Wenn man Zeichenlehrer werden möchte, dann hat man viele verschiedene Möglichkeiten aber auch Pflichten. Wichtig ist es, zu wissen, wie man seine Tätigkeit anmeldet und welche Vorgaben es für den Beruf gibt. Durch die Vielzahl an möglichen Bildungswegen gibt es zahlreiche individuelle Konstellationen.

Einige Lehrer arbeiten in einer Schule und sind Arbeitnehmer und sogar Beamte mit festem Gehalt – dieses ist natürlich besonders in Privatschulen und speziellen Kunstschulen hoch. Andere arbeiten in der Universität als Professoren für Malerei und Zeichnen, wieder andere arbeiten selbstständig als Zeichenlehrer.

Auch als Privatlehrer fürs Zeichnen Lernen habt Ihr mehrere Optionen, um Eure Aktivität offiziell anzumelden und legal privat Zeichnen unterrichten zu können.

Ihr seid leidenschaftliche Zeichner und liebt es, mit Aquarellfarben, Ölfarben oder Tinte zu malen oder zeichnet Portraits oder Stillleben? Nutzt Euer Talent, um private Zeichenstunden zu geben oder Malerei zu unterrichten – es gibt viele Schüler, die nach genau so einem Lehrer wie Euch suchen!

In diesem Artikel erklären wir Euch, welche Möglichkeiten Ihr habt, um Kunst, Malerei oder Zeichnen zu unterrichten.

In einer öffentlichen oder privaten Schule Zeichnen unterrichten

Zuerst einmal sollten wir uns mit dem offiziellen Status als Lehrer an einer Grundschule, einem Gymnasium oder einer Gesamtschule beschäftigen.

Auch, wenn Kunstlehrer eigentlich nie sind wie die anderen, ein bisschen lustiger angezogen, mit Farbe in den Haaren, einem Pinsel hinterm Ohr und einzigartige Persönlichkeiten, so genießen sie doch denselben Status wie alle anderen Lehrer.

Der Status als Kunstlehrer in einer staatlichen Schule

Ein Kunstlehrer kann zwei Arten von offiziellem Status innehaben, egal, ob er Kunstgeschichte, Malerei, Zeichnen oder etwas anderes in einer öffentlichen Schule unterrichtet. Dabei ist auch egal, ob es sich um eine Grundschule, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule handelt.

An einer staatlichen Schule könnt Ihr als Kunstlehrer verbeamtet werden. | Quelle: Pixabay

Als Zeichenlehrer an einer öffentlichen Schule habt Ihr folgende Möglichkeiten:

  • Befristeter Vertrag: An vielen staatlichen Schulen sind Lehrer nur befristet beschäftigt, das bedeutet, dass Ihr über die Sommerferien hinweg nicht bezahlt werdet. Ihr solltet also gut darauf achten, ob Ihr solch einen Vertrag unterschreibt. Leider gibt es sehr viele Schulen, die mit befristeten Verträgen arbeiten.
  • Unbefristeter Vertrag: Mit diesem Vertrag seid Ihr fest an einer Schule eingestellt und müsst Euch über Kündigungen keine Sorgen machen.

Als Lehrer an einer staatlichen Schule könnt Ihr mit einem Brutto Jahresgehalt von ca. 45.000€ rechnen und habt sogar die Chance, verbeamtet zu werden.

An einer Privatschule als Zeichenlehrer unterrichten

Egal, ob Ihr an einem privaten Gymnasium oder an einer privaten Elite Kunstschule unterrichtet, es gibt verschiedene Möglichkeiten für Euren Status.

Private Schulen sind vom Staat unabhängig, das heißt, sie können Lehrer einstellen, wann und wie sie wollen. Das bringt Euch Vorteile, denn Ihr müsst nicht auf eine bestimmte Frist warten, bevor Ihr Euch bewerben könnt. Ihr könnt Euch so die Schule nach Lage, Klientel und Schulprofil aussuchen und Euch direkt dort bewerben.

Allerdings sind die Privatschulen nicht an Tarifverträge gebunden. Aus diesem Grund erhalten Lehrer an einer Privatschule nicht selten ein geringeres Gehalt, als an einer öffentlichen Schule. Privatschulen handeln wie Unternehmen, sie können also relativ frei festlegen, wieviel man verdient, wie die Struktur der Kranken- und Altersvorsorge aussieht oder auch welche Formen der Teilzeitbeschäftigung es gibt.

An einer Privatschule habt Ihr meistens bessere Materialien zur Verfügung. | Quelle: Pixabay

Ein weiteres Problem liegt im Beamtenstatus. Viele Fragen sich: Kann ich als Lehrer an einer Privatschule Beamter sein?

Zunächst einmal sollten wir klarstellen, dass Ihr als bereits verbeamteter Lehrer, der an eine Privatschule wechseln möchte, erst einmal Euren Status als Beamter behaltet. Faktisch seid Ihr allerdings beurlaubt und Euer Beamtenverhältnis ruht, schließlich arbeiten Beamte im öffentlichen Dienst, was bei einer Privatschule nicht der Fall ist.

