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Wie helfe ich meinem Nachhilfeschüler, selbstständig & effizient zu lernen?

Von Hannah, veröffentlicht am 09/08/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Welche Übungen sind für Nachhilfeunterricht ideal?

Wer Nachhilfelehrer werden will muss auf viele verschiedene Dinge Acht geben.

Dem Schüler pädagogisch zur Seite zu stehen und ihm den Unterrichtsstoff so zu erklären, dass er es versteht – das ist schon einmal eine große Herausforderung!

Eurem Schützling darüber hinaus so zu helfen, dass sie oder er selbstständig und außerhalb des Nachhilfeunterrichts effizient lernen kann – DAS ist für Profis!

Doch ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Deshalb gibt es im Folgenden Tipps für werdende Nachhilfelehrer und Ratschläge, mit welchen Übungen Ihr Eurem Schüler helfen könnt, selbstständig und effizient zu lernen!

Wirkungsvolle Nachhilfe durch klare Strukturen

Beim Nachhilfe Geben sind eine effiziente Arbeitsweise und Organisation das A und O, um den Überblick zu behalten und Fortschritte zu machen.

Bei den ganzen verschiedenen Fächern und damit verbundenen Themen sowie Anforderungen kann es schon einmal passieren, dass Euer Schüler die Orientierung verliert.

Material für Übungsaufgaben gibt es wie Sand am Meer – natürlich sind diese oft aber eher generell gehalten und nicht auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers abgestimmt.

Ohne persönlichen Kontakt zu den Schülern geht das ja auch gar nicht. Denn das könnt nur Ihr!

Welche Aufgaben und Materialien solltet Ihr also für einen Effizienten und Pädagogisch hochwertigen Nachhilfeunterricht verwenden?

Stichwort: „Ordnung ist das halbe Leben“

Zunächst ist es wichtig, Eurem Schüler Nachhilfe in Sachen „Organisation“ und „Planung“ zu geben.

Obwohl diese Fächer bei keinem der Schüler auf dem Stundenplan stehen, können sie zu einer Verbesserung der schulischen Leistungen beitragen – und noch wichtiger: Zum Wohlbefinden des Schülers!

Denn wenn Schüler – egal in welcher Klassenstufe sie sind – einen guten Überblick haben und ihre Hausaufgaben rechtzeitig erledigen, sind sie weniger gestresst und effizienter.

Das ist doch schon einmal die halbe Miete, oder?

Wer organisierter ist, behält besser den Überblick! „Ordnung ist das halbe Leben“ – Gebt Eurem Schüler gute Tipps dazu! | Quelle: Unsplash

Beginnen könnt Ihr zum Beispiel mit der guten alten To-Do-Liste.

Was muss bis morgen erledigt sein? Was hat dabei Priorität? Was ist ein Langzeit-Ziel (z.B. Klausuren), was ein immer wiederkehrendes „To-Do“ (wie Vokabeln lernen)?

Dabei sollten Eure Schüler am besten mit dem anfangen, was sie am wenigsten mögen.

Sich die Aufgaben fürs Ende aufzuheben, die einem am leichtesten fallen oder am meisten Spaß machen, hat den psychologischen Effekt einer „Belohnung“.

So kann beim Abarbeiten der To-Do-Liste am Ende noch einmal Gas gegeben werden!

„Morgen, morgen, nur nicht heute…“

Einen weiteren wichtigen Tipp solltet Ihr Eurem Schüler nicht vorenthalten: Es macht aus mehreren Gründen Sinn, Hausaufgaben und die Stoffwiederholung am gleichen Tag zu erledigen, wie der Unterricht stattgefunden hat!

Denn so ist die Erinnerung an das Gelernte noch frisch – dank unseres lieben Kurzzeitgedächtnisses!

Getreu nach dem Motto „Man soll das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist“ gehen Eurem Schüler die Aufgaben seiner To-Do Liste dann leichter von der Hand.

Ratet Eurem Schüler, direkt nach der Schule mit den Hausaufgaben anzufangen. Dann kann er oder sie danach damit abschließen und den freien Abend genießen!

Auch Notizen schreiben will gelernt sein.

Ohne gute Notizen wird es Eurem Schüler schwer fallen, sich das Gelernte zu merken und die Hauptpunkte der Unterrichtsstunde zu wiederholen.

Außerdem ist es die wichtigste Erinnerungsstütze, wenn bestimmte Themen in Vergessenheit geraten sind und nachgeschlagen werden müssen.

Natürlich gibt es ganz unterschiedliche Lerntypen. Viele lernen allerdings am besten, wenn sie das Gehörte aufschreiben, es in ihren eigenen Worten wiedergeben und sich später nochmal durchlesen können.

Notizen schreiben ist also aus vielerlei Gründen unumgänglich!

