„Ich würde wahnsinnig gerne einmal auf dem Mond spielen.“ André Rieu

Selbst nach 30 Jahren internationaler Karriere mit Millionen verkaufter Alben, DVDs und Konzert-Tickets hat der Orchesterleiter und Geiger André Rieu noch große Träume. So unrealistisch der Wunsch auf dem Mond zu spielen auch sein mag, zeigt er uns doch mit welchem Ehrgeiz und unbändigen Leidenschaft Rieu zu stetig höheren Zielen strebt. Und letztlich ist genau dies das Geheimnis seines riesigen Erfolgs.

André Rieu gehört nicht zu den besten Geigern unserer Zeit, aber unumstritten zu den bekanntesten und erfolgreichsten. Kaum ein anderer hat über drei Jahrzehnte hinweg ein größeres Publikum erreicht. Mit seinem Johann-Strauss-Orchester zieht er um die Welt und begeistert die Massen mit populären Arrangements bekannter klassischer Melodien und Orchesterversionen von beliebten Schlagern und Popsongs.

Entdecke in diesem Artikel mit uns den Mann aus Maastricht, der von seinen Fans als „Walzerkönig“ betitelt wird.

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Und los geht's

Biografie: Ein Geiger aus Maastricht wird zum Weltstar

Geboren wurde André Rieu 1949 im niederländischen Maastricht. Die Liebe zur klassischen Musik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Chefdirigent des Limburgs Symfonie Orkest (LSO) und ließ seine Kinder zu Hause ausschließlich klassische Musik hören. Im Alter von fünf Jahren wurde André Rieu zum Geigen- und Klavierunterricht geschickt. Erwartet wurden vom Vater harte Arbeit und perfekte Leistungen.

Obwohl André Rieu seine Kindheit als schwierig beschreibt, wurde seine Liebe zur Musik vom Druck des Vaters nicht getrübt. Als kleines Kind war er fasziniert vom Klang des Orchesters und der synchronen Bewegungen der Streicherbögen. Gleichzeitig wusste er nichts mit den starren Konventionen klassischer Konzerte anzufangen. Für ihn war Musik stets ein Event, bei dem Freude und Gefühlsregungen im Mittelpunkt stehen sollten.

Sein Musikstudium absolvierte André Rieu an den Konservatorien von Lüttich und Maastricht. Daneben erhielt er Unterricht von den Violinisten André Gertler und Herman Kebbers. Von 1978 bis 1989 spielte er die erste Geige im Limburgs Symfonie Orkest, die ersten zwei Jahre noch unter der Leitung seines Vaters.

Zeitgleich begann er sich mit seinem eigenen Ensemble, dem Het Maastrichts Salon Orkest, der etwas leichteren Salonmusik zu widmen. Mit dieser Formation spielte Rieu erste Schallplatten ein und erlangte regionale Bekanntheit in den Niederlanden sowie dem deutsch-belgischen Grenzraum. 1987 gründete er das Johann-Strauss-Orchester, zunächst mit zwölf Mitgliedern.

Am 1. Januar 1988 gaben André Rieu und das Johann-Strauss-Orchester ihr erstes Konzert. Damit war die Maschinerie ins Rollen gekommen. In den folgenden Jahren wurden die Tourneen weitläufiger und länger, das Publikum größer.

Bereits das zweite Album, das 1994 unter dem Titel Strauss & Co. veröffentlicht wurde, war ein Verkaufsschlager. Es landete auf dem ersten Platz der niederländischen Charts und hielt sich insgesamt während 88 Wochen in den Top 100. In Deutschland waren es sogar 103 Wochen, davon eine Woche lang auf Platz 4.

Seit Mitte der 1990er Jahre tourt André Rieu mit dem Johann-Strauss-Orchester um die ganze Welt. Es gibt kaum eine große Arena, die er noch nicht gefüllt hat und die meisten seiner Alben landen gleich in mehreren Ländern in den Charts; oft sogar an der Spitze. In zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt wurde er für die bemerkenswerten Plattenverkäufe mit insgesamt über 300 Gold- und Platin-Schallplatten ausgezeichnet.

Mittlerweile ist das Orchester auf über 50 ständige Mitglieder angewachsen. Bei großen Events können es mit Gastmusiker*innen auch deutlich mehr sein. Darunter sind Solist*innen, Orchestermusiker*innen und Chorsänger*innen.

