Das größte der Streichinstrumente ist im Gegensatz zu seinen Geschwistern der Geige, der Bratsche und dem Cello ist nie standardisiert worden. Bis heute sind unterschiedliche Bauformen verbreitet und auch die Zahl der Saiten kann je nach Typ variieren. Zwar sind haben sich viersaitige Bässe im Laufe des 19. Jahrhunderts gegen Modelle mit drei Saiten weitestgehend durchgesetzt, insbesondere der klassischen Musik werden aber seit Beginn des 20. Jahrhunderts vermehrt auch Kontrabässe mit fünf Saiten verwendet.

In der Regel werden die Saiten auf die Töne E – A – D – G gestimmt. Für das Solospiel in Begleitung eines Orchesters wird aufgrund des helleren Klangs häufig die Solostimmung, die einen Ganzton höher liegt, verwendet.

Die Haltung und die eingesetzten Spieltechniken unterscheiden sich je nach Musikstil. Während in der Klassik die Saiten überwiegend mit dem Bogen gestrichen werden, werden sie im Jazz oder Rockabilly in der Regel mit den Fingern gezupft.

In seinen unterschiedlichen Spielarten ist der Kontrabass ein äußerst vielseitig einsetzbares Instrument, das aus unterschiedlichsten Musikrichtungen nicht wegzudenken ist. In diesem Artikel erfährst du mehr über seine Rolle in der Klassik, dem Jazz und Rockabilly und lernst einige Stücke und Songs kennen, in denen er sich in seiner ganzen Bandbreite entfalten kann.

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Und los geht's

Die klassische Musik und der Kontrabass

Auch heute noch denken wohl die wenigsten Menschen sofort an den Kontrabass, wenn von Solo-Instrumenten die Rede ist. In der klassischen Musik gibt es aber sehr wohl Solo-Literatur für Kontrabass. In der Folge stellen wir dir einige Komponisten und Werke vor, die heute zum Standardrepertoire für klassischen Kontrabass gehören.

18. und 19. Jahrhundert: der Kontrabass betritt die Bühne

Erst ab ungefähr 1700 war der Kontrabass in den Opernorchestern vertreten. Es dauerte dann noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts, bis in der aufkommenden Wiener Klassik die ersten Werke für Kontrabass solo geschrieben wurden.

Viele dieser Stücke gerieten jedoch im Laufe der Zeit in Vergessenheit und wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Heute werden sie wieder regelmäßig gespielt und gehören teilweise sogar zu den üblichen Vorspielstücken zur Aufnahme in ein Orchester oder bei Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen. Dazu gehören unter anderem:

  • Carl Ditters von Dittersdorf: Kontrabasskonzert Nr. 2 in Es-Dur (heute meist in E-Dur gespielt)
  • Johann Baptist Vanhal: Kontrabasskonzert in Es-Dur (D-Dur)
  • Franz Anton Hoffmeister: Kontrabasskonzert Nr.1 in D-Dur (C-Dur)
  • Antonio Capuzzi: Kontrabasskonzert in D-Dur

Auch Joseph Haydn hat nachweislich ein Konzert für Kontrabass und Orchester komponiert, das jedoch als verschollen gilt.

Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der gefeierten Virtuosen und den ersten musikalischen Großanlässe der Geschichte. Obwohl sich der Kontrabass noch nicht wirklich als Soloinstrument etabliert hatte, traten zwei virtuose Bassisten in Erscheinung, die nicht nur erfolgreich Konzerte gaben, sondern auch zahlreiche Werke für Solo-Kontrabass komponierten: Domenico Dragonetti (1763-1846) und Giovanni Bottesini (1821-1889).

Beide dieser italienischen Komponisten und Bassisten schrieben bis heute zum Standardrepertoire gehörende Werke für solistischen Kontrabass in verschiedenen Besetzungen sowie Bearbeitungen bekannter klassischer Stücke für Kontrabass.

Stücke für Kontrabass ab 1900

Mit dem 20. Jahrhundert gewann der Kontrabass als Solo-Instrument zunehmend an Bedeutung. Am Anfang dieser Entwicklung stand der virtuose Bassist und Komponist Sergei Kussewizki (1874 – 1954). Neben seiner Konzerttätigkeit als Kontrabassist trat er als Komponist und Dirigent international in Erscheinung.

