Wenn Du mit Mangas wie Naruto, Dragon Ball oder One Piece aufgewachsen bist und die Zeichnungen Dich faszinieren, dann hast Du vielleicht schon einmal überlegt, ein eigenes Manga zu kreieren?

Wenn es einfach wäre, würde es wohl jeder machen: Du musst die Grundlagen des Zeichnens beherrschen, aber ein Mangaka ist nicht zu vergleichen mit französischen oder amerikanischen Comic-Zeichnern. Vom Mangagesicht über den menschlichen Körper bis zum Einfärben ist das Zeichnen von Mangas eine Kunst für sich.

Superprof stellt Dir hier die wichtigsten Methoden des Manga-Zeichnens vor - das ersetzt zwar keinen Zeichenkurs, aber es verschafft Dir immerhin einen Überblick über die Grundlagen für einen reibungslosen Start. Wir lüften die Geheimnisse der Mangakas wie Kishimoto, Toriyama oder Matsumoto!

Eine Portion Geduld solltest Du mitbringen, wenn Du gut werden willst! | Quelle: Pixabay

Natürlich gibt viele unterschiedliche Zeichenstile. Deswegen bietet Dir Superprof einen Überblick über die verschiedenen Zeichenstile und gibt Dir ein paar Grundlagen mit, um mit einer einfachen Methode zu starten!

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Die Merkmale japanischer Mangas

Zuallererst musst Du verstehen, was ein Manga ist und was er in der japanischen Kultur bedeutet. Wenn Du im Teenageralter nicht aufhören konntest, Mangas zu lesen, dann weisst Du bereits, dass diese japanischen Comics weltweit großen Erfolg haben.

Jede Ausgabe wird von den Fans mit Spannung erwartet und Neuerscheinungen sind in Japan wie in Deutschland sehr regelmäßig. Die Geschichten können unterschiedliche Stile haben, je nach Publikum. Die Zielgruppen sind entweder Shounen (Jungen), Shoujo (Mädchen), Seinen (junge Männer), Josei (junge Frauen) und Kodomo (Kinder).

Der Zeichenstil variiert jedoch auch ganz erheblich zwischen den verschiedenen Mangakas. Die Zeichentechniken von Eiichiro Oda unterscheiden sich sehr von denen von Jiro Taniguchi, obwohl einige Merkmale natürlich häufig sind, wie große Augen, bestimmte Gesichtsausdrücke und Ausdrücke für Emotionen oder generelle Bezüge zur asiatischen Kultur.

Die Anatomie des Körpers kann von Manga zu Manga sehr unterschiedlich sein, je nach Körperteil und Zielgruppe. In einem Manga-Shoujo sind Jungen und Mädchen oft sehr zierlich und schlank, während weibliche Charaktere in Shounen häufig grosse Brüste haben ...

Die ersten Manga entstanden übrigens in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, basierend auf der traditionellen Kunst der Farbholzschnitte und beeinflusst von englischen und französischen politischen Karikaturen.

Bevor Du mit dem Zeichnen Deines ersten Mangas beginnst, solltest Du Dir zuerst genau überlegen, was welche Art von Manga Du zeichnen möchtest.

Jetzt verraten wir Dir aber erst einmal die Tricks der besten Manga-Zeichner -  Schnapp Dir schon mal Deine Stifte und ab geht es in die japanische Zeichenwerkstatt!

Du möchtest gerne Comic Zeichner werden? Bei uns findest Du findest Du einige Tipps, um Deinen eigenen Comic zu erstellen! Außerdem zeigen wir Dir in einem weiteren Artikel, wie Du ein gutes Porträt zeichnest.

Gesichter und Körper zeichnen

Einen Final Fantasy-Helden oder einen der großen Bösewichte von City Hunter zu zeichnen, ist keine leichte Aufgabe, aber irgendwo muss man ja anfangen. Beginnen wir also mit einem Gesicht. Du solltest wissen, dass der Kopf sehr groß sein muss und dass die Augen ungefähr 50% der Fläche des Gesichts einnehmen sollten, besonders wenn du weibliche Charaktere zeichnest.

