In den 1990er Jahren hat die Geigern Vanessa-Mae für viel Furore gesorgt und die Musikszene aufgemischt. Das Video der Teenagerin, die klatschnass im Meer stehend E-Geige spielt ging um die Welt. Bekannte klassische Werke unterlegt mit einem Techno-Beat, das hatte man bisher noch nicht gehört. Die Fans waren begeistert, viele Klassik-Liebhaber*innen empört.

Über mehre Jahre hinweg war Vanessa-Mae die unangefochtene Pop-Prinzessin an der Geige, verkaufte Millionen Alben, füllte weltweit große Konzerthallen und räumte Preise ab. Doch so plötzlich sie aufgetaucht war, so plötzlich ist sie auch wieder von der Bildfläche verschwunden. Heute hört man kaum noch was von der Geigerin mit thailändischen Wurzeln.

In diesem Artikel begeben wir uns auf die Spuren des Phänomens Vanessa-Mae. Du erfährst mehr über ihre Kindheit, Ausbildung und die Anfänge in der Klassik. Wir beleuchten ihren fulminanten Aufstieg zum internationalen Popstar, werfen einen Blick auf ihre kurze Sport-Karriere als Skirennfahrerin und stellen uns abschließend die Frage: Was macht Vanessa-Mae heute?

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Und los geht's

Vanessa-Mae Vanakorn Nicholson: Eine bewegte Kindheit im Zeichen der Musik

Die Violinistin kam 1978 als Vanessa-Mae Vanakorn in Singapur als Tochter der chinesischen Pianistin und Anwältin Pamela Nicholson (Geburtsname Tan Soei Luang) und des thailändischen Geschäftsmanns Vorapong Vanakorn zur Welt. Ihr Geburtsdatum, den 27. Oktober, teilt sie sich mit dem größten Violin-Virtuosen der Romantik, Niccolo Paganini.

Bereits im Alter von drei Jahren erhielt sie Klavierunterricht. Wenig später trennten sich ihre Eltern und Vanessa-Mae zog als Vierjährige mit ihrer Mutter und deren neuem Ehemann, dem Briten Gavin Nicholson nach London. Dort begann sie im Alter von fünf Jahren Geige zu spielen. Mit acht reiste sie für einige Zeit nach Peking, um dort am Konservatorium Unterricht bei dem Violin-Professor Lin Yao Ji zu nehmen.

Mit knapp 10 Jahren gab sie beim Schleswig-Holstein Festival ihr Konzertdebüt und spielte kurz darauf mit dem London Philharmonic Orchestra zusammen. Nach diesen beiden viel beachteten Auftritten wurde sie als Wunderkind der Klassik gefeiert und am Royal College of Music in London aufgenommen.

Kurz vor ihrem 12. Geburtstag nahm sie mit den Mozart Players 1990 ein erstes Album auf, dessen Erträge sie der National Society for the Prevention of Cruelty to Children spendete. Ein Jahr später folgte die CD Kid’s Classics in Zusammenarbeit mit dem New Belgian Chamber Orchestra.

Für Aufsehen sorget ihre dritte Veröffentlichung, Tchaikovsky & Beethoven Violin Concertos (aufgenommen 1990, veröffentlicht 1991). Sie war damit die jüngste Künstlerin aller Zeiten, die die Violinkonzerte von Tschaikowski und Beethoven aufgenommen hatte, was ihr einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte.

Im selben Zeitraum tourte sie mit dem Singapore Symphony Orchestra, das zum ersten Mal in Europa zu Gast war. Vanessa-Maes Solospiel bei Konzerten und auf ihren Alben wurden von der Kritik weiterhin gelobt. Im Alter von 14 Jahren galt die junge Violinistin als eine Hoffnung für die klassische Musik.

Der frühe Erfolg hat aber seinen Preis. Ganz anders als beispielsweise Anne-Sophie Mutter oder Joshua Bell, war das Geige spielen auf hohem Niveau nicht eine persönliche Entscheidung des Kindes oder eine natürliche Entwicklung.

