Schach gilt das das Spiel der Könige, das Beliebteste aller Brettspiele. Es wird geschätzt, dass heutzutage etwa eine halbe Milliarde Menschen regelmäßig Schach spielt - und da sind die vielen Computer, die die besten und talentiertesten Schachspieler zu schlagen wissen, noch nicht eingerechnet. Regelmäßig finden Weltmeisterschaften und andere internationale Schachturniere statt, nicht wenige Profis verdienen mit dem als Sport geltenden Spiel ihren Lebensunterhalt.

Doch eine Frage ist bis heute nicht vollends beantwortet: Die nach dem Ursprung des Schachspiels. Klar ist, dass das Spiel keineswegs von nur einer einzelnen Person erfunden wurde. Vielmehr haben verschiedene Menschen, Kulturen und wohl auch Jahrhunderte oder gar Jahrtausende dazu beigetragen, dass sich das Spiel zu dem entwickelt hat, was es heute ist.

In diesem Artikel möchten wir etwas Licht in die Geschichte des Schachspiels bringen und die wahrscheinlichsten und anerkanntesten Theorie zur Entstehung vorstellen.

Hier kannst du auch eine Übersicht zum Thema Schach lesen.

Die besten Lehrkräfte für Schach verfügbar
Leo
5
5 (8 Bewertungen)
Leo
25€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leon
5
5 (9 Bewertungen)
Leon
39€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Egor
5
5 (4 Bewertungen)
Egor
60€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sebastian
5
5 (2 Bewertungen)
Sebastian
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
5
5 (2 Bewertungen)
Fernando
67€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (3 Bewertungen)
Daniel
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Michael
Michael
15€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chessstar
5
5 (4 Bewertungen)
Chessstar
49€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leo
5
5 (8 Bewertungen)
Leo
25€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leon
5
5 (9 Bewertungen)
Leon
39€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Egor
5
5 (4 Bewertungen)
Egor
60€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sebastian
5
5 (2 Bewertungen)
Sebastian
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
5
5 (2 Bewertungen)
Fernando
67€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (3 Bewertungen)
Daniel
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Michael
Michael
15€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chessstar
5
5 (4 Bewertungen)
Chessstar
49€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Und los geht's

Stammt Schach aus China?

Eine Gruppe schachinteressierter Historiker unterstützt die Theorie, dass das Schachspiel seine Wurzeln in China hat. Im 2. Jahrhundert vor Christus soll der Kommandant Hán Xin das Spiel erfunden haben, um damit eine ganz bestimmte Schlacht darzustellen. Im Anschluss an die tatsächliche Schlacht soll es dann erst einmal in Vergessenheit geraten und erst im 7. Jahrhundert n. C. unter dem Namen Xiangqi wieder an Aufmerksamkeit gewonnen haben.

Xiangqi kann mit "Elefantenspiel" übersetzt werden. Mit dem heutigen Schach hatte es nicht viel zu tun, der Theorie nach soll es sich dann von China über Asien bis nach Europa verbreitet und so langsam ins moderne Schachspiel weiterentwickelt haben.

Eine weiße Schachfigur steht auf einem felsigen Untergrund mit dem Sonnenaufgang im Hintergrund der durch zwei Figuren hindurch scheint
Wie gelangte das Schachspiel nach Europa und Deutschland? | Bildquelle: Unsplash

Der wahrscheinlichere Ursprung: Indien

Wahrscheinlicher und wissenschaftlich anerkannter ist jedoch die Theorie, dass die Ursprünge vom Schach im Norden von Indien liegen. Dort soll es zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Immerhin unterstreichen Ausgrabungen kleiner Tonfiguren, die zwischen 5 und 15 Centimeter groß sind, sowie alte Spielbretter und die Erwähnung des Spiels in alten Sanskrit-Texten diese Entstehungsgeschichte.

Selbstverständlich hatte die damalige Version des Spiels natürlich ebenfalls nicht viel mit dem heutigen Spiel zu tun. Die Spielfiguren waren kleine Elefanten, Krieger, Pferde und Wagen. Bereits sehr ähnlich war das Spielbrett, genannt Ashtāpada, das wie heute acht mal acht Felder, also 64 Quadraten hat. Immerhin ist die Acht im indischen Glauben eine heilige Zahl, die für Vollendung steht.

