Du lernst gerade Türkisch und möchtest wissen, was Du bei der Konjugation von Verben beachten musst? Dann bist Du hier genau richtig!

Denn die Bildung von Verben im Türkischen ist im Vergleich zu dem Verbsystem des Deutschen doch um einiges anders.

Das Verbsystem der türkischen Sprache ist allerdings so umfangreich, dass wir uns in diesem Artikel lange nicht auf jede Zeitform konzentrieren können.

Daher wird es sich hierbei nur um einen groben Übersichtsartikel handeln, bei dem Du einen Einblick darin bekommst, nach welchen grammatikalischen Regeln Du türkische Verben konjugierst am Beispiel der Zeitform Präsenz.

Doch vorerst wollen wir Dir einen kurzen Überblick über die Grundlagen der türkischen Grammatik geben, damit Du auch das Thema Verben und Konjugation besser nachvollziehen kannst!

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Und los geht's

Die Grundlagen der türkischen Grammatik im Überblick

Die türkische Grammatik ist im Allgemeinen sehr logisch und systematisch aufgebaut und damit gar nicht mal so schwer, zu erlernen.

Im Gegensatz zum Deutschen gibt es im Türkischen nur sehr selten Unregelmäßigkeiten und Ausnahmen und auch die Groß- und Kleinschreibung bereitet nahezu keine Probleme.

Im Folgenden wollen wir Dir zeigen, worauf es bei der türkischen Grammatik ankommt.

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Lerne Türkisch für Deine nächste Reise in die Türkei! | Quelle: Unsplash

Kleine und große Vokalharmonie

Auf lautlicher Ebene wird die türkische Sprache in Vokalharmonien charakterisiert. Dabei wird zwischen hellen und dunklen Vokalen unterschieden, die der großen und kleinen Vokalharmonie unterliegen.

Die hellen Vokale im Türkischen sind: e, i. ö, ü

Die dunklen Vokale dagegen: a, ı, o, u

Die große und kleine Vokalharmonie kommen bei der Erweiterung eines Wortes zum Einsatz, zum Beispiel, wenn Du den Plural oder den Akkusativ eines Substantivs bilden möchtest.

Agglutination

Türkisch ist eine agglutinierende Sprache, die auf dem Prinzip des Anhängens von unterschiedlichen Affixen basiert.

Das heißt, dass im Türkischen verschiedene Affixe an den Wortstamm hinten angehangen werden, wenn Du das Wort um eine Information erweitern möchtest.

Affixe, die Du hinten an ein Wort anhängst, nennt man Suffixe – Affixe, die man vor den Wortstamm hängt, nennt man dagegen Präfixe und kommen im Türkischen so gut wie gar nicht vor.

Je mehr Informationen das Wort bekommt, desto mehr Endungen werden dementsprechend an das Wort gehangen.

Die kleine Vokalharmonie bei folgenden Suffixen eine Rolle:

  • Pluralbildung
  • Dativ
  • Lokativ
  • Ablativ

Die große Vokalharmonie dagegen bei diesen Suffixen:

  • Personalendungen
  • Possessivendungen
  • Genitiv
  • Akkusativ
  • Fragepartikel

Groß- und Kleinschreibung

Wie schon erwähnt, brauchst Du Dir um die Groß- und Kleinschreibung im Türkischen kaum Gedanken machen, denn: Türkische Wörter sind fast immer klein geschrieben.

Ausnahmen sind:

  • Wörter am Satzanfang
  • Eigennamen
  • Titel
  • Anredetitel und dazugehörige Berufsbezeichnungen
  • Ämter und Institutionen
  • Monatsnamen und Wochentage können groß oder klein geschrieben werden, außer wenn es um ein konkretes Datum geht.
Weißt Du, welche Wörter man im Türkischen groß und klein schreibt?
Um die Groß- und Kleinschreibung brauchst Du Dir fast gar keine Gedanken zu machen! | Quelle: Unsplash

Grammatisches Geschlecht

Das Fehlen des grammatischen Geschlechts bietet für deutsche Muttersprachler eine enorme Erleichterung bei der Verwendung von Substantiven in der türkischen Sprache.

