Obwohl Streichinstrumente häufig mit klassischer Musik aus längts vergangenen Jahrhunderten in Verbindung gebracht werden, sind sie keineswegs auf diese beschränkt. Sowohl in der Neuen Musik, die sich seit den Avantgarde-Strömungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts stetig weiterentwickelt hat, als auch in populären Musikstilen wie Pop, Rock, Jazz oder Folk werden die Geige und der Kontrabass häufig eingesetzt.

Wie haben hier einen Überblick über moderne Stücke für Violine und Kontrabass in verschiedenen Musikrichtungen zusammengestellt. Erfahre alles über die Entwicklung der Neuen Musik und der Rolle der Geige darin, entdecke die besten Pop- und Rock-Songs mit Violine und lerne den Kontrabass in Klassik, Jazz und Rockabilly besser kennen.

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Und los geht's

Die Geige in der Kunstmusik des 20. und 21. Jahrhunderts

Die Geschichte der umgangssprachlich als „klassische Musik“ bezeichneten Musikrichtung endet keineswegs mit den großen virtuosen Werken der Romantik. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich unterschiedlichste Strömungen, die sich einerseits klar davon abgrenzten oder andererseits die Tradition auf moderne Art und Weise fortführten. Diese Entwicklung hält bis heute an und bringt stetig neue Formen und Prinzipien zu Tage.

Zusammengefasst werden die musikalischen Richtungen ab der Avantgarde bis heute unter der Bezeichnung „Neue Musik“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierte nebenher eine Strömung, die sich als „Neoklassizismus“ verstand und auf die Gattungen, Formen und Satztechniken der Klassik und des Spätbarock zurückgriff. Dies ist aber keineswegs als eine reine Rückwärtsgewandtheit zu verstehen, da auch als neoklassizistisch eingeordnete Komponisten mit neuen Techniken und Ausdrucksweisen experimentierten.

Insbesondere zu Beginn der sogenannten Moderne ab der Jahrhundertwende bis Ende der 40er Jahre, wurden zahlreiche Werke für Violine komponiert, die zum Standardrepertoire gehören. Exemplarische Stücke finden sich unter anderem bei bedeutenden Komponisten wie Igor Strawinsky, Sergej Prokofiev und Dmitri Schostakowitsch:

  • Strawinsky: Violinkonzert in D (1931)
  • Prokofiev: Violinkonzert in g-Moll, op. 63 (1935)
  • Schostakowitsch: Konzert für Violine und Orchester a-Moll, op. 77 (1947-48)

Bereits ab 1890 begannen die Komponisten des Impressionismus sich von den romantischen Formen zu lösen und den Fokus auf klangliche Stimmungsbilder zu legen. Als einer der führenden impressionistischen Komponisten schuf Claude Debussy mit seinem letzten vollendeten Werk, der Sonate für Violine und Klavier (1917) ein charakteristisches Stück für Solo-Violine.

In Abgrenzung zum Impressionismus, entstand ab 1906 der Expressionismus, der sich vollends von vorgegebenen Formen löste, mit freier Rhythmik und Atonalität experimentierte und die innersten Seelenregungen des Menschen klanglich abzubilden. Ein Beispiel dafür sind die Vier Stücke für Geige und Klavier, op. 7 (1910) von Anton Webern.

Zwischen den verschiedenen musikalischen Strömungen und Einflüssen bewegte sich der ungarische Komponist Béla Bartòk und wurde damit zu einem der meist gespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bedeutendsten Werken gehört unbestritten das 2. Violinkonzert, Sz. 112 (1938).

Ein für die weitere Geschichte der Neuen Musik ausschlaggebender Impuls kam von Arnold Schönberg und seiner Entwicklung der Zwölftontechnik, die vereinfacht als ein Ordnungsprinzip für die Atonalität beschrieben werden kann. Im Grunde geht es dabei um die Gleichberechtigung aller Töne jenseits einer tonalen Vorgabe. Eine beispielhafte Verwendung einer Zwölftonreihe findet sich bei Schönbergs Schüler Alan Berg und seinem Konzert für Violine und Orchester „Zum Andenken eines Engels“ (1935).