Auch mit über 70 Jahren arbeitet André Rieu unermüdlich weiter. Jährlich wird ein Album oder eine DVD veröffentlicht und eine Tour mit Terminen auf der ganzen Welt geplant.

Wer sind die bedeutendsten Geiger unserer Zeit? Wir haben für dich auch Artikel über die Violinisten David Hope und Itzhak Perlman zusammengestellt.

André Rieu und das Johann-Strauss-Orchester: Ein Show-Event der Superlative

Die Verkaufszahlen von Rieus Alben sind beeindruckend und können so manchen Popstar vor Neid erblassen lassen. Die immense Popularität des Orchesterleiters zeigt sich aber auch in dem Zulauf zu seinen Konzerten. Allein im ersten Halbjahr 2009 verkaufte sich mehr als eine halbe Million Tickets, womit Rieu im weltweiten Vergleich den vierten Platz auf der Liste der bestverkauften Konzerttourneen dieses Zeitraums belegte.

Mit einem klassischen Konzert haben die Shows von André Rieu und dem Johann-Strauss-Orchester nicht viel gemeinsam. Wie er es sich als kleiner Junge erträumt hatte, wird nicht mit ernster Miene gespielt und zugehört oder mit dem Applaus bis zum Ende gewartet. Der Geiger lädt sein Publikum herzlichst dazu ein, ganz nach Lust und Laune zu schunkeln, tanzen, klatschen und singen.

In den oft langen Ansagen erzählt Rieu Anekdoten und private Geschichten zu den einzelnen Stücken. Dabei ist er jederzeit darum bemüht, sein Publikum zum Lachen zu bringen. In die Lieder werden immer wieder humorvolle Einlagen eingebaut; häufig in der Interaktion mit den Solist*innen.

Bei großen Events sind Tänzer*innen mit von der Partie, die mal in großer Abendgarderobe, mal in traditionellen Kostümen, für ein optisches Spektakel sorgen. Auch Auftritte von Gaststars gehören zum üblichen Konzertprogramm. Dabei handelt es sich in der Regel um Überraschungsgäste, deren Namen bis zum Konzertbeginn geheim gehalten werden.

Für das passende Ambiente sorgen spektakuläre Bühnenbilder und ein Feuerwerk an Lichteffekten. Bei der World Stadium Tour – A Romantic Vienna Night diente eine Nachbildung des Wiener Schloss Schönbrunn, auch Sissi-Schloss genannt, als Kulisse. Mit einer Länge von 125 Metern, einer Breite von 30 und einer Höhe von 35 Metern war es das größte Bühnenbild, das bis zu diesem Zeitpunkt jemals auf einer Konzerttournee zum Einsatz gekommen war. Es verfügte über zwei Eislaufflächen, einen riesigen Ballsaal und originalgetreuen Wasserspielen.

Die Tournee feierte im Dezember 2007 in Kanada Premiere und reiste im folgenden Jahr durch ganz Europa, Nordamerika und Australien. Mit dabei waren unter anderem 14 Wiener Kutschen mit 36 Pferden, das Ballett der Wiener Staatsoper und das der Wiener Volksoper sowie zahlreiche Gaststars. Das Konzert im Telstra Dome in Melbourne wurde aufgezeichnet und auf DVD veröffentlich. Mit 38.605 verkauften Tickets war es Rieus bisher bestbesuchtes Event.

Jährlich gibt André Rieu mit seinem Orchester mehr als hundert Konzerte auf verschiedenen Kontinenten. Damit zu den oft nah beieinanderliegenden Terminen rechtzeitig alles bereit ist, werden Bühnenbild, Kostüme und Instrumente in mehrfacher Ausführung mitgeführt.

Seine Bekanntheit verdankt André Rieu auch seinen regelmäßigen Auftritten in großen Fernsehshows. In Deutschland war er jahrelang Stammgast im von Karl Moik moderierten Musikantenstadl.

Zudem erscheinen Mitschnitte von seinen Konzerten nicht nur auf DVD, sondern werden auch zur besten Sendezeit von großen Fernsehsendern ausgestrahlt. Insbesondere im Dezember zu Weihnachten und zum Jahreswechsel sind André Rieu und das Johann-Strauss-Orchester kaum aus der deutschen Fernsehlandschaft wegzudenken.

