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Die Welt der elektrischen Geige

Von Nelly, veröffentlicht am 12/02/2019 Blog > Musik > Violine > Was ist eine E-Geige?

Seitdem Ihr den berühmten Pachelbel-Kanon auf Youtube gesehen habt, kriegt Ihr den Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf?

Doch nicht nur die Melodie, auch den Klang der E-Geige könnt Ihr einfach nicht mehr vergessen? Das faszinierende Instrument ist eine Weiterentwicklung der klassischen Geige, die bereits im 16. Jahrhundert erfunden wurde.  Wie auch die klassische Variante des Streichinstruments, ist auch die E-Geige mit unglaublichen Klängen ausgestattet.

Ukulele, Kontrabass, Gitarre, Klarinette, Akkordeon, Mandoline, Bass, Schlagzeug,… all diese Instrumente können nun zur Seite treten. Denn die Geige ist jetzt an der Reihe, von einem Verstärker begleitet zu werden. Dabei verliert das Instrument verliert seinen Charme nicht: Auch in dieser Variante wird sie stets vom Bogen aus Rosshaar begleitet.

Man muss sich nicht mit grauer Musiktheorie auseinandersetzen, um E-Geige spielen zu lernen. Tabulaturen sind heutzutage allgemein sehr leicht zugänglich. So könnt Ihr schnell Fortschritte machen und die besten Solisten und Virtuosen Eurer Generation werden. Darüber hinaus helfen Euch einige Gadgets auf Eurem Weg zum musikalischen Künstler (Tuner, Schreibtisch, Metronom) und erleichtern Euch die Arbeit.

Bevor Ihr jedoch einen E-Geigen Kauf überstürzt, solltet Ihr das Instrument besser kennenlernen und Euch damit vertraut machen.

  • Was ist eine E-Geige?
  • Woraus besteht das Instrument und wo kann man die erste Geige für Anfänger kaufen?

Die Geburtsstunde der E-Geige

Obwohl wir die Anfänge der klassischen Geige auf etwa 1520 datieren können, kam ihre elektrische Version erst viel später auf den Markt. Aber auch sie ist natürlich Teil der Geschichte der Geige!

Bereits 1874 erschien die erste Version der Elektrogeige – nur leider existieren von der E-Geige der amerikanischen Erfinderin Elisha Gray keine Bilder (mehr). Daher weiß auch niemand, wie sie genau aussah. Was wir allerdings wissen, ist dass ihre Erfinderin eine Geige ohne Resonanzkörper gebaut hatte, welche sie anschließend elektrifizierte.

Erst 1920 wurde die E-Geige ein bekannteres Phänomen, denn sie wurde in Songs wie Stuff Smith’s „You’s a Viperintegriert. So haben wir diesem Jazzmusiker die Einführung dieses Instruments in der Musikwelt zu verdanken.

Es folgte die Gründung der Electro Stringed Instrument Corporation in den 1930er Jahren. Zur gleichen Zeit begann Fender mit der Herstellung von Teilen für das Instrument.

Die E-Geige wurde in den 90er Jahren mit der Verbesserung von Mikrofonen und anderen neuen Technologien der damaligen Zeit immer beliebter. Die vereinfachte Zugänglichkeit bewegt immer mehr Musiker dazu, die E-Geige in ihre Liedern einzubauen.

Auch das Material veränderte sich über die Jahre. In ihrer Ursprungsform wurde sie aus Holz (Fichte, Ahorn, Ebenholz, etc.) hergestellt. Heute sind auch Kunststoff-Geigen sehr beliebt.

Aus Holz wurde Kunststoff... und die E-Geige! Seit der Entstehung der Geige hat sich nicht nur optisch einiges verändert! | Quelle: pixabay

Tatsächlich hat die E-Geige in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt, denn es gibt zahlreiche Künstler, die mit diesem Instrument erfolgreich sind und es einmalig schön klingen lassen. So lässt sich neben Lindsey Stirling natürlich auch David Garrett nennen.

