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Alles über den korrekten Preis für Nachhilfe und Privatunterricht

Von Bertine, veröffentlicht am 15/10/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie viel Geld für Nachhilfe verlangen?

Wenn wir glauben, manchmal einen hohen Preis für eine Dienstleistung wie Nachhilfe zu zahlen, vergessen wir dabei häufig, wofür dieser Preis gezahlt wird: Den Erfolg des Schülers – den er seinem Lehrer zu verdanken hat!

Der Markt für private Nachhilfe boomt. Dabei nehmen nicht nur Schüler Nachhilfestunden – auch viele Erwachsene suchen sich einen Privatlehrer, zum ihre Kenntnisse in einem gewissen Bereich zu verbessern oder gar, um etwas ganz Neues zu lernen.

Aber wie wird der Preis für Privatkurse, Hausaufgaben-Unterstützung und Nachhilfe bestimmt?

  • Ist es allein Sache des Lehrers, den Preis für den Unterricht festzulegen?
  • Hat der Schüler ein Mitspracherecht?
  • Was sind die Preisunterschiede zwischen einer Online-Plattform und einem Nachhilfe-Institut?

So viele Fragen, die Superprof in diesem Artikel zu beantworten versuchen wird.

Der Durchschnittspreis eines Kurses

Der Durchschnittspreis für einen individuellen Kurs liegt bei etwa 20 € pro Stunde.

Lasst uns an dieser Stelle eine Bestandsaufnahme der Bedingungen für die Preise machen.

Die Preise hängen von verschiedenen Faktoren ab. | Quelle: Pixabay

In der Stadt kostet Nachhilfe und Privatunterricht mehr als auf dem Land. In München sind die Kurse teurer als in Duisburg. Aber warum sind die Tarife nicht homogen? Gibt es in Duisburg so viele Lehrer, dass der Preis entsprechend sinkt? Sind die Lehrer in München besser ausgebildet als in Duisburg?

Wir wollen einen schnellen Überblick über die Faktoren, die den Preis eines Privatkurses ausmachen, verschaffen.

Warum gibt es Unterschiede beim Preis?

Der Preis eines bestimmten Kurses kann sich verdreifachen!

Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel:

  • Das verwendete Material,
  • Die Disziplin,
  • Die Anzahl der vom Studenten belegten Kurse,
  • Das Niveau (Anfänger, Fortgeschrittene),
  • Die Ausbildung des Lehrers (Bachelor, Master, Doktorat…),
  • Der professionelle Hintergrund des Lehrers: Seine jahrelange Erfahrung, seine Pädagogik, sein Alter
  • Die Unterrichtsmethode des Lehrers,
  • Die Art der angebotenen Kurse: Intensivkurse, Auffrischungskurse, sporadische Kurse, Unterstützung bei den Hausaufgaben usw,
  • Die Vergütungsmethode des Lehrers: Haushaltschecks, Minijob, Selbstständig, “schwarz”…,
  • Der Wettbewerb: Gibt es viele Lehrer derselben Disziplin?
  • Die Kosten für die Anfahrt des Lehrers
  • Wo der Lehrer seine Dienste anbietet: Nachhilfe-Agentur, kostenlose Online-Kleinanzeigen (eBay, Facebook, Kleinanzeigen.net), Plattform für Lehrer / Schüler (zum Beispiel Superprof), Mundpropaganda usw.

Nehmen wir ein paar konkrete Beispiele, um die angewandten Preisunterschiede zu veranschaulichen:

Simon, 26, hat einen Abschluss in Physik und Chemie

Als Student der Physik und Chemie begann Simon, private Nachhilfe zu geben, um neben seinem Studium Geld zu verdienen. Da er auf Lehramt studierte, machte es ausserdem Sinn, Schülern Unterricht zu Hause zu geben.

Er entschied sich, eine Anzeige auf eBay-Kleinanzeigen zu veröffentlichen: Schülern ab der 1. Klasse bis hin zum Abitur gab er Nachhilfe in Mathematik, Physik und Chemie. Für einen Schüler der dritten Klasse erhielt er bis zu 15 € pro Stunde und bis zu 20 € pro Stunde für einen Kurs für Abiturienten, einschließlich der Transportkosten.

