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Tipps für die erfolgreiche Gestaltung Eurer Nachhilfestunde

Von Hannah, veröffentlicht am 24/07/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie sieht der perfekte Nachhilfeunterricht aus?

Wie sieht guter Nachhilfeunterricht aus?

Für die Nachhilfelehrer und -lehrerinnen unter Euch ist diese Frage die essenziellste und zentralste im Berufsalltag.

Ratgeber und gut gemeinte Tipps & Tricks zum Thema „Wie werde ich ein/e gute/r Nachhilfelehrer/in?“ findet Ihr sicherlich zuhauf im Internet, in der Fachliteratur, bei Kollegen und Freunden.

Aber gibt es überhaupt das eine Rezept für eine perfekte Nachhilfestunde?

Wenn ja, wie ist diese gestaltet? Wie wird diese strukturiert? Wie sollte diese ablaufen?

Vermutlich habt Ihr es schon geahnt: Die eine Antwort zu eben diesen Fragen gibt es leider nicht.

Man kann auf keine einheitliche Gebrauchsanweisung für Nachhilfe zurückgreifen, deren Anweisungen zu Struktur und Ablauf nur befolgt werden müssen, um ein guter Nachhilfelehrer werden und die eine perfekte Nachhilfestunde zaubern zu können.

Eure Schüler sind alle unterschiedlich und brauchen deshalb verschiedene Lernumfelder, Übungen und eine ganz individuelle Betreuung.

Jeder hat seine ganz eigene Art und Weise zu lernen, zu arbeiten und Unterrichtsstoff zu verinnerlichen.

Außerdem gibt es noch dazu verschiedene Typen der Nachhilfe:

Hausaufgabenhilfe für Grundschulkinder, Private Nachhilfe zu Hause, Gruppenunterricht, Online-Nachhilfe per Videoanruf oder Intensivkurse – schon hier braucht es angepasste Strukturen und Lernmethoden.

Ob Ihr in Englisch unterrichten, Mathe Nachhilfe geben, Geschichte lehren oder Deutsch unterrichten wollt: Ihr müsst nicht nur über das nötige Fachwissen verfügen, sondern auch ein Gespür dafür haben, was Eure Nachhilfeschüler brauchen.

Vielleicht fehlt ja die Motivation? Oder es braucht ein stabileres Selbstbewusstsein? Nicht immer hängen Probleme in einem Schulfach mit fehlendem Wissen zusammen.

Ein weiterer Faktor, der bedacht werden muss, ist Euer Standort. Ob Ihr zum Nachhilfe Geben München, Berlin oder Hamburg wählt oder vielleicht Online Nachhilfe geben wollt, kann von Bedeutung sein, denn die Lehr- und Rahmenpläne unterscheiden sich in Deutschland je nach Bundesland (Stichwort: Bildungsföderalismus).

Doch obwohl es keine einheitliche Struktur zu dem einen Nachhilfekurs gibt, so könnt Ihr doch hier im Folgenden gute Techniken finden, die Euch dabei helfen, Euren Unterricht zu optimieren.

Seid Ihr dabei? Super, dann kann es losgehen!

Bedürfnisse der Schüler erkennen

Ab dem ersten Treffen mit Eurem neuen Nachhilfeschüler ist es wichtig, herauszufinden, was die Bedürfnisse und Erwartungen Eurer Schülerinnen und Schüler sind.

Nur so könnt Ihr im Rahmen Privater Nachhilfe die Individuelle Förderung bieten, die ein Schüler mit Lernproblemen benötigt.

Fragt dafür zunächst einfache Dinge ab, um abschätzen zu können, auf welchem Wissenstand er oder sie ist und was durchgenommen werden soll.

Auch Nachhilfelehrer sollten so viele Fragen, wie möglich stellen, um ihre Schüler kennen zu lernen! Wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt… lernt seinen Schüler nicht gut genug kennen! | Quelle: Unsplash

Vielleicht stehen ja  Klausuren an? Was muss dafür vorbereitet werden? Was für Materialien sind vorhanden und werden noch gebraucht? Was möchten sie erreichen?

Solche simplen Fragen sind wichtig, um eine gute Kommunikationskultur zwischen Lehrer und Schüler zu schaffen.

