Hast Du schon immer ein besonderes wirtschaftliches Interesse gehabt und überlegt, später in einem kaufmännischen Beruf zu arbeiten?

Bist Du besonders begabt in Mathematik und arbeitest sehr gerne mit Tabellen, Grafiken und Statistiken?

Dann könnte das Wirtschaftsabitur oder ein Wirtschaftsstudium genau das Richtige für Dich sein, um Deinem Ziel einen Schritt näher zu kommen!

Wie Du weißt, kann man in Deutschland nur studieren, wenn Du man die Allgemeine Hochschulreife erreicht hat – doch diese kannst Du nicht nur an einem konventionellen Gymnasium, sondern auch an einem Wirtschaftsgymnasium absolvieren.

Und noch dazu kann Dir das Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium einige Vorteile bringen!

Solltest Du Dich im Laufe der Zeit gegen eine wirtschaftliche Berufslaufbahn entscheiden, ist das gar kein Problem! Du kannst mit einem Wirtschaftsabitur auch alle anderen Studiengänge studieren und bist so immerhin Deiner Intuition nachgegangen und hast herausgefunden, was Du nicht machen willst.

Doch schauen wir zunächst einmal, wie das Wirtschaftsabitur abläuft und welche Vorteile Dir das Besuchen eines wirtschaftlichen Gymnasiums bringen kann!

Das Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium: Ablauf und Vorteile

Da der Ablauf des Wirtschaftsabiturs und manchmal auch die Schwerpunktthemen je nach Bundesland variieren können, werden wir Dir das Modell einer ausgewählten Schule vorstellen, um Dir einen ungefähren Eindruck zu verschaffen.

Wenn Du schon weißt, welches Wirtschaftsgymnasium für Dich in Frage kommt, kannst Du Dir ganz einfach auf der Webseite der entsprechenden Schule die Informationen heraussuchen, die Du für Deine Entscheidung brauchst.

Um Dir einen guten Einblick zu gewährleisten, orientieren wir uns an dem Ablauf des Berufskollegs Südstadt in Köln.

Deine Schulzeit an einem Wirtschaftsgymnasium beträgt 3 Jahre – wie an einem normalen Gymnasium auch, sobald Du in die Oberstufe kommst.

Um überhaupt an einem Wirtschaftsgymnasium angenommen zu werden, brauchst Du die Fachoberschulreife, oft auch mittlere Reife genannt, mit einem Qualifikationsvermerk. Der sogenannte „Q-Vermerk" berechtigt Dich zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Zudem brauchst Du Kenntnisse in Englisch und ein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und Problemstellungen sollte vorhanden sein.

Anders als in der Oberstufe an einem Gymnasium hast Du keine Kurse, sondern meist einen festen Klassenverband.

Deine Schulzeit gliedert sich in zwei Phasen:

  • Einführungsphase: Jahrgansstufe 11
  • Qualifikationsphase: Jahrgangsstufe 12 und 13

In der Einführungsphase wird über Deine Versetzung entschieden und in der Qualifikationsphase sammelst Du bereits Leistungspunkte, die für Deine spätere Abiturnote relevant sind. Um drauf gut vorbereitet zu sein, haben wir Abitur Tipps und Online-Hilfen zum Wirtschaft lernen für Dich zusammengestellt.

Deine Klausuren in der Qualifikationsphase entscheiden über Deine Abiturnote! | Quelle: Pixabay

Der berufsbezogene Lernbereich an einem Wirtschaftsgymnasium ist mit mehr als 20 Wochenstunden der größte Lernbereich.

Dazu zählen die Fächer Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen und Controlling, Englisch, Mathematik, Wirtschaftsinformatik, die 2. Fremdsprache, Biologie und je nach gewähltem Profil Volkswirtschaftslehre oder ein anderes Fach.

Der berufsübergreifende Lernbereich setzt sich aus den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion und Sport zusammen.

Dann gibt es noch den Differenzierungsbereich – ab der Jahrgangsstufe 12 kannst Du dann zum Beispiel eine weitere Fremdsprache und ein weiteres wirtschaftsbezogenes Fach dazu wählen, wie zum Beispiel Außenhandel.

Die Abiturprüfung wird dann in vier Fächern abgelegt – das unterscheidet sich nicht von anderen Gymnasien.