Die Augen von Manga-Figuren sind immer riesig. | Quelle: Pixabay

Hier sind die einzelnen Schritte, um ein Manga-Gesicht zu zeichnen:

  • Zeichne die Kontur des Gesichts mit den Ohren,
  • Zeichne die obere Linie der Haare und dann die Haarlinie auf der Stirn (es sei denn, Du zeichnest Saitama),
  • Dann zeichnest Du die Augen, die je nach Genre und Persönlichkeit des Charakters größer oder kleiner sind.
  • Vergiss nicht die Pupille, sonst sieht Dein Charakter tot aus,
  • Wähle einen Gesichtsausdruck, eine Emotion,
  • Zeichne Nase und Mund und denke dabei an die Emotion des Charakters,
  • Zuletzt zeichnest Du die charakteristischen Merkmale (Narben, Accessoires, Falten, Emotionen).

Egal, ob es sich um eine Manga-Mädchen oder eine Jungenfigur handelt, Du musst immer damit beginnen, das Gesicht oder den Körper anhand einer Skizze zu zeichnen, die dann nach und nach zu Deiner Figur wird. Dazu zeichnest Du einen Kreis für den Kopf, Striche für die Arme und Beine und Dreiecke für die Hände und Füße. Diese Technik verschafft Dir anfangs einen Überblick.

Es ist besser, die Details des Gesichts zu zeichnen, nachdem Du die Form des Körpers gezeichnet hast, damit die Proportionen eingehalten werden und Du nicht von vorne anfangen musst. Zeichne erst den Umriss der Arme und Beine, dann die Kleidung.

Zum Schluss kannst Du Deiner Figur Farbe geben: Mit Buntstiften, feinen Pinseln, Pastell, Filzstiften... Das hängt ganz von Deinem Geschmack ab - Du kannst Deine Zeichnung auch einfach schwarz-weiss lassen!

Zum Schluss wirst Du lernen müssen, Deine Figur in verschiedenen Körperhaltungen darzustellen, um sie zum Leben zu erwecken. Bevor Dir das richtig gut gelingt, wirst Du viele Test-Zeichnungen anfertigen müssen - verliere dabei nicht die Hoffnung, bleib' am Ball!

In unserem Artikel zum Thema Karikaturen erläutern wir Dir die Geheimnisse einer guten Karikatur?

Hintergrund und Accessoires

Wenn es Dir gelungen ist, eine Figur zu schaffen, kann diese natürlich nicht durch einen leeren Raum spazieren.

Unabhängig davon, ob Deine Geschichte in einer städtischen oder ländlichen Umgebung spielt, musst Du einige Techniken lernen, um Gebäude, Bäume, das Meer usw. zu zeichnen.

Die natürliche Umgebung besteht im Wesentlichen aus Gras, mehr oder weniger belaubten Bäumen und Steinen. Der wichtigste Punkt, um Deiner Umgebung Leben zu verleihen, ist der Schatten! Spiele mit dem Licht, um Elemente wie Stämme oder Steine detailliert darzustellen.

Das Meer besteht aus einer mehr oder weniger flachen Fläche in verschiedenen Graustufen, die einen Eindruck von Tiefe vermitteln. Die Wellen sind einfacher im Profil zu zeichnen, so dass sie sich gut von einander unterscheiden; diejenigen, die auf Felsen krachen, sehen aus wie kleine Explosionen.

Licht und Schatten spielen eine wichtige Rolle beim Zeichnen von Landschaften. | Quelle: wallhere

In städtischen Umgebungen ist die wichtigste Technik die Perspektive: Unter „Perspektive“ versteht man die Eigenschaft von Gegenständen, mit zunehmender Entfernung kleiner zu werden. Wenn Du Häuser oder eine Stadt zeichnen möchtest, benötigst Du zwei Fluchtpunkte und eine Horizontlinie. Damit kannst Du fast alle Perspektiven richtig darstellen.

Beginne mit der Horizontlinie - dort treffen Himmel und Boden aufeinander, oder die Wand trifft auf den Boden. Markiere nun zwei Punkte auf Deiner Horizontlinie. Diese Punkte nennt man Fluchtpunkte. Jetzt ziehst Du irgendwo durch die Horizontlinie eine Senkrechte. Du kannst diese ungefähr in der Mitte platzieren. Das obere Ende der Linie stellt das Ende einer Außenwand oben, das untere das Ende der Wand unten dar. Jetzt verbindest Du den oberen Endpunkt der senkrechten Linie und den rechten Fluchtpunkt durch eine Linie. Vom unteren Endpunkt ziehst Du nun ebenfalls eine Linie in Richtung des rechten Fluchtpunktes. Mache das gleiche mit dem linken Fluchtpunkt.