Es gibt demnach keine keine männlichen, weiblichen und auch keine neutralen Wörter und somit auch keinen bestimmten Artikel wie er, die und das.

Bei bestimmten Bezeichnungen kann man allerdings durch die Hinzunahme eines weiteren Worts dennoch das Geschlecht genauer bestimmen: Man kann zum Beispiel das türkische Wort für "Mann" oder "Frau" vor das eigentliche Wort setzen.

Dennoch kannst Du einen unbestimmten Artikel vor ein Substantiv setzen, indem Du die Zahl für 1, also bir, vor das Substantiv setzt.

"Ein Doktor" heißt auf Türkisch also bir doktor.

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Das Verb im Präsens

In der türkischen Sprache gibt es zwei Formen für die Gegenwart. Die bestimmte Form drückt eine Handlung aus, die augenblicklich geschieht, während die unbestimmte Form eine allgemeine Tatsache oder eine Gewohnheit zum Ausdruck bringt.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die bestimmte Form des Präsens, das Du im Türkischen mit der Endung -yor bildest.

Vollverben stehen in ihrer Grundform immer im Infinitiv, welches im Türkischen mit den Endungen -mek und -mak gebildet wird. Die Infinitivendung unterliegt der kleinen Vokalharmonie.

Das heißt: Ist der letzte Vokal eines Wortes hell, wird die Endung mit einem e gebildet. Ist der letzte Vokal eines Wortes dagegen dunkel, folgt eine Endung, die mit a gebildet wird.

Ein Verb im Präsens bildet sich immer im folgenden Muster: Verbstamm + Tempusuffix + Personalendung.

Das Tempussuffix ist im Falle des Präsens das Suffix -yor, den Verbstamm findest Du in der Regel, wenn Du beim Infinitiv die Endung -mek oder -mak vom Wort abziehst.

Nehmen wir also mal das türkische Wort okumak für "lesen". Wenn wir die Infinitivendung abziehen, dann haben wir den Wortstamm oku-, an den wir die Endung -yor hängen, also ergibt sich das Wort okuyor.

Das ist dann bei der Bildung des Präsens auch schon die halbe Miete! Denn jetzt folgt nur noch eine Personalendung, die bei allen Verben gleich ist:

  • 1. Person Singular: -um
  • 2. Person Singular: -sun
  • 3. Person Singular: keine Personalendung
  • 1. Person Plural: -uz
  • 2. Person Plural: -sunuz
  • 3. Person Plural: -lar

Anhand des Wortes okumak sieht die Konjugation wie folgt aus:

  • 1. Person Singular: oku-yor-um – ich lese
  • 2. Person Singular: oku-yor-sun – du liest
  • 3. Person Singular: oku-yor – er/sie/es liest
  • 1. Person Plural: oku-yor-uz – wir lesen
  • 2. Person Plural: oku-yor-sunuz – ihr lest/Sie lesen
  • 3. Person Plural: oku-yor-lar – sie lesen

Allerdings musst Du Folgendes beachten: Wenn der Verbstamm auf einen Konsonanten auslautet, dann wird ein Vokal eingeschoben, um die Endungen miteinander zu verbinden.

Dieser Vorgang unterliegt der großen Vokalharmonie. Das bedeutet:

  • Auf einen Wortstamm, der mit den Vokalen e und i endet, folgt ein i.
  • Auf ein ö und ü folgt ein ü.
  • Auf ein a und ı folgt ein ı.
  • Auf ein o und u folgt ein u.

Praktisch sieht das Ganze dann so aus:

  • öğrenmek – öğreniyor
  • almak – alıyor
  • gülmek – gülüyor
  • oturmak – oturuyor
Kennst Du bereits Bereiche der türkischen Grammatik?
Die Konjugation im Türkischen ist sehr logisch aufgebaut. | Quelle: Unsplash

Möchtest Du allerdings das Verb verneinen, brauchst Du vorab noch einen Zwischenschritt.