Was aber anders ist, ist, dass Betriebswirtschaftslehre automatisch Dein Leistungskurs ist. Du kannst dann zum Beispiel Englisch oder Mathematik als zweiten Leistungskurs wählen – in den beiden Leistungskursen wirst Du schriftlich geprüft.

Die dritte schriftliche Prüfung erfolgt dann in Deinem 3. Abiturfach, einem Grundkurs, und die mündliche Prüfung in Deinem 4. Abiturfach, ebenfalls einem Grundkurs.

Eine Abiturprüfung an einem Wirtschaftsgymnasium könnte sich zum Beispiel wie folgt zusammensetzen:

  1. Betriebswirtschaftslehre (LK, schriftlich)
  2. Englisch (LK, schriftlich)
  3. Deutsch (GK, schriftlich)
  4. Volkswirtschaftslehre (GK, mündlich)

Mit Sicherheit interessieren Dich auch die Vorteile, die Dich durch ein Wirtschaftsabitur erwarten:

  • Die Lehrer an einem Wirtschaftsgymnasium haben meist schon selbst im wirtschaftlichen Bereich gearbeitet – sie können also praxisnahe Bezüge zwischen Lehrstoff und Berufswelt herstellen.
  • Wenn Du nach dem Abitur eine Ausbildung machen möchtest, kannst Du durch Dein Vorwissen bei Deinen zukünftigen Ausbildern punkten.
  • Möchtest Du nach dem Abitur einen der vielzähligen Wirtschaftsstudiengänge absolvieren? Dann werden Dir immerhin schon eine Menge Begrifflichkeiten, die Dich in dem Studium erwarten, bekannt vorkommen – dadurch kannst Du dem Stoff leichter folgen.
Ein Wirtschaftsabitur kann Dir einige Vorteile beim Bewerbungsverfahren bringen! | Quelle: Pixabay

Wir zeigen Dir, wie ein Wirtschaftsstudium abläuft am Beispiel Wirtschaftswissenschaften!

Wirtschaftswissenschaften studieren – das erwartet Dich!

Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena ist eine beliebte Universität, wenn es darum geht, Wirtschaftswissenschaften zu studieren.

Das Wirtschaftsstudium dort hat eine Regelstudienzeit von 6 Semestern, also 3 Jahren, und endet mit dem Abschluss „Bachelor of Science".

Inhalte des Studiengangs umfassen die klassischen Teilgebiete, wie:

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsinformatik

Du bist während des Studiengangs sehr flexibel – Du kannst zwischen 6 Studienprofilen frei entscheiden und zwischen ihnen ohne Zeitverlust wechseln:

  • Regelprofil Wirtschaftswissenschaften
  • Betriebswirtschaftslehre (BWL)
  • Volkswirtschaftslehre (VWL)
  • Business Analytics
  • Wirtschaftsinformatik
  • Wirtschaftspädagogik

Im Bachelor of Science sind insgesamt 180 Leistungspunkte (LP) zu erreichen, die Du alle im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich absolvierst – da der Studiengang Wirtschaftswissenschaften ein 1-Fach-Bachelor und kein Kombi-Bachelor mit einem Hauptfach und einem Nebenfach ist.

Das Studium setzt sich einmal aus den Grundlagen und einem Schwerpunktbereich zusammen, den Du entsprechend Deiner eigenen Interessen vertiefen kannst.

Nun wollen wir Dir zeigen, aus welchen Modulen sich die einzelnen Fächer an unserer Beispiel-Universität, der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, zusammensetzen:

  • Betriebswirtschaftslehre:
    • Operations Management (6 LP)
    • Grundlagen des Marketing-Management (6 LP)
    • Investition, Finanzierung und Kapitalmarkt (6 LP)
    • Organisation, Führung und Human Resource Management (6 LP)
    • Steuern/Wirtschaftsprüfung (6 LP)
    • Buchführung (3 LP)
    • Rechnungslegung und Controlling (6 LP)
    • Management (6 LP)
    • Planung und Entscheidung (6 LP)
  • Volkswirtschaftslehre:
    • Mikroökonomik (5 LP)
    • Makroökonomik (5 LP)
    • Markt, Wettbewerb und Regulierung (5 LP)
    • Einführung in die Volkswirtschaftslehre (5 LP)
    • Finanzwissenschaft (5 LP)
    • Empirische und experimentelle Wirtschaftsforschung (6 LP)
    • Wirtschaftspolitik (5 LP)
  • Mathematik und Statistik:
    • Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler (6 LP)
    • Statistik (6 LP)
  • Wirtschaftsinformatik:
    • Integrierte Informationsverarbeitung (4 LP)
    • Einführung in die Wirtschaftsinformatik (6 LP)
  • Recht und Sprachen:
    • Recht für Wirtschaftswissenschaftler (6 LP)
    • Fremdsprachen für Wirtschaftswissenschaftler (6 LP)
  • Wissenschaftliches Arbeiten:
    • Grundlagen und Perspektiven des wirtschaftswissenschaftlichen Studiums
      (3 LP)
    • Seminar (6 LP)
    • Bachelorarbeit (10 LP)

