seite ist es Nacht.
Irgenwo ist es immer Nacht auf der Erde. | Credits: Carl Wang

Da sich die Erde kontinuierlich weiterdreht, wechseln sich diese Phasen ständig ab. Ein Ort auf der Erde wandert sozusagen durch Licht und Schatten. Ohne diese Rotation gäbe es keinen Tagesrhythmus, wie wir ihn kennen. Denn dann wäre eine Seite der Erde wäre dauerhaft hell, die andere dauerhaft dunkel.

Mini-Experiment:
Nimm eine Taschenlampe als Sonne und einen Ball als Erde. Halte die Taschenlampe mit einem Abstand von mindestens 30 cm auf den Ball. Drehst du den Ball langsam, siehst du genau, wie Tag und Nacht entstehen.

Corioliskraft: Warum Winde und Meeresströmungen abgelenkt werden

Die Erdrotation beeinflusst auch die Bewegung von Luft und Wasser. Vielleicht hast du schon mal gehört, dass Stürme sich auf der Nord- und Südhalbkugel unterschiedlich drehen. Dahinter steckt die sogenannte Corioliskraft.

Ein Wirbelsturm von oben fotografiert.

Durch die Drehung der Erde werden Bewegungen auf ihrer Oberfläche scheinbar abgelenkt. Auf der Nordhalbkugel werden Luftmassen nach rechts abgelenkt, auf der Südhalbkugel nach links.

Das hat große Auswirkungen auf das Wetter, die Entstehung von Tiefdruckgebieten und auch auf Meeresströmungen.

Ohne diese Ablenkung würde unser Klima ganz anders aussehen und viele typische Wind- und Strömungssysteme gäbe es in dieser Form nicht.

Abplattung der Erde und geringeres Gewicht am Äquator

Eine weitere Folge der Erdrotation ist die Form der Erde selbst. Durch die Drehbewegung entsteht eine leichte Kraft, die nach außen wirkt. Diese sorgt dafür, dass die Erde am Äquator etwas „aufgebläht“ ist. Man spricht da vom Äquatorwulst.

Dadurch sieht unsere Erde ein bisschen aus wie ein Ei und nicht wie eine perfekte Kugel.

Gleichzeitig hat diese Rotation auch einen kleinen Einfluss auf dein Gewicht. Am Äquator wirkt die Drehbewegung der Erdanziehungskraft ein wenig entgegen. Dadurch bist du dort minimal leichter als an den Polen.

Der Unterschied ist allerdings so gering, dass du ihn im Alltag nicht bemerkst. Für die Wissenschaft ist er aber messbar und ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Erde tatsächlich dreht.

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Geschwindigkeit der Erdrotation

Jetzt wird’s richtig spannend: Wie schnell drehen wir uns eigentlich mit der Erde? Wir rechnen es aus.

Wie schnell dreht sich die Erde am Äquator?

Am Äquator ist die Geschwindigkeit am größten. Warum? Ganz einfach: Dort ist der Weg, den ein Punkt bei einer Umdrehung zurücklegt, am längsten.

Die Erde hat am Äquator einen Umfang von etwa 40.075 Kilometern. Diese Strecke wird in 24 Stunden zurückgelegt.

v=40,075km24h1,670km/hv = \frac{40{,}075\,\text{km}}{24\,\text{h}} \approx 1{,}670\,\text{km/h}

Das bedeutet: Wenn du am Äquator stehen würdest, würdest du dich mit etwa 1.670 km/h um die Erdachse bewegen! Zum Vergleich: Ein Flugzeug startet mit etwa 250 km/h!

Übrigens: Weißt du schon, wie unsere Erde entstanden ist?

Warum ist die Geschwindigkeit nicht überall gleich?

Die Erde dreht sich zwar überall gleich schnell im Sinne von einer Umdrehung pro Tag, aber die Geschwindigkeit auf der Oberfläche ist unterschiedlich.

Der Grund:
Je weiter du dich vom Äquator entfernst, desto kleiner wird der Kreis, den du bei einer Drehung zurücklegst.

Stell dir einmal die Erde wie eine Kugel mit verschiedenen „Ringen“ vor:

  • Der Äquator ist der größte Kreis
  • In Richtung Pole werden die Kreise immer kleiner

Und wenn du in der gleichen Zeit eine kürzere Strecke zurücklegst, bist du automatisch langsamer unterwegs.

Wie schnell dreht sich die Erde in Europa?

Bei uns in Mitteleuropa beträgt die Geschwindigkeit nur noch etwa 1.000 km/h.

Das ist immer noch extrem schnell, aber deutlich weniger als am Äquator.