Das ist nicht teuer bezahlt angesichts des Niveaus seiner Kenntnisse und seines Unterrichts, aber er schaffte es trotzdem, auf ein Gehalt von 600 € pro Monat mit einem Kurs pro Abend zu kommen.

Als selbständiger Privatlehrer zählt er zu den Freiberuflern und muss seine Nachhilfetätigkeit dem Finanzamt mitteilen. Das Finanzamt berechnet die Einkommensteuer nach dem Gewinn der erwirtschaftet wird. Die betrieblichen Ausgaben (Fahrtkosten, Unterrichtsmaterialien etc.) werden abgezogen.

Jan, Lehrer für Physik und Chemie 

Jan entschied sich für die Superprof-Plattform, um Kurse in bis zu vier Disziplinen zu geben: Physik, Chemie, Mathematik und Informatik. Als selbständiger Privatlehrer zählt er zu den Freiberuflern.

Da er seine Nachhilfetätigkeit nebenberuflich betreibt, muss er kein Gewerbe anmelden. Er teilt seine Tätigkeit einfach dem Finanzamt mit. Er unterrichtet auf Minijob-Basis und kann so monatlich bis zu 450€ steuerfrei verdienen. Der Arbeitgeber, also der Schüler oder die Eltern des Schülers, können die Kosten für die Nachhilfe von der Steuer absetzen.

Natürlich kannst Du auch auf einer Plattform wie Superprof Nachhilfe als Freiberufler geben.

Laura, Französischlehrerin

Laura hat einen französischen Vater und spricht deshalb fliessend Französisch.

Als junge Studentin entschied sie sich dafür, Nachhilfe in Französisch bei einem Nachhilfeinstitut zu geben. Das hat den Vorteil, dass sie sich ihre Schüler nicht selbst suchen muss und sich auch keinen Kopf um Steuerfragen machen muss – das erledigt das Nachhilfeinstitut für sie. Dafür kassiert das Institut allerdings auch eine Provision – und Laura bleibt ein Stundenlohn unter 10 Euro für eine 60 minütigen Unterrichtsstunde. Ein solches Gehhalt ist in Nachhilfeinstituten die Regel.

Ist Unterricht beim Schüler zu Hause notwendigerweise teurer? Dies hängt auch von der Häufigkeit des Kurses und der Art des Kurses ab.

Häufigkeit und Art der Kurse

Der Preis für einen bestimmten Kurs hängt von der Anzahl der Kurse und deren Häufigkeit ab: Der Preis ist nicht unbedingt derselbe, je nachdem, ob Du ein oder zwei Unterrichtsstunden pro Woche gibst oder ob Du nur einmal alle zwei Wochen kommst.

Bei regelmäßigen Kursen können gestaffelte Preise gelten.

Als Lehrer würdest zum Beispiel lieber 17 € für eineinhalb Stunden pro Woche verdienen als 20 € für zwei Stunden zwei Mal im Monat.

Um den richtigen Preis eines Kurses zu bestimmen, kommt ein anderes Kriterium ins Spiel: Die Art des Kurses.

Der Preis hängt sehr von der Art des Kurses ab. | Quelle: Pixabay

Nachhilfe, Kurse und Hausaufgabenhilfe sind nicht dasselbe und erfordern nicht dieselben Fähigkeiten.

Wenn es um Hausaufgabenhilfe geht, gilt dies normalerweise für Grundschüler und Schüler an Realschulen oder Gymnasien. Es handelt sich nicht wirklich um einen Kurs, sondern um eine Hausaufgabenbegleitung.

Privat-Unterricht ist die Schulbegleitung, die dem Schüler einen echten Mehrwert bringt und sein Wissen erweitert und festigt, beispielsweise:

  • Wenn es etwas gibt, das der Schüler im Unterricht nicht verstanden hat,
  • Wenn er keine Zeit hatte, sein Wissen selbst zu vertiefen,
  • Einfach einen anderen Weg zu finden, etwas bestimmtes zu lernen.

Der individuelle Kurs hat viele Vorteile.

Der Preis für Nachhilfestunden

Der Preis eines bestimmten Kurses hängt in erster Linie von der Unterrichtsstufe ab: Ein Kurs für ein Kind in der Grundschule ist in der Regel immer günstiger als Unterricht für einen Abiturienten.