So kann offener darüber geredet werden, was bei der Nachhilfe gut läuft und was noch verändert werden könnte.

So ist der offene Austausch das A und O.

Hier ist es auch wichtig – beispielsweise in Fall eines Schülers der Grundschule, aber auch noch in der Mittel- und Oberstufe -, die Eltern mit einzubeziehen.

Wie arbeitet ihr Kind, was kann motivierend wirken, wie gut ist die Konzentrationsfähigkeit? Oft werden solche Themen von den Eltern schon von selbst angesprochen.

Falls nicht – oder falls Ihr noch mehr wissen wollt -, zögert nicht, wiederholt das Gespräch mit den Eltern und Eurem Schüler zu suchen!

Diese Erst-Gespräche bestimmen oft den Verlauf der folgenden Nachhilfestunden und sind sehr wichtig. Denn nur so kann der Nachhilfelehrer anfangen, ein individuelles Programm für seinen Nachhilfeschüler zu basteln, in dem er auf die individuellen Stärken und Schwächen seines Schülers eingeht.

Beliebte Kennlern-Methoden sind die Folgenden:

  • Quizzes
  • Kleine Übungen
  • Leichte Tests, um den Wissensstand zu testen

So kann das Niveau des Schülers besser abgestimmt und das Ziel der Nachhilfestunden besser gesteckt werden.

Das ist insbesondere wichtig, wenn Ihr Sprachunterricht anbieten (z.B. Deutsch unterrichten) wollt.

Konkrete Kursziele setzen

Allgemeine Ziele

Zunächst ist es einmal wichtig, sich gemeinsam mit dem Schüler ein grobes Lernziel zu setzen.

Wo möchte ich mich verbessern? Was soll mir dieser Nachhilfeunterricht bringen?

Beispiele dafür sind das Bestehen einer Abschlussklausur, die Verbesserung in einem bestimmten Fach oder ein allgemeiner Fortschritt in Sachen Konzentration und Motivation.

Spezifische Ziele

Nachdem ein solches Oberziel gesetzt wurde, könnt Ihr Euch auf speziellere Ziele einigen. Dabei ist die Zielsetzung detaillierter und es können Etappenziele festgelegt werden.

Um diese zu formulieren, müssen zunächst wieder viele Fragen gestellt werden.

  • Für Englisch Nachhilfe: Fehlt es dem Schüler an bestimmtem Vokabular? Kennt er oder sie die Zeitformen? Wie werden Verben konjugiert? Kann er vielleicht gut schreiben und lesen, sich aber überhaupt nicht auf Englisch unterhalten?
  • Für Mathe Nachhilfe: Werden die Grundlagen beherrscht, wie etwa der Dreisatz oder die Bruchrechnung? Beherrscht der Schüler Geometrie oder Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber dafür vielleicht Algebra überhaupt nicht?
  • Für Deutsch Nachhilfe: Wie sieht es mit der deutschen Rechtschreibung aus, der Grammatik, dem Hör- und Leseverständnis? Braucht er oder sie Hilfe bei einem bestimmten Autor oder einer Epoche?

Je eher ein Nachhilfelehrer weiß, wo die Probleme seiner Schüler liegen, desto besser kann er sein Programm nach ihnen ausrichten.

Unterrichtsverlauf individuell gestalten

Viele Nachhilfelehrer sind oft ehemalige Schullehrer oder Lehramtsstudenten, die das Schulsystem und den Lehrplan sehr gut kennen.

Als Nachhilfelehrer mit einem solchen Hintergrund sollte man jedoch aufpassen, nicht den Fehler zu begehen, sich allzu sehr an den offiziellen Lehrplan zu halten.

Bei der Nachhilfe ist es wichtig, sich auf seinen Schüler einzustellen, seine Stärken und Schwächen zu erkennen und auf ihn zugeschnittenen Unterricht zu geben.

Wenn ihr oder ihm eine Lern-Technik nicht zusagt, müsst Ihr die Richtung wechseln und andere Methoden ausprobieren.

Vielleicht ist Euer Schüler mehr der auditive oder visuelle Lerntyp und braucht passende Unterstützung? Wie kann man Inhalte so erklären, dass der Schüler sie versteht?

