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Von 1520 bis heute – die Geige über die Jahre

Von Nelly, veröffentlicht am 13/02/2019 Blog > Musik > Violine > Die Geschichte der Geige: Herkunft und Entwicklung des Streichinstruments

Haydn, Schubert, Berlioz, Menuhin, Schumann, Glissando, …. die Liste der besten Violinisten ist lang und beeindruckend!

Wohlgemerkt: Damals gab es noch keine Online-Cellokurse und keine Online-Geigenkurse!

Die oben aufgezählten Künstler haben maßgeblich zur Entwicklung der Musik, insbesondere im Bereich der Geige, beigetragen. Seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im 16. Jahrhundert bis zur heutigen elektrischen Version des Instruments ist die Geschichte der Geige faszinierend.

Egal ob in der barocken oder klassischen Musik, auf der elektrischen oder klassischen Geige… das Instrument aus der Streicherfamilie hat viele Veränderungen und verschiedene musikalische Einflüsse durchlebt.

Ihre Ursprünge gehen auf das arabisch-muslimische zurück; Bekanntheit erlangte sie allerdings erst in der Renaissance durch italienische Gitarrenbauer. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelt sich die Geige stets weiter – bis zur heute weit bekannten E-Geige.

Entdeckt hier die Geheimnisse dieses faszinierenden Instruments und ihre Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg und werdet „Insider“ der Geigenwelt.

Die Ursprünge der Geige

Die genaue Geburtsstunde der Geige ist heute nicht mehr auf ein genaues Datum festzulegen. Vielmehr dauerte es mehrere Jahrhunderte, bis die Geige die Form annahm, die wir heute kennen.

Übrigens: Auch im Rahmen von Geigenunterricht für Anfänger könnt Ihr alles über die Geschichte des Instruments lernen!

Wusstet Ihr schon, dass Streichinstrumente erstmals im 10. Jahrhundert auftauchten?

Zuvor wurden ähnliche Instrumente durch Zupfen der Saiten, zum Beispiel Lyra (gehört zu den Leierinstrumenten), bespielt. Richtige Streichinstrumente hingegen tauchten erst etwas später im Chinesischen Reich, im Byzantinischen Reich und in der arabisch-muslimischen Welt auf.

Daher findet man heute fast überall auf der Welt Instrumente, die in Verbindung mit einem Bogen aus Rosshaar Töne erzeugen.

Die Rebab gilt als der Vorläufer der Geige.

Als erstes Streichinstrument der arabisch-muslimischen Welt findet dieses Instrument seinen Weg über Spanien nach Europa. Dort entwickelt sich das Instrument weiter, und bekommt in Spanien den Namen „Vihuela“, in Italien wird es „Viuola“ genannt.

Auf die Vihuela folgt eine weitere Entwicklung: die Geburtsstunde der Viole. So werden die sogenannte Knie- bzw. Beinviole und Armviole noch vor dem Entstehen der Geige zum Musizieren genutzt. Denn erst in den 1520er Jahren wurde die Geige zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der italienische Begriff „violino“ bedeutet kleine Viole (zu deutsch Geige).

Die Geschichte der Geige über die Jahrhunderte ist faszinierend. Es war ein langer Weg von der Rebab bis zu der Geige, wie wir sie heute kennen. | Quelle: pixabay

Auch auf italienischen Gemälden dieser Zeit taucht die Geige in einer ähnlichen Form und Größe, wie wir sie heute kennen, regelmäßig auf. Gebaut wurden diese Instrumente damals in Brescia, Venedig, Antwerpen oder auch Brüssel.
Der Geigenbauer Andrea Amati aus Cremona perfektioniert das Instrument. So wird die sich Form der Geige sich für ein weiteres Jahrhundert nicht verändern.

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Der Aufstieg der Geige zum Presitgeinstrument in Italien

Die erste richtige Geige wurde 1564 gebaut.

Diese soll Überlieferungen zufolge von Catherine de Médicis für ihren Sohn Karl IX in Auftrag gegeben worden sein. Das Instrument wurde damals als Instrument des königlichen Hofes angesehen – zuvor waren seine Auftritte lediglich auf Volksfeste begrenzt.