Sowohl das Niveau des Schülers als auch das des Lehrers zählen.

Warum gibt es einen Preisunterschied?

Zum einen fordert der Unterschied des Niveaus zwischen Grundschulkind und Abiturient eine völlig andere Methodik.

Je höher der Bildungsstand des Schülers ist, desto höher muss auch der Bildungsstand des Lehrers sein, der ihm Privatunterricht erteilt.

Die Qualität des Unterrichts, die erforderliche Ausbildung und die notwendigen Fähigkeiten haben ihren Preis.

Die Preise für privaten Unterricht sind sehr unterschiedlich. | Quelle: Pixabay

Zum Beispiel kostet eine Stunde Hausaufgabenhilfe etwa 10 € für eine Gymnasiastin und kann für Grundschüler sogar bei nur 7-8 € liegen, wenn der Lehrer selbst noch Schüler ist.

Der Preis kann aber auch bis zu 15-20 € betragen, wenn der Lehrer ein qualifizierter und erfahrener Fachmann ist.

Kurse in der Oberstufe

Für einen Kurs mit einem Oberstufen-Schüler muss eine Basis zwischen 15 und 20 € veranschlagt werden, einige traditionelle Organisationen bieten sogar Preise von bis zu 45 oder 46 € pro Stunde an!

Dieser Kostenanstieg hängt mit dem Betrieb der Struktur, Marketingkampagnen und der Kommunikation etablierter Agenturen zusammen.

Bei Superprof hingegen liegt der Preis bei ca. 22 € pro Stunde, weil all diese Betriebskosten nicht existent oder sehr niedrig sind.

Kurse für Studenten

Schließlich variiert der Preis für Privatunterricht für Uni-Studenten von Stadt zu Stadt erheblich – auch Nachhilfe ist in teuren Städten teuer als in günstigen Städten. Da, wo die Lebenshaltungskosten am hïochsten sind, sind auch die Preise für Nachhilfe am höchsten.

Es hängt aber auch stark vom Studiengang ab, den der Student gewählt hat, aber die Kosten liegen durchschnittlich bei etwa 30 € pro Stunde, wobei Abweichungen in einigen Fällen zwischen 20 und 50 € pro Stunde liegen.

Häufig ist Nachhilfe mit einem Schüler am Gymnasium oder an der Uni länger und intensiver als Nachhilfe für ein Grundschulkind.

Die Häufigkeit des Unterrichts hängt natürlich auch von den Bedürfnissen des Schülers ab, ob er Schwierigkeiten mit einem bestimmten Punkt hat oder ob er sich auf eine Prüfung vorbereiten muss usw.

Der Preis für Privatstunden variiert je nach Bereich

Der Preis für Nachhilfe variiert auch je nach Bereich: Naturwissenschaftliche Fächer erfordern manchmal mehr Arbeit bei der Vor- und Nachbereitung als beispielsweise Fremdsprachenkurse.

Schulfächer – für welches ist Nachhilfe am günstigsten?  

Einen Teil der Kosten machen die nötigen Unterrichtsmaterialien aus: Handbücher, Methodenblätter, Taschenrechner, Geometriematerial usw…

Entsprechend erfordert Mathematiknachhilfe für einen Grundschüler nicht die gleiche Vorbereitung oder Investition in Bezug auf Arbeitszeit und Materialien wie Mathematiknachhilfe für einen Gymnasiasten.

Für einen individuellen Französischkurs kannst Du ungefähr 15 € pro Stunde veranschlagen, zwischen 20 und 22 €, wenn die Fremdsprache besonders selten oder schwierig ist (wie Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch oder Hindi).

Selbst Sprachkurs ist nicht gleich Sprachkurs: Ein Lehrer für Englisch findet sich leichter als ein Lehrer für Sanskrit. | Quelle: Pixabay

Ein Chinesischkurs erfordert zudem das Erlernen des chinesischen Alphabets und der chinesischen Schriftzeichen und kostet oft mehr (30-35 €) als ein Französischkurs.

Individueller Musikunterricht ist teurer als Nachhilfe

Ein anderes Beispiel ist, dass Musikunterricht sowohl vom Schüler als auch vom Lehrer ein eigenes Instrument verlangt, ganz zu schweigen vom Transport des Instruments.

