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Die bedeutendsten Geigenspieler aller Zeiten

Von Nelly, veröffentlicht am 11/02/2019 Blog > Musik > Violine > Wer sind die größten Geiger der Geschichte?

Beethoven, Schubert, Chopin, Berlioz, Mozart, Brahms, Händel,…  Spontan fallen uns zahlreiche große Komponisten ein!

Fragt man jedoch spezifisch nach den größten und bekanntesten Geigenspielern, wird die Aufgabe schon ein wenig schwieriger.

Geiger sind oft mehr als nur Solisten. Auch als Dirigenten oder Komponisten haben sich viele Geigen-Virtuosen über die Jahre hinweg einen Namen gemacht.

Entdeckt in diesem Artikel die größten Geiger der Musikgeschichte aus den Bereichen Romantik, Barock und Klassik…. und erfahrt alles über die Geige!

Die Anfänge der Geige mit Monteverdi im 16. Jahrhundert

Claudio Monteverdi (1567-1643) ist der erste große Geiger in der Geschichte dieses Streichinstruments. Die Geigenkunst wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, denn Monteverdi wurde in Cremona, der Geigenhochburg Italiens geboren. Bereits in jungen Jahren kommt er mit der Musik in Berührung.

Es wird stark vermutet, dass er von Marc’Antonio Ingegneri, dem damaligen Dommusiker der Stadt, ausgebildet wurde. Leider gibt es dafür heutzutage aber keine Nachweise mehr.

Auch die Annahme, dass Claudio Monteverdi Musikkurse an der Universität Cremona besucht habe, kann heute nicht mehr belegt werden.

Was man heute aber mit Sicherheit sagen kann, ist dass die Geige einen Großteil seines Erfolgs und seiner Beliebtheit Monteverdis Werken verdankt.

Zu dieser Zeit entdeckte auch der Königshof das Instrument für sich, was der Geige einen royalen Charakter verlieh und zu Ansehen verhielf.

Monteverdis Hauptwerke:

  • L’Orfeo/ Orpheus (1607)
  • Die Heimkehr des Odysseus (1640)
  • Die Krönung der Poppea (1643)

Doch andere Komponisten hinterließen ihre Spuren im 16. und 17. Jahrhundert. Denn neben Monteverdi hatten auch andere Komponisten wie Salomone Rossi das wohlklingende Instrument für sich entdeckt und ließen die Geige in ihre Werke einfließen.

Jean-Baptiste Lully und das königliche 17. Jahrhundert

Denkt man heute an die Geige, denken einige womöglich an die E-Geige. Aber gehen wir ein Stückchen in der Geschichte zurück…

Und zwar ins 17. Jahrhundert! Jean-Baptiste Lully (1632-1687) ist einer der größten französischen Komponisten der Musikgeschichte.

Besondere Bekanntheit erreichte er ab 1653, als er zum offiziellen Musiker des französischen Königs Ludwig XIV. ernannt wurde.

Der Franzose italienischer Herkunft ist dort Geiger und offizieller Tänzer. Seine Karriere begann er jedoch bei Mademoiselle de Montpensier, deiner Nichte des Königs. Dort erkannte der Ludwig XIV. sein Talent schnell und machte ihn zum Oberintendanten und Kammerkomponisten.

Auch heute ist die Geige ein beliebtes Instrument. Die Geige war bereits früh beim französischen Königshaus beliebt. | Quelle: pixabay

Lully gründete die Gruppe „Les Petits Violons“, zu deutsch: die kleinen Geigen.

Er komponierte die Musik, die Molières Stücke wie Der Bürger als Edelmann oder Georges Dandin musikalisch begleitete. Dabei soll Lully einigen Quellen zufolge während der Aufführung einige Soli selbst gespielt haben. Er trug die Geige auf der Schulter, um während des Spielens auch tanzen zu können.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere stirbt das Ausnahmetalent aufgrund einer auf der Bühne zugezogenen Verletzung am Fuß, die sich mit Wundbrand infizierte.

Lully’s Hauptwerke:

  • Der Bürger als Edelmann (1670)
  • Atys – Die Oper des Königs (1676)
  • Te Deum (1677)

Natürlich hat das 17. Jahrhundert neben Lully noch weitere begabte Musiker, insbesondere Geiger, vorzuweisen, obwohl dieser sicher eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Geige einnimmt. Doch lasst uns nicht vergessen, dass auch der Italiener Arcangelo Corelli oder der Engländer Henry Purcell in dieser Epoche mit ihrer Musik verzauberten.

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr in einem Geigen-Anfängerkurs noch mehr über die größten Geiger erfahren!