Als Beamter an einer Privatschule seid Ihr nicht mehr für den Staat aktiv und so verliert Ihr mit der Zeit immer mehr Vorteile, die Ihr im öffentlichen Dienst als Lehrer an einer staatlichen Schule hättet. Über die genauen Bedingungen müsst Ihr Euch bei Eurem landesspezifischen Schulamt oder Kultusministerium informieren.

Wenn Ihr nicht in einer schulischen Einrichtung arbeiten wollt, könnt Ihr auch offiziell als private Lehrer fürs Malen, Zeichnen und andere Kunstformen arbeiten und Rechnungen für Euren Unterricht schreiben.

Ihr wollt Euer Wohnzimmer in ein Kunstatelier für Malerei Schüler umwandeln? Ihr wollt Euer gesamtes künstlerisches Wissen und Verständnis, das Ihr gesammelt habt, an junge Zeichner weitergeben? Oder seid Ihr womöglich Kunstlehrer im Ruhestand und es fehlt Euch, Zeichnen zu unterrichten?

Selbstständig werden, um Zeichnen zu unterrichten

Wenn Ihr selbstständig seid, dann werdet Ihr unabhängig oder freiberuflich als Zeichenlehrer arbeiten. Das lohnt sich, wenn Ihr Euren Zeichenunterricht lieber komplett selbst gestaltet und Euch dabei nicht an Vorgaben halten wollt.

Ihr könnt entweder bei Euch zuhause unterrichten, zu Euren Schülern fahren oder einen Raum für Euren Unterricht mieten. Das Prinzip bleibt dasselbe: Malen, Zeichnen, Farbtechniken, Kunstgeschichte und vieles mehr könnt Ihr so an Eure interessierten Schüler weitervermitteln.

Heutzutage ist die einfachste Methode, wenn Ihr hierfür ein Kleingewerbe anmeldet. Hierfür müsst Ihr lediglich eine Gewerbeanmeldung ausfüllen und diese dann beim zuständigen Gewerbeamt in Eurer Stadt oder Gemeinde abgeben. Informiert Euch ruhig auf der Webseite Eures Stadtamtes, wie genau der Prozess in Eurer Stadt abläuft. Hier solltet Ihr auch alle nötigen Dokumente aufgelistet finden, die Ihr für die Anmeldung braucht.

Einmal angemeldet könnt Ihr Rechnungen für Euren Malerei und Zeichnen Unterricht ausstellen und offiziell als selbstständiger Zeichenlehrer arbeiten. Und das Beste daran: Für die Gewerbesteuer habt Ihr einen Freibetrag von jährlich 24.500€. Einkommens- und Umsatzsteuer müsst Ihr normal zahlen, es sei denn, Ihr verdient im Jahr weniger als 17.500€ mit Eurer Arbeit als selbstständiger Kunstlehrer, dann müsst Ihr keine Umsatzsteuer zahlen. Hier findet Ihr heraus, mit welchem Einkommen ihr rechnen könnt.

Macht Euch also auch hierüber Gedanken, wenn Ihr die Preise für Euren Zeichenunterricht festlegt – Ihr wollt den Freibetrag ja nicht ganz knapp überschreiten und dann plötzlich mehr Steuern zahlen müssen.

Um Euch das Leben zu erleichtern, empfehlen wir Euch außerdem, nicht für jeden einzelnen Kurs eine Rechnung zu schreiben. Besonders, wenn Ihr Eure Schüler regelmäßig seht, z.B. einmal die Woche, könnt Ihr beispielsweise monatlich abrechnen oder mit Zehnerkarten arbeiten. Das müsst Ihr aber natürlich mit jedem Schüler einzeln besprechen, denn nicht jeder kann sich mehrere private Zeichenstunden auf einmal leisten.

Das Beste ist, dass Ihr Eure Arbeit als privater Zeichenlehrer aus als Nebengewerbe machen könnt, d.h. zusätzlich zu einem anderen Job. Ihr müsst Euch nicht wie die anderen Lehrer mit den Schulferien herumplagen und um Eure Befristung fürchten. Viel besser: Ihr könnt die Ferien nutzen und spezielle Ferienkurse organisieren, für alle Schüler (und gerne auch Lehrer!), die in den Ferien Malen oder Zeichnen lernen möchten.

Ihr könnt Eure Kurse inhaltlich komplett frei gestalten und Euch auf genau die Aspekte festlegen, die Euch am Herzen liegen und die Ihr leidenschaftlich weitergeben möchtet. Ihr könnt außerdem das Format Eures Unterrichts und die Dauer selbst festlegen. Kurz gesagt: Ihr unterrichtet Malerei, Portrait Zeichnung, Stillleben oder Ölmalerei genau so, wie Ihr es wollt.