Denn die Verneinung wird durch die Verneinungssuffixe -me und -ma ausgedrückt, die zwischen den Verbstamm und die Infinitivendung gesetzt werden. Diese Vorgehensweise unterliegt der kleinen Vokalharmonie und gestaltet sich demnach wie folgt:

  • oku-ma-mak
  • al-ma-mak
  • gül-me-mek
  • otur-ma-mak

Allerdings handelt es sich hierbei nur um die Infinitivform der Verneinung. Die konjugierten Endungen passen sich dann wiederum an den auslautenden Vokal des Wortstamms an. Darauf folgen dann folgende Endungen für das Konjugationsschema im Präsens bei einem verneinten Verb:

  • Nach e oder i: -miyor-
  • Nach ö oder ü: -müyor-
  • Nach a oder ı: -mıyor-
  • Nach o oder u: -muyor-

An diese Endungen hängst Du dann die Personalendungen, die wir bereits zuvor durchgegangen sind. Ein Beispiel:

  • oku-mu-yor-um
  • oku-mu-yor-sun
  • oku-mu-yor-
  • oku-mu-yor-uz
  • oku-mu-yor-sunuz
  • oku-mu-yor-lar

Das Hilfsverb "sein"

Im Türkischen gibt es im Gegensatz zum Deutschen keinen Infinitiv, der dem deutschen Verb "sein" entspricht. Im Präsens wird das Hilfsverb "sein" deshalb mit einer Personalendung zum Ausdruck gebracht.

Die Konjugation unterliegt auch hier wieder der großen Vokalharmonie. Wenn Du zum Beispiel sagen möchtest, dass Du Türk*in bist, dann nimmst Du erstmal das türkische Wort Türk und hängst die entsprechenden Personalendungen dran.

Die Konjugation würde dann wie folgt aussehen:

  • ich bin Türk*in: Türk-üm
  • du bist Türk*in: Türk-sün
  • er/sie/es ist Türk*in: Türk-
  • wir sind Türken: Türküz
  • ihr seid Türken/Sie sind Türk*in: Türksünüz
  • sie sind Türken: Türk(ler)

Nach a oder ı kommen folgende Endungen:

  • –ım
  • –sın
  • –ız
  • –sınız
  • –lar

Nach ö oder ü kommen folgende Endungen:

  • –üm
  • –sün
  • –üz
  • –sünüz
  • –ler

Nach o oder u kommen folgende Endungen:

  • –um
  • –sun
  • –uz
  • –sunuz
  • –lar

Ausnahmen entstehen, wenn das Wort einen vokalischen Auslaut hat oder es auf den stimmlosen Konsonanten ç, k, und p endet.

Bei einem vokalischen Auslaut setzt Du y als Füllkonsonant ein, da die Personalendung in der 1. Person Singular und in der 1. Person Plural wieder mit einem Vokal beginnt. Bei dem Beispiel evli für "verheiratet" wären das dann folgende Formen:

  • 1. Person Singular: evliyim
  • 1. Person Plural: evliyiz

Weiterhin muss natürlich darauf geachtet werden, welcher Vokal im Allgemeinen nach der großen Vokalharmonie folgt. Bei mutlu für "glücklich", wären das dann die Formen mutluyum und mutluyuz.

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wie es dann mit der Verneinung des Hilfsverbs "sein" aussieht? Das gestaltet sich schon etwas einfacher.

Für die Verneinung des Hilfsverbs "sein" brauchst Du im Türkischen lediglich das Verneinungswort değil.

Das Wort wird immer nach dem entsprechenden Substantiv angestellt – im Gegensatz zum positiven Gebrauchs des Hilfsverbs wird die Personalendung an das Wort değil gehangen und ist somit immer gleich, egal, auf welchem Vokal das Substantiv zuvor endet.

Wenn Du also sagen möchtest, dass Du kein*e Türk*in bist, geht das wie folgt:

  • Türk değilim
  • Türk değilsin
  • Türk değil
  • Türk değiliz
  • Türk değilsiniz
  • Türk değiller

Zugegeben, auf dem ersten Blick wirkt das alles ganz schön kompliziert. Doch hat man die Regeln erstmal verstanden, geht die Konjugation der Verben schon wie von allein.

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Du wirst merken, dass die Grammatik in Sachen Verben und Konjugation sehr logisch und systematisch aufgebaut ist.

Erfahre auch, was Du bei den türkischen Adjektiven und Adverbien beachten musst!

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.