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Privatlehrer: Status- und Steuerfragen

Von Bertine, veröffentlicht am 12/10/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie muss ich Nachhilfe versteuern?

Vielleicht kennst Du jemanden in Deiner Nähe, der seit einiger Zeit private Nachhilfekurse gibt? Und der damit gar nicht schlecht verdient?

Und warum nicht Du?

Warum unterrichtest Du nicht Englisch, Italienisch, Zeichnen oder Stricken (ja, Stricken! Der Privatunterricht deckt eine wachsende Vielfalt von Themen ab!)?

Du findest leicht Schüler, die sich Folgendes wünschen:

  • Hilfe bei den Hausaufgaben,
  • den Lehrstoff durchzuarbeiten,
  • Inhalte erklärt zu bekommen, die sie nicht verstanden haben,
  • Hilfe bei der Erstellung einer Mappe, um Kunst oder Architektur zu studieren
  • Prüfungsvorbereitung (Abitur, Studium …)

Auf diese Weise kannst Du ganz einfach ein paar hundert Euro im Monat verdienen oder sogar mehr … Aber wie deklarierst Du Dich und Deine Einkünfte?

Nachhilfeunterricht ist eine steuerpflichtige Tätigkeit – Deine Gewinne nicht dem Finanzamt zu melden, ist folglich eine Straftat.

Aber Hunderttausende von Privatlehrern in Deutschland arbeiten glücklicherweise völlig legal, viele davon bei Superprof.

Willst Du auch über Superprof Schüler finden?
Zu welchen Preisen solltest Du Deine Privatstunden anbieten?

Erfahre in diesem Artikel, was das deutsche Recht vorsieht, um Dein Einkommen als Nachhilfelehrer zu deklarieren, und insbesondere, wie das geht!

Muss man sein Einkommen aus privater Nachhilfe angeben?

Um Dein Geld legal zu verdienen, musst Du Deine Einkünfte angeben. | Quelle: Pixabay

Egal ob Du Schüler oder Student bist, Lehrer oder Rentner: Du möchtest etwas Geld verdienen, indem Du Schülern privat Unterricht gibst.

Eine clevere Idee, zumal die Nachfrage nach Privatstunden in allen Fächern stetig steigt:

  • Naturwissenschaftliche Fächer: Mathematik, Physik, Biologie, Ingenieurwissenschaften,
  • Sprachkurse: Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch als Fremdsprache, Chinesisch …
  • Musik: Klavierunterricht, Gesangsunterricht, Geigenunterricht, Gitarrenunterricht …
  • Kreative Kurse: Zeichnen, Malen, Stricken, Nähen, Sticken…
  • Sonstiges: Computerkurse, Wirtschafts- und Philosophiekurse.

Die Gründe, in dieses erfolgreiche Geschäfts einzusteigen, sind vielfältig:

  • Mehr Geld am Monatsende,
  • Als Student nebenher jobben,
  • Einen neuen Beruf entdecken,
  • Erfahrung sammeln,
  • Den Lebenslauf vervollständigen …

Dabei solltest Du allerdings nicht vergessen, dass der Lehrerberuf echtes Know-how erfordert! Es reicht nicht, selbst gut in etwas zu sein – Du brauchst auch eine gute Pädagogik und Methodik, damit Deine Schüler Fortschritte machen können!

Nur so wirst Du zum Sprungbrett, das ihnen Erfolge ermöglicht!

Was kostet eine Nachhilfestunde? Das kommt natürlich auf den Kurs an:

Mathematikkurs: Durchschnittlich 21,26 € pro Stunde
Hausaufgabenbetreuung: 19,70 €,
Englischkurs: 20,80 €,
Klavierunterricht: 28,80 €,
Biologie: 19,90 €,
Fitness-Training: 36,60 € …

Die Preise für Privatstunden sind sehr unterschiedlich!

Und natürlich muss Dein neues Einkommen deklariert werden! Weil Du sonst Gefahr läufst, für Schwarzarbeit bestraft zu werden. Schwarz zu arbeiten bedeutet normalerweise, absichtlich den gesamten oder einen Teil des Lohns nicht dem Finanzamt anzugeben.

Was sind die Strafen für Schwarzarbeit?

Zunächst einmal: Wer schwarz arbeitet, hat gegenüber dem Arbeitgeber keinerlei Rechte. Das heißt, wenn der Arbeitgeber nicht den vereinbarten Lohn zahlt, hat der Schwarzarbeiter das Nachsehen. Einklagen geht in diesem Fall nicht, da es sich ja nicht um eine angemeldete Tätigkeit handelt.

Auch die fehlenden Sozialabgaben sind ein Nachteil, denn schließlich gehen diese nicht zuletzt auch an die Rentenkasse, die Dich im Alter absichern soll. Arbeitet jemand jahrelang schwarz und sorgt nicht privat für die Rente vor, droht im schlimmsten Fall die Altersarmut.

Keine Sorge: Eine Steuererklärung ist nicht so kompliziert, wie Du denkst – aber wichtig! | Quelle: Pixabay

Auch in die Arbeitslosenversicherung wird bei Schwarzarbeit nicht eingezahlt, so dass dann bei Arbeitslosigkeit auch dieses Geld fehlt.

Die Abgaben für Sozialleistungen müssen ausserdem bis zu einem Zeitraum von vier Jahren nachgezahlt werden. Eventuell musst Du ein Bussgeld zahlen und in besonders schweren Fällen musst Du mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren rechnen!

Wenn Du als Nachhilfelehrer legal Geld verdienen möchtest, hast Du drei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Nachhilfe als selbständige unterrichtende Tätigkeit 

Wenn Du mit Nachhilfeunterricht Geld verdienst, musst Du die Tätigkeit dem Finanzamt mitteilen.