Genannt wurde dieses alte Spiel "Chaturanga". Chaturanga bedeutet übersetzt in etwa "vier Elemente". Diese Elemente waren die Infanterie (ähnlich der Bauern), die Kavallerie (ähnlich der Reiter), die Kriegselefanten (ähnlich der Läufer) und die Streitagen oder Schiffe (ähnlich der Türme). Allerdings ist die Zuordnung der Spielfiguren zu heutigen Figuren nicht ganz eindeutig.

Eine Erklärung für die Entstehung des Spiels könnte die damalige Kriegsbegeisterung in der Region gewesen sein. Das Spiel wurde erfunden, um damit einzelne (tatsächliche oder fiktive) Schlachten nachzustellen.

Die Hauptunterschiede zum heutigen Schach liegen zum einen in den Spielern als auch in der Aufstellung. So spielte man mit vier Spielern, die in zwei Teams unterteilt waren. Jeder Spieler begann mit seinen Figuren in einer der vier Ecken des Spielbretts. Außerdem wurde gewürfelt, mit welcher Spielfigur man ziehen musste, und auch das indische Kastensystem blieb nicht unberücksichtigt.

Die Weizenkorn-Legende über die Entstehung von Chaturanga

Eine lesenswerte Legende zur Schachgeschichte, die Einzug in einige Mathematikschulbücher erhalten hat, ist diese hier: Der weise Brahmane Sissa hat das Spiel erfunden, um seinem König Sheram zu veranschaulichen, dass alle Mitglieder seines Volkes gemeinsam eine Einheit bilden und jede und jeder eine unverzichtbare und wertvolle Rolle spielt.

Der König war beeindruckt von dem Spiel und nahm die Belehrung dankend an. Als Lohn durfte der Weise seine Bezahlung selbst auswählen. Dieser gab sich, so dachte zumindest der König, bescheiden und forderte das Folgende: Der König solle auf das erste Feld des Spielbretts ein Weizenkorn legen, auf das zweite zwei, das dritte vier, das vierte acht und immer so weiter, stets die vorherige Zahl verdoppelnd.

Der König akzeptierte den Wunsch, doch nur wenige Stunden später stellten seine Berater erschrocken fest, dass eine so hohe Zahl an Weizenkörner nicht vorhanden sei. Auf das letzte Feld hätte er immerhin 18.446.744.073.709.551.615 Weizenkörner legen sollen.

Er dachte darüber nach und sah schließlich eine weitere wichtige Lektion durch den Weisen in dessen Wunsch: Man solle die kleinen Dinge nicht unterschätzen.

Alte Schachfiguren aus Bronze stehen auf einem karierten Schachbrett
Frühere Figuren unterscheiden sich teils sehr von den heutigen Schachfiguren | Bildquelle: Unsplash
Die besten Lehrkräfte für Schach verfügbar
Leo
5
5 (8 Bewertungen)
Leo
25€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leon
5
5 (9 Bewertungen)
Leon
39€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Egor
5
5 (4 Bewertungen)
Egor
60€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sebastian
5
5 (2 Bewertungen)
Sebastian
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
5
5 (2 Bewertungen)
Fernando
67€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (3 Bewertungen)
Daniel
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Michael
Michael
15€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chessstar
5
5 (4 Bewertungen)
Chessstar
49€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leo
5
5 (8 Bewertungen)
Leo
25€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Leon
5
5 (9 Bewertungen)
Leon
39€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Egor
5
5 (4 Bewertungen)
Egor
60€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sebastian
5
5 (2 Bewertungen)
Sebastian
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
5
5 (2 Bewertungen)
Fernando
67€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (3 Bewertungen)
Daniel
45€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Michael
Michael
15€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chessstar
5
5 (4 Bewertungen)
Chessstar
49€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Und los geht's

Über Persien nach Arabien

Aus Nordindien gelangte die frühe Version des Schachspiels, Chaturanga, schließlich über Händler und Soldaten nach Persien, genauer gesagt in den heutigen Iran. Dort etablierte es sich unter dem leicht abgewandelten Namen Chatrang. Auch die ursprünglichen Regeln entwickelten sich weiter.

