Vielleicht gehörst auch du zu den Menschen, die dieses Jahr das Schwimmen im Freibad, am Strand oder am See nicht genießen konnten. Die entspannende Freizeitaktivität kann für manche zur echten Herausforderung werden. Wenn du Angst vor dem Wasser hast oder sogar zu Panikattacken neigst, hast du vielleicht eine Aquaphobie entwickelt. Damit bist du nicht allein! Über 15% der Deutschen leiden an ähnlichen Problemen, auch wenn die genaue Zahl schwer zu ermitteln ist. Das liegt daran, dass die Betroffenen ihre Angst häufig nicht ernst nehmen und sich keine Hilfe suchen. Stattdessen wird das Wasser einfach gemieden und alle damit verbundenen Aktivitäten umgangen. Seine Ängste nicht ernst zu nehmen und ehrlich zu sich zu sein, kann aber auch vieles verschlimmern und zusätzlichen Stress verursachen. Im Freundeskreis wird die Angst vor offenen Gewässern nur selten angesprochen, da sie als irrational gilt und somit als peinlich empfunden werden kann.

In den meisten Fällen ist die Angst vor dem Wasser jedoch nicht allzu besorgniserregend und kann häufig mit etwas Hilfe oder Tipps und Tricks überwunden werden. Falls deine Angst vor Wasser tiefer sitzt und sie deinen Lebensalltag einschränkt, wird dieser Artikel nicht ausreichen.

Bitte beachte, dass wir dir hier Ratschläge geben, jedoch nicht professionelle Hilfe ersetzten können!

Der Fachbegriff für Angst vor dem Wasser lautet Aquaphobie oder auch Hydrophobie. Das umfasst die Angst vor beinahe allen Wasserquellen so wie Toiletten und Badewannen. Wenn sich deine Angst speziell auf tiefere, offene Gewässer bezieht, spricht man von Thalassophobie. Deine Gedanken könnten in diesem Falle etwa so aussehen: „Allein der Gedanke keinen Boden mehr unter meinen Füßen zu spüren, bereitet mir ein unangenehmes Gefühl. Wenn dann noch etwas undefinierbares mein Bein streift, kommt in mir blanke Panik auf und ich will einfach nur aus dem Wasser flüchten“

Kommt dir das bekannt vor? Bist du es leid im Sommer immer nur am Strand zu bleiben und deine Freunde beim Toben im Ozean zu beobachten? Dann helfen wir dir in diesem Artikel deine Ängste zu bekämpfen. Wir erklären auch mögliche Symptome und Ursachen des Problems und beschreiben wie eine mögliche Therapie deiner Ängste aussehen könnte.

Im tiefen Wasser zu tauchen kann für mache Auslöser großer Angst sein.
Es ist wichtig sich seinen Ängsten zu stellen, doch das ist leichter gesagt als getan. |Quelle: Unsplash
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Mögliche Ursachen

Betroffene von Thalassophobie fürchten sich vor tiefen Gewässern wie dem Ozean, aber auch tiefen Seen oder schnellen Flüssen. Thalassophobie wird eine starke und irrationale Angst auf diese Auslöser hervorrufen. Die Person kann glauben zu ertrinken, ungeachtet ihrer Schwimmkenntnisse oder dass sie von einem Hai angegriffen wird, obwohl das Risiko minimal oder nicht vorhanden ist. Wie bei den meisten Angststörungen gibt es verschiedene Ursachen. Einige davon sind zum Beispiel schlechte Erfahrungen, die Umwelt, Gedanken- und Verhaltensmustern. Mögliche Gründe und Auslöser sind:

  1. In jungen Jahren ist es häufig, dass die Angst von jemandem anderen übernommen wurde. Zum Beispiel, wenn das Kind im Schwimmbad oder im Urlaub am Strand jemanden beobachtet hat, der Angst hatte, ins Wasser zu gehen. Ein weiterer Grund kann ein Film mit einer auslösenden Szene sein, da es machen Kindern noch schwerfällt Fiktion und Wirklichkeit auseinanderzuhalten.
  2. Anstatt beängstigende Situationen selbst zu erleben oder zu beobachten, könnten manche Menschen ihre Phobie durch die Informationen anderer entwickeln. Wenn ein Elternteil oder ein vertrauenswürdiger Erwachsener einem Kind von den Gefahren von tiefem Wasser erzählt, könnte Vorsicht zu unbegründeten Ängsten führen.
  3. Wenn Familienmitglieder an Angststörungen leiden, ist die folgende Generation eher davon betroffen.

