Spanien besteht nicht nur aus bekannten Städten wie Madrid, Barcelona oder Sevilla. Das Land ist in 17 Autonome Gemeinschaften gegliedert, die jeweils eigene Landschaften, Traditionen und zum Teil auch eigene Sprachen haben.
Von den grünen Küsten Galiciens über die Pyrenäen in Aragón und Katalonien bis zu den Inseln der Balearen und Kanaren zeigt Spanien eine enorme geografische und kulturelle Vielfalt. Hier ein kleiner Überblick:
| Autonome Gemeinschaft | Hauptstadt / Hauptort | Provinzen |
|---|---|---|
| Andalusien | Sevilla | Almería, Cádiz, Córdoba, Granada, Huelva, Jaén, Málaga, Sevilla |
| Aragonien | Zaragoza / Saragossa | Huesca, Teruel, Zaragoza |
| Asturien | Oviedo | Asturien |
| Balearische Inseln | Palma | Balearische Inseln |
| Baskenland | Vitoria-Gasteiz | Álava/Araba, Bizkaia, Gipuzkoa |
| Extremadura | Mérida | Badajoz, Cáceres |
| Galicien | Santiago de Compostela | A Coruña, Lugo, Ourense, Pontevedra |
| Kanarische Inseln | Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife | Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife |
| Kantabrien | Santander | Kantabrien |
| Kastilien-La Mancha | Toledo | Albacete, Ciudad Real, Cuenca, Guadalajara, Toledo |
| Kastilien und León | Valladolid | Ávila, Burgos, León, Palencia, Salamanca, Segovia, Soria, Valladolid, Zamora |
| Katalonien | Barcelona | Barcelona, Girona, Lleida, Tarragona |
| La Rioja | Logroño | La Rioja |
| Madrid | Madrid | Madrid |
| Murcia | Murcia | Murcia |
| Navarra | Pamplona | Navarra |
| Valencianische Gemeinschaft | Valencia | Alicante, Castellón, Valencia |
Wir schauen wir uns an, wie Spanien politisch gegliedert ist und was die einzelnen Regionen besonders macht.
Die politische Gliederung Spaniens
Spanien ist ein Staat, aber politisch stark in Regionen gegliedert. Diese Regionen heißen auf Spanisch Comunidades Autónomas, auf Deutsch Autonome Gemeinschaften. Insgesamt gibt es 17 davon.
Sie haben eigene Parlamente und Regierungen und dürfen in bestimmten Bereichen selbst Entscheidungen treffen.
Unterhalb vieler Autonomer Gemeinschaften gibt es außerdem Provinzen. Sie sind kleinere Verwaltungseinheiten und helfen dabei, das Land noch genauer zu ordnen.
Andalusien besteht zum Beispiel aus acht Provinzen, darunter Sevilla, Málaga, Granada und Córdoba. Kastilien und León hat sogar neun Provinzen.
Einige Autonome Gemeinschaften bestehen dagegen nur aus einer einzigen Provinz:
- Madrid
- Murcia
- Navarra
- La Rioja
- Asturien
- Kantabrien
- Balearische Inseln
Wichtig sind außerdem die spanischen Städte Ceuta und Melilla. Diese liegen an der nordafrikanischen Küste. Sie sind autonome Städte, aber keine Autonomen Gemeinschaften.
Überblick über die 17 Autonomen Gemeinschaften
Spanien ist nicht überall gleich. Jede Autonome Gemeinschaft hat ihre eigene Landschaft, Geschichte und Kultur. Manche Regionen liegen am Meer, andere in den Bergen oder auf einer Hochebene. Einige sind stark vom Tourismus geprägt, andere eher von Landwirtschaft, Geschichte oder Industrie.

Andalusien

Andalusien, das ganz im Süden des spanischen Festlands liegt, ist eine der bekanntesten Regionen Spaniens. Die meisten denken sofort an Sevilla, Granada, Córdoba oder Málaga.
Berühmt ist Andalusien außerdem für Flamenco, weiße Dörfer, Olivenhaine und beeindruckende Bauwerke aus maurischer Zeit, zum Beispiel die Alhambra in Granada oder die Mezquita in Córdoba.
