Unter den zahlreichen Musikstilen, die es heutzutage so gibt, sticht einer hervor: Der A-Cappella-Gesang. Damit sind Lieder gemeint, in denen ein Musikensemble ohne instrumentelle Begleitung singt. Es zählt also nur die Stimme, weshalb sich originelle Melodien ohne Instrumente schaffen lassen.

A-Cappella-Gesangsgruppen existieren schon lange und sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Polyphonie gegenüber der harmonischen Symphonie von Chorsängern bevorzugen und dadurch selbst ohne musikalische Begleitung eine kontinuierliche Rhythmik erzeugen. Diese alte musikalische Vorgehensweise ist nicht erst von gestern und noch heute vielfach verwendet.

Superprof stellt Euch in dieser Einführung in die A-Cappella-Musik ihre Anfänge und Entwicklungen, Wurzeln, Verwendung in der zeitgenössischen Musik und die bekanntesten modernen A-Cappella-Bands vor. Zum Ende werdet Ihr alles über diese Kunst ohne Instrumente wissen, was es zu wissen gibt!

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A-Cappella-Gesang: Der religiöse Ursprung

Der echte Ursprung des A-Cappella-Gesang kann unmöglich festgelegt werden, denn es sangen schon immer Menschen ohne zwingend Instrumente zu benutzen. Die ersten Spuren, die wir vom A-Cappella-Gesang haben, sind Schriften und eingravierte Texte:

Eines der ältesten Beispiele ist eine Keilschrifttafel aus dem Jahr 2000 v. Chr.!

Die A-Cappella-Musik aber, die wir heute kennen, hat ihre Ursprünge im religiösen Gesang. Etymologisch betrachtet bedeutet italienisch alla capella nämlich im Deutschen in der Kapelle, was darauf hinweist, wo dieser Stil besonders häufig zu finden war, nämlich in der Kirche während der Messe. Man nutzte allerdings in der Kapelle vorhandene Instrumente wie die Orgel, um den Gesang zu begleiten.

In der Kirche wurde als erstes A-Cappella gesungen.
Der Vorreiter des modernen A-Cappella: Der religiöse Gesang! | Quelle: unsplash

Nichtsdestotrotz wurde während des ersten Jahrtausends des Christentums die Kapellenmusik ohne Instrumente gesungen. Das gleiche gilt für byzantinisch-orthodoxen Riten, bei denen der Gesang komplett ohne Instrumente auskam. Die gregorianischen Lieder sind gute Beispiele für religiösen A-Cappella-Gesang.

Einige Religionsgemeinschaften entschlossen sich dazu, ihre Lieder nur noch in A-Cappella zu singen. Darunter finden sich die Amischen, die Mennoniten und andere Täufergemeinden. Im jüdischen Glauben wiederum spricht grundsätzlich nichts gegen die Verwendung von Instrumenten beim Gesang, außer am Sabbat.

A-Cappella-Gesang ist also in Europa und vor allem um das baltische Meer herum beheimatet, hat sich aber schnell in die neue Welt verbreitet und ab dem 19. Jahrhundert einen Höhepunkt in den USA erlebt, zuerst durch die Religion vorangetrieben, dann aber auch durch andere Formen weitergeführt, die wir uns anschauen möchten!

Die Entwicklung des A-Cappella-Gesangs im Verlauf der Geschichte

Im Mittelalter bis zur Renaissance wurden in den Kirchen hauptsächlich gregorianische Lieder gesungen.

Im 15. Jahrhundert entwickelte sich in Europa der A-Cappella-Gesang der Kirchen in Form der Polyphonie am stärksten, also der Kombinierend von mehreren gleichzeitig gesungenen Stimmen. Im 16. Jahrhundert wurde der A-Cappella-Gesang Schritt für Schritt durch die Kantate ersetzt, welche von Instrumenten begleitet wird.

Über die Jahre hinweg hat A-Cappella sich stark verändert.
Auch die Kantate spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte des A-Cappella-Gesang! | Quelle: unsplash

Zu den berühmtesten Komponisten im polyphonen A-Cappella-Bereich gehören Josquin des Prez und Orlando di Lasso. Daran schloss sich die Well des Madrigal an, einer Gesangspart ohne Instrumente, die zwei bis acht Stimmen umfasst. Einer der Hauptvertreter des Madrigal war Claudio Monteverdi.

Das Madrigal hat dann dem A-Cappella-Gesangs von der Renaissance bis zum Barock begleitet und sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt!

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer A-Cappella-Stil in den Kirchen: Der Knabenchor, ein Chor mit Kindern, ausschließlich Jungen, die in der Gemeinde unter der Leitung örtlicher Geistlicher singen. Viele solcher Chore lassen sich bei den katholischen Pfadfindern finden. 

In der Folge entwickelte sich die A-Cappella-Musik hauptsächlich in den USA. Es war Peter Christian Lutkin, der Dekan der Northwestern University School of Music, der den ersten permanenten A-Cappella-Chor in den USA im Jahre 1906 gründete.

Im Anschluss bildeten sich an amerikanische Universitäten zahlreiche Chore, die häufig Teil der dazugehörigen Kirchen waren. Ein gutes Beispiel sind das St. Olaf College, in welchem bereits seit 1911 A-Cappella gesungen wird, das Concordia College, das Augustana College oder as Luther College.