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🌍Was wäre, wenn die Erde plötzlich stehen bleiben würde?

Okay, jetzt wird’s wild. Stell dir vor, die Erde würde von einer Sekunde auf die nächste stoppen.
Das Problem: Du würdest nicht sofort mit stoppen.
Alles, was nicht fest mit der Erde verbunden ist, würde sich weiterbewegen und das mit der bisherigen Geschwindigkeit von bis zu 1.670 km/h!

Das hätte dramatische Folgen:
Menschen, Autos und Gebäude würden nach Osten geschleudert 🚗💥
Ozeane würden aus ihren Becken schwappen 🌊2
gigantische Stürme würden entstehen, denn die Atmosphäre würde weiterziehen 🌪️

Kurz gesagt:
Es wäre eine globale Katastrophe.
Zum Glück passiert das nicht!
Die Erdrotation verändert sich nur ganz langsam über Millionen Jahre, ein plötzliches Anhalten ist physikalisch extrem unwahrscheinlich.

Und was passiert an den Polen?
Ein Punkt am Nord- oder Südpol dreht sich zwar mit der Erde, legt aber kaum Strecke zurück. Die Geschwindigkeit ist dort also nahe null.

Wenn du am Nordpol stehen würdest, würdest du dich quasi nur auf der Stelle drehen.

Vergleich der Erdrotation mit anderen Bewegungen der Erde

Die Erdrotation ist nur eine von mehreren Bewegungen unseres Planeten. Wenn man sich das Ganze genauer anschaut, wird schnell klar: Die Erde ist ständig unterwegs und zwar ziemlich schnell.

Erdrotation vs. Umlauf um die Sonne

Während wir uns durch die Erdrotation mit bis zu 1.670 km/h drehen, bewegt sich die Erde gleichzeitig auch auf ihrer Bahn um die Sonne.

Diese Bewegung nennt man Umlaufbewegung oder Revolution. Dabei erreicht die Erde eine Geschwindigkeit von etwa 107.000 km/h beziehungsweise knapp 30 km pro Sekunde.

In nur einer Sekunde legt die Erde also etwa 30 Kilometer zurück, das entspricht ungefähr der Strecke durch eine mittelgroße Stadt!

Bewegung durch die Milchstraße

Unsere Milchstraße.

Aber damit nicht genug: Auch das gesamte Sonnensystem ist in Bewegung. Gemeinsam mit der Sonne kreist die Erde um das Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße.

Dabei erreichen wir eine Geschwindigkeit von etwa 220 km pro Sekunde, das sind unglaubliche 792.000 km/h!

Und selbst das ist noch nicht alles: Unsere Galaxie bewegt sich ebenfalls weiter durch das Universum. Die Erde ist also Teil eines riesigen „kosmischen Verkehrs“, der ständig in Bewegung ist.3

Was ist ein Bezugssystem?

Jetzt wird’s kurz ein bisschen philosophisch: Wenn wir sagen, die Erde bewegt sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit, müssen wir immer fragen: Im Vergleich wozu eigentlich?

Das nennt man ein Bezugssystem.

Stell dir vor, du sitzt in einem Zug:

  • Für dich selbst sitzt du ganz ruhig auf deinem Platz
  • Für jemanden am Bahnhof rast du mit hoher Geschwindigkeit vorbei

Beides ist gleichzeitig richtig, es kommt nur darauf an, aus welcher Perspektive man schaut.

Genauso ist es auch mit der Erde:
Im Vergleich zur Erdoberfläche stehst du still. Im Vergleich zur Sonne bewegst du dich mit über 100.000 km/h. Und im Vergleich zur Galaxie bist du noch viel schneller unterwegs.

Ach ja und nicht nur die Erde bewegt sich durchs All, auch auf der Erde bewegen sich die tektonischen Platten ständig!

Referenzen

  1. Die Rotation der Erde. (n.d.). https://www.dlr.de/de/next/schule-und-ausbildung/lernmodule/erde-sonne-und-mond/die-rotation-der-erde
  2. geo.de. (2025, February 3). Warum merken wir nichts davon, dass die Erde mit mehr als 100.000 km/h durchs All rast? geo.de. https://www.geo.de/wissen/weltall/warum-merken-wir-nichts-davon--dass-die-erde-mit-mehr-als-100-000-km-h-durchs-all-rast--30174636.html
  3. Gürtler, J., & Dorschner, J. (1993). Das Sonnensystem.

Mit KI zusammenfassen:

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Lea

Ich liebe die Naturwissenschaften, meine große Leidenschaft ist das Meer. Das Schreiben und die Kreativität habe ich schon als Kind geliebt.