Wer weiß, welche Veränderungen die Geige und die E-Geige in den nächsten Jahrzehnten noch durchleben werden. Mit den neuen Technologien scheint nichts unmöglich.

Sicher können wir bald schon unsere E-Geigen auf 3D Druckern selber herstellen.

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Die Eigenschaften der elektrischen Geige

Wie bei der E-Gitarre ähnelt die E-Geige ihrer akustischen Version sehr stark.

Dennoch ist der Aufbau nicht ganz identisch, es bestehen kleine aber feine Unterschiede. Wie unterscheiden sich die beiden Instrumente genau und wann ist E-Geige mehr zu empfehlen als die klassische Geige?

Die E-Geige besteht, wie auch die akustische Geige, aus 3 Elementen: Kopf, Hals und Körper:

  1. Der Geigenkopf selbst besteht aus einer Schnecke und einem Wirbel. Die Schnecke ist die Spirale, am Ende des Griffs zu sehen ist. Dieser kann verschiedene Formen annehmen, der Geigenbauer kann selber entscheiden, ob er ihm lieber einen Tierkopf oder eine einfache geometrische Form verpasst. Der Geigenkopf beinhaltet auch die Wirbel, die die Saiten spannen oder lockern können, um sie zu stimmen.
  2. Der Hals ist ein recht empfindlicher Teil der Geige. In diesem Teil drückt der Geiger (in der Regel) mit seiner linken Hand die Saiten nieder, um Noten auszuwählen, die gespielt werden sollen. Dieser Teil der Geige ist meist nicht lackiert. Es ist auch dabei sehr wichtig, darauf zu achten, dass immer die richtige Anzahl von Saiten vorhanden ist. Wenn nämlich eine oder mehrere Saiten am Instrument fehlen, kann sich der Hals allmählich verziehen, was das Instrument unbrauchbar machen würde.
  3. Der Korpus besteht aus einem massiven Kasten (der der klassischen Geige ist hohl), auf dem der Steg platziert ist. Der Steg ist ein kleines Holzstück, das die Saiten hält und spannt, um den gewünschten Klang zu erzeugen.

Einige Geigenbauer bevorzugen andere dekorative Elemente. Eine klassische Schnecke – Dieses Design findet man auch oft bei E-Geigen. | Quelle: pixabay

Aber Vorsicht beim Kauf einer E-Geige! Denn es gibt verschiedene elektronischen Geigen. Ihr solltet vor dem Kauf für Euch entscheiden, welches Modell Ihr braucht.

  • Die stumme Geige, oder stumme Violine, wird hauptsächlich von Anfängern benutzt. So können Einsteiger die erzeugten Klänge nur über einen Kopfhörer oder Verstärker hörbar machen. Für Hobby-Geiger ist dies sicher eine gute Alternative, für Profis reicht diese Qualität meistens allerdings nicht aus. Bei Konzerten sollte darauf verzichtet werden.
  • Die E-Geige oder E-Violine klingt in Konzertsituationen schöner und voller als die stumme Geige. Daher ist sie für fortgeschrittene Geiger mehr zu empfehlen.

Aber was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen der klassischen Geige und der elektrischen Geige?

Neben der Tatsache, dass es mit der E-Geige leichter fällt, während Konzerten eine große Halle zu beschallen, liegen die Hauptunterschiede in der Klangqualität. Man kann aber nicht pauschal sagen, dass die eine besser ist als das andere. Sie sind einfach unterschiedlich und haben beide ihre besonderen Stärken.

Erfahrene Musiker bemerken zu allererst einen Unterschied in der Handhabung. 

Spielt man auf der klassischen Geige, so spürt man die Schwingungen des Instruments durch den Körper fahren. Dies ist bei der elektronischen Version nicht der Fall.

Darüber hinaus kann der Klang der E-Geige mit Hilfe von Effektpedalen oder durch eine Schnittstelle mit dem Computer verändert werden. Bei der akustischen Version des Streichinstruments hingegen sind die Effekte deutlich begrenzter.

Natürlich ist das Design der E-Violine interessant und modern, sodass viele Leute ihr nicht widerstehen können. Da die E-Geige keinen Resonanzraum benötigt, können Hersteller ihren elektrischen Geigen die verrücktesten Formen verpassen.

