Wie wird man ein guter Sänger?

Wie wird man ein guter Sänger?

Wer hat noch nie davon geträumt, so gut singen zu können, um an einer Talentshow wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „The Voice of Germany“ teilnehmen zu können, ein richtiger Star zu werden oder einfach nur seine Leidenschaft für das Singen zu leben?

Voraussetzung ist allerdings, richtig singen zu können ... Wir zeigen Dir, wie Du singen lernen kannst!

Was bedeutet, „richtig singen“ eigentlich?

Wenn Du richtig singen möchtest, musst Du mehrere Kriterien erfüllen. Du musst:

  • die Tonhöhe und Dauer der wiederzugebenden Noten lesen und Dir merken können,
  • ein gut funktionierendes Stimmorgan besitzen (das kann man übrigens im Gesangsunterricht lernen), welches Du gut beherrschst (zum Beispiel ein Vibrato),
  • die sogenannten Tonfrequenzen hören lernen, um die Tonhöhe Deiner Stimme korrigieren zu können (singe ich zu hoch oder zu tief?) Vibriert meine Stimme zu schnell oder zu langsam?
  • ein gutes Rhythmusgefühl entwickeln, um zu wissen, wann der Ton entsprechend dem vorgegebenen Takt beginnt bzw. endet.

Die Grundfrequenzen

Richtig singen bedeutet, physikalischen Gesetzen zu entsprechen! Die nachstehende Tabelle bildet die Tonfrequenzen in Hertz in einer gleichstufigen Stimmung (auch gleichstufig temperierte Stimmung) ab.

Chromatische Skala der gleichstufigen Stimmung:
Name des Tonesccis/desddis/eseffis/gesggis/asaais/bhc
Frequenz [Hz]262277,2294311,1330349370392415,3440466494523

Aber was bedeutet dies?

Eine Grundfrequenz ist die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde (in Hertz ausgedrückt).

Sänger verwenden in der Regel die Note „A“, um ihre Stimme „einzustellen“. Das A entspricht nach internationalem Standard einer Grundfrequenz von 440 Hertz, diese Frequenz wird auch von einer Stimmgabel erzeugt. Dieser Ton wird auch Kammerton genannt.

Zum Vereinfachen sollte man versuchen, seine Stimme auf ein Instrument wie das Klavier abzustimmen. Die mit der Stimme erzeugte Note muss der Note entsprechen, die von dem Instrument erzeugt wurde.

Das Rhythmusgefühl entwickeln

Ohne Rhythmusgefühl ist es unmöglich, zu singen, ein Instrument zu spielen oder zu tanzen. Wenn Du eines dieser drei Dinge beherrschst, dann hast Du bereits ein gutes Rhythmusgefühl!

Wr gut singen will, muss auch den Takt halten können. | Quelle: Pixabay

Ist dies angeboren oder kann man es lernen?

Laut einer kanadischen Studie aus dem Jahr 2014 leiden manche Menschen an „rhythmischer Taubheit“. Obwohl sie den Takt ohne Musik halten können, sind sie nicht in der Lage, ihre Bewegungen mit der Musik zu synchronisieren. Falls dies auf Dich zutrifft, müssen wir Dir leider mitteilen, dass es sehr schwierig werden wird, richtig singen zu lernen!

Allerdings gilt auch hier: Mit viel Übung ist nichts unmöglich! Ein Gesangslehrer kann Dir zeigen, wie man lernt, den Takt zu halten - oder Du kannst versuchen, alleine singen zu lernen.

Technisch gibt es zum Singen lernen nicht viel mehr hinzuzufügen! Aber wenn es nur auf die Technik ankäme, würde jeder gleich singen und alle Menschen hätten den gleichen Musikgeschmack.

Daher sind natürlich auch andere Kriterien von Bedeutung, wie die Klangfarbe der Stimme, die übrigens von vielen Faktoren abhängt und bei jedem anders ist: Dicke der Stimmbänder, Kapazität der Atmung, Resonanzkasten von Körper und Kopf, Nasenscheidewand, Lippen und Zunge.

Lass Dich gerne auch von einem privaten Lehrer beraten. Superprof bietet Dir eine große Auswahl an ausgebildeten Lehrern, die auf Deine Bedürfnisse eingehen. (Z.B. Gesangsunterricht Frankfurt)

Richtig atmen lernen, um richtig zu singen

Bevor Du mit dem Singen beginnst, oder besser gesagt, bevor Du richtig singen kannst, ist es unbedingt erforderlich, die richtige Haltung einzunehmen und die Atemtechnik zu beherrschen, mit der sich Deine Stimme voll entfalten kann.