Folgende Ratschläge können Euren Schülern dabei helfen, gute Notizen zu schreiben:

  • Notiere Dir nicht nur eine bestimmte Aussage, sondern schreibe auch Beispiele mit auf! Das verhindert, dass Du Dich später nicht mehr genau daran erinnern kannst, was Dein Lehrer eigentlich meinte.
  • Achte auf Signalwörter, wie  „Es ist wichtig, sich zu merken…“, „Grundlegend“, „Vor allem“, „Zusammenfassend„, …
  • Schreibe Dir Sachen so auf, dass Du sie verstehst. Am besten mit Deinen eigenen Worten. Stelle sicher, dass Du verstanden hast, was Dein Lehrer grade erklärt.
  • Nutze Abkürzungen und Symbole, um schneller mitschreiben zu können!
  • Verwende Farben, um wichtige Begriffe oder Zusammenhänge hervorzuheben.
  • Wenn nötig, vervollständige Deine Notizen nach der Unterrichtsstunde.

Ihr könnt diese Ratschläge in der Nachhilfe auch ganz praktisch mit Eurem Schüler üben.

So kann er oder sie herausfinden, wie sie sich am besten und schnellsten Notizen machen können.

Prinzipiell gilt: Jeder Nachhilfeschüler ist anders und sollte daher in der Privaten Nachhilfe auch eine Individuelle Förderung erhalten.

Lernen im Schlaf!

An der Aussage, man träume davon, was unter dem Kopfkissen liegt, ist im entferntesten Sinne tatsächlich etwas dran!

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Schlaf zwischen zwei Lerneinheiten hilft! Lernen im Schlaf! Praktisch, oder? | Quelle: Unsplash

Zwar haben wir zuvor dazu geraten, dass der Schüler sich einen freien Abend schaffen sollte – allerdings sollte sich der Schüler seine Notizen oder Vokabeln kurz vor dem Schlafengehen dann doch nochmal anschauen.

Dies hilft dabei, das Gelernte im Schlaf zu verarbeiten und es sich am Ende besser merken zu können!

Eine Studie, veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Psychological Science“ (06/2016), zeigt, dass Schlaf zwischen zwei Lerneinheiten dem Erinnerungsvermögen und der Auffassungsgabe hilft!

Das funktioniert übrigens auch mit dem beliebten „Power Nap“ (kurze Ruhepausen von 15-20 Minuten, z.B. ein Mittagsschlaf; wichtig: Richtig schlafen sollte man jedoch nicht!).

Schlagt Eurem Schüler doch mal vor, zwischen zwei Lerneinheiten einen kleinen Power Nap einzulegen. Vielleicht merkt er oder sie eine Verbesserung?

Euren Schüler motivieren!

Schule, Hausaufgaben, To-Do-Listen, Notizen überarbeiten, Lerneinheiten vor dem Schlafen, Nachhilfe – all dies klingt nach einem ganz schön großen Berg an Aufgaben für Euren Schüler.

Macht ihm oder ihr den Nachhilfeunterricht deshalb so angenehm wie möglich: Motiviert Eure Schüler durch Pausen von 5-10 Minuten als Belohnung für konzentriertes Arbeiten.

Wenn sie einverstanden sind, macht gemeinsam kurze Spaziergänge oder sogar kleine Sport- und Dehneinheiten.

Frische Luft sorgt für einen klaren Kopf und Sport setzt Endorphine frei. So bleibt Euer Schüler am Ball und kann motivierter am Nachhilfeunterricht teilnehmen!

Fokus auf schriftlichen Nachhilfe Übungen

Schriftliche Aufgaben können Euren Schüler helfen, das Gelernte zu verinnerlichen. Gerade Lehrer, die Online Nachhilfe geben sollten darauf Achten, dass genug handschriftlich gearbeitet wird.

Deshalb macht es durchaus Sinn, ihr oder ihm Aufgaben mitzugeben – wir nehmen das böse H-Wort hier mal nicht in den Mund –, um die Selbstständigkeit des Schülers zu testen.

Es ist nämlich das eine, Matheaufgaben, Englischaufsätze oder Quellenanalysen gemeinsam mit einem Nachhilfelehrer anzufertigen.

Etwas ganz anderes ist es jedoch, sie alleine erledigen zu können.

Seid aber sensibel dafür, wie viel die Kinder und Jugendlichen in Eurer Nachhilfe zu tun haben. Wenn gerade besonders viele Präsentationen, Klausuren und Hausaufgaben anstehen, bringt es wenig, sie noch mehr zu belasten.

In diesem Zusammenhang kommen wir nochmal auf das Thema „Notizen“ zurück.