Was macht die E-Geige besonders?

Natürlich ist der Kauf einer E-Geige verlockend. Aber lohnt es sich wirklich, in ein solches Gerät zu investieren, wenn man bereits eine klassische Geige besitzt?

Hier gibt es keine einfache Ja- oder Nein-Antwort. Es hängt alles davon ab, was man damit machen will. Die beiden Instrumente haben nämlich recht unterschiedliche Funktionen.

Mit der E-Geige könnt Ihr Euer Lieblingsinstrument auch noch um 4 Uhr morgens spielen, wenn Eure mürrischen Nachbarn schon schlafen. Denn wie bereits erwähnt lassen sich problemlos Kopfhörer (und Verstärker, aber davon raten wir Euch nachts ab) an die Geige anschließen.

So könnt nur Ihr hören, was Ihr gerade produziert. Ob Ihr also blutige Anfänger seid und gerade einen Geigen- oder Cellokurs für Anfänger besucht, oder ob Ihr zu den größten Geigern aller Zeiten gehört… Eure Nachbarn müssen es nicht erfahren!

Aber die elektrische Version des faszinierenden Streichinstruments kann mehr, als die schiefen Töne von Anfängern zu verheimlichen. Sie ermöglicht Geigern auch, verschiedene Stile zu entdecken.

Viele dieser Stile könnten nicht mit einer klassischen Geige gespielt werden. Grund dafür ist, dass die E-Geige es erlaubt, verschiedene Klangeffekte einzubauen. Einige davon sind sogar den größten Rockbands würdig!

Wusstet Ihr beispielsweise, dass auch die Metallband Nightwish die E-Geige in ihren Songs verwendet?

Häufig führt das Ausprobieren und Herumspielen mit verschiedenen Soundeffekten auch zu Inspiration für neue Songs, Melodien oder Beats.

Doch es gibt auch Schattenseiten der E-Geige. So sind Noten auf einer E-Geige schwieriger zu nuancieren. Daher ist es ratsam, klassische Stücke eher auf der akustischen Geige zu spielen, auch wenn es durchaus möglich ist, den Klang einer klassischen Geige mit einem elektrischen Instrument zu imitieren.

Positiv hingegen ist, dass Ihr Zubehör der E-Gitarre zu verwenden könnt, falls Ihr bereits welches habt. Dazu zählen beispielsweise der Verstärker, Pedal und andere Elemente. Diese können sowohl von Geigern als auch von Gitarristen verwendet werden. Verfügt Ihr bereits über solches Zubehör, ist das ein wichtiger Kostenfaktor, den Ihr beim Kauf berücksichtigen solltet.

Spart bares Geld wenn Ihr bereits über Verstärker und Co. verfügt! E-Gitarren Zubehör wie beispielsweise Verstärker sind mit E-Geigen kompatibel! | Quelle: pixabay

Eine E-Geige ist auch zu empfehlen, wenn Ihr Euch beim Spielen aufnehmen möchtet. Wollt Ihr beispielsweise ein Geigen-Album aufnehmen, oder eine Geigenstimme in ein Lied oder einen Beat einbauen, ist die Aufnahmequalität mit einer E-Geige besser. Mit einer klassischen Geige wird es schwierig, das Aufnahmerauschen zu verdecken.

So kann die E-Geige auch ein gutes Einsteigerinstrument sein.

Ob Ihr Euch im Endeffekt für eine klassische Holzgeige oder die elektrische Variante entscheidet liegt bei Euch. Der Lernprozess ist für Anfänger in beiden Fällen sehr ähnlich.

Mit dem zusätzlichen Vorteil der E-Geige, dass Eure Proben-Fehler Euer kleines Geheimnis bleiben kann, von dem nicht direkt die ganze Nachbarschaft erfahren muss!

Wie finde ich eine E-Geige im Internet?

Und, habt Ihr Lust auf eine E-Geige bekommen?