Nachhilfelehrer müssen flexibel sein und den Unterricht an die Schüler anpassen! Beim Nachhilfeunterricht können viele Wege zum Erfolg führen! | Quelle: Unsplash

Was sich auch anbietet, ist eine Art Vermischung der Unterrichtsfächer, sodass sich der Schüler in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln kann.

Wenn Ihr zum Beispiel gerade Englisch durchnehmt, könnte man doch gleichzeitig ein wenig Erdkunde oder Geschichte einbauen – wie Hauptstädte, englischsprachige Serien, das politische System in den USA oder die Monarchie in Großbritannien.

Den Schüler motivieren

Eins ist Euch sicher klar: Meistens ist Nachhilfeunterricht nicht die Lieblings-Freizeitbeschäftigung Eurer Schülerinnen und Schüler.

Oft ist es mehr die Entscheidung der Eltern als die des Kindes, einen Nachhilfelehrer zu engagieren.

Deshalb ist es besonders wichtig, den Schüler zu motivieren und den Spaßfaktor nicht zu kurz kommen zu lassen – damit tut Ihr nicht nur dem Schüler, sondern auch Euch selbst einen Gefallen!

Hier ist wieder die Kommunikation wichtig. Feedback muss auch im Verlauf des Nachhilfeunterrichts und nicht nur zu Beginn eingefordert werden.

Somit kann der Lehrer kontinuierlich den Unterricht anpassen, indem er oder sie …:

  • …den Unterricht verbessert und die Inhalte & Lernmethoden verfeinert.
  • …dem Schüler die Möglichkeit gibt, immer wieder Fragen zu stellen, und auf Dinge eingeht, die noch unklar sind.

Um einen ansprechenden Nachhilfeunterricht zu gestalten, braucht es auch den Einsatz von multiplen Medien und Methoden.

Schulbücher der Kinder und Teenager sind selbstverständlich fester und wichtiger Bestandteil des außerschulischen Unterrichts, um den behandelten Stoff aufarbeiten zu können.

Auch Wörterbücher und der Duden sind wertvolle Hilfsmittel.

Und neben diesen herkömmlichen Materialien kann heutzutage natürlich auch auf das Internet zurückgegriffen werden.

Quizze, Tests oder Online-Spiele bringen mehr Schwung und Abwechslung in Eure Nachhilfestunde. Sie helfen, mögliche Lernblockaden aufzulockern und zu durchbrechen!

Den Lernprozess unterstützen

Während der Schüler mit den Anforderungen in der Schule und dem Nachhilfeunterricht voll beschäftigt ist, muss der Nachhilfelehrer darauf Acht geben, dass er oder sie die gesetzten Ziele einhalten kann.

Der Lernprozess kann begleitet werden, indem der Nachhilfelehrer beständig nachfragt, wie es läuft und ob der Schüler Fragen zu dem Lerninhalt hat.

Diese Begleitung ist wichtig: Sie ist keineswegs als „Überwachungsmaßnahme“ gedacht, sondern eher, um sofort Hilfeleistung geben zu können, wenn der Schüler in einem Bereich nicht weiterkommt.

Sollte dies der Fall sein, könnt Ihr genauer auf die Probleme reagieren. So lernt der Schüler nicht nur inhaltlich dazu, sondern auch, wie man Probleme anspricht und sich Hilfe holt.

Wenn der Schüler nur Bahnhof versteht, muss der Nachhilfelehrer seine Unterrichtsweise ändern! Dein Schüler versteht bei Mathe nur Bahnhof? Vielleicht ist es Zeit, neue Unterrichtsmedien einzusetzen! | Quelle: Unsplash

Den Fortschritt evaluieren

Um einzuschätzen, ob der Nachhilfeunterricht erfolgreich ist oder war, muss das Niveau des Schülers evaluiert werden.

Wie hat sie oder er vorher gelernt, wie jetzt? Ist er/sie motivierter, besser konzentriert? Haben sich wohlmöglich Noten verbessert oder wurde eine Klausur bestanden?

Man kann kleine Tests mit den Schülern durchführen, vielleicht sogar einen wiederholen, den man zu Beginn des Unterrichts bereits gemacht hat. So kann den Schülern der Fortschritt vor Augen geführt werden!

Und für den Lehrer ist es eine gute Möglichkeit zu sehen, wo sie oder er selbst sich in der Unterrichtsgestaltung noch verbessern kann.