Hinzu kommen die vier Vertiefungsmodule, die Du individuell wählen kannst. Du kannst aber auch auf der Seite der Friedrich-Schiller-Universität in Jena nochmal alle Informationen zum Ablauf nachlesen.

Zudem musst Du im Laufe Deiner Studienzeit – entweder vor Deinem Studium, während der Semesterferien oder in einem Praxissemester – ein 12-wöchiges Praktikum absolvieren.

Vielleicht kannst Du ja sogar während des Studiums ein Auslandssemester machen, um Deine Englisch-Kenntnisse zu vertiefen und Erfahrung zu sammeln!

Die Zeit an der Universität ist eine ganz besondere Zeit in Deinem Leben!

Du bist das erste Mal auf Dich allein gestellt, musst den Überblick über Dein Studium ganz allein behalten und Dich selbst organisieren – aber das Studium birgt ebenfalls eine Menge schöner Erfahrungen und einzigartiger Möglichkeiten!

Mach doch während Deiner Studienzeit ein Auslandssemester – z.B. in England! | Quelle: Pixabay

Die Jobaussichten im Bereich Wirtschaft

Fragst Du Dich warum Du Wirtschaft studieren solltest und vor allem, welche Jobs Du mit einem Wirtschaftsabitur oder nach dem erfolgreichen Abschluss eines Wirtschaftsstudiums machen kannst?

Wir wollen Dir eine kurze Übersicht über die Job-Möglichkeiten im Bereich Wirtschaft geben!

Wenn Du nach Deinem Wirtschaftsabitur eine Ausbildung machen möchtest, bieten sich folgende Berufe im wirtschaftlichen Bereich an:

  • Kauffrau/-mann für Büromanagement
  • Kauffrau/-mann im Einzelhandel
  • Verkäufer/in
  • Kauffrau/-mann im Groß- und Außenhandel
  • Industriekauffrau/-mann

Doch letztendlich hast Du auch mit einem Wirtschaftsabitur unzählige Möglichkeiten in Sachen Ausbildung!

Und was machst Du nach einem Wirtschaftsstudium?

Auch da eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, nach dem Studium in einem Beruf Fuß zu fassen.

Du kannst zum Beispiel im kaufmännischen Bereich von Unternehmen arbeiten – im Bereich Rechnungswesen oder Controlling.

Aber auch in allen Bereichen der Privatwirtschaft, wo Deine analytischen Fähigkeiten besonders gefragt sind, kannst Du Dich bewerben.

Die Berufswelt im wirtschaftlichen Bereich bietet unzählige Möglichkeiten! | Quelle: Pixabay

Weitere Bereiche sind:

  • Der öffentliche Bereich: Verwaltung, Statistikämter, Behörden und Ministerien, Verbände, Kammern.
  • Der IT-Bereich: Als Business Analyst oder als Wirtschaftsinformatiker/-in.

Oder aber Du bleibst ganz einfach im wissenschaftlichen Bereich der Universität!

Wie Du siehst, ist sowohl das Wirtschaftsabitur als auch ein Wirtschaftsstudium eine sehr gute Wahl, wenn Du Deine Zukunft in einem wirtschaftlichen Bereich siehst.

Keine Sorge – Du musst Dich natürlich noch nicht direkt am Anfang auf einen Beruf festlegen!

Wichtig ist, dass Du Dich für die wirtschaftlichen Themen und Zusammenhänge interessierst und Du die berufliche Richtung nicht nur einschlagen willst, weil sie Dir eventuell ein hohes Einkommen bringt.

Wie sagte eins Konfuzius?

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten."

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.