Ausserdem sollte ein Jazz-Gitarrist mindestens zehn bis fünfzehn Jahre Erfahrung haben, um einen Anfänger zu unterrichten, während ein Englischlehrer nur etwa drei bis fünf Jahre Erfahrung benötigt.

Das schlägt sich natürlich im Preis nieder: Ein Gitarrist verlangt ca. 30 € bis 40 € pro Stunde für seinen Unterricht!

Musikunterricht wie Gitarrenunterricht oder Klavierunterricht beginnen in der Regel bei 25 € -30 € und Kurse wie Computerkurse, Reitunterricht, Tischlerei oder die Herstellung von Lederwaren kosten durchschnittlich zwischen 33 € und 36 €.

Was kosten private Fitness-Kurse?

Der Preis für privates Fitness-Coaching kann sogar noch viel höher sein als für privaten Musikunterricht.

Ein Personal Trainer hat direkten Einfluss auf den Körper seines Klienten: Er muss nicht nur die verschiedenen Übungen kennen, er muss sie an seine Kunden anpassen, damit sie sich keine Verletzungen zuziehen. Er trägt daher eine grössere Verantwortung.

Für Übungen zum Muskelaufbau oder Cardin-Übungen muss ein Trainer über fundierte Kenntnisse des Körpers verfügen und eventuell Material anschaffen, das sehr teuer ist.

In der Regel kommst Du zu Deinem Schüler und bringst das Material mit. | Quelle: Pixabay

Fast alle Privat-Kurse im Sportbereich sind relativ teuer. Nehmen wir zum Beispiel den Fall von Skikursen:

Individuelle Skikurse kosten bis zu 50 Euro pro Stunde! Dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass für den Skilehrer zusätzliche Kosten anfallen – für die Ausrüstung, die Benutzung der Infrastruktur und des Skigebiets, eine Versicherung im Falle eines Unfalls und schließlich der Kurs als solcher.

Kein Wunder also, dass private Skikurse preisliche Spitzenwerte erreichen. Dafür arbeitest Du als Skilehrer natürlich auch viel weniger als bei gängigeren Kursen wie Englisch Nachhilfe.

Der Preis von Privatunterricht variiert je nach Stadt

Warum ändert sich der Kurspreis je nach Stadt?

Ein individueller Kurs ist in München aus einem einfachen Grund teurer als in Duisburg: Die Lebenshaltungskosten sind in München ebenfalls viel höher. Der Preis passt sich dem an.

Die teuersten Städte der Republik sind  München, Stuttgart, Frankfurt, Freiburg und Heidelberg.

Die Lebenshaltungskosten in München liegen 44% höher sind als der deutsche Durchschnitt! Dagegen zahlt man in Bremerhaven, Chemnitz oder Magdeburg etwa 20% weniger als die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten.

Ein weiterer Faktor ist der Transport: Auch die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar die Haltung eines Autos ist in München teurer als in einer Stadt im Ruhrgebiet oder in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch wenn einige akkreditierte Nachhilfswerke die Transportkosten in ihrem Stundensatz berücksichtigen, ist dies nicht für alle der Fall.

Wenn der Lehrer jedoch direkt mit dem Schüler oder seiner Familie verhandelt, kann er vorschlagen, dass seine Transportkosten zu seinem Stundensatz hinzugerechnet werden.

Was kostet die Vermittlung?

Traditionelle Organisationen wie zum Beispiel Acadomia verlangen bis zu dreimal höhere Vermittlungsraten als Superprof.

Vermittlung? Was bedeutet das?

Eine Organisation bringt Angebot und Nachfrage auf einem Markt zusammen.

Schüler findest Du über eine Organisation oder eine Online-Plattform. | Quelle: Pixabay

Für private Nachhilfe oder Einzelkurse werden also die Lehrer (Arbeitssuchende) den Schülern (Stellenangebot) vermittelt und umgekehrt.

Wir bringen die Schüler in Kontakt mit ihrem zukünftigen Privatlehrer. Unabhängig davon, ob die Vermittlung online oder persönlich in einer Agentur stattfindet – die Vermittlung zwischen einem Lehrer und einem Schüler ist fast immer kostenpflichtig. Die Einschreibegebühren bei Acadomia liegen bei 75 Euro – bei Superprof hingegen lediglich bei 19 Euro.