Dann solltet Ihr Euch auf die Suche nach dem passenden Modell machen! Viele Anfänger geraten bei dem Gedanken an die Ausgaben, die mit dem Kauf einer Geige verbunden sind, in Panik. Doch das ist gar nicht nötig!

Je nach gewünschtem Geigenstil, Euren Erwartungen als Musikern und dem Kaufort kann der Preis stark variieren. Wie bereits erwähnt, ist die stumme Geige im Durchschnitt günstiger als eine echte Konzert-Geige.

Das Internet ist auch in diesem Fall – wie so oft- eine große Hilfe, wenn es darum geht, Geld zu sparen.

Es gibt zahllose Seiten, die die Geige Eurer Träume zu sehr günstigen Preisen anbieten.

Mit 3 Klicks zur E-Gitarre. Online findet man oft gute Angebort für E-Geigen. Aber Achtung vor Betrügern im Internet! | Quelle: pixabay

Wenn Ihr nichts gegen Made in China habt, werdet Ihr über die üblichen Seiten wie Amazon oder Ebay definitiv fündig werden. Hier findet Ihr sogar Geigen ab 60€ bzw. 90€.

Grundsätzlich solltet Ihr auf die Marken achten. Stagg oder Yamaha beispielsweise bieten auf jeden Fall ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Anfänger.

Neben den Klassikern des Online Shopping gibt es spezialisierte Seiten wie Thomann, e-geige.net oder Woodbrass, die eine große Auswahl an Marken sowie Online-Beratung anbietet.

Bei Spezialhändlern werdet Ihr logischerweise ein bisschen tiefer in die Tasche greifen müssen als bei einem Made in China Produkt. Hier könnt Ihr mit einer Preisspanne von 150€ bis 3500€ rechnen.

Natürlich ist der Kauf im Internet immer mit Risiken verbunden. Seid also aufmerksam und vorsichtig, denn im Internet gibt es auch Betrüger. Überprüft daher bei jedem Online-Einkauf die Sicherheit der Website.

Wie Ihr die Sicherheit der Seiten überprüfen könnt?

Achtet darauf, dass im Link hinter „http“ ein auch „s“ angegeben ist. In der Regel sind diese Buchstaben auch grün markiert.

Überprüft die Bewertungen und das Feedback früherer Kunden. Diese sind häufig sehr aufschlussreich!

Manche Internetseiten bieten auch Chatfenster oder Beratungshotlines an. Dort könnt Ihr Eure Fragen stellen und Euch die perfekte E-Geige empfehlen lassen.

So könnt Ihr böse Überraschungen vermeiden!

Vertraut dem Fachhandel beim Kauf Eurer E-Geige

Bei Internetkäufen sollte man also sehr vorsichtig sein. Hier kann man schnell Opfer von Betrügern werden. Wem das World Wide Web also nicht sicher genug ist, der sollte auf klassische Fachgeschäfte zurückgreifen.

In jeder Stadt gibt es spezialisierte Musikgeschäfte, die Gitarren, Trommeln und auch Geigen verkaufen. Hier findet man fast immer die gleichen Marken wie im Internet.

Allerdings gibt es manchmal weniger Auswahl. Zum einen liegt dies am begrenzten Stauraum eines Geschäfts, zum anderen wollen Verkäufer sehr günstige Instrumente oft nicht verkaufen, da die Gewinnmarge zu niedrig wäre.

Ein großer Vorteil hingegen ist die persönliche Beratung durch fachkundige Verkäufer. Sie werden Euch gute Einsteigergeigen empfehlen können und Euch von Modellen abraten, die nicht Eurem Niveau entsprechen.

Außerdem ist es, anders als im Internet, möglich, die E-Geige vor Ort vor dem Kauf zu testen.

Im Handel sind die Instrumente oft etwas teurer als im Internet, aber der Unterschied ist oft nicht frappierend. Einige Geschäfte bieten auch gebrauchte Geigen an. So könnt Ihr viel Geld sparen, wenn Ihr Euch nicht direkt eine große Investition tätigen möchtet.

Entdeckt hier unsere Superprof Geigenmusik Playlist!

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