Du möchtest mit dem Schach spielen anfangen? Dann versorgt dich unser Guide mit allem, was du für den Anfang wissen musst!
Wir erklären die grundlegenden Regeln des Schach, erzählen dir, woher das Schachspiel ursprünglich kommt und wie es zu dem wurde, was es heute ist, stellen dir bekannte Schachturniere vor und gehen der Frage nach, ob Schach eigentlich ein Sport ist.
Los geht's!
Die wichtigsten Schachregeln zusammengefasst
Um mit dem Schach spielen loszulegen, musst du natürlich erst einmal wissen, wie das Spiel funktioniert. Nun, beginnen wir beim Spielaufbau.
Wie du wahrscheinlich weißt, wird Schach auf einem karierten Spielbrett mit 8x8 Feldern (also insgesamt 64 Felder) gespielt. Die zwei Schachspieler bzw. Schachspielerinnen sitzen sich gegenüber und platzieren ihre 16 Spielfiguren jeweils auf den aus ihrer Sicht vorderen zwei Reihen.
Die Schachfiguren bestehen aus:
- 8 Bauern
- 2 Türme
- 2 Springer
- 2 Läufer
- 1 Königin
- 1 König
Die Bauern werden in der zweiten Reihe platziert. In der direkt dem Spieler zugewandten Reihe ist der Aufbau wie folgt: Die Türme stehen rechts und links ganz außen. Daneben stehen die Springer und dann die Läufer. Die Königin wird auf dem verbleibenden Feld in der Mitte, das ihrer Farbe entspricht, positioniert. Der König nimmt das freie Feld neben der Königin ein.

Ziel im Schach ist es, den gegnerischen König zu schlagen - in der Fachsprache spricht man dabei vom Matt setzen. Um das zu bewerkstelligen, bedarf es eines Sets aus mehreren, durchdachten und aufeinander aufbauenden Schachzügen. Ein wichtiger Tipp lautet dabei: Bezieh all deine Schachfiguren ins Spiel ein und halte keine zurück, nur um sie vermeintlich zu schützen.
Allerdings darf jede Schachfigur sich auf unterschiedliche Weise fortbewegen. Die Bauern dürfen jeweils nur ein Feld nach vorne rücken - mit Ausnahme in ihrem allerersten Zug im Spiel, denn dann dürfen sie optional zwei Felder vorrücken. Ein Turm darf eine beliebige Anzahl Felder waagerecht oder senkrecht laufen, ein Läufer läuft diagonal.
Spannend ist der Springer, denn dieser läuft quasi L-förmig: zwei Schritte vor/zur Seite und einen Schritt zur Seite/vor. Am meisten Rechte hat die Dame, was sie auch zur machtvollsten Schachfigur macht. Diese darf waagerecht, senkrecht oder diagonal in beliebiger Anzahl Felder laufen. Springen darf allerdings wirklich nur der Springer.
Der König ist zwar die wertvollste Figur, da er über Sieg oder Niederlage entscheidet, ist aber in Bezug auf seine Schachzüge eine schwache Figur. So darf er jeweils nur ein Feld waagerecht, senkrecht oder diagonal setzen.

Ergänzende Regeln
Falls dir einmal zu viele Figuren geschlagen werden, keine Sorge: Wenn du es schaffst, einen Bauern bis ans gegenüberliegende Ende des Spielbretts zu ziehen, darfst du eine der bereits verloren geglaubten Figuren reaktivieren.
Darüber hinaus gibt es noch einige zusätzliche Schachregeln, wie zum Beispiel die Rochade oder "En Passant"-Schlagen. Für den Anfang wirst du aber mit den hier aufgeführten Regeln auskommen und erste Erfahrungen im Schach sammeln können.
Übrigens: Eine Schachpartie kann aus mit einem Remis, also Unentschieden, enden, wenn sich zum Beispiel zu wenig Figuren auf dem Schachbrett befinden oder die Spieler sich einvernehmend dafür entscheiden.
Wo das Schachspiel seinen Anfang nahm
Wer wirklich tief in den Schachsport einsteigen will, sollte sich auch mit der Geschichte des Spiels auseinandersetzen. Diese ist zwar nicht abschließend erforscht und belegt, allerdings einigen sich die meisten Historiker und Historikerinnen auf einen wahrscheinlichen Ursprung in Indien.
Etwa zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert nach Christus soll eine frühere Version des Spiels in Nordindien entstanden sein. Darauf deuten zumindest entsprechende Ausgrabungen von Spielbrettern und Spielfiguren sowie Erwähnungen in alten Sanskrit-Texten hin.
Dieses Spiel war jedoch noch nicht das Schachspiel, das wir heute kennen und spielen. In seinen Grundzügen war es ihm aber bereits ähnlich, denn es handelte sich ebenfalls um verschiedene Figuren, die gemeinsam das Ziel verfolgten, den gegnerischen König zu schlagen. Es gibt Vermutungen, dass es entstanden ist, um Kriegsschlachten nachzustellen.
Einer Legende nach wurde es hingegen von einem Weisen erfunden, der damit seinem König veranschaulichen wollte, dass alle Mitglieder seines Volks - den einfachen bis hin zu den gehobenen Klassen - wichtig sind und ihren Teil zum großen Ganzen beitragen.