Wenn Ihr selbstständig arbeiten, könnt Ihr Euren Zeichenkurs frei gestalten. | Quelle: Pixabay

Gründet ein Unternehmen, um Kunstateliers oder Kurse für Malerei oder Zeichnen zu organisieren

Wenn Ihr mit Eurer Tätigkeit als Zeichenlehrer sehr viel Geld verdienen wollt und womöglich sogar ein eigenes Atelier für Euren Unterricht und Eure regelmäßig stattfindenden Zeichenkurse haben wollt, dann solltet Ihr Euch nicht nur selbstständig machen, sondern ein Unternehmen gründen.

Ihr solltet wissen, dass es bei diesem Fiskalstatus zu komplizierten Steuerfragen kommen kann, daher braucht Ihr unbedingt einen Buchhalter, den Ihr für Euer Unternehmen einstellt. Aber welche Unternehmensformen gibt es als Option für Künstler und Maler?

  • GmbH: Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung könnt Ihr ganz alleine gründen. Wie der Name schon sagt ist Eure Haftung auf das Firmenvermögen begrenzt. Das Startkapital muss mindestens 12.500€ betragen.
  • UG: Die Unternehmergesellschaft ist eine Form der Kapitalgesellschaft. Auch diese ist haftungsbeschränkt, allerdings benötigt Ihr lediglich 1€ als Stammkapital.
  • Freiberufler: Als Freiberufler haftet Ihr mit Eurem Privatvermögen, benötigt dafür aber kein Startkapital. Allerdings bedeutet das auch, dass ein höheres Risiko herrscht.

Auf der Internetseite Für Gründer findet Ihr eine informative Tabelle zu den genauen Faktoren, die für und gegen bestimmte Rechtsformen sprechen.

Egal, für welchen rechtlichen Status Ihr Euch entscheidet, er wird keinen Einfluss auf den Inhalt Eurer Zeichenstunden haben. Ihr könnt Eure Schüler in Malerei, Zeichnen und Kunst frei bilden, oder sie für eine Kunsthochschule vorbereiten. Vielleicht wollt Ihr ja auch in die künstlerische Früherziehung gehen und kleinen Kindern Malen beibringen?

Muss ich meine Tätigkeit als Zeichenlehrer unbedingt offiziell anmelden?

Die Versuchung ist groß, einfach so Zeichnen zu unterrichten, ohne seinen Status als Zeichenlehrer zu deklarieren. 30 Euro hier, 30 Euro da, was ändert das schon groß? Schließlich kann man sich nach jeder Stunde ganz einfach in bar bezahlen lassen, das kriegt nicht einmal jemand mit.

Als Schüler kann man sich so etwas vielleicht noch leisten, aber wenn Ihr wirklich Geld mit Eurem Zeichenunterricht verdienen wollt, dann ist das keine Lösung.

Ihr solltet Eure Tätigkeit als Mallehrer auf jeden Fall anmelden. | Quelle: Pixabay

Aber was genau riskiert Ihr, wenn Ihr schwarz arbeitet?

Das größte Risiko liegt darin, dass Ihr erwischt und angeklagt werdet. Die Welt der Privatlehrer ist nicht weniger streng, als andere Berufszweige. Warum soll ein anderer Zeichenlehrer für seine Arbeit Steuern zahlen, während Ihr wahrscheinlich sogar weniger Geld von Euren Schülern verlangt, aber trotzdem für die gleiche Leistung mehr bekommt? Das kann ja nicht im Sinne des freien Wettbewerbs sein.

Steuerhinterziehung ist ein ernstes Vergehen, für das Leute schon ins Gefängnis gekommen sind – denkt nur an Uli Hoeneß…

Seid also vorsichtig, wenn Ihr Euch dafür entscheidet, wirklich Zeichenlehrer zu werden. Ihr solltet jedes Risiko vermeiden, etwas falsch oder illegal zu machen, dann kann Euch auch nichts passieren.

Um Zeichnen zu unterrichten, Kunstlehrer zu werden oder Malerei Kurse zu geben, habt Ihr also mehrere Optionen für Euren Status. Wenn Ihr Euch nur etwas dazu verdienen wollt oder eher zum Spaß nebenbei Zeichnen unterrichtet, dann ist der Status als Freiberufler oder Selbstständiger die beste Option. Informiert Euch gut darüber, ob dieser Status für Eure Pläne ausreichend ist.

Bei Superprof könnt Ihr dann ganz einfach viele Schüler für Euren Zeichenkurs finden, fast ganz von alleine! Lasst Euch dabei gerne von den Profilen der anderen Kunstlehrer inspirieren. Auf unserer Plattform werden viele verschiedene Arten von Malkursen angeboten:

  • Den Pinsel kennenlernen
  • Einführung in die Grundlagen des Zeichnens
  • Besser mit Lack arbeiten können
  • Skulpturen anfertigen
  • Perspektivisch, modellierend und skizzierend Zeichnen lernen
  • Kurse zu den bildenden Künsten

Wir wünschen Euch alles Gute und viel Spaß dabei, Malerei, Kunst oder Zeichnen zu unterrichten!

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Lea