18. Jahrhundert: Vivaldis Einfluss auf die Geigenwelt

Das 18. Jahrhundert war lange Zeit von dem berühmten Antonio Vivaldi (1678-1741) und seiner Barockmusik geprägt. Doch dieser hatte in jungen Jahren eine ganz andere Karriere eingeschlagen… die des Priesters.

Nach der Priesterweihe mit 25 Jahren musste der Antonio Vivaldi diese Stelle jedoch aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Zum Glück hatte er durch seinen Vater eine musikalische Erziehung genossen und hatte bereits früh das Spielen der Geige erlernt. So perfektionierte er sein Geigenspiel und wurde Instrumentallehrer in einem italienischen Waisenhaus und Komponist im italienischen Konservatorium.

Vivaldis Hauptwerke, die Ihr in Eure Geigen Playlist aufnehmen solltet:

  • La Stravaganza (1712)
  • Die vier Jahreszeiten (1725)
  • Orlando furioso (1727)

Ein weiterer bedeutender Musiker des 18. Jahrhunderts ist Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Er wurde in eine Musikerfamilie geboren und wuchs mit ihr auf. Bereits im Alter von 4 Jahren bewies sich Mozart als Ausnahmetalent und komponierte seine ersten Lieder.

In (Kirchen-)Chören wird häufig Mozart gespielt und gesungen. Auch heute kennt jeder den berühmten Komponisten Mozart. Wer könnte die Zauberflöte vergessen? | quelle: pixabay

Obwohl er in erster Linie für seine eindrucksvollen Klavierstücke bekannt ist, ist auch er ein Virtuose der Geiger. Das kommt nicht von ungefähr – denn Mozarts Vater ist damals Geigenlehrer. So lernt er das Instrument und seinen Klang früh kennen und lieben und integriert es im Laufe seiner Karriere in die meisten seiner Werke.

Mozarts Hauptwerke:

  • Das Violinkonzert Nr. 5 (1775)
  • Requiem (1791)
  • Die Zauberflöte (1791)

Wenn Ihr Euch für die Geige interessiert, solltet Ihr auf jeden Fall mehr über Mozart erfahren, beispielsweise im Rahmen von Geigenunterricht.

Die romantischen Geiger des 19. Jahrhunderts

Niccolo Paganini (1782-1840) interessierte sich bereits im Alter von 5 Jahren für das Geigenspiel. Lasst Euch davon aber nicht abschrecken! Auch wer später im Leben Geige spielen lernen möchte, kann damit sehr erfolgreich sein!

Der Italiener war ein echter Star der Geigenwelt und revolutionierte das Instrument und seine Spielweise. Seine besondere Spieltechnik bringt ihm damals unglaublichen Erfolg, was sich auch in der Atmosphäre bei Konzerten deutlich zeigte.

Einige Quellen besagen, dass Niccolo Paganini sein Talent einer besonderen anatomischen Fähigkeit – nämlich die Tatsache, dass er seine Finger über das Normale hinaus dehnen kann – verdankt. Sein Erfolg ist international, der Musiker reist von Hauptstadt zu Hauptstadt und begeistert die Massen. Sein Charisma und seine Spielsucht handelten ihm jedoch auch Ärger ein: so wurde ihm vorgeworfen, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein.

Aus diesem Grund lehnte die Kirche damals auch eine kirchliche Bestattung ab.

Hauptwerke von Paganini:

  • Duetto amoroso für Geige und Mandoline (1807)
  • Violinkonzert Nr. 1 (1816)
  • 24 Capricen für Violine solo (1817)

Das 19. Jahrhundert war hauptsächlich von romantischer Musik geprägt, bei der der Ausdruck von Gefühlen einen sehr hohen Stellenwert einnahm.

Die großen Geiger des 20. Jahrhunderts

Wie auch Mozart lernte der Belgier Eugène Ysaye (1858-1931) die Geige von seinem Vater, der selbst Musiker war. Um seine Familie aus bescheidenen Verhältnissen zu unterstützen, spielt der junge Geiger regelmäßig vor der Kirche.

So verbessert sich Eugène Ysaye stetig, wird ins Konservatorium eingeschrieben, und entwickelt sich zu einem wahren Geigen-Virtuosen. Der große Durchbruch gelingt ihm durch das Treffen einflussreicher Leute wenige Jahre später.

Er wurde einer der einflussreichsten Geiger des 20. Jahrhunderts. Da zeigt sich wieder: Übung macht den Meister… und Geigenstunden zahlen sich aus!