Immer häufiger wird vor allem bei 2.0-Organisationen wie Superprof die erste Stunde Privatunterricht kostenlos angeboten.

Das ist eine gute, eigentlich unabdingbare Möglichkeit, die Chemie zwischen Schüler und Lehrer zu testen: Entscheidend ist, dass Schüler und Lehrer sich kennenlernen und sehen können, ob ihre Vorstellungen und ihre Arbeitsweise zueinander passen.

Der Lehrer finden mehr über die Erwartungen und Schwierigkeiten seines Schülers heraus und erstellt auf der Grundlage einer ersten Sitzung einen Plan.

Der Schüler kann testen, ob er einen Draht zu seinem Lehrer findet oder nicht.

Privatunterricht ist ein Bereich, bei dem das menschliche Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler im Vordergrund steht.

Acadomia und Superprof … gibt es etwas nur zwei Organisationen, die Lehrer und Schüler vermitteln?

Natürlich nicht!

Auch andere Anbieter haben sich auf die Vermittlung von Lehrern und Schülern spezialisiert:

Auf easy-tutor.eu kannst du Dich als Nachhilfelehrer(in) registrieren lassen und gibst Deine Kurse lediglich online per Webcam. Diese Möglichkeit steht Dir bei Superprof natürlich ebenfalls offen.

Das Portal erstenachhilfe.de bringt ebenfalls Nachhilfelehrer(innen) und Schüler(innen) zusammen, allerdings beschränkt sich der Bereich auf Schulfächer. Als Yoga-Lehrer(in), Aquarell-Maler(in) oder Gitarrist(in) findest Du hier keine Schüler oder umgekehrt keinen Lehrer.

Der Klassiker ist der Studienkreis, aber auch hier werden nur klassische Schulfächer unterrichtet. Allerdings besteht hier ebenfalls die Möglichkeit, Online-Kurse zu geben.

Wie bestimmen Lehrer ihre Preise?

Wenn der Privatlehrer seinen Schüler über Kleinanzeigen oder das Internet gefunden hat, kann er den Preis seines Privatkurses nach eigenem Ermessen festlegen.

Auch wenn wir an dieser Stelle Gefahr laufen, uns zu wiederholen:  Die Gebühr variiert je nach der zu unterrichtenden Disziplin.

Wenn der Lehrer für eine Nachhilfe-Organisation arbeitet, bestimmt diese ihre eigenen Bedingungen in Bezug auf die Stundensätze. Die Agentur wird Dich jedoch beraten und einige gezielte Informationen geben, um einen fairen Preis zu finden.

Die Arbeit für eine Agentur verringert jedoch die Freiheit der Lehrer, die sehr flexibel sein müssen, um sich an den Stundenplan ihrer Schüler anzupassen.

Schüler sind in der Regel vormittags ausgebucht. | Quelle: Pixabay

Bei der Festlegung des Preises eines individuellen Kurses müssen verschiedene Parameter berücksichtigt werden:

  • Das Niveau des Schülers: Ein Kurs für Grundschüler ist günstiger als ein Kurs in der Sekundarstufe,
  • Den Standort des Lehrers (und etwaige Anfahrtskosten),
  • Das Profil des Lehrers (sowie seine Erfahrung): Ein studierter Lehrer wird besser bezahlt als ein Student.
  • Die Dauer des Kurses: Es kann sich lohnen, gestaffelte Raten zu bieten, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum laufen.

Welche Steuervorteile gibt es für die Eltern von Schülern?

Privatunterricht zu Hause ist immer eine Investition!

Eine Investition in Humankapital – die graue Substanz. Nicht alle Eltern schütteln die Kosten für Nachhilfe für ihr Kind mal eben so aus dem Ärmel. Aber alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Eine etwas ungerechte Situation, zumal gerade Schüler aus finanziell oder sozial benachteiligten Familien Nachhilfe oft bitter nötig haben.

Generell ist es nicht möglich, Nachhilfe bei der Steuererklärung geltend zu machen, da diese als Kosten der privaten Lebensführung betrachtet wird. Eigentlich sollte das Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag die Kosten für Nachhilfe abdecken. Nachhilfe ist allerdings dann steuerlich absetzbar, wenn Dein Schüler zum Beispiel Legastheniker ist. Die Nachhilfekosten müssen dann allerdings die „zumutbare Eigenbelastung“ übersteigen.