Landschaftlich ist Andalusien sehr vielfältig: Es gibt Mittelmeerküste, Atlantikküste, Gebirge wie die Sierra Nevada und weite ländliche Gebiete. Acht Provinzen bilden die Region.
Aragonien
Aragonien liegt im Nordosten Spaniens. Die Hauptstadt ist Zaragoza, was auf Deutsch auch Saragossa bedeutet. Im Norden des Gebiets erheben sich die Pyrenäen, die als natürliche Grenze zu Frankreich fungieren. Dort findet man hohe Berge, Täler und zahlreiche Wanderwege.
In südlicher Richtung wird die Landschaft zunehmend trockener. Orte wie Teruel zeugen von der langen Geschichte der Region. In der Vergangenheit war Aragonien ein eigenes Königreich und hatte im Mittelalter eine bedeutende Rolle auf der Iberischen Halbinsel.
Wusstest du, dass die Autonomen Regionen Spaniens auch eigene Flaggen haben?
Asturien
Asturien liegt im grünen Norden Spaniens und besteht nur aus einer Provinz. Die Hauptstadt ist Oviedo. Die Region ist bekannt für Berge, Küste und viel Natur. Besonders eindrucksvoll sind die Picos de Europa, ein Gebirge mit steilen Gipfeln, tiefen Tälern und Wanderwegen.
Asturien wirkt ganz anders als das trockene Spanienbild, das viele im Kopf haben. Hier ist es oft grün, frisch und vom Atlantik geprägt. Typisch für die Region ist außerdem Sidra, ein spanischer Apfelwein.
Balearische Inseln
Die Balearischen Inseln liegen im Mittelmeer. Bekannte Inseln wie Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera gehören dazu. Die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft ist Palma, die auf Mallorca liegt.
Viele kennen die Balearen vor allem als Urlaubsziel mit Stränden, Buchten und warmem Klima. Die Inseln besitzen jedoch auch eine eigene Kultur, einzigartige Traditionen und historische Altstädte. Katalanisch, oder eine regionale Variante davon, ist neben Spanisch ebenfalls von großer Bedeutung.
Spanien hat zwei Autonome Gemeinschaften, die aus Inseln bestehen:
Balearische Inseln: liegen im Mittelmeer, zum Beispiel Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera.
Kanarische Inseln: liegen im Atlantik vor der Küste Afrikas, zum Beispiel Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura.
Beide Inselgruppen gehören politisch zu Spanien, unterscheiden sich geografisch und kulturell aber deutlich voneinander.
Baskenland
Das Baskenland liegt im Norden Spaniens an der Grenze zu Frankreich. Die Hauptstadt ist Vitoria-Gasteiz, weitere bekannte Städte sind Bilbao und San Sebastián. Die Region hat eine besonders starke eigene Identität.
Neben Spanisch ist Baskisch Amtssprache, eine Sprache, die mit den meisten anderen europäischen Sprachen nicht direkt verwandt ist.
Landschaftlich prägen grüne Berge, Atlantikküste und moderne Städte das Bild. Bilbao ist zum Beispiel für das Guggenheim-Museum bekannt, San Sebastián für seine Lage am Meer und seine berühmte Küche.
Extremadura

Extremadura liegt im Westen Spaniens an der Grenze zu Portugal. Die Hauptstadt ist Mérida. Im Vergleich zu vielen Küstenregionen ist Extremadura eher ruhig und dünn besiedelt.
Genau das macht die Region besonders: Es gibt weite Landschaften, Naturgebiete, historische Städte und viel Platz.
Mérida ist für römische Bauwerke bekannt, Cáceres für seine gut erhaltene Altstadt. Wer Extremadura verstehen will, sollte an Natur, Geschichte und ländliche Traditionen denken.
Galicien
Galicien befindet sich im Nordwesten Spaniens, direkt am Atlantik. Die Hauptstadt, Santiago de Compostela, ist eines der bedeutendsten Pilgerziele Europas. Hier endet der berühmte Jakobsweg.