Es ist häufig, dass besonders unerfahrene Schwimmer und Schwimmerinnen eine Phobie entwickeln. Wenn du denkst, dass es dir nur an Übung fehlt oder du einfach noch nicht schwimmen kannst, haben wir bereits Artikel für dich veröffentlicht, um das Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulschwimmen und Delfinschwimmen  zu erlernen.

Symptome

Bei Thalassophobie ist die Angststörung meist sehr eingeschränkt auf spezifische Situationen oder Gefühle rund um die Tiefe des Meeres. Die Reaktionen sind sehr heftig und stehen in keinem Verhältnis zu der eigentlichen Gefahr der Situation. Dieses erhöhte Maß an Furcht und Angst kann zu folgenden Reaktionen führen:

  • Nervosität
  • Besorgnis
  • Konzentrationsschwäche und Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
  • Die Unfähigkeit still zu sitzen
  • Schweißausbrüche und Zittern
  • Unruhe
  • Eine vollständige Panikattacken, die durch Todesangst, Atembeschwerden und andere intensive körperliche und geistige Symptome gekennzeichnet ist

Diese Symptome treten auf, wenn sich die Person der auslösenden Situation so wie das Schwimmen im Meer nähert. Bei stärkeren Fällen reicht es sogar aus, nur über die besagte Situation zu sprechen oder sie in einem Film zu sehen. Ein weiteres wesentliches Merkmal aller Phobien ist das Vermeiden. Die Person versucht, die Quelle des Stresses mit extremen Maßnahmen zu vermeiden und ihr zu entkommen. Wenn die Person geschickt im Vermeiden ist, kann es sogar sein, dass durch das Fehlen des Kontakts kein Stress entsteht. Darüber hinaus zeigt eine Person mit einer Phobie Symptome, die übermäßig empfindlich und reaktionsfreudig erscheinen. Selbst geringfügige Trigger können heftige Reaktionen auslösen.

Große Wellen bergen Gefahren.
Das tiefe Meer und große Wellen bergen viel Unbekanntes. Das wird zum Auslöser vieler Ängste. |Quelle: Unsplash

Therapiemöglichkeiten

Wenn du unter Thalassophobie leidest, kannst du sicher sein, dass sie in den meisten Fällen heilbar ist und viele Betroffene die Angst vollständig überwinden können. Wenn du dich einmal dazu entschlossen hast, professionelle Unterstützung hinzuzuziehen, solltest du bereit sein, dem Therapeuten von deiner Angst zu erzählen und eventuell auch offen über frühere Traumata zu sprechen. Desto mehr du deinem Gegenüber anvertraust, desto leichter wird es ihm fallen, auf dich einzugehen und dir zu helfen, deine Angst zu überwinden. Ziel dieser Gespräche ist es, den Auslöser deiner Angst zu identifizieren und zu lernen, die emotionalen und körperlichen Reaktionen erfolgreich zu bewältigen, wenn sie auftreten.

Die Konfrontationstherapie ist eine gängige Methode zur Behandlung von Phobien wie der Thalassophobie. Diese Therapieform besteht hauptsächlich darin, dass du dich schrittweise und wiederholt deiner Phobie in einer sicheren Umgebung aussetzt. Dadurch kannst du lernen, deine Angst zu verringern und das Vermeidungsverhalten zu kontrollieren. Angenommen der Betroffene mit Thalassophobie hat zum Beispiel Angst vor dem Meer. Ein Therapeut könnte mithilfe der Konfrontationstherapie an der Überwindung dieser Angst arbeiten, indem er dich zunächst an eine Situation denken lässt, in der du dich im Meer aufhalten würdest oder auch Bilder vom Meer zeigt. Das nennt man imaginäre Exposition. Schließlich wirst du mit einer persönlichen Erfahrung des Meeres, also einer Exposition, mit der Angst konfrontiert.