Beispielsweise begannen die Spieler damit, den Gegner zu warnen, wenn der König, in Persien "Shah" genannt, davon bedroht war, geschlagen zu werden. Dies erfolgte mit dem Ausruf "Shah mat!", was übersetzt bedeutet "der König ist tot" oder "der König ist in Gefahr". Zum heutigen "Schachmatt" besteht, wie du wohl schon gemerkt hast, eine hohe Ähnlichkeit.

Eine weitere Veränderung war, dass die Spieler fortan nicht mehr zu viert, sondern nur noch zu zweit spielten. Es waren insbesondere die persischen Herrscher, die dem Chatrang zu Ruhm und Ehre verhalfen. Wohl auch durch sie wurde es zum "königlichen Spiel".

 

Ab dem 7. Jahrhundert wurden die Perser zunehmend von den Arabern bedroht und verloren einen wichtigen Krieg nach dem nächsten. Doch neben den blutigen Schlachten kam es auch zu viel kulturellem Austausch. So kam es, dass die Araber das Spiel Chatrang kennenlernten und es in ihrer Begeisterung mit in die Heimatländer zurücknahmen. Der Name entwickelte sich dort abermals weiter und wurde zu Chatranj, oder auch Schatrandsch.

Spieltechnisch änderten sich in Arabien nur wenige der Regeln, und wenn eher auf unbedeutende Weise. Was hier jedoch ein großes Thema war, war die Akzeptanz des Spiels durch die Gläubigen des Landes.

Denn diese stellten das Spiel zunehmend in Frage und erlassen einige Gebote. Diese sollten sicher stellen, dass das Spiel die Spieler nicht von ihren religiösen Pflichten wie den Gebeten abhielt. Sie durften außerdem nicht um Geld oder andere Einsätze spielen, durften im Spielverlauf nicht fluchen und auch nicht in der Öffentlichkeit spielen.

Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass auch die Gläubigen anderer Länder das Spiel zeitweise in die Kritik nahmen. Das war schon in Indien der Fall und auch später in Europa wurde es teilweise als Glücksspiel gewertet und zeitweise sogar verboten.

Der Weg nach Europa und die Entstehung von modernem Schach

Nun stellt sich die Frage, wie Chatranj nach Europa kam und sich hier im Laufe der Schachgeschichte zum heute bekannten modernen Schach weiterentwickelte.

Vermutlich gelang das Spiel vor allem über zwei Routen hierher: Zum einen über Konstantinopel, das damals noch zum Oströmischen Reich gehörte. Dort kam es jedoch im Laufe der Jahrhunderte vermehrt zu Kämpfen mit den Arabern - und zum kulturellen Austausch.

Ein anderer Weg ist über Nordafrika und Spanien. Mit dem Untergehen des Weströmischen Reichs kam es vermehrt zu Völkerwanderungen. Die Araber dehnten ihr Reich langsam aber sicher bis über ganz Nordafrika aus und erreichten auch Gibraltar. Dies wurde wohl zum wichtigen Knotenpunkt, über den das Brettspiel nach Spanien gelangte und dort eine hohe Beliebtheit erreichte.

Eine Person sitzt vor einem Schachspiel und zieht eine der weißen Figuren weiter
In Europa fand das Schachspiel schnell eine große Beliebtheit und die Verbreitung war rasant | Bildquelle: Unsplash

Es dauerte nicht lange, bis das Schach sich von dort weiter nach Frankreich und Italien verbreitete und mit der Zeit nach ganz Europa. Noch vor dem 10. Jahrhunderte erreichte es die Schweiz, ziemlich sicher auch Skandinavien und auf dem Weg wohl auch Deutschland.

Allerdings galten längst nicht überall einheitliche Regeln, selbst die Figuren unterschieden sich je nach Land oder gar Region. Am schnellsten wurde das karierte Schachbrett zum Standard, auf das sich alle Spieler unausgesprochen einigten.