Die Zeit von 1950 bis heute ist vor allem von rasanten Entwicklungen, neuen Kompositionsprinzipien und dem Einsatz von Elektronik und verschiedener Medien geprägt. Die Verwendung von klassischen Instrumenten trat zunehmend in den Hintergrund und wenn sie zum Einsatz kommen, sind häufig außergewöhnliche Spieltechniken und unkonventionelle Arten der Klangerzeugung gefragt.

So finden sich bei vielen Kompositionen der letzten Jahrzehnte keine konkreten Hinweise darauf, welches Instrument zum Einsatz kommen soll. Vielmehr werden auf den Partituren Beschreibungen wie „für einen Solisten“ oder „für ein Melodieinstrument“ verwendet.

Nichtsdestotrotz lassen sich Werke finden, die explizit für die Geige geschrieben wurden. Darunter:

  • Hans Werner Henze: Zweites Violinkonzert (1971)
  • Karlheinz Stockhausen: In Freundschaft für Violine, 46 5/6 (1977)
  • Philip Glass: Violin Concerto No. 1 (1987)
  • John Cage: Freeman Etudes (1977-1980)
  • Pierre Boulez: Anthèmes 2 für Violine und Elektronik (1997)

Bedeutende Kompositionsprinzipien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die serielle Musik (eine Weiterführung der Zwölftontechnik), die Aleatorik (Komposition und oder Interpretation basierend auf dem Zufallsprinzip) und die Minimal Music, die möglichste einfache Harmonien verwendet, eine repetitive Struktur aufweist und Spannungsaufbau meidet. Zusätzlich ist der Einsatz von Elektronik, als Ersatz oder in Ergänzung zu herkömmlichen Instrumenten, zu nennen.

Die letzten 20 Jahre können als Fortsetzung der Entwicklungen des 20. Jahrhunderts gesehen werden. An Bedeutung gewann unter anderem die Integration von Videokunst sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Digitalisierung.

Die Geige in der Pop- und Rock-Musik

Obwohl elektronisch erzeugte Klänge auch Eingang in die Pop- und Rock-Musik gefunden haben, sind akustische oder E-Geigen weitaus präsenter, als man vielleicht vermuten mag. In unzähligen Songs werden Streichorchester in kleineren und größeren Besetzungen eingesetzt und auch solistisch kann die Violine in der Popularmusik überzeugen.

Klassische Streicherpartien kannst du beispielsweise in folgenden Songs hören:

  • The Platters: Smoke Gets In Your Eyes (1958)
  • The Rolling Stones: As Tears Go By (1965)
  • The Beatles: Eleanor Rigby (1966)
  • The Verve: Bitter Sweet Symphony (1997)
  • Lana del Rey: Born to Die (2012)
  • Clean Bandit: Rather be (2014)

Auf der Suche nach einem klassischen Geigensolo wirst du beispielsweise in Paul McCartneys Once Upon A Long Ago (1987) oder Cat Stevens‘ Sad Lisa (1970) fündig. Einen bemerkenswert eigentümlichen Einsatz der Geige ist in Catch von The Cure (1987) zu hören.

Die größte Auswahl an Stücken gibt es selbstverständlich bei Musiker*innen, deren Hauptinstrument die Geige ist. Neben den großen Stars der Pop-Geige wie Lindsay Stirling und David Garrett sei hier auch die Perfomance-Künstlerin und Violinistin Laurie Anderson genannt.

Wenn die Geige in der Popularmusik zum Einsatz kommt, geschieht das aber nicht immer in klassischer Spielweise und Arrangement. Vielmehr bringt sie häufig Elemente aus Musikrichtungen wie Irish Folk, Bluegrass oder Klezmer mit ein. Dies geschieht sowohl in Songs, die eindeutig dem Pop oder Rock zugeordnet werden können, wie auch Liedern die sich insgesamt eher in Stilrichtungen wie Country und Folk bewegen.

  • Blind Faith: Sea of Joy (1969)
  • East Of Eden: Jig-a-Jig (1971)
  • Bob Dylan: Oh Sister (1976)
  • Kansas: Dust In The Wind und Point Of Know Return (beide 1977)
  • Dexys Midnight Runners: Come On Eileen (1982)
  • Secret Garden: You Raise Me Up (2001)
  • Taylor Swift: Our Song (2007)
  • Alexander Rybak: Fairytale (2009)

Weitere bemerkenswerte Songs mit Geige sind Reunited von Wu-Tang Clan und der Jazzviolinistin Miri Ben-Ari (1997), der Rocksteady-Klassiker The Tide Is High von The Paragons (1967) sowie ein Alternative Take von Wish You Were Here, den Pink Floyd gemeinsam mit dem Jazzviolinisten Stéphane Grappelli bereits 1975, zeitgleich zur bekannten Version, aufnahmen, der jedoch erst 2011 veröffentlicht wurde.

