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Seine Stimme platzieren: Wichtige Gesangstechniken

Von Christiane, veröffentlicht am 28/12/2018 Blog > Musik > Gesang > Wie kann ich beim Singen meine Stimme verbessern?

Wir alle besitzen eine Singstimme, doch nicht jeder besitzt die richtigen Gesangstechniken, mit denen er seine Stimme richtig benutzen kann.

Das kannst Du zum Beispiel in Karaoke-Bars erleben. Einige Sänger werden sich gut anstellen, bei anderen wirst Du merken, dass ihnen jegliche Übung fehlt.

Doch jeder von ihnen bringt den Mut auf, vor Publikum zu singen! Versuche es doch auch einmal. Karaoke-Bars sind eine gute Übung fürs Singen und Auftreten.

In diesem Artikel gibt Dir die französisch-amerikanische Sängerin und Komponistin Maylin wertvolle Tipps für den Gesang. Ob Du nun Bariton, Alt oder Sopran bist oder als Solist oder Opernsänger schon viel Erfahrung mitbringst, man lernt nie aus!

Möchtest Du Deine Gesangsstimme verbessern? Dann lese diesen Artikel und befolge Maylins Gesangstipps, mit denen Du in musikalische Höhen schweben wirst!

Seine Stimme platzieren und seine Gesangstechnik entwickeln

Vielleicht kennst Du das ja, Du kannst tief singen und triffst auch die hohen Töne, doch die Noten dazwischen bereiten Dir Schwierigkeiten, das heißt der Übergang von der Brust- zur Kopfstimme. Der reibungslose Übergang erfordert viel Übung. Ist die Hürde aber erst einmal überstanden, wirst Du Deinen Tonumfang nach oben hin erweitert und Dein Timbre vereinheitlicht haben.

Was bedeutet Tonumfang?

Er bezeichnet die Bandbreite der Töne, die Du singen kannst, vom tiefsten bis zum höchsten.

Mit der richtigen Gesangstechnik schaffst Du es auch in die höchsten Höhen! Mit den richtigen Gesangsübungen vergrößerst Du Deinen Tonumfang. | Quelle: pixabay

Und was ist das Timbre einer Stimme?

Das Timbre ist die Klangfarbe der Stimme, die jedem Sänger seine eigene stimmliche Persönlichkeit verleiht.

Ob im Gesangsunterricht oder im Online-Gesangsunterricht, hier lernst Du, Deine Stimme richtig zu platzieren – eine wichtige Voraussetzung beim Singen lernen.

Manche Sänger besitzen von Natur aus eine richtig platzierte Stimme, oft durch ihre Muttersprache bedingt (die englische Sprache zum Beispiel wird in den Resonanzräumen und nicht im Hals gesprochen). Andere Sänger platzieren ihre Stimme aufgrund ihres Sprachapparats richtig oder einfach, weil sie das Talent dazu haben.

Dieses angeborene Talent ist selten. Und selbst wenn es ein Sänger besitzt, kann es vorkommen, dass er aufgrund psychologischer Probleme oder Krankheiten dennoch lernen muss, seine Stimme richtig zu platzieren, denn für gewöhnlich benutzt er seine Stimme, ohne über seine stimmlichen Mechanismen nachzudenken.

Was ist eine Stimmlage?

Sie bezeichnet den Bereich der Stimme, der durch einen bestimmten Umfang der Tonhöhe gekennzeichnet ist.

Was bedeutet „platzierte Stimme“?

Eine platzierte Stimme ist eine Stimme, die mit einer speziellen Stimmtechnik produziert wird und frei, unbefangen und voll klingt:

  • Sie entsteht in den Resonanzräumen des Gesichts.

  • Sie beruht auf der Atemstütze (Atemtechnik, die bei der Klangerzeugung zwischen dem Ton und dem Atem ein Gleichgewicht herstellt).

Die Vorteile einer platzierten Stimme sind folgende:

  • Der Kehlkopf ist frei und die Stimmbänder werden ohne Spannung in Schwingung versetzt, in den tiefen wie auch den hohen Tonlagen.

  • Die Stimme kann leicht von einer Stimmlage zur anderen wechseln.