Der Ukrainer David Oistrakh (1908-1974) hat seine Liebe für die Geige ebenfalls über seine Eltern entdeckt. Mit nur fünf Jahren begann David Oïstrakh, dessen Mutter im Opernchor singt, Geige zu spielen. Nach einer ersten Tournee in der Ukraine begann seine internationale Karriere, was für sowjetische Künstler dieser Zeit keineswegs selbstverständlich ist! Oistrakh ist einer der wenigen Musiker, die das Privileg hatten, mit Erlaubnis der sowjetischen Regierung für Konzerte in den Westen zu reisen.

Früh übt sich! Viele der berühmtesten Geiger fangen bereits sehr jung mit dem Spielen an. | Quelle: pixabay

Auch Yehudi Menuhin (1916-1999) ist mehr als ein einfacher Geiger. Der Künstler war während des Zweiten Weltkriegs sehr engagiert und spielte mehr als 500 Konzerte zur Unterstützung der Alliierten. Da er bereits seit seinem 10. Lebensjahr als großer Star gefeiert wird, ist er bereits als junger Mann an internationale Touren gewöhnt. Auch nach dem Krieg setzte sich Menuhin weiterhin politisch ein und unterstützte andere Künstler totalitärer Regime. Die UNESCO ernennt ihn für seine Arbeit zum Präsidenten des Internationalen Musikrates.

Isaac Stern (1920-2001) begann im Alter von 8 Jahren, wenige Jahre nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten, mit dem Geigenspiel. Der Ukrainer trat dem San Francisco Symphony Orchestra bei, bevor er später Teil der New Yorker Philharmoniker wurde. Die Pariser Zeitung erzählte ihm von ihm:

„Stern war einer der letzten großen Geiger seiner Generation und mit mehr als 100 Aufnahmen einer der bekanntesten klassischen Musiker der Geschichte“ – Die Welt

Iossif Robimovitch Heifetz, bekannt als Jascha Heifetz (1901-1987), war einer der bekanntesten Violinisten des 20. Jahrhunderts. Er ist russischen Ursprungs, wanderte aber bereits mit 16 Jahren in die USA aus. Doch bereits in Russland wurde er als Wunderjunge gehandelt. Sein Vater, selber Geiger, hatte ihm seit seinem dritten Lebensjahr Geigenunterricht gegeben. Der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten, und so wurde er sehr jung in die Royal Academy of Music in Vilnius und später am St. Petersburger Konservatorium weiter ausgebildet. Nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten setzte Heifetz seine außergewöhnliche Karriere auf dem neuen Kontinent fort.

Die Geigenwunder von heute

Wir alle lieben die Geiger aus vergangenen Jahrhunderten für ihre Musik und den Einfluss, den sie auf die heutige Musik haben. So haben die großen Geiger der Vergangenheit eine neue Generation von Geigen-Virtuosen inspiriert. Auch heute gibt es Ausnahmetalente, die ihr Leben der Geige widmen und eine erfolgreiche Karriere bestreiten.

Samvel Yervinyan, 1966 in Armenien geboren, zeigt bereits mit 7 Jahren ein großes Talent für die Geige. Heute reist er um die ganze Welt, um sein Talent auf den Bühnen der Welt zu präsentieren. Die American Federation of Musicians beschreibt ihn als einen

„Geiger von außergewöhnlicher Begabung, wie auch die anhaltende internationale Anerkennung zeigt. »

Ebenfalls weltberühmt ist der deutsche Geiger David Garrett, der von Yehudi Menuhin (ein Star des 20. Jahrhunderts) als „größten Geiger seiner Generation“ beschreibt. Garrett erhielt einen Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde als schnellsten Geiger und wurde mit einem Echo Klassik für seine Musik ausgezeichnet.

Wer kennt David Garrett ist zweifelsfrei einer der bekanntesten Geiger unserer Zeit. Das ist Madame Toussaud’s sogar eine Wachsfigur wert! | pixabay

Doch es gibt noch zahlreiche weitere talentierte Geiger.

Der 2001 geborene Schwede Daniel Lozakovich fand frühe seinen Weg in die Musikwelt. Er wurde sehr jung Mitglied des Moskauer Kammerorchesters und überzeugte mit der perfekten Beherrschung der größten Stücke der Musikgeschichte. Von Beethoven bis Bach, von Vivaldi bis Tschaikowsky… Lozakovich spielt sie alle hervorragend.

Dass die Geschichte der Geige als Modeinstrument noch lange nicht vorbei ist, beweist auch Lindsay Stirling, eine 31-jährige Amerikanerin. Sie hat mit eigenen Kompositionen oder Covern bereits Welttourneen bestritten. Vom Zelda Soundtrack bis hin zu Coverversionen von Rihanna-Songs… die Rothaarige Geigerin kann nichts aufhalten.

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