Für finanziell schlecht gestellte Familien hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das so genannte Bildungspaket entworfen, das auch den Schülern Nachhilfeunterricht ermöglichen soll, deren Eltern sich keine Förderung leisten können.  Das Paket soll Kindern helfen, wesentliche Lernziele zu erreichen, wenn die Versetzung in die nächste Klassenstufe bedroht ist. Anspruch haben:

  • Empfänger von Arbeitslosengeld II
  • Empfänger von Sozialgeld
  • Empfänger von Sozialhilfe nach dem SGB XII
  • Empfänger des Kindergeldzuschlags
  • Empfänger von Wohngeld
  • Nicht Anspruchsberechtigte staatlicher Unterstützungsleistungen, deren Einkommen nur knapp über der Bemessungsgrenze liegt und die sich daher ebenfalls keinen Nachhilfelehrer leisten können
  • Empfänger von Asylbewerberleistungen

Zögere nicht, die Eltern Deiner Nachhilfeschüler über diese Möglichkeiten aufzuklären.

Privatunterricht: Ein vielversprechender Markt

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass der Anteil der 17-Jährigen, die erklären jemals Zusatzunterricht in Anspruch genommen zu haben, seit 2000 um knapp 75 % gestiegen ist! Deutschland ist zwar noch weit entfernt von einigen asiatischen Ländern (in vielen Ländern nehmen fast 70 % der Kinder Zusatzunterricht!), aber die Nachfrage nach privatem Unterricht steigt stetig.

In Südkorea beispielsweise gehen die Kinder tagsüber dem traditionellen Unterricht in der Schule nach und verbringen in der Regel die Nachmittage in den Hagwons, den Instituten, die bis spät abends Privatunterricht erteilen.

In einigen Ländern wie Japan und Südkorea ist privater Unterricht nach der Schule völlig normal. | Quelle: Pixabay

Ein hektisches Tempo in einem Land, in dem Bildung und ein Diplom der Heilige Gral ist, in dem von klein auf eine Atmosphäre der Konkurrenz und des Wettbewerbs herrscht. Eltern geben einen großen Teil ihres Gehalts für die Privatkurse ihrer Kinder aus.

In Hongkong verdienen Privatlehrer kleine Vermögen! Man reisst sich förmlich um die besten Lehrer!

In einem rücksichtslosen Schulsystem haben Eltern nur ein Ziel für ihr Kind: Die Besten zu sein. Es geht nicht nur darum, einen Abschluss zu machen, er muss auch noch unter den besten sein. Die Mentalität führt zu einer unglaublich rasanten Entwicklung des Privatunterrichts.

Wir könnten auch über China oder Japan sprechen… Es gibt zahlreiche Beispiele für Länder, in denen Kinder unter extrem hohem Schuldruck stehen.

Das deutsche Schulsystem mag seine Mängel haben, aber es hat den Vorzug, Kinder in der Regel nicht durch Erfolgszwang zu erdrücken.

Bei uns machen sich die Eltern aber ebenfalls Sorgen um die Zukunft ihres Kindes und setzen auf Privatstunden, um die Erfolgschancen ihrer Sprösslinge zu maximieren.

Sie wollen Lernschwierigkeiten bekämpfen, bevor das Kind des Anschluss verliert, Blockaden abbauen, bestimmte Themen zu vertiefen oder das Kind optimal auf eine Prüfung vorbereiten.

Manchmal sorgt der ewige Stress mit den Hausaufgaben auch für eine ungesunde Atmosphäre in der Familie und oft klappt es einfach besser mit einem Aussenstehenden. Bevor der Familiensegen schief hängt, delegieren viele Eltern also diese unliebsame Aufgabe an einen Nachhilfelehrer.

Zusammenfassend sind hier die wichtigsten Fakten zu diesem sehr lebhaften Markt, der stetig wächst:

  • Im Schuljahr 2014/15 lag der Anteil an Schülern, die Nachhilfe nahmen bei 14 %.
  • Nachhilfe wird öfter in den östlichen Bundesländern in Anspruch genommen.
  • Am häufigsten nehmen Gymnasiasten Nachhilfe.
  • Eltern mit höherem Einkommen organisieren etwas häufiger Nachhilfe für ihre Kinder.
  • Das Marktvolumen für Nachhilfe liegt bei ca. 879 Mio. €.