Im Folgenden stellen wir Dir einige Regeln vor, die Dir helfen, das Singen zu lernen:

  • Nimm eine aufrechte Haltung ein.
  • Stelle einen Fuß etwas vor den anderen, die Fußbreite entspricht der Schulterbreite.
  • Schwelle die Brust an, also ob Du am Defilee des 14. Julis teilnehmen würdest! Spaß beiseite, in dieser Haltung kann die Luft in Deine Lungen strömen und Deinen Brustkorb schnell und leicht mit Luft füllen.
  • Finde die Position, in der Du Dich am wohlsten fühlst und in der Du ganz entspannt und locker bist. Ist Dein Rücken zu gerade, kann sich Deine Stimme nicht gut entfalten und Du kannst nicht richtig singen. Du musst etwas üben, um die richtige Position zu finden!

Zur Erinnerung, 4 Muskeln sind an der Atmung beteiligt:

  1. das Zwerchfell
  2. die Zwischenrippenmuskulatur (Musculi intercostales)
  3. die Brustmuskulatur
  4. die Bauchmuskulatur
Die richtige Atmung ist beim Singen extrem wichtig. Beim Yoga lernst Du die Technik der Bauchatmung, die Du auch beim Singen nutzen solltest. | Quelle: Pixabay

Das Zwerchfell ist das wichtigste Organ beim Singen. Es handelt sich um einen Muskel, der den Brust- und Bauchbereich verbindet und der am Sternum (Brustbein), den Rippen und den Lendenwirbeln befestigt ist. Das Zwerchfell funktioniert wie ein Ventilkolben: beim Einatmen sinkt es um 7 bis 8 cm ab und hebt sich beim Ausatmen wieder an.

Jetzt lerne, richtig zu atmen! Die Stimme kann mit einem Blasinstrument verglichen werden. Um richtig zu singen, ist es erforderlich, richtig zu atmen. Das hast Du vielleicht nicht in der Musiktheorie gelernt, aber es ist extrem wichtig....

Um gut singen zu können, musst Du in kürzester Zeit sehr viel Luft aufnehmen können. Du musst also lernen, schnell einzuatmen.

Du solltest beim Singen die Technik der Bauchatmung anwenden, denn sie ermöglicht, mehr Luft in die Lungen zu pumpen und Verspannungen im Schulterbereich zu vermeiden.

Die Bauchatmung kann zu einem Automatismus werden, vor allem wenn Du noch jung bist. Wenn Du älter bist, kannst Du sie durch 2-3-monatiges Üben erlernen. Die Brustatmung, bei der nur der Oberkörper aufgepumpt wird, sollte vermieden werden.

Zum Üben der Atemtechnik empfehlen wir die Videos von Andreas Heusser (Vocalcoach) zum Thema.

Bestimmte Sportarten können Dich beim Singen lernen unterstützen, wie Yoga oder auch Freitauchen. Indem Du während der verschiedenen Asanas (Yogapositionen) das Ein- und Ausatmen trainierst, kannst Du mithilfe der Bauchatmung die richtige Atmung zum Singen üben. Das Freitauchen (Apnoetauchen) hilft Dir, Deinen Sauerstoffverbrauch zu optimieren.

Sämtlich Ausdauersportarten helfen Dir ebenfalls, Dein Herz-Kreislaufsystem sowie Deine Atemkapazität zu verbessern. Der ehemalige Radprofi Miguel Indurain, 5-maliger Tour de France Sieger, hat einen Ruhepuls von 28 Schlägen/Minute und eine Lungenkapazität von 7,8 l (ein Durchschnittsmensch verfügt vergleichsweise über eine Lungenkapazität von 5,5 l). Du kannst ja versuchen, genauso gut zu werden!

Ein Lehrer hilft Dir auch gerne dabei: Überzeuge Dich von der Auswahl von Superprof  in einer Stadt Deiner Wahl (z.B. Gesangsunterricht Hannover).

Viel üben, um nicht mehr falsch zu singen!

Indem Du täglich Deine Stimme trainierst, kannst Du ein Profi für lyrischen Gesang oder ein guter Sopran oder Bariton werden! Üben zahlt sich aus, selbst wenn Du begabt bist, musst Du üben.

Einige Regeln, Die Du befolgen solltest:

  • Übe täglich!
  • Du kannst mehrmals täglich kurze Gesangsübungen einlegen, zum Beispiel kannst Du morgens Aufwärmübungen machen, nachmittags eine "richtige" Gesangsstunde einlegen und abends  zum Entspannen unter Dusche "trällern".