  • Die Stimme besitzt die ganze Bandbreite an Obertönen und singt somit keine falschen Töne.

  • Die Stimme ermüdet nicht, denn der Kehlkopf wird nicht überanstrengt. Ein großer Vorteil für einen Sänger, der jeden Tag mehrere Stunden am Stück singen muss, zum Beispiel auf einer Tournee, die mehrere Wochen oder Monate dauert.

Wie erkennt man eine platzierte Stimme?

Eine platzierte Stimme strahlt regelrecht und besitzt einen leicht metallischen Klang. Sie bringt das Timbre des Sängers zur Geltung und erfüllt den Raum, da sie in den Resonanzräumen entsteht.

Beispiel für eine platzierte Stimme:

Los Lobos: “Kiko and the Lavender Moon”

Der Sänger braucht seine Stimme nicht zu forcieren. Eine in den Resonanzräumen des Gesichts platzierte Stimme ist eine strahlende Stimme, die frei zu schweben scheint und dem Sänger nicht im Hals stecken bleibt.

Sie klingt leichter, sogar in den tiefen Tonlagen.

Bezüglich der tiefen Tonlagen: Hier kann die Stimme manchmal zu schwer und dunkel klingen, ja sogar falsch, da sie zusammensackt.

Gesangsunterricht in Berlin oder woanders kann Dir dabei helfen, Deine Stimme richtig zu platzieren, was im Gesang wesentlich ist!

Mit einer platzierten Stimme wirst Du auch in den hohen Tonlagen richtig und mit Leichtigkeit singen können.

Verschiedene Stimmeffekte

Stimmeffekte verleihen dem Timbre eine andere „Konsistenz“. Sie kommen zum Einsatz, wenn der Sänger verschiedene Gefühle auszudrücken möchte.

Die gehauchte Stimme:

Bei der gehauchten Stimme hört man deutlich die ausströmende Luft, im Gegensatz zur klaren Stimme.

Einige Sänger setzen diesen Stimmeffekt ein, um ihre Stimme „sexy“ klingen zu lassen. Tatsächlich bewirkt die gehauchte Stimme bei der Hörerschaft ein Gefühl von Nähe und Wärme, als ob man ihm direkt ins Ohr singen würde.

Um mit gehauchter Stimme zu singen, muss man den Klang mehr im Hals produzieren und viel Luft ausströmen lassen. Dabei berühren sich die Stimmbänder nicht vollständig, was zu erhöhter Anstrengung führt. Eine bei Anfängern durchaus verkannte Gesangsübung!

Doch Vorsicht, Du solltest diesen Stimmeffekt nicht zu oft gebrauchen, da Du nach einigen Liedern Gefahr läufst, nicht mehr singen zu können. Am besten verwendest Du diesen Effekt nur in einigen Phrasen, Wörtern oder Wortteilen, doch auf keinen Fall in ganzen Liedern. Ansonsten hast Du noch die Möglichkeit, bestimmte Fragmente nur ein wenig zu hauchen und dabei Deine Stimme weitgehend platziert zu halten.

Dieser Stimmeffekt wird in erster Linie mit Mikrofon verwendet, da eine gehauchte Stimme nur wenig schwingt.

Beispiel für eine gehauchte Stimme:

Cat Power: “The Greatest”

Die raue Stimme:

Bei der rauen Stimme kann man quasi hören, wie die Stimmbänder aneinander reiben. Sie weckt beim Hörer den Gedanken an Wut, Trennung oder Verletzung.

Auch bei diesem Stimmeffekt kommt die Stimme eher aus dem Hals. Er ist also für die Stimme alles andere als gesund. Wende ihn höchst sparsam an.

Beispiel für eine raue Stimme:

Kings of Leon: “Rememo” (Album: Aha Shake Heartbreak)

Die „röhrige“ Stimme:

Eine röhrige Stimme entsteht, wenn der Sänger seinen Rachen und Gaumen weit öffnet und die Stimme im Rachenraum schwingen lässt.