Wie können die Kosten für Privatstunden gesenkt werden?

Die außerschulische Unterstützung von Kindern durch Privatstunden ist wie wir bereits festgestellt haben ein erheblicher Kostenfaktor im Familienbudget. Allerdings ist sie in vielen Situationen unerlässlich. Zum Beispiel:

  • Wenn Eltern lange arbeiten und das Kind nicht täglich bei den Hausaufgaben unterstützen können,
  • Wenn Kinder Lernschwierigkeiten haben,
  • Bei der Prüfungsvorbereitung (Abitur, Mittlere Reife …).

Wie kann man einem Kind die Möglichkeit geben, Privatstunden zu nehmen, indem man die Kosten begrenzt?

Hier einige Tipps, um Deinen Schülern interessante Preise zu bieten, ohne Dich zu “verscherbeln”:

Langzeitkurse

Lehrer verlangen häufig einen günstigeren Preis, wenn Kurse über einen längeren Zeitraum geplant sind.

Ein Lehrer kann seinen Schülern einen Vorzugstarif anbieten, wenn er sicher ist, dass er eine größere Anzahl von Unterrichtsstunden geben kann.

Ebenso kann eine etwas längere Nachhilfestunde eine alternative Lösung sein. Zum Beispiel sind zwei Stunden hintereinander alle zwei Wochen vielleicht besser als eine Stunde pro Woche.

Das verringert Deine Anfahrtskosten und halbiert Deine Anfahrt- und Vorbereitungszeit.

Für den Schüler ist es eine gute Möglichkeit, intensive private Unterstützung zu bekommen.  Und zwischen zwei Unterrichtsstunden hat er Zeit, die Informationen zu verarbeiten.

Gruppenunterricht

Auch der Unterricht in einer Gruppe reduziert die Investition.

Wenn Du Gruppenkurse gibst, kannst du den Preis senken. | Quelle: Pixabay

Je nach Bedarf gibt es verschiedene Lösungen:

  • Ein Lehrer kann beispielsweise mehreren Geschwistern gleichzeitig bei den Hausaufgaben helfen. Dies ist eine Lösung, bei der der Lehrer eine Reduzierung seines Stundensatzes in Betracht ziehen könnte.
  • Eine Gruppe von Kommilitonen braucht Hilfe im selben Fach. Durch Gruppenunterricht mit einem Privatlehrer sind die Preise günstiger.
  • Auch Teenager arbeiten in der Regel gerne in Gruppen.

Gruppenkurse eignen sich insbesondere für Sprachkurse, bei denen die mündliche Kommunikation im Vordergrund steht.

Durch den Unterricht in einer kleinen Gruppe, können Kinder eine Sprache leichter lernen. Was den Lehrer betrifft, hat er vielleicht ebenfalls mehr Spass und kann sich mit einer Vielzahl von pädagogischen Ansätzen austoben.

Intensivkurse

Wenn Du Dich für Intensivkurse entscheidest, kannst Du Dich auf Kurse in einem begrenzten Zeitraum konzentrieren.

Intensivkurse sind eine beliebte Lösung, insbesondere bei für Prüfungsvorbereitungen.

Die Stundensätze sind in der Regel günstiger, aber Privatlehrer haben die Möglichkeit, mehr Unterrichtsstunden zu geben, wodurch sich ihr Einkommen erhöht. Jeder gewinnt.

Während der Schulferien oder in den Semesterferien sind sie häufig einfacher zu organisieren.

Kurse per Webcam

Webcam-Kurse sind eine beliebte Lösung für Lehrer und Schüler geworden.

Der Vorteil?

Du kannst Kurse geben, auch wenn Du nicht zu Hause bist. Ein Skype-Englischkurs in der Mittagspause spart abends Zeit für etwas anderes!

Lehrer können gleichzeitig mehrere Schüler unterrichte,, ohne die halbe Stadt zu durchqueren.  Du kannst also mehr Unterricht geben und gleichzeitig die Anfahrtskosten sparen. Allerdings ist der Preis deshalb auch niedriger.