In den 1930er Jahren entwickelte sich eine neue Art des A-Cappella-Gesang, nämlich er Barbershop. Dabei handelt es sich um eine Instrumentenfreie Musikart mit vier Stimmen in enger Harmonie. Dieser Gesangsstil basiert auf südstaatlichen Traditionen, wo die Friseure (Barbiere) ihre Kunden singend empfangen.

Um ein Barbershop-Quartett zu gründen braucht man vier verschiedene Stimmen:

  • einen ersten Tenor
  • einen zweiten Tenor
  • einen Bariton
  • einen Bass

An den Barbershop schloss sich in den USA der Doo-Woop. Diese A-Cappella-Tradition entwickelte sich in den 1940er Jahren und ist auf junge Afroamerikaner*Innen in den großen Städten der US-amerikanischen Ostküste zurückzuführen. Der Doo-Woop zeichnet sich dadurch aus, dass er häufig von Liebe handelt und keine Instrumente benutzt.

A-Cappella-Musik heute

Mittlerweile ist A-Cappella-Gesang in den Kirchen keine Pflicht mehr und die Verwendung von Instrumenten in religiösen Gesängen kein Verstoß gegen die Bibel. Er wird noch immer in vielen Religionsgemeinschaften praktiziert, bildet aber keinen allgemeinen Zwang mehr.

Das Interesse an A-Capella-Musik ist heutzutage dank Radio, Fernsehen und Internet stark gewachsen. Zahlreiche zeitgenössische Gruppen und Projekte nutzen den A-Cappella-Stil auf eine moderne und spannende Weise. Dazu gehören etwa Glee, The Sing Off und Pitch Perfect.

Das Ziel solcher Lieder ist es nicht, klassische altmodische A-Cappella-Musik zu singen, sondern Pop, Rock, Blues, Folk oder sogar Hip-Hop mit A-Cappella zu fusionieren. Indem mehrere Stimmen als “Instrumente” verwendet (beispielsweise als Beatboxer), lässt sich eine moderne A-Cappella-Melodie schaffen.

A-Cappella-Gesang findet auch in Popmusik vermehrt Beachtung.
Heutzutage ist A-Cappella nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Popmusik zu finden! | Quelle: unsplash

Ein weiterer Fall, der Gospelchor, gehört ebenfalls zum A-Cappella-Gesang, solange keine Instrumente benutzt werden. Er ist noch immer in einigen amerikanischen Kirchen beliebt, einige von Euch kennen mit Sicherheit auch das Lied Oh Happy Day!

Heutzutage nehmen viele Bands und viele Künstler*innen A-Cappella-Musik auf. A-Cappella-Gesang ist außerdem stark in musikalischen Komödien und Unterhaltungsvideos repräsentiert, beispielsweise gibt es viele A-Cappella-Tutorials auf YouTube.

A-Cappella selber zu lernen ist mittlerweile einfacher denn je. Es handelt sich um den gleichen Prozess, wie wenn man das Singen zu Instrumentalmusik lernt: Man kann eine Lehrkraft in einer Schule oder anderen Bildungseinrichtung, nach Gruppenkursen in der Stadt oder nach privater Nachhilfe auf Seiten wie Superprof suchen!

Die bekanntesten A-Cappella-Gesangsgruppen

Auch in unserer Zeit gibt es auf der ganzen Welt einige A-Cappella-Gesangsgruppen. In Deutschland gibt oder gab es mehrere solcher Gruppen, beispielsweise Maybebop, Van Santo, Basta oder Vocaldente. 

Eine deutsche Gruppe sticht dabei aber hinaus, nämlich die Wise Guys: Dieses kölsche Quintett konnte im deutschsprachigen Raum enormen Erfolg feiern und brachte A-Cappella Hitsongs wie Jetzt ist Sommer oder Nur für dich heraus.

A-Cappella-Gesang ist aber kein ausschließlich deutsches Phänomen, wie gesagt lassen sich auf der ganzen Welt einige A-Cappella-Gruppen finden. Zu den bekanntesten gehören die französische Gruppe L.E.J, die seit 2008 aktive israelische Band The Vocal People, Rajaton in Finnland oder die kanadische Band Qw4rtz.

Auch im Radio kommt A-Cappella immer wieder vor.
Von den USA über Frankreich bis nach Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche moderne A-Cappella-Gruppen! | Quelle: unsplash

Natürlich ist die A-Cappella-Tradition in den USA besonders beliebt, weshalb die Zahl der bekannten Bands und Soloartist*innen hier besonders hoch ist. Dazu gehören:

  • The Blanks
  • Naturally 7
  • Voiceplay
  • Take 6
  • Pentatonix
  • Home Free
  • Voctave
  • Peter Hollens
  • Bobby McFerrin

Außerdem könnte man hier zahlreiche Kunstschaffende anführen, die gelegentlich oder auch wiederkehrend in A-Cappella singen, etwa in bestimmten Teilen eines Liedes oder einzelnen Versen. A-Cappella-Gesang hat also ähnliche Eigenschaften wie Rap, welcher ebenfalls immer mehr in anderen Genres zu finden ist!

Jetzt wisst Ihr alles über die Geschichte von A-Cappella sowie seine Entwicklung. Wenn Ihr mehr über die kreative Seite des A-Cappella-Gesang erfahren möchtet, schaut Euch gerne unsere entsprechenden Artikel an. Oder Ihr sucht nach einer privaten Gesangnachhilfe mit einer Lehrkraft um selber toll singen zu können!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus