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Nachhilfeunterricht in den Ländern Lateinamerikas

Von Christine, veröffentlicht am 23/09/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe suchen > Private Nachhilfe in Mittel- und Südamerika

Überall auf der Welt ist Schule, ist Bildung ein teurer Spaß und belastet das Haushaltsbudget der Eltern merklich.

Nichtsdestotrotz ist sie wichtig: Denn die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsschicht hängt oft mit der Möglichkeit zusammen, als Kind oder junger Erwachsener privaten Unterricht oder Nachhilfe zu bekommen.

Grundvoraussetzung für ein besseres Leben ist die Leistung in der Schule zu verbessern.

Denn das Fördern der Kinder durch privaten Unterricht in den Familien ist richtungsweisend für die soziale Integration und wirtschaftliche Zukunft der Kinder.

Und sie ergänzt die schulische oder akademische Ausbildung, die vielerorts als mittelmäßig oder gar unzureichend angesehen wird.

Die Gründe, warum Eltern auf der ganzen Welt für ihre Kinder private Nachhilfe in Anspruch nehmen, sind:

  • Um die Leistung zu verbessern,
  • Um ein Diplom zu erhalten,
  • Um einen Hochschulabschluss zu erreichen,
  • Um das Kind an einer prestigeträchtigen Schule anmelden zu können,
  • Um Analphabetismus zu vermeiden,
  • Um dem Kind ein „besseres Leben“ zu ermöglichen, den sozialen Aufstieg zu unterstützen,
  • Um die Defizite des staatlichen Bildungssystems auszugleichen.

Nachhilfe zu Hause oder in der Schule dient also dazu, Defizite auszugleichen, Wissen aufzufrischen oder einen drohenden Misserfolg in der Schule abzuwenden.

Bist Du möglicherweise bereits Lehrer mit 1. oder 2. Staatsexamen und hast Lust nach Südamerika auszuwandern, um dort privat zu unterrichten ?

Oder möchtest Du Lateinamerika mit einem Work-and-Travel-Programm bereisen und Deine Urlaubskasse mit Nachhilfe aufbessern?

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Nachhilfe in Lateinamerika

Der südamerikanische Kontinent hat zwölf Länder unterschiedlicher Kultur. Hier leben insgesamt 410 Millionen Menschen.

Vier Amtssprachen gibt es auf diesem Kontinent: Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Niederländisch.

Lateinamerika ist kein Kontinent der Entwicklungsländer. Hier finden sich reiche Volkswirtschaften.

Brasilien, Chile, Argentinien, Peru, Kolumbien, Venezuela usw. sind heute reiche Länder mit einer gut entwickelten oder aufstrebenden Wirtschaft.

Sie stehen einigen europäischen Ländern bei der Klassifizierung der Länder nach dem Bruttoinlandsprodukt nicht viel nach.

Dennoch gibt es weiterhin gravierende soziale Unterschiede.

Die Bevölkerung einiger dieser Länder wird immer noch durch Wirtschaftskrisen, Militärdiktaturen, Mafia-Kriminalität, paramilitärischen Terror, Guerilla- und Machtverschwörungen und Bürgerkriege gebeutelt.

Und viele Kinder haben deshalb keinen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung.

Hinzu kommen die geographischen Gegebenheiten der Länder, die es oft erschweren, den Ort der Bildung zu erreichen: Andenkordilleren, Wüsten, Dschungel oder Urwald.

Schulen sind meist in privater Hand und verlangen hohe Einschreibe- und Schulgebühren.

Häufig ist es auch die Armut einiger Bevölkerungsgruppen, die vielen südamerikanischen Kindern den Zugang zu Schulen und Privatlehrern verwehrt.

Privater Unterricht zu Hause scheint daher zunächst einmal ein Luxus für die privilegierten Kategorien oder die Mittelschicht zu sein, wie es auch im Nachhilfesektor Nordamerikas zu beobachten ist.

Nachhilfe ist für die Kinder in den Favelas Südamerikas besonders wichtig. In den Favelas von Rio de Janeiro ist der Zugang zu Bildung schwierig: Grundschulförderung ist hier mehr als notwendig! | Quelle: Pixabay

Laut einer Erhebung des Instituts „Observatoire des inégalités“ aus Frankreich hatte Lateinamerika 2012 eine Einschulungsrate von 92 Prozent in der Grundschule und 88 Prozent in der Sekundarstufe.

Demnach wurden 6.583.000 Kinder nicht in die Grund- oder weiterführende Schule eingeschult.

Diese Zahlen erklären eindrücklich, warum private Nachhilfe und privater Unterricht in diesem Teil der Welt so notwendig ist.

In den ärmsten Ländern Südamerikas (Ecuador, Bolivien, Peru) haben sich mittlerweile einige Angebote für Nachhilfe durch die humanitäre Tätigkeit vieler Verbände und NGOs etabliert.

In den wirtschaftlich gut aufgestellten und industrialisierten Ländern ist der Markt für Privatunterricht dagegen schon recht weit entwickelt: In Brasilien, der achtgrößten Volkswirtschaft der Welt, sollen 50 % der Studenten bereits Nachhilfe gesucht und Tutorenkurse besucht haben.

Der Markt für Nachhilfeunterricht ist in Mittel- und Südamerika länderspezifisch also sehr heterogen.  Je reicher ein Land ist, desto weiter entwickelt ist auch seine Bildungspolitik und umgekehrt.

Doch wo kann man in Südamerika nun Privatunterricht oder Nachhilfeunterricht nehmen oder Nachhilfe geben?

Privatschulen in Lateinamerika

Folgende Einrichtungen sind von der schulischen Nachhilfe bis hin zum Privatunterricht in einigen Ländern Südamerikas aktiv:

  • Donquichote ist eine Sprachschule für Spanisch, die es in Spanien und allen spanischsprachigen Ländern Südamerikas gibt. Sie bietet Spanischkurse, Intensivkurse und Konversationskurse mit spanischen Muttersprachlern.
  • Applelanguage ist ein Unternehmen, das Sprachaufenthalte im Ausland organisiert. Ziel ist es, die offizielle Landessprache zu erlernen. Die Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch, Chinesisch, Portugiesisch, Arabisch und Portugiesisch sind verfügbar. Für Südamerika werden Spanischkurse in ca. 30 Zentren angeboten.
  • Enforex ist eine Sprachschule für Spanisch in dreizehn Städten in Spanien und sechs Ländern Lateinamerikas (Argentinien, Chile, Peru, Bolivien, Kolumbien, Ecuador) und Zentralamerika (Costa Rica, Kuba, Guatemala, Mexiko, Dominikanische Republik).
  • Estudio Hispanico („Spanisch-Studium“) ist ein Institut für Spanisch in Spanien und zehn lateinamerikanischen Städten in den Ländern Argentinien, Chile, Peru, Bolivien und Ecuador.

Alle diese Einrichtungen sind aber eher Sprachschulen als allgemeinbildende Schulen.

Und auch deshalb ist damit das Problem Lateinamerikas längst noch nicht gelöst: In den abgelegenen Dörfern haben die Familien kaum Zugang zu Bildung und Wissensvermittlung. Nach und nach erhalten jedoch immer mehr Menschen einen Internetzugang, weshalb Online Nachhilfe immer gefragter wird.

Viele Kinder haben in Lateinamerika einen sehr weiten Schulweg. Der Schulweg ist für viele arme Kinder weit und beschwerlich – auch wenn die Länder Lateinamerikas bereits als reiche Länder angesehen werden. | Quelle: Visualhunt, galoware

Wäre es nicht eine gute Idee, in diesen Ländern selbst als Lehrer tätig zu werden und die Grundschulförderung in Lateinamerika aktiv mit zu entwickeln?

Nachhilfe während eines Aufenthaltes in Lateinamerika

Auf dem südamerikanischen Kontinent versuchen viele Humanitäre Organisationen, ähnlich wie in Afrika, den Schulkindern Nachhilfe und Privatunterricht zu ermöglichen.

In Brasilien

Elisa Parrainage hilft bedürftigen Kindern in den Favelas (Armenvierteln) von Calabetao, Salvador, Bahia State. Die Grundschulförderung und das Mini-Unterrichtszentrum des Vereins heißen Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren willkommen. Sie erhalten dort eine soziale, kulturelle und spielerische Erziehung und Bildung.

The Brasilian Association of Tomorrow: Die Mitarbeiter dieser humanitären Organisation unterstützen die Schule der Gemeinde Gabriela Feliz. Vor allem die Bildung der Kinder im Alter von 3 bis 7 Jahren , die keine öffentliche Schule besuchen können, soll verbessert werden. Ein Pädagoge und vier Lehrer in zwei Klassenzimmern unterrichteten seit 1996 insgesamt 900 Schüler.

In Peru

Proyectar Sin Fronteras

Diese NGO bietet peruanischen Schülern in Lima Nachhilfekurse für die Schule an. Zum Repertoire gehören Mathematik-, Französisch-, Englisch- und Portugiesischkurse für Kinder, um die europäische und lateinamerikanische Kultur zu fördern.

Association Filles du Saint-Esprit

Diese Organisation hilft einer Kinderkrippe in Peru. Sie unterstützt Vorschulaktivitäten für Kinder. Kinder und Jugendliche werden schulbegleitend oder in Abendkursen unterrichtet.

Quebracho

Dieser Verein hat die schulische Bildung von Kindern in „extremer Armut“ im Sinne der UNO zum Ziel. Die Organisation kümmert sich um Kinder, für deren Familien selbst öffentliche Schulen zu teuer sind.

Ziel ist es, Fehlzeiten in der Schule zu bekämpfen und die schulischen Leistungen der Kinder zu verbessern.