Bemühungen belohnen

In der Schule geht der einzelne Schüler oft in der Masse unter. Lehrer können nicht auf alle Kinder individuell eingehen, Fortschritte belohnen und hervorheben.

Während des Nachhilfeunterrichts allerdings steht genau diese individuelle Betreuung im Vordergrund.

Selbst wenn die Anstrengungen und die Bemühungen des Schülers sich nur auf das Minimalste belaufen, ist es wichtig, diese zu honorieren und hervorzuheben.

So zeigt man dem Schüler, dass seine Arbeit gesehen und anerkannt wird.

Die Stärken und Fortschritte betonen, die Leistungen anerkennen und Respekt zeigen – das bringt Motivation und führt Euren Schüler zum Erfolg!

Offenheit für Feedback zeigen

Den Schüler befragen

Wie schon öfter hier angesprochen, sind die Kommunikation mit dem Schüler und sein Feedback ausschlaggebend für einen erfolgreichen Nachhilfeunterricht.

Am Ende der Nachhilfestunden solltet Ihr deshalb unbedingt um Rückmeldung und Kritik bitten.

Was lief gut? Was hättest Du dir anders gewünscht? Wie hast Du die Nachhilfe empfunden? War es hilfreich?

Konkretes Feedback ist sehr wichtig für Nachhilfelehrer, damit auch diese dazulernen und sich verbessern können.

Die Eltern befragen

Auch die Eltern sollten in diesen Prozess mit eingebunden werden.

Vor dem Kursbeginn, währenddessen und hinterher ist es ratsam, auch das Gespräch mit den Eltern zu suchen.

Vielleicht haben sie ja eine Veränderung im Lernverhalten ihres Kindes bemerkt? Haben sich ihre Erwartungen erfüllt? Sind Noten besser geworden, wirkt ihr Kind selbstbewusster?

Eine Sicht „von außen“ – auch wenn Eltern natürlich nicht als neutrale Beobachter zu sehen sind – kann dem Nachhilfelehrer neue Perspektiven eröffnen und Kritik aus einem anderen Blickwinkel bescheren.

Leitung tot?! Gute Kommunikation ist das A und O bei Eurem Nachhilfeunterricht! Wie läuft die Kommunikation mit Deinen Schülern, deren Eltern & Lehrern? | Quelle: Visualhunt

Die Lehrer befragen

Zu guter Letzt ist es natürlich auch ratsam, mit den Schullehrern der Kinder im Kontakt zu stehen.

Wie schätzen sie die Leistungen des Kindes ein? Hat sich etwas verändert? Ist ihr oder sein Betragen besser oder schlechter? Wirken sie aufmerksamer?

Ein Dialog mit dem Klassenlehrer oder den jeweiligen Fachlehrern kann auch während des Nachhilfeunterrichts helfen. Sie können auf Schwierigkeiten hinweisen und helfen Euch so, präziser auf die Probleme des Schülers eingehen zu können.

Wie Ihr also sehen könnt, gibt es keine allgemeine Anleitung zu dem einen perfekten Nachhilfeunterricht.

In diesem Artikel haben wir Euch aber schon einmal wichtige Hinweise gegeben, wie Privater Nachhilfeunterricht unter Pädagogischen Gesichtspunkten gestaltet werden sollte und was zu beachten ist:

  • Offener Austausch und ehrliche Kommunikation zwischen Schüler und Nachhilfelehrer sind super wichtig!
  • Ein guter Nachhilfelehrer interessiert sich ehrlich für den Bildungsweg seines Schülers.
  • Die Evaluation des Unterrichts führt zu einer Verbesserung des Inhaltes und der Struktur.
  • Der Nachhilfelehrer bleibt auch mit Eltern und Lehrern des Schülers im Gespräch und ist offen für Kritik.
  • Die Bemühungen des Schülers werden belohnt. Der Unterricht richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes und wird angepasst.

Worauf wartet Ihr also noch?

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Theo
Gast

Danke für die Hinweise. Es ist mein erster Versuch zu helfen. Der Schüler ist 8 Jahre alt – ein Zwilling – und arabischer Herkunft – aus einer hochqualifizierten Familie. Ich bin allerdings schon in den 80eren!