Du interessierst dich für bekannte Geiger unserer Zeit? Hier kannst du alles über den punkigen Violin-Virtuosen Nigel Kennedy und den aufsteigenden Star am Klassik-Himmel Nicola Benedetti erfahren.

Der Erfolg von André Rieu: Unternehmer, Entertainer und Publikumsliebling

Die berühmtesten Melodien der klassischen Musik bilden das Standardrepertoire von André Rieu. Den ersten Hit landete er mit Second Waltz, seiner Version des Walzer Nr. 2 aus der Suite für Varieté-Orchester von Dmitri Schostakowitsch. Unvorstellbar ist ein André Rieu Konzert, bei dem nicht An der schönen blauen Donau von Johann Strauss (Sohn) gespielt wird und die bekanntesten Themen aus Opern, in ein buntes Medley verpackt, zum Besten gegeben werden.

Bei André Rieu und dem Johann-Strauss-Orchester klingen sie aber ganz anders als in klassischen Konzertsälen. Die Arrangements sind so angelegt, dass aus jedem Stück ein tanzbarer oder mitsingbarer Schlager wird.

Ergänzt wird das Programm durch Pop-Hits und Musical-Songs. Ob Leonard Cohens Hallelujah, Lou Begas Mambo No. 5 oder David Hasselhoffs Looking for Freedom – kein Song ist vor den Arrangierlaunen des geigenden Orchesterleiters sicher. André Rieu weiß alles, worauf er grad Lust hat, in einen leichtverdaulichen, unterhaltsamen Klassik-Schlager zu übertragen.

Damit gelingt es ihm, wie seinen jüngeren Kolleg*innen Vanessa Mae und David Garrett, die sich dem Crossover zwischen Klassik und Pop/Rock verschrieben haben, die klassische Musik aus ihrer, oft als elitär angesehenen, Nische herauszuholen und sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Kritiker*innen empören sich gerne, dass Rieus Musikstil und die zum Event stilisierten Konzerte nichts mehr mit Klassik zu tun hätten; zu undifferenziert seien die Arrangements, zu effekthascherisch die Inszenierung und keine Spur von einer musikalischen Virtuosität, wie sie bei Violinist*innen wie Anne-Sophie Mutter oder Joshua Bell zu hören ist.

Mit Blick auf die Verkaufszahlen von Tickets und Schallplatten kann man immerhin sagen, dass es André Rieu gelungen ist, einige bedeutende musikalische Motive aus dem klassischen Repertoire zu einer breiteren Bekanntheit zu verhelfen. Bereits nach wenigen Tönen verfällt das Rieu-Publikum in Ekstase und grölt zu Bizets Toreador aus Carmen und Verdis Va, pensiero aus Nabucco mit als wären es Stadionhymnen.

Faszinierend ist die Erfolgsgeschichte Rieus allemal. Zu Beginn hat, außer seiner Frau Marjorie, niemand an seine Vision geglaubt. Von seinem Vater wurde er belächelt, Produzenten sowie Veranstalter wollten dem Projekt keine Chance geben. Erst die Gründung der eigenen Firma André Rieu Productions im Jahr 1987 ermöglichte es ihm, den Grundstein für die weitere Geschichte zu legen.

Heute beschäftigt das Unternehmen rund 120 Mitarbeiter*innen, verfügt über ein eigenes Tonstudio und stellt mit eigenen Materialien sowie einem ausgeklügelten Organisationssystem den reibungslosen Ablauf der Tourneen sicher.

André Rieu ist Geiger, Orchesterleiter, Unternehmer und vor allem ein richtig guter Entertainer. Anders als der klassische Dirigent steht er, immer mit der Geige in der Hand, mit dem Rücken zu seinem Orchester. Er ist ständig in Kontakt mit seinem Publikum und weiß ganz genau, wie er es glücklich machen und mitreißen kann.

So hat sich der einst belächelte lokale Unterhaltungskünstler durch unermüdliche Arbeit zum gefeierten Weltstar entwickelt. Wer hätte jemals gedacht, dass ein Musiker mit einer originalgetreuen Nachbildung des Schloss Schönbrunn im Gepäck durch die Welt reisen würde? Vielleicht schafft es André Rieu ja doch noch, eines Tages auf dem Mond einen Walzer zu spielen.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.