Panpachay

Diese peruanische Vereinigung für Kinder unterstützt die am meisten benachteiligten Familien in der Stadt Arequipa, Peru.

Sie kämpft für eine gute Schulbildung, um den Kindern menschenwürdige Zukunftsperspektiven geben zu können. Die Nachhilfe besteht aus einem Hausaufgabenhelferkurs mit einem Lehrer und einem pädagogischen Berater.

Panpachay sucht regelmäßig Freiwillige für seine schulischen Unterstützungsaktivitäten!

Freiwilligenarbeit in Peru bei Free Packers

In Cuzco können Freiwillige im Rahmen eines humanitären Praktikums Kindern helfen, die unter Misserfolgen in der Schule und Lernschwierigkeiten leiden.

Die Aufgabe der Freiwilligen besteht darin Nachhilfe zu geben, um Kindern bei Problemen in bestimmten Schulfächern zu helfen.

Nachhilfe und Privatunterricht in Peru für arme Kinder wird von NGOs organisiert. Ein wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung in Peru ist nach wie vor, die Bildung der jungen Generation zu fördern. Das übernimmt allerdings nicht der Staat, sondern vor allem nicht-staatliche Organisationen. | Quelle: Pixabay

In Bolivien

Die Freiwilligen des Vereins Hermanos Mayores y Giltzarria bieten Nachhilfekurse für Kinder und Studenten mit bescheidenem Einkommen an: Lese- und Schreibkurse, spielerische Freizeitaktivitäten zur Erholung.

Das Zentrum wendet hauptsächlich spielerische Methoden an, um Motivation und Lernbereitschaft der Kinder zu wecken und zu fördern.

World Vision: Die Association of Children’s Sponsoring bietet im Dorf Camiri Nachhilfekurse für benachteiligte Kinder an.

In Argentinien und Chile

In diesen beiden Ländern Lateinamerikas ist das Bildungssystem weiter entwickelt als in Bolivien oder Peru.

Dennoch gibt es weiterhin deutliche Bildungsunterschiede in der Bevölkerung.

Du als Europäer, beispielsweise als Hochschulabsolvent, kannst chilenischen und argentinischen Kindern und Studenten bei Lernschwierigkeiten helfen und über Nachhilfeunterricht viel beibringen.

Um an solche Projekte zu kommen, helfen Dir zum Beispiel folgende Organisationen:

  • Während eines Work & Travel Programms kannst Du Dir durch Jobs Deine Reise nicht nur in die südlichsten Länder Lateinamerikas finanzieren. Über Anzeigen kannst Du hier Nachhilfelehrer werden – für Englisch, Französisch, Mathematik, Naturwissenschaften usw.
  • Falls Du perfekt Französisch sprichst, lohnt es sich auch, die Alliance Française und die Agentur für Französischunterricht im Ausland zu kontaktieren: Als staatlich geprüfter Französischlehrerin oder diplomierte Französischlehrerin oder Absolventin einer Fachrichtung (Fremdsprache, Mathematik, Naturwissenschaften)… Hier kannst Du Dich um eine Stelle als Privatlehrerin an einem französischen Gymnasium im Ausland bewerben!

Der Schulbesuch armer Kinder aus abgelegenen Dörfernwird von NGOs gefördert Die humanitäre Arbeit verschiedener Organisationen ermöglicht es in Bolivien auch den kleinsten Kindern aus armen Verhältnissen, die Schule zu besuchen. | Quelle: Pixabay

Projekt im Ausland starten

Als Lehrer (mit 1. oder 2. Staatsexamen), als Sozialpädagoge oder Erzieher gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, im Ausland im Rahmen eines humanitären oder Freiwilligen-Einsatzes zu unterrichten.

Zum Beispiel über Projects Abroad. Diese Organisation ist nach eigener Angabe einer der führenden Anbieter von Freiwilligenarbeit und Praktika weltweit.

Ziel ist es, jeden Freiwilligen in seinem Projekt individuell zu unterstützen und einen positiven, langfristigen Erfolg des Projekts zu garantieren. Der Fächerkanon reicht von Englisch über Deutsch, Französisch, Sport, Musik bis hin zur IT.

Programme gibt es in Argentinien, Bolivien, Peru, Ecuador als Nachhilfe, Abendkurse oder Ferienkurse.

Es ist aber auch möglich, Mathematik, Musik oder Büroautomation zu unterrichten. Die wichtigsten Einsatzbereiche sind Schulen, weiterführende Schulen des mittleren Bildungsweges und Gymnasien, Universitäten oder Sprachzentren und lokale Verbände.

Nachhilfe ist aber nicht nur in Lateinamerika gefragt. Falls Du Interesse daran hast, im Ausland zu unterrichten, lohnt es sich auch den florierenden Markt für Nachhilfeunterricht in (Südost-)Asien oder das Angebot für Nachhilfe & Privatunterricht in Europa zu ergründen!

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