Die Tessitur ist im Gesang der Bereich des Stimmumfanges, der für den musikalischen Ausdruck nutzbar ist. Zur Tessitur gehören diejenigen Töne, die der Sänger dauerhaft klangschön und mit dem für eine Partie erforderlichen Timbre in der notwendigen Lautstärke erzeugen kann, ohne dabei physische Schäden zu erleiden. Arbeite an Deiner Stimmtechnik mithilfe von Online-Gesangsunterricht und verbessere somit Deine Tessitur.

Mariah Carey - auch heute noch eine Ikone für jeden Gesangsschüler!
Mariah Carey hätte nie die Stimme gehabt, die wir kennen, wenn sie nicht an ihrer Technik gearbeitet hätte. Auch sie muss ihre Stimme vor jedem Konzert aufwärmen! | Quelle: Visualhunt

Du kannst auch Mitglied eines Chors werden, um singen zu üben; dies kann Dir auch helfen, Deine Stimme zu entwickeln.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Gesangsunterricht bei einem privaten Gesangslehrer zu nehmen, um Deine Stimmtechnik zu verbessern, richtig singen zu lernen und sich daran zu gewöhnen, vor Publikum zu singen. Es gibt nichts Besseres, um seine Gesangstechnik zu verbessern.

Denke daran, bei verschiedenen Lehrern Probestunden zu nehmen, um den passenden für Dich zu finden!

An seiner Technik arbeiten und Stimmübungen machen

Ein absolutes Muss für alle Sänger, egal ob Du ein Hobbysänger oder ein professioneller Sänger bist: Du musst Deine Stimme immer aufwärmen!

Das Aufwärmen ist unbedingt notwendig, bevor Du mit dem Gesangstraining beginnst bzw. bevor Du einen Auftritt hast. Hier ein paar Tipps, um sicher zu gehen, richtig zu singen:

  1. Zuerst solltest Du Deinen Kiefer lockern, beginne das „Warmsingen“ mit einer mittleren Tonhöhe, danach kannst Du schrittweise in höhere Tonlagen übergehen.
  2. Singe zuerst tiefe Tonleitern, dann immer höhere, dabei sollte Deine Zunge so nah wie möglich an den unteren Zähnen anliegen. Wenn Du die wichtigsten Tonleitern übst, solltest du mit dem mittleren C beginnen und dann in Halttonschritten die Tonleiter nach unten (tiefe Töne) und dann wieder nach oben (hohe Töne) singen. Lege eine kurze Pause und beginne von neuem die Tonleiter rauf und runter zu singen,
  3. Arbeite an den Feinheiten, beginne die Gesangsübungen mit einer normalen Lautstärke und werde dann allmählich immer lauter (crescendo). Du kannst „Mezzo piano“ beginnen und Dich dann bis „Mezzo forte“ steigern.
  4. Achte auf die richtige Artikulation der Vokale und Konsonanten.
  5. Trainiere auch Deinen Kehlkopf, indem Du zum Beispiel eine Tonleiter singst, und wieder zum Grundton zurückkehrst, dabei musst Du alle Noten gut artikulieren, und auch alle Halbtöne treffen. Mit dieser Übung kannst Du die Beweglichkeit der Stimme trainieren.
Als Sänger sollte man viel Tee trinken, um seine Stimme zu pflegen! | Quelle: Pixabay

Es gibt ein sehr gutes Video, wenn Du kostenlos singen lernen willst, das Dir ein "Mini Warm Up" für Deine Stimme zeigt:

Hier ein paar praktische Tipps, um Deine Stimme zu pflegen

  • Trinke viel Wasser oder Tee mit Honig. Tee hilf bei trockenen Stimmbändern und Honig ist ein natürliches Antiseptikum, das sehr gut für unseren Organismus ist.
  • Rauchen schädigt den Rachen, Kehlkopf und die Stimmbänder, daher lieber sein lassen!
  • Eine freie Nase ist ebenfalls wichtig,
  • Denke daran, Deine Stimme vor dem Singen immer gut aufzuwärmen, vor allem wenn Du hohe Töne singen möchtest. Genauso wie beim Sport ist das Aufwärmen beim Singen ein absolutes Muss!
  • Treibe Sport und trainiere zum Beispiel beim Yoga die Bauchatmung, um diese Technik beim Singen nutzen zu können!
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Melanie

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