Kussewizkis Kompositionen für Kontrabass werden heute noch regelmäßig bei klassischen Konzerten aufgeführt. Nennenswert sind insbesondere:

  • Chanson Triste, e-Moll op. 2
  • Valse miniature, A-Dur op. 1 Nr. 2
  • Konzert für Kontrabass, fis-Moll op. 3

Mitte des 20. Jahrhunderts rückte der Kontrabass endgültig ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Moderne. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt Paul Hindemith, einem der bedeutendsten Vertreter der Neuen Musik, und seiner 1949 komponierten Sonate für Kontrabass und Klavier.

Eine Übersicht über moderne Musik für Geige und Kontrabass gibt es hier.

Obwohl für den Kontrabass weiterhin deutlich wenig Solo-Literatur komponiert wurde, als für andere Instrumente, ist die Anzahl der Werke, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden, im Vergleich zu früheren Epochen doch beachtlich. Hier nur eine kleine Auswahl davon:

  • Klaus Dillmann: Sonate für Kontrabass und Klavier, e-moll (1957)
  • Hans Werner Henze: Konzert für Kontrabass und Orchester (1966)
  • Wilfried Jentzsch: Sonate für Kontrabass Solo (1966)
  • Gunther Schuller: Konzert für Kontrabass und Kammerorchester (1968)
  • Jean Françaix : Concerto pour Contrebasse et Orchestre (1974)
  • Virgilio Mortari : Fogli d'album (1977)
  • Jean-Fronçois Zbinden: Hommage à Jean-Sébastien Bach für Kontrabass 44 (1978)
  • Iannis Xenakis : Theraps (1979)
  • Harald Genzmer: Fantasie für Kontrabass und Klavier (1980)

Mit dieser Liste ist die Geschichte des Solo-Kontrabasses in der klassischen Musik noch lange nicht abgeschlossen. Stellvertretend für zeitgenössische Werke sei hier noch das Konzert für Kontrabass, Schlagzeug, Klavier und Streicher (2014) von Edward Kravchuk erwähnt.

Erfahre alles über moderne Stücke für Geige.

Der Kontrabass im Jazz

Als sich der Jazz von den Straßen New Orleans in die Bars und Musiklokalitäten verlegte, ersetzte der Kontrabass nach und nach die Tuba als Bassinstrument. Seither ist er ein fester Bestandteil der Rhythmusgruppe der größeren Bands sowie in vielen kleineren Formationen.

Möglich war dies nur durch das Aufkommen der elektrischen Tonabnahme und Verstärkung sowie einer veränderten Spielweise. Im Jazz werden die Saiten überwiegend gezupft (Pizzicato-Spiel) was ihm zu einer größeren Durchsetzungskraft verhilft und ein rhythmisch prägnanteres Spiel erlaubt.

Die häufigsten Spielweisen des Kontrabasses als Begleitinstrument sind die Slap-Technik, bei der die Saiten perkussiv auf das Griffbrett geklatscht werden und der Walking Bass, bei dem eine rhythmisch gleichmäßige Melodielinie aus zerlegten Akkorden gespielt wird. Beide können auch miteinander kombiniert werden.

Im Jazz werden, vereinfacht gesagt, keine vollständig auskomponierten Stücke gespielt, sondern die vorgegeben Akkordfolgen und musikalischen Themen mit Improvisationen der einzelnen Musiker*innen ergänzt. Neben seiner überaus wichtigen Funktion als rhythmus- und harmoniegebendes Instrument kann auch der Kontrabass einen Solo-Part übernehmen.

Der Jazz hat so einige legendäre Kontrabassisten hervorgebracht, die wiederum ihrerseits den Stil nahhaltig geprägt haben. So sind auch Aufnahmen mit außergewöhnlichen Bass-Soli und die Stücke, die von einer einzigartigen Basslinie geprägt sind, reichlich vorhanden. Wir stellen dir hier eine kleine exemplarische Auswahl davon vor:

  • So What von Miles Davis (Paul Chambers am Bass): Der 1959 erstmals eingespielte Standard des modalen Jazz beginnt mit einer langsamen, rhythmisch freien Einleitung von Klavier und Bass. Diese geht über in das wiederkehrende Thema des Stücks, das sich durch die Melodie im Kontrabass und den punktiert eingeworfenen Akkorden von Klavier und Bläsern auszeichnet.
  • Pluckin' The Bass von Cab Calloway (Milt Hilton am Bass): In diesem Stück von 1939 steht, wie der Name vermuten lässt, der Kontrabass im Zentrum des Geschehens. Auch hier wird er beim Intro von einem Klavier begleitet, bis schließlich das ganze Orchester einsetzt. Nach den Soli verschiedener Instrumente schließt der Song mit einem langen Kontrabass-Solo. Pluckin‘ The Bass ist ein wunderbares Beispiel für Milt Hiltons Slap-Technik.
  • Haitian Fight Song von Charles Mingus: Zahlreiche Songs des wohl bekanntesten Jazzbassisten könnten in dieser Liste auftauchen. Haitian Fight Song von 1957 ist ein kraftvolles Stück, in dem das gesamte Quintett zur Bestform aufläuft. Das Stück fängt bereits mit einem langen Bass-Solo an, in das sich die anderen Instrumente nach und nach einfügen. Nach den energiegeladenen Ensemble- und Solo-Parts der Bläser und des Klaviers folgt ein weiteres, fast vierminütiges Kontrabass-Solo von Charles Mingus.
  • Softly, As In A Morning Sunrise vom Bobby Timmons Trio (Ron Carter am Bass): Das Lied wurde ursprünglich von Sigmund Romberg 1928 für eine Operette komponiert, hat sich aber im Laufe der Zeit zu einem von vielen Künstler*innen gespielten Pop- und Jazzstandard entwickelt. Die 1961 entstandene Aufnahme des Bobby Timmons Trios stellt den Kontrabass in den Mittelpunkt. Bis auf ein vergleichsweise kurzes Klaviersolo, das mit einer typischen Walking Bass-Linie unterlegt ist, beweist Ron Carter die Qualitäten des Basses als Solo-Instrument.

Lerne auch die besten Songs für Geige aus der Rock- und Pop-Musik kennen.

Kontrabass im Rockabilly

Die Spielart des Rock’n’Roll, die uns direkt zurück in die 1950er Jahre versetzt, kann man sich ohne Kontrabass kaum vorstellen. Neben der Leadgitarre gehört er zu den Instrumenten, die in keiner Rockabilly-Band fehlen darf.

Durch den Einsatz verschiedener Slap-Techniken sorgt er für das rhythmische Fundament und trägt durch eine ausgespielte Basslinie die Harmonik des Songs. Häufig kommt dabei eine Kombination aus Boogie-Woogie-typischen Riffs und dem Walking Bass zum Einsatz, was für den treibenden Sound sorgt.

Die 1954 vom damals erst 19-jährigen Elvis Presley eingespielte Aufnahme von That’s Allright (Mama) wurde zum ersten, wenn auch zunächst nur lokalen, Hit der Rockabilly-Geschichte. Darin ist bereits alles enthalten, was später für den Stil charakteristisch wurde: die kleine Besetzung aus Gesang, Kontrabass, Rhythmus- und Leadgitarre, der musikalische Aufbau sowie das vorwärtsstrebende Tempo.

Zwei Jahre später landete Gene Vincent mit Be-Bop-A-Lula einen Hit, der bis heute zu den Standards des Genres gehört. Der in der Originalaufnahme von Jack Neal gespielte Kontrabass wird hier in erster Linie zur rhythmischen Unterstützung des Schlagzeugs eingesetzt. Ein weiterer Klassiker des Genres, der ebenfalls 1956 erschienen ist, ist die von Johnny Burnette and the Rock'n Roll Trio eingespielte Coverversion des Songs Train Kept A'Rollin'. Hier kannst du Dorsey Burnett eine für den Rockabilly typische, schnelle Basslinie spielen hören.

Die Stellung des Kontrabasses ist im Rockabilly so herausragend wichtig, dass im Grunde jeder Song des Genres hier exemplarisch genannt werden könnte. Bei Live-Auftritten spielen die Bassist*innen häufig ein im wahrsten Sinne des Wortes aufsehenerregendes Solo, indem sie nicht nur durch ihre Improvisationskunst brillieren, sondern auch den Bass wild drehen oder sich sogar draufstellen.

Als modernes Beispiel für einen Rockabilly-Song, der den Bass auch in den Lyrics ins Zentrum stellt, kannst du dir Johnny’s Got A Boom Boom von Imelda May aus dem Jahr 2008 anhören.

Viel Spaß beim Entdecken!

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.