Über Asien, Persien und Arabien nach Europa
Warum auch immer das damalige Spiel, übrigens "Chaturanga" genannt, erfunden wurde - von Indien bis nach Europa war es anschließend noch ein langer Weg. Dieser dauerte auch einige Jahrhunderte und führte zunächst nach Persien, wohin es dank Soldaten und Händlern gelang. In kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Arabern wurden diese auf das Spiel aufmerksam und fanden ihre Freude daran.
Und so gelangte das Schachspiel aufgrund zunehmender Völkerwanderungen allmählich über das arabische Reich nach Spanien und von dort ins restliche Europa.
In jedem Kulturkreis entwickelten sich Name und Spielregeln kontinuierlich weiter. Eine besonders revolutionäre Regeländerung geschah in Europa und verlieh der Dame die Rolle, die sie heute hat. So wurde das Spiel schneller und aufregender und gewann an weiterer Beliebtheit.
Turnierschach: Die bekanntesten Turniere
Heute wird Schach längst nicht mehr nur im privaten Rahmen zum Zeitvertreib gespielt, sondern hat sich professionalisiert und organisiert. Einige berühmte Schachspieler verdienen mit dem Spiel mittlerweile ihren Lebensunterhalt.
So entstanden in den vergangenen Jahrhunderten immer mehr Turniere und Wettbewerbe, bei denen Schachspieler verschiedener Nationen gegeneinander antraten. Mit der FIDE hat sich auch ein internationaler Schachverband gegründet, der maßgeblich für Turnierregeln ist.
Das erste internationale Meisterturnier wurde bereits 1575 durchgeführt. Danach erfolgte allerdings eine kleine Durststrecke für den Turnierschach, welcher erst im 19. Jahrhundert an Fahrt gewann. 1851 gab es das erste wirklich große internationale Turnier in London und etwa 10 Jahre später wurde auch in Deutschland erstmals ein Schachturnier organisiert.
Zu den wichtigsten Turnieren und Wettkämpfen in der heutigen Zeit zählen die Schacholympiade, das Tata-Steel-Schachturnier sowie die Computerschachweltmeisterschaften. Letztere sind spannend zu erwähnen, denn in den 1990er-Jahren kam es mit dem Einsatz von Computern und Softwareprogrammen zu einer weiteren großen Veränderung in der Schachwelt. Heute messen sich nicht nur Menschen miteinander, sondern auch Computer gegeneinander und Menschen gegen Computer.

Ist Schach nun eigentlich ein Sport?
Eine Frage, die immer wieder aufkommt: Ist Schach ein Sport? Die Frage ist berechtigt, denn mal wird vom Schachspiel und mal vom Schachsport gesprochen. Zudem sind sich auch große internationale wie nationale Verbände und Organisation nach wie vor uneinig, wenn es um die Kategorisierung von Schach geht. So erkennt beispielsweise das internationale Olympia Komitee den Schach zwar als Sport an, aber nicht als olympische Disziplin.
Dabei spielt die Frage zum Beispiel was die staatliche Förderung angeht durchaus eine Rolle. Argumente gibt es für beide Seiten genug, letztendlich geht es immer wieder um das Verständnis, mit dem man Sport definiert.
Bei vielen Punkten findet man wohl schnell eine Einigkeit und könnte den Schach als Sport sehen: Er ist mittlerweile in lokale, nationale und internationale Vereine und Verbände organisiert, es gibt Turniere und Wettkämpfe, die Leistung ist messbar und beruht nicht auf Glück oder Zufall, das Vergnügen spielt eine Rolle und Werte wie Fairness sind von hoher Bedeutung.
Allerdings scheiden sich die Geister an dem Punkt der körperlichen Betätigung. Zwar könnte man argumentieren, dass Schachspieler definitiv eine körperliche Fitness brauchen, um so lange sitzen zu können, dass das Spiel ihr Nervensystem und ihren Stoffwechsel anregt und dass sie auch eine gewisse Fingermotorik brauchen. Mit anderen Sportarten, bei denen Muskelkraft und/oder Ausdauer im Vordergrund stehen, kann man Schach aber längst nicht.
Wahrscheinlich wird es also auch nicht in naher Zukunft eine weltweite Übereinstimmung bei der Klassifizierung vom Schach geben. Dazu definieren Menschen Sport zu unterschiedlich. Letztendlich ist die Frage aber nicht entscheidend.
Ob Sport oder kein Sport - das Spiel der Könige begeistert Menschen seit weit mehr als Tausend Jahren, bringt Menschen zusammen und schult wichtige geistige Fähigkeiten. Ein gemeinsamer Nenner aller Seiten liegt vielleicht in der Bezeichnung als "Denksport" - denn das ist Schach allemal.









