Das Studienfach Geschichte zählt zweifellos zu den vielfältigsten Studienfächern an deutschen Universitäten. Ob Antike, Mittelalter oder Neuzeit – als Geschichtsstudent lernst Du im Verlauf Deines Studiums alle relevanten Epochen der Menschheitsgeschichte kennen. Dabei setzt Du dich mit wichtigen historischen Ereignissen des Altertums auseinander, in dem Du zum Beispiel Quellen aus der jeweiligen Zeitepoche anschaust und bewertest.

Möchtest du Geschichte studieren und dein Studium erfolgreich absolvieren, solltest Du daher ein umfassendes Interesse an historischen Themen mitbringen, alte und neuen Sprachen kennen sowie über ein gewisses Maß an analytischem Denkvermögen verfügen. Am Wichtigsten ist jedoch, dass du wissbegierig und lernbereit bist, denn eines ist das Geschichtsstudium definitiv: Leseintensiv!

Welche Studieninhalte erwarten Dich als Geschichtsstudent?

An den meisten deutschen Universitäten ist das Bachelor Studium der Geschichte sehr theoretisch ausgerichtet. In den ersten Semestern machst Du Dich zum Beispiel mit den geschichtswissenschaftlichen Forschungsmethoden und den verschiedenen Quellentypen vertraut.

  • Welche geschichtswissenschaftlichen Arbeitsmethoden gibt es?
  • Was sind historische Quellen und wie funktioniert deren Analyse?
  • Wie kannst Du Bibliotheken und Archive richtig nutzen, um wertvolle Informationen zu erhalten?
  • Wie formulierst Du eine konkrete Fragestellung und schreibst eine geschichtswissenschaftliche Arbeit?

Neben diesen handwerklichen Voraussetzungen erhältst Du in Vorlesungen, Seminaren einen thematischen Überblick in der Alten, Mittelalterlichen und Neueren Geschichte.  Mögliche Themenschwerpunkte und Fachrichtungen innerhalb dieser einzelnen Epochen sind zum Beispiel:

  • Griechische und römische Antike
  • Mittelalterliche Geschichte
  • Geschichte der Renaissance
  • Geschichte der Frühen Neuzeit
  • Deutsche Geschichte mit Schwerpunkt Nationalsozialismus und Nachkriegszeit
  • Moderne Zeitgeschichte in und außerhalb Europas

Ein häufig bemühtes Vorurteil gegenüber dem Geschichtsstudium ist, dass es meist viel zu theoretisch aufgebaut ist. Wer jetzt allerdings denkt, das Studium der Alten Geschichte spielt sich nur in Bibliotheken, Hörsälen und Seminarräumen ab, der irrt sich gewaltig! Denn auch außerhalb der vier Universitätswände kannst Du im Dienste der Geschichtswissenschaft praktisch tätig werden.

Etwa in praxisorientierten Übungen im Feld, während deiner studieninternen Exkursionen oder etwa auf archäologischen Fundstätten. Vor allem in dem sich an den Bachelor anschließenden Master Studium stehen zahlreiche Exkursionen, Praxisprojekte oder ein Auslandssemester auf dem Studienverlaufsplan.

Das Geschichtsstudium ist also viel praxisorientierter als Du vielleicht annehmen magst!

Alte Geschichte studieren

Der Ablauf des Geschichtsstudiums ist in die Epochen Antike, Mittelalter und Neuzeit unterteilt. Gerade im grundständigen Bachelorstudium wirst Du all diese Epochen zumindest einmal grob kennenlernen, ohne Dich jedoch vorab auf ein bestimmten historischen Zeitabschnitt festlegen zu müssen.

Im Studienangebot der deutschen Universitäten gibt es jedoch auch die Möglichkeit, sich bereits im Bachelorstudium auf eine bestimmte Epoche zu spezialisieren. Möchtest Du dich etwa im Rahmen Deines Studiums hauptsächlich mit der griechischen und römischen Antike beschäftigen? Dann macht es Sinn, ein Studium der Geschichtswissenschaft mit dem Profilbereich Alte Geschichte anzustreben.

Das Untersuchungsgebiet der Alten Geschichte umfasst eine lange Zeitspanne, die vom 2. Jahrtausend vor Christus bis zum 7. Jahrhundert nach Christus reicht. Geographisch beschränkt sich das Studium auf all jene Regionen, die Teil des Römischen Reiches zur Zeit seiner größten Ausdehnung waren, vor allem also auf den Mittelmeerraum und die angrenzenden Gebiete.