Beispiel für eine röhrige Stimme:

Elvis Presley: “Love me”

Zusammengefasst: Stimmeffekte sollten nur punktuell eingesetzt werden. Nur so zeigen sie ihre Wirksamkeit und sorgen für die gewünschten Emotionen. Werden sie zu oft verwendet, stehen sie zum Rest des Liedes in keinem Kontrast mehr.

Wenn Du einmal Deine Stimme zu platzieren beherrschst, kannst Du auch einen Stimmeffekt anwenden und dabei Deine Stimme platziert halten.

So kannst Du zum Beispiel gehaucht und mit Resonanz singen oder ein wenig aus dem Hals singen und dabei Deine Stimme richtig platziert halten. Die Stimme schwingt so weiter und ermüdet nicht allzu schnell.

Prince: Ein phänomenales Beispiel für eine stets platzierte Stimme

Diese trug er speziell auf seinen Konzert zur Schau. Er verwendete nur wenige (gehauchte oder aus dem Hals kommende) Stimmeffekte. Sein Stimmumfang war beachtlich, er bewegte sich mit einer Leichtigkeit aus den Tiefen in die Höhen und umgekehrt. Das Ergebnis einer ungeheuren Arbeit, von der seine Aufnahmen im Laufe der Jahre zeugen.

Da seine Stimme kontinuierlich platziert war, konnte er zwei Konzerte hintereinander geben und war selbst bekannt dafür, nach seinen Konzerten kleine Zusatzkonzerte bis tief in die Nacht hinein zu geben. Und das auch auf monatelangen Tourneen.

Dahinter steckt keineswegs ein Wunder sondern lediglich eine gute körperliche Verfassung, eine tadellose Lebensweise sowie eine perfekt beherrschte Platzierung der Stimme.

So hätte Prince durchaus auch Gesangsunterricht geben können.

Und Gitarrenunterricht, denn er war ein hervorragender Gitarrist. Nicht umsonst wurde er vom amerikanischen Magazin Rolling Stone zu einem der besten Gitarristen aller Zeiten gekürt (auf Platz 33, um genau zu sein).

Hätte es damals schon Superprof gegeben, wäre er vielleicht sogar Gesangslehrer geworden!

Prince war einer der talentiertesten Sänger und Gitarristen. Das Stimmtalent Prince. | Quelle: visualhunt

8 einfache Tipps, um besser zu singen

Wir haben alle eine Singstimme, doch nicht alle besitzen die richtigen Gesangstechniken, mit denen sie ihre Stimme angemessen nutzen können.

Möchtest Du Deine Gesangsstimme verbessern? Wenn ja, dann befolge diese Punkte:

  1. Achte auf Deine Körperhaltung.

  2. Atme tief.

  3. Denke an Dein Zwerchfell, Deine Schultern und Deine Brust, die beim Singen eine wichtige Rolle spielen.

  4. Vergesse nicht, beim Singen zu trinken.

  5. Entspanne Deine Gesichtsmuskeln.

  6. Wähle geeignete Lieder.

  7. Übe unablässig.

  8. Lasse Dir von einem Gesangslehrer helfen (mit Gesangsunterricht)

Gehen wir auf den 3. Punkt näher ein:

Es ist wichtig, eine geeignete Gesangstechnik anzuwenden. Beim Singen spielen das Zwerchfell, die Lungen und die Brusthöhle eine grundlegende Rolle.

Kombiniere diese drei Elemente, indem Du Dir vorstellst, eine Trommel zu sein!

Einer zu locker eingestellten Trommel fehlt es an Resonanz. Mit Deiner Stimme verhält es sich genauso.

Du musst also Deinen Brustkorb ausdehnen, indem Du die Muskeln anspannst, welche Deine Rippen auseinanderziehen.

So erhält Deine Stimme eine bessere Tonalität, und Deine Lungen nehmen an Kapazität zu, so dass Du zwischen den Liedzeilen weniger Luft holen musst.

Eine gute Ausdauer ermöglicht Dir zudem, eine kräftige Stimme zu entwickeln und über längere Zeiträume hinweg zu singen.

Um 30 Lieder zu singen, ob auf einem Konzert oder im Gesangsunterricht, musst Du schließlich in Form sein!

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