Jetzt entscheidest Du wo die Wände des Gebäudes enden werden, wie lang und breit es also wird. Ziehe nun jeweils rechts und links wie eine senkrechte Linie zwischen die vorher gezeichneten Fluchtlinien. Schaue auf die vier Ecken der Wand auf der linken Seite. Ziehe gerade Linien von Ecke zu Ecke und zeichne so ein Kreuz auf die Wand.

Es entsteht ein Punkt, an dem die Linien sich kreuzen. Ziehe durch diesen Punkt eine senkrechte Linie aufwärts dorthin, wo die Spitze von Deinem Dach sein soll. Jetzt kannst Du Dein fertiges Gebäude mit Türen, Fenstern usw. detaillieren.

Hier siehst Du das Prinzip der Fluchtpunkte sehr deutlich. | Quelle: Pixabay

Um Deinem Dekor eine Perspektive zu geben, kannst Du auch die Multiplan-Technik verwenden, um die Schärfentiefe zu verbessern. Zeichne dafür die verschiedenen Elemente der Szenerie (vom weitesten bis zum nächsten) auf mehrere Seiten und füge dann Deine Blätter zu einer einheitlichen Landschaft zusammen.

Skizziere Alltagsgegenstände oder Transportmittel zunächst. Beginne mit der Rohform ohne Details, bevor Du Dich schrittweise verbesserst, genau wie bei den Gesichtern der Figuren. Nehme Dir dafür Zeit und bringe Geduld mit - dann wirst Du mit der Zeit Dein Ziel erreichen!

Einige Tipps, um schnell Fortschritte zu machen

Ein Mangaka zu werden, ist kein Spaziergang: Es reicht in der Regel nicht aus, zu seinen Stiften zu greifen und mal eben ein Storyboard zu improvisieren. Es ist aber auch nicht unmöglich, wenn Du bestimmte  Grundregeln einhältst.

Für den Anfang besteht eine einfache Möglichkeit, etwas zu zeichnen, das Du nicht direkt vor Augen hast, darin, es im Internet oder einer Papierversion zu suchen, um eine Vorlage zu haben. Ob Posen, Gegenstände, Umgebungen oder visuelle Effekte, sicher findest Du Dein Glück in bereits existierenden Werken und kannst diese Elemente anpassen.

Gehe dabei jedoch nie so weit, ein Original zu kopieren, unabhängig von der Art des Mangas: Du musst Deinen eigenen Stil finden, auch wenn Du sicher anfangs Probleme haben wirst mit dem Oberlid oder der Modellierung eines Kinns.

Bleibe immer offen für Kritik: Du brauchst unbedingt eine externe Meinung, um Fortschritte zu erzielen. In diesem Punkt können Familie und Freunde helfen, werden aber oft zu nachsichtig mit Dir sein, das solltest Du im Hinterkopf behalten!

Wenn es mal schwierig wird, tröste Dich damit, dass Manga-Figuren keine komplizierten Nasen haben! | Quelle: Pixabay

Wenn Du zeichnest, solltest Du nicht schummeln, um zu vermeiden, schwierige Dinge wie Hände und Füße zu Papier zu bringen. Es ist besser, anfangs schreckliche Füße zu zeichnen, als sich davor zu drücken!

Du wirst noch besser, wenn Du regelmäßig verschiedene Manga-Stile probierst. Es kann verlockend sein, nur eine Art von Manga-Charakter zu zeichnen, aber wenn Du variierst, lernst Du mehr. Im Evangelion Manga zum Beispiel zeichnet der Autor manchmal Kinder, Erwachsene, Riesenroboter und Außerirdische.

Der beste Rat, den wir Dir geben können, ist, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen. Das Wichtigste ist, Spaß zu haben und sich Zeit zu lassen. Du kannst natürlich auch an einem Manga-Zeichenkurs teilnehmen, um das Tempo zu beschleunigen!

Jetzt, da Du mit den grundlegenden Manga-Zeichen-Techniken vertraut bist, ist es an der Zeit, sich mit Bleistift und Zeichenmaterial auszustatten, um mit Titan Attack, Fairy Tail oder Super Dragon Ball zu konkurrieren.

Superprof hilft Dir gerne - bei uns findest Du Nachhilfekurse mit einem erfahrenen Lehrer!

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.