Wahlweise können aber auch das alte Ägypten, das Byzantinische Reich und der Alte Orient im Rahmen des Studiums behandelt werden. Natürlich hängt dies von Deinen studienfachinternen Fachschwerpunkten und nicht zuletzt auch von Deinen persönlichen Wahlpräferenzen ab.

Um Dir einen kurzen Überblick über die Vielseitigkeit und Themendiversität im Studium der Alten Geschichte zu verschaffen, wollen wir Dir Im Folgenden ein paar Fachrichtungen vorstellen:

Ägyptologie - Das Studium der altägyptischen Hochkultur

Das Studienfach Ägyptologie zählt an deutschen Universitäten zum Fachbereich der Geisteswissenschaften. Insofern findet dieses Studium meist an einer philosophischen oder historischen Fakultät einer Universität statt.

Als  Ägyptologie-Studierender befasst Du dich mit der Geschichte, Kunst, Literatur, Religion, Sprache und anderen Lebensbereichen der Hochkultur des alten Ägyptens. Das Fach umfasst die Zeitspanne vom Zusammenwachsen der verschiedenen neolithischen Kulturen des nördlichen Niltales im 4. Jt. v. Chr. bis zur christlich-koptischen Epoche.

Pyramiden, Pharaonen und Hieroglyphen - dies sind die bekanntesten kulturellen Errungenschaften, die das alte Ägypten hervorgebracht hat
Wenn wir heute an die alte Hochkultur am Nil denken, kommen uns wahrscheinlich zuallererst die beeindruckenden Pyramiden in den Sinn | Quelle: Pixabay

Die besondere Relevanz der Ägyptologie liegt in ihrer thematischen Bandbreite: Das gesamte Gesellschaftssystem einer der frühesten Hochkulturen der Menschheit wird über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrtausenden verfolgt und allmählich aufgedeckt. Hierzu verbindet die Ägyptologie eine Vielzahl kultur- und naturwissenschaftlicher Disziplinen. Vor allem die Einbindung naturwissenschaftlicher Disziplinen als archäometrische Hilfswissenschaften, u.a.: Geologie und Gesteinskunde, Geophysik, Anthropologie sowie verschiedene biologische Teildisziplinen bis hin zu modernsten DNS-Untersuchungen, Paläozoologie, spielen eine Rolle.

Griechische Antike

Die griechische Antike dauerte vom 8. Jahrhundert bis 146 v. Chr., als Griechenland von den Römern besetzt wurde. Die altgriechische Kultur wird auch als die Wiege Europas bezeichnet, da sie selbst die Brücke zu den Hochkulturen des Alten Orients bildete und den Boden für das Römische Reich und dessen Erbe an das Abendland bereitet hat.

Die griechische Kultur bestand aus verschiedenen miteinander konkurrierenden Städten, die Polis genannt wurden. Jede griechische Stadt war ein kleiner Staat. Die bekanntesten griechischen Stadtstaaten hießen Athen und Sparta. Besonders Athen war im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. bekannt für eine erste Blüte der Wissenschaften – z.B. der Philosophie, Physik, Mathematik, Astronomie oder Medizin.

Die griechische Antike dauerte vom 8. Jahrhundert bis 146 v. Chr.
Denkt man an das Antike Griechenland, fallen einem meist die imposanten griechischen Skulpturen ein | Quelle: Pixabay

Eine der wohl wichtigsten Errungenschaften der griechischen Antike ist die „Erfindung“ der Demokratie. In Athen entwickelte sich im 5. und 4. v. Chr. Jahrhundert die erste überlieferte Volksherrschaft.

Das Hauptaugenmerk des Studiums der griechischen Antike liegt in der Vertiefung der griechischen Sprache, der antgriechischen Kultur sowie der Beschäftigung mit den literarischen Werken. Hast Du die Kenntnisse der griechischen Sprache vertieft und die Kultur- und Literaturkenntnisse im Bereich der griechischen Antike verfeinert, kannst Du dich auch mit dem Nachwirken dieses Kulturerbes in der Spätantike und im byzantinischen Zeitalter beschäftigen. Im groezn und Ganzen lernst lernst du in deinem Studium der Alten Geschichte also wie die griechische Antike spätere Zeiten geprägt hat.

Römische Antike

Im Studium der Alten Geschichte setzt Du Dich neben der altgriechischen Geschichte auch mit römischen Kulturen. Die Geschichte der römischen Antike begann um 500 v. Chr. mit dem Aufstieg Roms zur Großmacht und endete mit der Absetzung des weströmischen Kaisers Romulus Augustulus im Jahr 476 n. Chr.