Die Region ist grün, hat viel Regen und wird stark vom Meer beeinflusst. Das typische Bild umfasst raue Küsten, Fischerei, Meeresfrüchte und kleine Dörfer. Galicisch ist, neben Spanisch, ebenfalls eine Amtssprache.
Galicien ist kulturell ganz anders als der trockene Süden Spaniens: Mit seiner Landschaft erinnert es manchmal eher an Irland oder die Bretagne als an die typischen Mittelmeerregionen.
Kanarische Inseln
Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik vor der Küste Afrikas. Sie gehören politisch zu Spanien, geografisch aber nicht zum europäischen Festland. Die Autonome Gemeinschaft hat zwei Hauptstädte: Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife.
Typisch für die Kanaren sind vulkanische Landschaften, mildes Klima und große Naturvielfalt. Auf Teneriffa liegt der Teide, der höchste Berg Spaniens. Die Inselgruppe besteht aus zwei Provinzen: Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife.
Kantabrien
Kantabrien ist eine kleine Region an der Nordküste Spaniens. Die Hauptstadt heißt Santander. Wie Asturien und Galicien gehört Kantabrien zum sogenannten grünen Spanien. Die Landschaft ist feucht, bergig und vom Kantabrischen Meer geprägt.

Bekannt ist die Region unter anderem für Küstenorte, Naturparks und Höhlenmalereien. Außerdem liegt Kantabrien in der Nähe der Picos de Europa. Die Autonome Gemeinschaft besteht nur aus einer einzigen Provinz.
Kastilien-La Mancha
Kastilien-La Mancha liegt im Zentrum Spaniens. Die Hauptstadt ist Toledo, eine historisch besonders wichtige Stadt.
Die Region ist für viele untrennbar mit Don Quijote verbunden, der berühmten Figur aus dem Werk von Miguel de Cervantes. Windmühlen, weite Ebenen und trockene Landschaften passen genau zu diesem Bild.
Auch Städte wie Cuenca, Albacete und Ciudad Real gehören zur Region. Es herrscht ein kontinentales Klima: Die Sommer sind oft sehr heiß, während die Winter ziemlich kalt sein können.
Kastilien und León
Kastilien und León ist die größte Autonome Gemeinschaft Spaniens nach Fläche. Die Hauptstadt ist Valladolid. Die Region besteht aus neun Provinzen und nimmt einen großen Teil der spanischen Hochebene ein.
Besonders bekannt ist Kastilien und León für seine historischen Städte:
- Salamanca mit einer der ältesten Universitäten Europas
- León mit seiner Kathedrale
- Burgos als Station auf dem Jakobsweg
- Segovia mit römischem Aquädukt
- Ávila mit mittelalterlicher Stadtmauer
Die Region wirkt oft weit, ruhig und geschichtsträchtig.
Katalonien
Katalonien liegt im Nordosten Spaniens. Die Hauptstadt Barcelona gehört zu den bekanntesten Städten Europas. Neben Spanisch ist Katalanisch Amtssprache. Die Region hat eine starke eigene Kultur, Geschichte und Identität.
Katalonien ist landschaftlich sehr vielseitig. Im Norden liegen die Pyrenäen, an der Küste die Costa Brava und weiter südlich das Ebrodelta. Barcelona ist wichtig für Wirtschaft, Kunst, Architektur und Tourismus. Besonders bekannt sind die Bauwerke von Antoni Gaudí, darunter die Sagrada Família.
In mehreren spanischen Regionen werden neben Spanisch weitere Sprachen gesprochen. Dazu gehören zum Beispiel:
Katalanisch in Katalonien und auf den Balearen
Valencianisch in der Valencianischen Gemeinschaft
Baskisch im Baskenland und Teilen Navarras
Galicisch in Galicien
La Rioja
La Rioja ist eine kleine Autonome Gemeinschaft im Norden Spaniens. Die Hauptstadt heißt Logroño. Die Region besteht nur aus einer Provinz und ist besonders für Weinbau bekannt.
Weinberge, kleine Orte und das Ebro-Tal prägen die Landschaft. Obwohl La Rioja flächenmäßig klein ist, ist der Name international bekannt. Wer an spanischen Rotwein denkt, stößt früher oder später fast immer auf diese Region.