Von Anfang an wurde Vanessa-Mae von ihrer Mutter zum disziplinierten Üben gezwungen. Freizeitaktivitäten und Lebenserfahrungen, die für Jugendliche doch so wichtig wären, wurden strikt unterbunden. Erst im Alter von 21 löste sich die Geigerin von der rigiden Führung ihrer Mutter, mit der sie einige Jahre später in einem Interview hart ins Gericht ging. Seither haben die beiden Frauen kaum mehr Kontakt miteinander.

Bevor es soweit kam, begleitete Pamela Nicholson ihre Tochter als Managerin auf ihrem Weg zum Pop-Phänomen.

Eine klassische Violinistin wendet sich der Popmusik zu: Vanessa-Mae wird zum Star

Im Alter von 15 Jahren schlug Vanessa-Mae eine ganz neue Richtung ein. Mittlerweile beim Major-Label EMI unter Vertrag, begab sie sich mit dem Produzenten Mike Batt und dem Toningenieur Gareth Cousins in die Abbey Road Studios, um einen bisher ungehörten Sound zu kreieren, der sich bei weitem vom Crossover des Stargeigers Nigel Kennedy unterscheidet und auch nichts mit dem Schlager eines André Rieu zu tun hat.

Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus Bearbeitungen von klassischen Werken sowie Neukompositionen unter anderem von Mike Batt und Vanessa-Mae selbst, bei der das, oft sehr schnelle, Geigenspiel mit synthetischen Klängen und Technobeats unterlegt ist. Vanessa-Mae selbst beschreibt ihren Musikstil als Techno-Acoustic-Fusion.

Das 1995 veröffentlichte Crossover-Album The Violin Player erreichte in mehreren Ländern die Pop-Charts und hat sich weltweit mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft. Die erste und erfolgreichste Single-Auskopplung war Toccata & Fugue, eine Bearbeitung des Orgelwerks Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565 von Johann Sebastian Bach.

Bei der anschließenden Red Hit Tour in ausverkauften Hallen bewies sich die erst 16-jährige Geigerin als Popstar. Bei den schnellen Songs hüpfte sie zu einer aufwändigen Lichtshow und Videoprojektionen im Hintergrund im kurzen Glitzerkleid energiegeladen über die Bühne. In den ruhigeren Stücken verstand sie es, sich ganz auf das Spielen zu konzentrieren und den Klang ihrer Geige zu verlassen. Die Publikumsmassen waren begeistert. Damit war sie Jahre vor David Garrett, der erste große Popstar an der Geige.

Trotz des großen Erfolgs in der Popmusik wendete Vanessa-Mae der Klassik nicht vollständig den Rücken in den Jahren 1996 und 1997 veröffentlichte sie zwei Klassik-Alben (The Classical Album 1 und China Girl: The Classical Album 2) mit Stücken von Giacomo Puccini, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Max Bruch sowie The Butterfly Lovers' Violin Concerto der beiden chinesischen Komponisten He Zhanhao und Chen Gang.

Begleitet wurde die Violinistin auf den Aufnahmen von bekannten Londoner Orchestern sowie ihrer Mutter Pamela Nicholson am Klavier. Nur der jeweils letzte Track beider Alben erinnert an den Sound von The Violin Player.

Der Song Happy HHHappy Valley vom Album China Girl: The Classical Album 2 wurde zum musikalischen Thema für die Feierlichkeiten zur Rückgabe Hong Kongs an das chinesische Festland gewählt. Vanessa-Mae war die einzige Künstlerin ohne chinesische Staatsbürgerschaft, die bei der Zeremonie am 30. Juni 1997 auftrat.

Im Oktober 1997 erschien das zweite Pop-Album Storm. Der gleichnamige Song ist eine Bearbeitung des dritten Satzes von Antonio Vivaldis Der Sommer, Op. 8, RV 315 aus der Sammlung Die Vier Jahreszeiten. Der Videoclip zu Storm setzt sich mit dem Publikumserfolg und der Kritik aus der Klassikszene an Vanessa-Mae auseinander.