Die tausendjährige Geschichte des Römischen Reiches lässt sich in zwei aufeinanderfolgende Phasen unterteilen.

In der ersten Hälfte war das Reich eine Republik – zwar keine Demokratie wie im alten Athen, aber ein Herrschaftssystem, das die Mitsprache vieler römischen Bürger sicherstellte. Zahlreiche Krisen und Aufstände hatten jedoch zur Folge, dass angefangen mit Augustus ab 27. v. Chr. das Reich bis zu seinem schlussendlichen Niedergang im vierten Jahrhundert von zahlreichen Kaisern regiert wurde: Nero, Domitian, Trajan und Hadrian sind nur einige der Kaiser auf der Liste. Mit Ihnen als uneineschränkte Herrscher an der Spitze des Römische Reiches hatte sich aus der Republik eine Monarchie entwickelt.

Das alte Rom hat die Geschichte Europas wie kaum ein anderes Imperium geprägt
Rom gilt als das Zentrum der Antike, denn hier finden Sie einige der wichtigsten Bauten | Quelle: Visualhunt

Im Rahmen des Studiums setzt Du dich mit der Expansion des Imperium Romanum ebenso intensiv auseinander wie mit dem Alltagsleben der Römer. Zu den Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen:

  • Militärgeschichte Roms
  • Geschichte der Familie; Haus und Haushalt in der Römischen Antike
  • Sozial-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte des griechischen Reiches
  • Römisch Antike Alltagsgeschichte; antike Demographie
  • Frühes Christentum; Spätantike und frühbyzantinische Zeit
  • Verfassung der Römischen Republik
  • Wissenschaftsgeschichte und Historiographie

Wie Du siehst, ist das Studium der Römischen Antike äußerst vielseitig. Wenn du also mehr über die Geschichte und Kultur des Römischen Reiches erfahren möchtest, dann ist ein Studium der Alten Geschichte die richtige Wahl!

Welche Voraussetzungen gelten für das Studium der Alten Geschichte?

Das Studium der Alten Geschichte kannst Du als Bachelor- oder Master Student aufnehmen. Das Bachelor Studium dauert in der Regel sechs Semester, in denen Du dich neben althistorischen Forschungsthemen auch mit Methoden der historischen Interpretation literarischer Quellen, Epigraphik, Papyrologie, Numismatik, Handschriftenkunde oder der historischen Geographie auseinandersetzen wirst. Außerdem stehen Lektürekurse und Sprachkurse in Latein und Altgriechisch auf dem Lehrplan, denn schließlich sollest Du als angehender Experte für die antike Zeitepoche, deren Sprachen perfekt beherrschen.

Doch was genau sollest Du mitbringen, um das Studium der Alten Geschichte aufnehmen zu können? Um für ein Bachelorstudium der Alten Geschichten angenommen zu werden, brauchst Du auf jeden Fall eine allgemeine Hochschulreife. Zudem ist der Studiengang je nach Hochschule mit einem Numerus Clausus belegt. Wenn Du dich für einen Studium der Alten Geschichte interessierst, solltest Dich daher vorab informieren, welche Mindestnote Du an der Hochschule Deiner Wahl benötigst.

Möchtest Du ein ein Master-Studium im Bereich Alte Geschichte aufnehmen, so solltest Du einen Hochschulabschluss auf mindestens Bachelor-Niveau in Alte Geschichte vorweisen können. Auch äquivalente Studiengänge wie Geschichtswissenschaften, Altertumswissenschaften, Kulturwissenschaften oder einer anderen Geisteswissenschaft von mindestens sechs Semestern Regelstudienzeit sind relevant.  Wichtig ist, dass Dein Bachelorstudium einen relevanten Bezug zum Bereich Alte Geschichte aufweist.

Da du im Rahmen des Studiums alte Quellentexte aus der Zeit der Antike analysieren wirst, werden oftmals auch altgriechische und lateinische Sprachkenntnisse gefordert. Aber keine Sorge! Solltest Du vor Antritt Deines Studiums keinen Latein oder Graecum Nachweis besitzen, kannst Du diese meist auch neben dem Studium nachholen und anrechnen lassen.

Neben den alten Sprachen solltest Du natürlich auch die englische Sprache beherrschen, da viele der Forschungstexte in englischer Sprache abgefasst sind. Englischsprachige Master-Studiengänge im Bereich der Alten Geschichte erfordern zudem einen Nachweis erweiteter Englisch-Kenntnisse durch gängige Zertifikate, wie etwa TOEFL, IELTS oder CAE.