Wenn du selbst gerne Popmusik auf der Geige spielen möchtest, musst du dich keineswegs auf Stücke beschränken, deren Originalversion einen Geigenpart haben. Die Melodien vieler bekannter und beliebter Songs klingen auf der Violine gespielt richtig gut. Im Musikfachhandel kannst du entsprechende Notenhefte mit Arrangements in verschiedenen Schwierigkeitsstufen finden.

Stücke von Kontrabass von Klassik über Jazz bis Rockabilly

Als Solo-Instrument ist der Kontrabass weit weniger bekannt, als die Geige. Dennoch gibt es auch für das Größte der Streichinstrumente klassische Solo-Literatur sowie ein breites Einsatzfeld in populären Musikstilen.

Der wichtigste Kontrabassist des frühen 20. Jahrhunderts war Sergei Kussewizki (1874 – 1954), der nicht nur für seine virtuose Spielweise, sondern auch als Komponist und Dirigent international bekannt war. Aus seiner Feder stammen so einige Kompositionen für Kontrabass, die heute in der klassischen Musik zum Standardrepertoire gehören. So zum Beispiel:

  • Chanson Triste, e-Moll op. 2
  • Valse miniature, A-Dur op. 1 Nr. 2
  • Konzert für Kontrabass, fis-Moll op. 3

Obwohl sich die klassischen Instrumente in der Neuen Musik ab der Mitte des 20. Jahrhunderts der Konkurrenz von elektronisch erzeugten Klängen gegenübersahen, wurden zwischen den 1950er und 80er Jahren mehr Werke für Solo-Kontrabass komponiert als jemals zuvor. Bedeutende Stücke dieser Zeit sind unter anderem:

  • Paul Hindemith: Sonate für Kontrabass und Klavier (1949)
  • Klaus Dillmann: Sonate für Kontrabass und Klavier, e-moll (1957)
  • Hans Werner Henze: Konzert für Kontrabass und Orchester (1966)
  • Jean Françaix : Concerto pour Contrebasse et Orchestre (1974)
  • Virgilio Mortari : Fogli d'album (1977)
  • Iannis Xenakis : Theraps (1979)
  • Harald Genzmer: Fantasie für Kontrabass und Klavier (1980)

Während in der traditionellen klassischen Musik in der Regel mit dem Bogen gespielt wird und in der Neuen Musik mit allen möglichen und auch unmöglichen Arten der Klangerzeugung auf einem Instrument experimentiert wird, werden im Jazz und Rockabilly die Saiten mit den Fingern gezupft.

Durch den Einsatz von Slap-Techniken kann der Kontrabass eine führende rhythmische Funktion übernehmen. Mit den für die jeweiligen Stile typischen Basslinien gestaltet er zudem eine interessante harmonische Grundlage. Zudem wird er auch gerne als Solo-Instrument für Improvisationen eingesetzt. Im Rockabilly sind diese häufig von spektakulären Showeinlagen der Bassist*innen begleitet.

Mit dieser kleinen Auswahl an Jazz-Aufnahmen mit einem herausragenden Kontrabass-Part kannst du dir einen ersten Einblick in die Vielseitigkeit des Basses verschaffen:

  • Cab Calloway: Pluckin' The Bass (1939) Milt Hilton am Bass
  • Charles Mingus: Haitian Fight Song (1957)
  • Miles Davis: So What (1959); Paul Chambers am Bass
  • Bobby Timmons Trio: Softly, As In A Morning Sunrise (1961); Ron Carter am Bass

Im Rockabilly gehört der Kontrabass zur Standardbesetzung. Er bildet nicht nur das Fundament, sondern wirkt auch als treibende Kraft, die den Songs ihren typischen, vorwärtsstrebenden Charakter verleiht. Dies kannst du genauso in einer der ersten Rockabilly-Aufnahmen überhaupt, That’s Allright (Mama) in der Version von Elvis Presley (1954), wie in dem 2008 erstveröffentlichten Song Johnny’s Got A Boom Boom von Imelda May hören.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.