Zu Beginn des Videos wird die Geigerin von klischeehaften klassischen Konzertbesuchern durch die dunklen Gänge eines Clubs verfolgt. Sie tauscht ihre akustische Violine gegen eine E-Geige aus und stürmt auf die Bühne, wo sie von einem eher jungen Publikum stürmisch begrüßt wird. Ein Rockkonzert beginnt, die Zuschauer*innen feiern und tanzen. In ihrer Mitte tauchen auf einmal die Klassik-Liebhaber auf und sind sichtlich schockiert. Am Ende des Songs muss die Violinistin erneut vor ihnen fliehen und schafft es im letzten Moment in ein bereitgestelltes Auto.

Das Statement ist klar: Vanessa-Mae stellt sich der scharfen Kritik entgegen. Sie hat ihr Publikum gefunden und will ihm weiterhin die Musik geben, die gefällt. Der erneute Chart-Erfolg und die Anerkennung in der Pop-Szene sollten ihr Recht geben. Bereits zu Beginn des Jahres 1997 war sie von Janet Jackson eingeladen worden, das Geigensolo in ihrem Song The Velvet Rope zu spielen. Sechs Jahre später war sie auf dem Download-Instrumental-Album Xpectation von Prince zu hören.

Das bisher letzte klassische Album The Original Four Seasons and the Devil's Trill Sonata: The Classical Album 3 erschien 1999. Auch hier sind wiederum zwei Crossover-Songs zu hören. Danach wendete sich Vanessa-Mae vollständig der Pop-Musik zu. Subject to Change (2001) setzt sich fast ausschließlich aus Eigenkompositionen zusammen, auf denen die Geigerin auch singt.

Diese Abwendung von ihrem so erfolgreichen Crossover-Stil war der Anfang vom Ende ihrer Karriere. Die CD wurde zwar oft genug verkauft, um in einigen Ländern kurzzeitig die Charts zu erreichen, der große Erfolg blieb aber aus. Das 2004, mittlerweile bei Sony, veröffentlichte Nachfolgealbum Choreography fand nur noch wenig Beachtung. Auch der Versuch, die Künstlerin mit Best-of-Alben wieder ins Bewusstsein des breiten Publikums zu rücken, scheiterte.

Nach mehr als 40 internationalen Preisen, wie dem World Music Award oder dem ECHO Klassik Best Seller oft he Year, sorgte Vanessa-Mae als Musikerin nur noch einmal für Schlagzeilen: 2011 trat sie bei der Geburtstagsfeier des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow auf. Da diesem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, wurde der Auftritt von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert.

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Ausflug in den Sport und Rückkehr zur Musik: Es wurde ruhiger um die Geigerin

Musikalisch scheint Vanessa-Mae von der Bildfläche verschwunden zu sein. Dafür tauchte sie plötzlich in den Sport-Rubriken großer Zeitungen auf. Bereist als kleines Kind war sie leidenschaftliche Skifahrerin. Aufgrund der Verletzungsgefahr wurde ihr der Sport jedoch von ihrer Mutter verboten.

Nachdem die musikalische Karriere ins Stocken geraten war und sich die Violinistin von ihrer Mutter gelöst hatte, begann sie wieder zu trainieren. Das Ziel war die Teilnahme an den olympischen Spielen 2014 für Thailand. Bekannterweise gehört Thailand nicht zu den großen Skinationen und so schaffte Vanessa-Mae die Olympia-Qualifikation für die Disziplinen Slalom und Riesenslalom.

Schließlich trat sie nur im Riesenslalom an, als einzige thailändische Teilnehmerin. Sie belegte zwar den letzten Platz, hatte sich aber ihren großen Traum erfüllt. Dem Rennen folgte jedoch eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Internationalen Skiverband (FIS), der von den Medien genussvoll ausgeschlachtet wurde. Der Internationale Sportgerichtshof beurteilte die Vorwürfe als nicht erwiesen und die FIS musste die zuvor verhängte Sperre aufheben und eine Entschädigung wegen Rufschädigung zahlen.

Auch diese Geschichte ist bereits eine Weile her. Da stellt sich die Frage: Was macht Vanessa-Mae heute? Sie hat sich wieder vermehrt der Musik zugewandt, ohne jedoch eine neue CD veröffentlicht zu haben. Die einstige Starviolinistin gibt mit ihrem alten Repertoire weiterhin regelmäßig große Konzerte, vor allem in Osteuropa, wo ihre Beliebtheit ungebrochen zu sein scheint.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.