Neben diesen formalen Kriterien solltest du natürlich eine gewisse Lesebereitschaft mitbringen. Disziplin, Organisationstalent und Belastungsfähigkeit sind im Studium der Alten Geschichte ebenso gefragt wie eine ausgeprägte interkulturelle Kompetenz. Schließlich beschäftigst Du dich mit fremden Kulturen aus längst vergangenen Zivilisationen.

Berufsaussichten nach dem Master-Studium Alte Geschichte

Hast Du Dein Studium der Alten Geschichte erfolgreich abgeschlossen, eröffnen sich für Dich unterschiedliche Aufgabenfelder und Tätigkeiten. Ein Großteil der Absolventen und Absolventinnen werden in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre tätig. Einige Althistoriker arbeiten nach einer anschließenden Promotion an Hochschulen, universitären sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Weitere potenzielle Tätigkeitsfelder bietet auch der außeruniversitäre Bildungssektor, vor allem in Bezug auf die Erwachsenenbildung. Ferner bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Kulturbranche, etwa in Archiven, Museen oder kulturhistorischen Ausstellungseinrichtungen. Außerdem werden Althistoriker auch in Verlagen, Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen oder Funk- und Fernsehanstalten tätig.

istoriker haben in der Regel ein Hochschulstudium mit Abschluss Bachelor oder Master
Geschichte ist ein beliebtes und schönes Studienfach. Doch was kommt danach? | Quelle: Pixabay

Obwohl die Berufsaussichten für Absolventen der Altengeschichte breit gefächert sind, ist der Berufseinstieg nicht immer ganz einfach. Oftmals sind nach dem Studium zunächst Praktika oder Volontariate notwendig, um einen Zugang in die Arbeitswelt zu bekommen. Zudem ist es von Vorteil, wenn Du bereits während Deines Studiums durch Praktika erste berufliche Erfahrungen sammeln konntest. Du solltest Dich daher rechtzeitig für einen bestimmten Arbeitsbereich profilieren, um nach dem Studium deinen Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern.

Auch die Einstiegsgehälter für Absolventen des Studiengangs Alte Geschichte sind im Vergleich zu anderen Studiengängen relativ gering. Im Durchschnitt starten Althistoriker mit einem monatlichen Bruttogehalt von durchschnittlich 1.300 € ins Berufsleben. Je nach Berufsfeld, Berufserfahrung und Abschluss kann dieses aber auch schnell höher oder niedriger ausfallen.

Wo kannst Du Alte Geschichte studieren?

Spielst Du mit dem Gedanken Alte Geschichte zu studieren, aber Du weißt nicht, an welchen Unistandorten dieser Studiengang angeboten wird. Dann sind hier einige Universitäten, an denen Du Alte Geschichte studieren kannst.

  • Uni Halle-Wittenberg – Alte Geschichte
  • Uni Rostock - Alte Geschichte
  • Uni Heidelberg - Alte Geschichte
  • Uni Rostock - Alte Geschichte
  • Uni Rostock - Altertumswissenschaften
  • Uni Jena - Alte Geschichte
  • Freie Universität Berlin – Geschichtswissenschaft mit dem Profilbereich Alte Geschichte
  • Universität Basel - Alte Geschichte
  • Universität Bern – Antikes Judentum
  • Universität Graz – Alte Geschichte und Altertumskunde
  • Universität Innsbruck – Alte Geschichte und Altorientalistik
  • Universität Leipzig – Klassische Antike. Geschichte und Literatur
  • Universität Salzburg – Alte Geschichte und Altertumskunde
  • Universität Trier – Papyrologie
  • Universität Wien – Alte Geschichte und Altertumskunde
  • Universität Köln – Antike Sprachen und Kulturen/Alte Geschichte
  • Universität Zürich – Antikes Christentum
  • Uni Freiburg – Altertumswissenschaften
  • Uni Jena – Altertumswissenschaften
  • FU Berlin – Altertumswissenschaften
  • Universität des Saarlandes - Altertumswissenschaften

Wenn in einem Studium der Alten Geschichte Dein Wissen über die antiken Kulturen und aktuelle Forschungsmethoden vertiefen möchtest, dann bieten sich die obenstehenden Studiengänge an.

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Karl Heinz

Hi, it's me - Karl Heinz, not really new, but still active. My passions are outdoor activities. I love the nature, riding the bike, hiking through the mountains, preferably with my wife and my dog. These are opportunities to let flow my thoughts and get inspiration for writing comments and blogs.