Sollten Deine Einnahmen über dem Grundfreibetrag (der im Jahr 2016 bei 8.652 € lag) liegen, musst Du eine Einkommensteuer zahlen. Damit das Finanzamt die Höhe dieser Steuer ermitteln kann, fertigst Du eine sogenannte Einnahmen-Überschussrechnung an. Darin stellst Du Deine Einnahmen aus Deinem Nachhilfeunterricht Deinen Ausgaben (Bücher, Fahrtkosten, andere Unterrichtsmaterialien usw.) gegenüber, die Du zum Unterrichten ausgeben musstest. Die Differenz ist dann der zu versteuernde Gewinn. Hinsichtlich der Umsatzsteuer fällst Du als Nachhilfelehrer meist unter die Kleinunternehmerregelung und musst keine Umsatzsteuer zahlen.

Möglichkeit 2: Nachhilfe als Minijob

Du kannst als Nachhilfelehrer/in auch bei einer öffentlichen Einrichtung oder einem Nachhilfeinstitut arbeiten. Hier bietet sich bei geringem Einkommen der Minijob an. Als Minijobber bist Du beim Arbeitgeber angestellt und kannst steuerfrei 450 Euro monatlich verdienen. Sollte Dein Einkommen diesen Betrag übersteigen, bietet sich noch Möglichkeit 3:

Möglichkeit 3: Nachhilfe als Angestellte(r)

Wenn Du mit den Nachhilfestunden mehr als 450 € pro Monat verdienen willst, kannst Du als Angestellte(r) bei einem Arbeitgeber (privates Nachhilfeinstitut, öffentliche Einrichtung oder (Privat-) Schule) arbeiten. Die Tätigkeit ist dann steuer- und sozialversicherungspflichtig, darum kümmert sich Dein Arbeitgeber.

Welche Möglichkeit ist die einfachste? Die billigste? Die vorteilhafteste?

Die berufliche Selbstständigkeit im Bereich der Nachhilfe ist eine gute Lösung.

Der Nachteil ist natürlich, dass Du Dir möglichst schnell selbst einen Stamm an Kunden aufbauen musst, um Geld zu verdienen. Durch Mund-Zu-Mund-Propaganda unter Schülern oder auch Eltern wächst dieser aber in der Regel schnell. Wenn Du Schüler an der Uni suchst, siehe Dir die Aushänge an den schwarzen Brettern in Universitätsgebäuden an. Die Zielgruppe und damit auch Deine Einnahmen lassen sich so strategisch erweitern.

Die Selbstständigkeit hat zum einen finanzielle Vorteile: Die Arbeit erfolgt grundsätzlich auf Honorarbasis und gegen Rechnung. Die Honorare sind individuell zu vereinbaren. Dabei orientiertet Du Dich am besten an orts- bzw. regionstypischen Preisen, die meistens zwischen 10 und 50 Euro pro Unterrichtsstunde liegen, je nachdem was und welches Niveau Du unterrichtest. Es versteht sich von selbst, dass man mehr Geld verdienen kann, wenn die Nachfrage  das Angebot übersteigt (z.B. seltene Sprachen). Um Kunden attraktive Preise zu ermöglichen, ist auch ein 2er Unterricht denkbar, sodass die Einnahmen für Dich als Nachhilfelehrer gleich bleiben (und Du hinsichtlich der Vorbereitung auch nicht mehr arbeitest).

FOTO FREIBERUFLICH

Der bürokratische Aufwand hält sich in Grenzen: Die Buchhaltung beschränkt sich im Wesentlichen auf das Ausstellen von Rechnungen und die Kontrolle von Zahlungseingängen. Mit einer Einnahme-Überschuss-Rechnung werden die erzielten Gewinne bei der Steuererklärung angegeben.

Um Deine Krankenversicherung musst Du Dich selbst kümmern. Ausserdem kannst Du Dich freiwillig im falle von Arbeitslosigkeit versichern.

Als Angestellte/r in einem Nachhilfeinstitut zu arbeiten, hat den Vorteil, ein regelmäßiges Einkommen zu haben. Du musst Dich nicht darum kümmern, Schüler zu finden – das macht das Institut für Dich. Auch kümmert sich Dein Arbeitgeber um Steuern und Sozialversicherung.  Allerdings fallen Deine Einkünfte meistens weitaus geringer aus als bei der Selbstständigkeit. Große Nachhilfeinstitute in Deutschland zahlen ihren Lehrkräften in der Regel ca. 9 Euro für 60 Minuten Unterricht – das ist nicht viel, vor allem, wenn Du Dein Studium bereits abgeschlossen hast.

Wenn Du Nachhilfe als Minijob gibst, also als sogenannte “Geringfügige Beschäftigung”, dann darf Dein Einkommen pro Monat die Grenze von 450 € nicht überschreiten. Als geringfügig Beschäftigte/r bist Du unfallversichert – den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung zahlt Dein Arbeitgeber – aber weder kranken- noch arbeitslosenversichert. Du bist rentenversicherungspflichtig, kannst Dich jedoch auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Dieser Vorteil ist aber auch der größte Nachteil eines Minijobs: Du bist nicht versichert!

Die Arbeitgeber muss das Beschäftigungsverhältnis der Sozialversicherung melden. Zuständig ist die Minijob-Zentrale.

Ein Minijob ist für Dich nur dann geeignet, wenn Du nur wenig Geld dazu verdienen willst. Also als Student/in, Arbeitssuchende/r, Rentner/in, aber auch, wenn Du einer anderen Hauptbeschäftigung nachgehst, aber das Gehalt nicht reicht. Dann kannst Du bis zu 450 € im Monat zu Deinem normalen Gehalt hinzuverdienen, ohne steuerliche Abzüge.

 

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