Durch dieses Ereignis macht sich auch die Werkstatt von Amati einen guten Ruf in der Branche. Seine Söhne und Enkel traten in seine Fußstapfen und führten das Familienunternehmen weiter. So wurde das Geheimnis um die perfekte Geige über Generationen hinweg weitergegeben.

Die Stadt Cremona, wo die Amatis ansässig waren, wurde so zur Wiege der Geige und Italien zu einer wahren Referenz für alle Musiker und Geigenbauer dieser Zeit… und das bis heute!

In der Tat setzt sich die alte Tradition in der Stadt Cremona fort.

Auch heute noch erlernen viele Geigenbauer die alten, traditionsreichen Techniken, die in italienischen Werkstätten zur Anwendung kommen. Die handgefertigten Geigen sind von herausragender Qualität und selbst den größten Geigenmeistern würdig.

Durch die feine Auswahl des Holzes, die detaillierte Schnitzerei und das Nutzen traditioneller Werkzeuge leisten diese Handwerker den alten Meistern der Geigenkunst aus dem 16. Jahrhundert eine Hommage.

König Heinrich IV. von Frankreich war damals der erste, der eine Ausbildung zum Geigenbauer zum anerkannten Beruf machte. In 6 Jahren Geigenbauer-Ausbildung lernten die angehenden Schnitz- und Musikkünstler von ihren Meistern.

Bevor es diese Art von Wissensverbreitung offiziell gab, mussten Musiker ihre Instrumente selber bauen.

Die großen Geigen-Kompositionen des 17. Jahrhunderts

Erst über ein Jahrhundert nach dem Bau der ersten „richtigen“ Geige veränderte Antonio Girolamo Stradivari, bekannt als „Stradivarius“, das Aussehen der Geige.

Die Präzision in der Herstellung und die Qualität der Geigen sind den heutigen Experten noch immer ein großes Geheimnis. Von den mehr als tausend Instrumenten, die der Italiener herstellte, sind etwa 650 noch in beeindruckendem Zustand.

Stradivarius-Geigen sind heutzutage wahre Legenden der Musikwelt.

Im 17. Jahrhundert wurde die Geige zu einem der wichtigsten Instrumente im Orchester, da Komponisten wie Monteverdi oder Lully sie regelmäßig in ihren Kompositionen verwendeten. Monteverdi war übrigens der erste, der die Geige in seiner Oper Orfeo einfließen ließ. Er liebte das Instrument und stand in regelmäßigem Kontakt mit den Söhnen von Andrea Amati, Antonio und Girolamo später auch mit dessen Enkel Nicolo.

Antonio und Girolamo wurde eine besondere Ehre zuteil: Sie arbeiteten als Geigenbauer des Orchesters des französischen Königs Heinrich IV.

Je bekannter und beliebter die Sonate und das Concerto Grosso wurden, desto wichtiger wurde auch die Geige. So war sie in neuen Kompositionen des 17. Jahrhunderts ein fast unverzichtbarer Bestandteil. Jean-Baptiste Lully wurde Hofgeiger.

Ohne die Geige fehlt etwas im Konzert. Seit dem 17. Jahrhundert ist die Geige aus Orchestern nicht mehr wegzudenken. | Quelle: pixabay

Der Komponist Lully vertonte nicht nur die von Molière für Ludwig XIV. kreierten Stücke, er spielte auch bei diversen Aufführungen innbrünstig mit… so beispielsweise bei den zeitlosen Werken George Dandin oder Der Eingebildete Kranke.

Die beiden Künstler erfanden später auch das „Comedy-Ballett“.

Die Geige wurde zu dieser Zeit ganz klar zu einem unverzichtbaren Instrument in allen Musikkompositionen. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts stand ihr aber noch eine Veränderung bevor…

Die Geige im 18. Jahrhundert

Die technischen Finessen des Streichinstruments entwickelte sich im 18. Jahrhundert noch weiter.

Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Werke von Musikern wie Vivaldi, Locatelli und Tartini, welche das Jahrhundert musikalisch prägten. Auch Mozart bereichterte die musikalische Welt mit zahlreichen Sonaten für Geigen.

Damals hatte sich die Geige bereits in Orchestern etabliert, viele Dirigenten waren damals sogar selbst bekannte Geiger.

In diesem Jahrhundert wird die Stadt Paris zu einem Treffpunkt für europäische Geiger. Auch der Österreicher Mozart verbrachte dort viel Zeit mit dem Komponieren.

Das 18. Jahrhundert brachte neben zahlreichen Meisterstücken auch Antonio Vivaldis Violinkonzertensemble „Die vier Jahreszeiten“ hervor. Jedes der 1723 komponierten concerti repräsentiert eine der vier Jahreszeiten auf ganz eigene Art. Diese Melodien sind auch heute noch weltberühmt und zählen zweifellos zu den meist gespielten Musikstücken der Welt.

Heutzutage gibt es zahllose Kompositionen für Geigen. In vielen Kompositionen spielte die Geige eine zentrale Rolle. | Quelle: pixabay

So hatte die Geige auch im 18. Jahrhundert ihren festen Platz und war aus dieser Epoche kaum wegzudenken.

In diesem Jahrhundert durchlebt das Aussehen der Geige eine Veränderung. Die zunehmende Nutzung des Instruments warf die Frage auf, welche Form der Geige den perfekten Ton erzeugen könnte. Nach verschiedenen Experimenten veränderten zahlreiche Geigenbauer den Hals, den Stimmstock und den Durchmesser der Stimme.

So nahmen die damaligen Geigenbauer die Geigen von Amati oder Stradivari als Grundlage… und verbesserten sie!

Die Geige wie wir sie heute kennen ist ebendiese verbesserte Version!

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Die moderne Welt und die Geige

Obwohl „alte“ Instrumente wie die die Geige in der modernen Welt der Popmusik eigentlich keine große Rolle spielen, wird dieses Streichinstrument dennoch häufiger verwendet, als man denkt!

Heutzutage verbinden wir mit der Geige etwas Nobles, sie scheint eine gehobene Klasse zu repräsentieren – trotz ihrer bescheidenen Wurzeln. Häufig können der Anschaffungspreis und die vielen erforderlichen Übungsstunden auf Anfänger abschreckend wirken.

Ein tolles Beispiel für die Einbindung der Geige in die Popmusik ist die Neuinterpretation des Pachelbel-Klassikers Canon. Dieser hat auf YouTube Millionen Klicks und hat dem Instrument einen Einzug in die moderne Musik gewährt. Tatsächlich kann man heute zahlreiche Versionen des Stückes (sogar auf E-Geige) bewundern.

David Garrett kombiniert Klassisches mit Modernem David Garrett ist der Star der modernen Geigenmusik. Er wurde sogar mit einer Wachsfigur damit belohnt. | Quelle: pixabay

Der Zugang zu Instrumenten allgemein ist heute über das Internet deutlich leichter geworden. Während man früher ein Spezialgeschäft (z.B. einen Geigenbauer) zu Rate ziehen musste, kann sich heute auf Geigen-Portalen über den Kauf von klassischen Geigen und elektrischen Geigen informieren und sogar den Kauf über diese Platformen tätigen.

Während sich die klassischen Geigen aus Holz seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr verändert haben, bringt die elektrische Geige neuen Wind in die Optik des Streichinstruments. 

Doch nicht nur optisch verändert die elektrische Variante das Verständnis von Geigen. Tatsächlich wird die E-Geige zunehmend in der Rock- und im Popmusik genutzt. Die E-Geige hat also einen Imagewandel der Geige bewirkt und ihren Platz in der modernen Musik fest verankert. Auch Künstler wie David Garrett haben mit ihrer Musik stark zu dieser Veränderung beigetragen.

 

Und, seid Ihr inspiriert? Der Pophimmel wartet auf einen neuen Geigenvirtuosen!

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