Schriftliche Aufgaben helfen Eurem Schüler, sich das Gelernte besser zu merken! Gute Notizen, To-Do Listen und Karteikarten sind Gold wert! | Quelle: Unsplash

Karteikarten oder ähnliche Formen von Notizen und Zusammenfassungen sind nicht nur praktisch zum Nachschlagen, sondern auch schon verbunden mit einem Lernprozess.

Wenn Ihr mit Eurem Schüler gemeinsam eine Karteikarte erstellt, die beispielsweise die wichtigsten Aspekte der letzten Biologiestunde enthalten soll, dann hilft ihm das sicherlich, das Wesentliche zu behalten und zu verstehen.

Hier ein paar Tipps, um gute Karteikarten zu erstellen:

  • Systematisch die wichtigsten Punkte aufschreiben! Dabei Vokabeln, Geschichtsdaten, Formeln nicht vergessen.
  • Benutze Absätze, Pfeile und Farben, um Deine Karteikarte so übersichtlich wie möglich zu gestalten.
  • ZU viele Details oder lange Sätze sind unvorteilhaft! Eine Karteikarte pro Stunde oder Thema sollte genügen (je nach Größe der Karte natürlich).
  • Macht Eure eigenen Notizen! Sich die Karteikarten von Freunden auszuleihen, wird Euch wenig helfen, denn jeder hat seine eigene Art und Weise, sich Dinge zu merken und zu verschriftlichen.

Fokus auf mündlicher Nachhilfe

Auch mündliche Übungen sind unumgänglich!

Lasst Euren Schüler Eure letzte gemeinsame Nachhilfestunde mündlich zusammenfassen, übt Vokabeln mit ihm, lasst ihn Texte auswendig lernen oder spontan kurze Präsentationen erstellen.

Dieser Tipp ist ganz besonders hilfreich für diejenigen unter Euch, die Sprachen wie zum Beispiel Englisch Nachhilfe geben oder Deutsch unterrichten wollen.

Oder tauscht die Rollen und lasst Euch den Unterrichtsstoff von Eurem Schüler erklären.

All dies kann sie oder er natürlich auch als Übung zu Hause machen.

Ratet Eurem Schüler, gemeinsam mit Freunden mündlich die letzte Unterrichtsstunde zusammenzufassen oder den Eltern am Abend zu erzählen, was die „TOP 5 der heute gelernten Dinge“ waren.

Dies alles bringt Selbstvertrauen und fördert die Fähigkeit, das Gelernte in eigenen Worten wiederzugeben.

Ein sicheres Zeichen dafür, dass er oder sie den Stoff verstanden hat!

Das Langzeitgedächtnis ist das Ziel

Die Erinnerung ist ein äußerst komplexer biologischer und physischer Vorgang, der natürlich ausschlaggebend zum Lernerfolg Eures Schüler beiträgt.

In unserem Gedächtnis wird das Gelernte aufgenommen. Dabei wird zwischen drei verschiedenen „Orten“ unseres Gedächtnisses unterschieden:

  • Das sensorische Gedächtnis: Dies ist sozusagen die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis. Hier werden alle Reize und Bilder aus der Umwelt aufgenommen und verarbeitet. Es speichert im Wesentlichen Sinneseindrücke. Dies geschieht oft unbewusst.
  • Das Arbeitsgedächtnis/ Kurzzeitgedächtnis: Hier werden Informationen bewusst gespeichert, allerdings nicht permanent, sondern nur für kurze Zeit.
  • Das Langzeitgedächtnis hingegen speichert Gelerntes, Wahrgenommenes, Erlebtes im besten Falle lebenslänglich oder zumindest für einen langen Zeitabschnitt. Biographisches, Bewegungsabläufe, Sprachen, Daten – dort ist alles zu finden, was uns am Wichtigsten ist und was wir uns gut genug eingeprägt haben!

(Achtung: Dies ist natürlich eine stark vereinfachte Zusammenfassung und sollte bei stärkerem Interesse mit Hilfe von anderen Quellen überprüft und vertieft werden!)

Um einen freien Kopf zu kriegen, könnt Ihr auch Sport machen mit Eurem Schüler! Bewegung und frische Luft helfen dabei, Euren Schüler motiviert zu halten! | Quelle: Unsplash

Natürlich wäre es gut, wenn Euer Schüler das Ziel hat, so vieles wie möglich in seinem Langzeitgedächtnis abzuspeichern.

Dabei hilft die ständige Wiederholung, ein gesunder Lebensstil, genügend Schlaf und Sport!

Wir hoffen, wir konnten Euch hiermit Lust auf Gute Nachhilfe machen und Euch einige hilfreiche Tipps für Euren Privaten Nachhilfe Unterricht mit auf den Weg geben.

Wenn Ihr selbst wertvolle Erfahrungen mit der Organisation von Privater Nachhilfe gemacht habt und diese mit anderen Nachhilfelehrerinnen und -lehrern teilen wollt, freuen wir uns sehr über Eure Kommentare!

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