Das Einkommen eines Privatlehrers

Es ist nicht immer einfach, Nachhilfe zu finanzieren, aber es ist wichtig zu wissen, dass die Preise für Privatlehrer keineswegs überhöht sind.

Falls ein Privatlehrer das Unterrichten zu seiner Haupttätigkeit macht, muss er jeden Tag viele Schüler unterrichten, um ein angemessenes Einkommen zu erzielen.

Die grösste Schwierigkeit dabei ist die Planung der Privatstunden.

Tagsüber sind die Schüler in der Schule. Abends  wollen sie dann alle zur gleichen Zeit, zwischen 17 und 20 Uhr, ihren privaten Unterricht haben. Im Sommer sind viele Schüler in den Ferien. Ausserdem stehst Du in Konkurrenz mit anderen außerschulischen Aktivitäten.

Für eine ausreichende Anzahl von Privatstunden muss man sich also gut organisieren, um die Lücken seines Zeitplans zu schließen!

Um dies zu erreichen, sollte man möglichst variieren zwischen Kursen für Schüler, Studenten und Erwachsene.

Du brauchst Schüler, die zu unterschiedlichen Tageszeiten verfügbar sind. | Quelle: Pixabay

Um Dein Honorar zu bestimmen, solltest Du unbedingt berücksichtigen:

  • Wie viel Zeit Du brauchst, um zu Deinem Schüler zu kommen,
  • Wie viel Du für Transportkosten ausgibst,
  • Wie viel Vorbereitungszeit Du für den Kurs brauchst,
  • Wie viel Du eventuell für Material ausgibst.

Deine Arbeit hilft vor allem dabei, den Erfolg Deines Schülers zu fördern, und wie alles andere auch hat das einen Preis!

Was ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage?

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage ist die Theorie, die die Wechselwirkung zwischen dem Angebot einer Ressource und der Nachfrage nach dieser Ressource erklärt.

In diesem Fall ist unsere Ressource das Wissen oder Können.Die Weitergabe dieses Wissens hat seinen Preis.

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage definiert die Auswirkung, die die Verfügbarkeit eines bestimmten Produkts und der Wunsch (oder die Nachfrage) nach diesem Produkt auf den Preis haben.

Im Allgemeinen erhöhen ein geringes Angebot und eine hohe Nachfrage den Preis, und je größer das Angebot und je geringer die Nachfrage, desto mehr sinkt der Preis.

Ein Grundsatz, der auch für Privatunterricht gilt.

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage ist eines der grundlegendsten Wirtschaftsgesetze und ist für fast alle wirtschaftlichen Prinzipien auf die eine oder andere Weise gültig.

In der Praxis überschneiden sich Angebot und Nachfrage, bis der Markt einen Gleichgewichtspreis findet.

Mehrere Faktoren wirken sich jedoch auf Angebot und Nachfrage aus, was dazu führt, dass sie auf unterschiedliche Weise zunehmen oder abnehmen.

Für den Privatunterricht können dies sehr unterschiedliche Faktoren sein:

  • Der Ort von Angebot und Nachfrage,
  • Die Knappheit des betreffenden Themas,
  • Die Verfügbarkeit von Lehrern (zum Beispiel kurz vor dem Abitur).
  • Die Auswirkungen von Moden (=> Bsp.: erhöhte Nachfrage nach Yogastunden und geringere Nachfrage nach Latein- und Griechischstunden).

Wie schaffen Angebot und Nachfrage einen Gleichgewichtspreis?

Um zu veranschaulichen, wie Angebot und Nachfrage den Gleichgewichtspreis bestimmen, stelle Dir ein Unternehmen vor, das ein neues Produkt herausbringt.

Es setzt einen hohen Preis fest, aber nur wenige Verbraucher kaufen ihn.

Das Unternehmen hat mit dem Verkauf vieler Produkte gerechnet, jedoch mangels Interesse der Käufer ist das Lager mit unverkauften Artikeln überfüllt.

Für einen Lehrer bedeutet das: Einen Stundenplan mit Zeitnischen.

Das Unternehmen senkt also den Preis für sein Produkt.

Die Nachfrage steigt, aber das Angebot des Unternehmens nimmt ab, also steigt der Preis – so lange bis der perfekte Preis gefunden ist, um das Angebot mit der Verbrauchernachfrage in Einklang zu bringen.

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