Interessant ist, dass für einige Zeit das Schachspiel vor allem bei unverheirateten Paaren beliebt war. Damals galt noch die Sitte, dass unverheiratete Frauen nur in Begleitung einer Anstandsdame anzutreffen waren. Lediglich - aus unbekannten Gründen - zum Schachspiel durfte eine Dame alleine in ihrem Zimmer besucht werden. Das Schachspiel war also wohl die Tür zum Liebesspiel.

Die wichtigste europäische Schachrevolution: Die Rolle der Dame

Auch die Dame auf dem Schachbrett wurde in Europa bald in den Fokus gerückt. Schließlich empfanden nicht wenige Europäer und Europäerinnen das Spiel als sehr langsam und träge, beinahe langweilig. Zeit für eine wichtige Änderung: Die Aufwertung der Dame.

In ihren Ursprüngen (vermutlich im 15. bis 16. Jahrhundert in Arabien) handelte es sich bei dieser Spielfigur um den Berater des Königs (Shah), der eher wenig Bedeutung zu kam.

Mit der Revolution dieser Spielfigur durfte die Dame nun beliebige Schritte ziehen: Waagerecht, senkrecht, diagonal... Somit wurde sie zur wichtigsten Schlüsselfigur einer Partie. Zudem gewann Schach deutlich an Tempo und neuen Zugmöglichkeiten, wodurch dem Langeweile-Empfinden einiger Spieler entgegengewirkt wurde.

Die romantische Epoche des Schachspiels

Einen rasanten Aufschwung erlebte das Schachspiel im 18. und 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung. Die neu entstandene Mittelschicht zeigte ein reges Interesse an dem Spiel. Nicht nur wuchs die Nachfrage nach Schachbüchern und das wissenschaftliche Interesse. Sondern es wurden auch die ersten Schachclubs und Schachcafés gegründet bzw. eröffnet. Das wohl berühmteste ist das Pariser "Café de la Régence".

Diese Zeit wird rückblickend auch als die Romantik des modernen Schachs bezeichnet. Überall traf man auf schachspielende Menschen und neben reiner Logik wurde auch auf intuitive Schachzüge vertraut.

Auf einem Schachbrett aus Holz stehen moderne Schachfiguren aus Holz, von denen nur ein Bauer schwarz und der Rest weiß ist
Die Figuren im Schach hatten nicht immer überall das einheitliche Design wie heute | Bildquelle: Unsplash

Weitere Meilensteine in der Entstehung von Schach

Mit der Verbreitung in Europa wurden im Laufe der Jahre auch die Spielregeln nach und nach vereinheitlicht. Das trug sehr zur weiteren Entwicklung und Professionalisierung des Spiels, das heute als Sport anerkannt ist, bei.

Weitere nennenswerte Meilensteine in dieser Entstehungsgeschichte sind die folgenden:

  • 1809: Die Gründung des ersten Schachvereins in Zürich
  • ab 1830: das erste offizielle internationale Schachturnier
  • Mitte des 19. Jahrhunderts: Standardisierung der Spielfiguren mit dem Staunton Design, benannt nach dem berühmten englischen Schachspieler Howard Staunton, erfunden von Nathaniel Cook und herausgebracht vom britischen Spieleproduzenten John Jaques & Son
  • 1861: erstmalige Verwendung mechanischer Schachuhren
  • 1886: erste Schachweltmeisterschaft, die der österreichische Spieler William Steinitz gewann
  • 1924: Gründung des Weltschachverbandes FIDE
  • 1964: Einführung elektronischer Schachuhren
  • 1997: Der erste Sieg eines IBM Computer über einen menschlichen Schachspieler, in der Partie gegen den bekannten Garry Kasparov

Heute ist das Spiel also auf der ganzen Welt bekannt, es gibt im regelmäßigen Rhythmus neue Weltmeister, und auch wenn der Läufer nicht überall Läufer und der Turm nicht überall Turm heißt, sind die Schachfiguren ebenso wie die Spielregeln einheitlich. 

>

Die Plattform, die Lehrkräfte und SchülerInnen miteinander verbindet

1. Unterrichtseinheit gratis

Du findest diesen Artikel toll? Vergib eine Note!

5,00 (1 Note(n))
Loading...

Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.