Madrid
Madrid ist nicht nur die Hauptstadt Spaniens, sondern auch eine eigene Autonome Gemeinschaft. Die Region besteht aus nur einer Provinz und umfasst die Stadt Madrid sowie Orte in ihrem Umland.
Madrid ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier sitzen Regierung und Parlament, außerdem gibt es bedeutende Museen wie den Prado und das Reina Sofía.
Gleichzeitig ist Madrid eine lebendige Großstadt mit Universitäten, Parks, Stadtvierteln, Theatern und vielen Menschen aus ganz Spanien.
Murcia
Murcia liegt im Südosten Spaniens am Mittelmeer. Die Hauptstadt trägt denselben Namen wie die Region. Murcia besteht nur aus einer Provinz und gehört zu den trockeneren Gebieten Spaniens.
Die Region ist bekannt für Landwirtschaft, warme Temperaturen und Küstenabschnitte am Mittelmeer. Eine wichtige Stadt ist Cartagena, die auf eine lange Geschichte zurückblickt.
Navarra
Navarra liegt im Norden Spaniens an den Pyrenäen. Die Hauptstadt ist Pamplona. Historisch war Navarra ein eigenes Königreich, und diese Geschichte spielt für die regionale Identität bis heute eine Rolle.
Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich: Im Norden gibt es Berge und grüne Täler, weiter südlich trockenere Gebiete.
Im Norden Navarras spielt auch Baskisch eine Rolle, während der Süden stärker kastilisch-spanisch geprägt ist. Bekannt ist Navarra außerdem für den Jakobsweg und die Stadt Pamplona.
Valencianische Gemeinschaft

Die Valencianische Gemeinschaft liegt an der spanischen Mittelmeerküste. Die Hauptstadt ist Valencia. Zur Region gehören die drei Provinzen Alicante, Castellón und Valencia.
Viele verbinden die Region mit Stränden, Sonne und Urlaubsorten. Gleichzeitig ist sie auch landwirtschaftlich und kulturell wichtig.
Valencia ist die Heimat der Paella und bekannt für Orangen, die Altstadt und die moderne Ciudad de las Artes y las Ciencias.
Neben Spanisch ist Valencianisch Amtssprache. Die Region verbindet Küste, Tourismus, Landwirtschaft und Stadtleben.
Kulturelle und geografische Vielfalt der spanischen Regionen
Abgesehen von Sonne, Strand und Mittelmeer hat Spanien noch viel mehr zu bieten. Die 17 Autonomen Gemeinschaften sind ein perfektes Beispiel für die Vielfalt des Landes. Der Norden bietet grüne Landschaften, Berge, die Atlantikküsten und ein deutlich feuchteres Klima.
Gegenden wie Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland erscheinen aus diesem Grund ganz anders als der heiße Süden.
Andalusien ist stark beeinflusst von seiner maurischen Geschichte, dem Flamenco, den weißen Dörfern, den Olivenhainen und Städten wie Sevilla, Córdoba und Granada.
In Zentralspanien prägen Hochebenen, Burgen, historische Städte und die kastilische Kultur die Landschaft, wie etwa in Kastilien-La Mancha oder Kastilien und León.
Die Inseln tragen ebenfalls zur besonderen Vielfalt Spaniens bei: Im Mittelmeer befinden sich die Balearen, während die Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Küste Afrikas liegen und vulkanischen Ursprungs sind.
Die Regionen gestalten also nicht nur die Landkarte, sondern auch die Identität, die Küche, die Musik, die Architektur und den Alltag. Um Spanien zu verstehen, solltest du also nicht nur das gesamte Land betrachten, sondern auch seine verschiedenen Regionen.
Referenzen
- Autonomous communities of Spain – Wikimedia Commons. (2024, May 22). https://commons.wikimedia.org/wiki/Autonomous_communities_of_Spain?uselang=de
- Bernecker, W. L. C. S. (2022). Spanien heute : Politik, Wirtschaft, Kultur.
- Bernecker, W. L. (2018). Spaniens Geschichte seit dem Bürgerkrieg.
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