Das ist nur eine von vielen Therapiemöglichkeiten bei Thalassophobie. Eine andere wäre die bekannte Hypnosetherapie, die vor dem Schritt der Exposition erfolgen kann.

Die 5 besten Tipps bei Angst vor tiefen Gewässern

1. Vermeide Filme und Bücher, die deine Angst bestärken.

Ausgedachte Szenarios über Haiangriffe, Schiffsunglücke oder Ertrinken können nicht nur der Auslöser deiner Angst sein, sondern sie auch massiv bestärken. Es ist wichtig, rational an die Situation zu gehen und deine eigenen Erfahrungen zu machen.

2. Lass es langsam angehen!

Es bringt dir nichts direkt dich in die tiefen Wellen zu stürzen. Das wird dich überfordern und deine Angst noch bestärken. Beginne am Ufer eines Sees oder taste dich langsam vom Strand ins tiefere Wasser vor. Den Boden unter den Füßen zu spüren, ist ein wichtiger Schritt und gibt dir das notwendige Vertrauen zum Wasser und dir selbst. Wenn du dann so weit bist, ohne Boden unter den Füßen zu schwimmen, kannst du dir zunächst Auftriebskörper wie Schwimmflügel oder Schwimmnudeln umbinden. So kannst du dir sicher sein, nicht zu ertrinken.

3. Finde eine Gruppe oder Freunde, die ähnliches durchmachen.

Gleichgesinnte Selbsthilfegruppen zu finden, kann bei der Überwindung der Thalassophobie sehr hilfreich sein. Das können sowohl Foren im Internet als auch eine örtliche Gruppe bei dir in der Nähe sein. Deine Supportgruppe zeigt dir, dass du nicht allein mit deinen Ängsten bist. Ihr könnt gemeinsam über eure Ängste reden und untereinander von euren Fortschritten lernen. Manchmal musst du aber auch nicht sehr weit nach Gleichgesinnten suchen. Viele sind von Phobien betroffen und auch wenn dein Freund oder deine Freundin nicht exakt die gleichen Auslöser teilt, wird es dir trotzdem sehr helfen dich darüber auszutauschen.

Angststörungen haben viele Symptome. Schwindel und Herzrasen sind Beispiele.
Bei schweren Angststörungen, sollte professionelle Hilfe hinzugezogen werden. |Quelle: Unsplash

4. Bewältigungsstrategien

Wenn du dich der Situation aussetzt oder allein der Gedanke daran ein Auslöser ist, solltest du diese 4 Bewältigungsstrategien kennen:

  • Atemübungen
  • Achtsamkeit
  • Ablenkung
  • Akzeptanz

Langsames Aus und -Einatmen verhindert Hyperventilation. Achtsamkeit baut die Spannung im Moment ab. Sich auf etwas anderes zu konzentrieren ist eine vorübergehende, aber effektive Lösung. Doch vor allem: Sei verständnisvoll mit dir selbst!

5. Respektiere deine Grenzen.

Dazu gehört nicht nur, dich in sicheren Gewässern zu bewegen, sondern auch zu Beginn vielleicht nur in Begleitung zu sein. Ein häufiger Trigger von Angstattacken ist Ungewissheit. Wenn du dich also im Vorhinein so gut wie möglich über die bevorstehende Situation informierst, kann viel unnötige Aufregung vermieden werden. Deine Begleitperson solltest du über deine Ängste informieren, damit diese sensibel mit der Situation umgehen kann und eventuell schnell reagieren können, wenn du dich nicht mehr wohlfühlst. Nimm dir daher Zeit bei der Vorbereitung und überstürze nichts!

Auch wenn der Gedanke an große, tiefe und dunkel Gewässern Symptome einer Angststörung in dir hervorruft, können diese mit Geduld und professioneller Hilfe überstanden werden. An einer Therapie teilzunehmen, sei es online oder in Person, bringt dich einen Schritt weiter in Richtung der Bekämpfung deiner Ängste. Es wird dir jedoch auch einiges über den Umgang mit deinen Emotionen lehren und dein Selbstwertgefühl verbessern. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber aller Anfang ist schwer.

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Anna