Eine Geige hat wohl jede*r schon einmal gesehen und gehört. Sie ist wahrscheinlich das bekannteste der Streichinstrumente. Ihr italienischer Name „Violine“ bedeutet so viel wie „kleine Viola“ und bezieht sich auf ihre Verwandtschaft mit der historischen Viola da braccio.

Die Violine in ihrer heutigen Form entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert im italienischen Cremona. Die zahlreichen Geigenbauer der Stadt arbeiteten daran, das Instrument klanglich zu verbessern, bis die ideale Bauweise gefunden wurde. Einen großen und wichtigen Beitrag dazu leistete Antonio Stradivari.

Heutzutage werden in vielen Lebensbereichen Maschinen eingesetzt, um uns Arbeiten zu erleichtern und zu präziseren Ergebnissen zu kommen. Der Geigenbau ist aber eine Handwerkskunst geblieben. Streichinstrumente werden heute noch in aufwändiger Handarbeit von einem Geigenbauer gebaut.

In diesem Artikel stelle ich Dir den Aufbau der Geige vor; aus welchen Teilen sie besteht und welche Materialien dafür verwendet werden.

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Der Aufbau der Geige

Auf der Geige entsteht der Klang dadurch, dass eine Saite in Schwingung versetzt wird. Damit der Ton hörbar wird, muss er mit Hilfe eines Resonanzkörpers verstärkt werden. Diesen finden wir im Korpus der Violine. Um die Tonhöhe zu verändern, werden die Saiten auf dem Griffbrett heruntergedrückt.

Die Saiten laufen von dem Saitenhalter auf dem unteren Korpusdrittel über den Hals bis zum Wirbelkasten am Kopf der Geige. Schauen wir uns jetzt also diese drei Hauptteile, Korpus, Hals und Kopf, etwas genauer an.

Geige Aufbau: der Korpus

Der Korpus ist ein 35 bis 36 cm langer Hohlkörper, der als Resonanzraum dient. Er setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Boden, der Decke und den Zargen.

Als Boden bezeichnet man die untere Fläche der Geige. Er wird aus einem einzelnen Stück Holz oder zwei miteinander verleimten Stücken gefertigt. Mit Hilfe von Stecheisen und Hobeln wird er in seine gewölbte Form gebracht.

Die Decke liegt dem Boden gegenüber und ist mit den zwei charakteristischen F-Löchern versehen. Sie wird fast immer aus zwei Teilen zusammengefügt und ist ebenfalls gewölbt. In der Deckenmitte hat das Holz eine durchschnittliche Dicke von 2,4 bis 3,5 mm.

Diese beiden Teile werden durch den Zargenkranz miteinander verbunden. Die Zargen werden mit dem Boden und der Decke verleimt, sodass der Resonanzraum entsteht.

Um die Ränder zu stabilisieren und optisch zu verschönern, wird entlang des Geigenumrisses eine Kerbe in die Decke und den Boden geritzt, der sogenannte Adergraben. In diesen werden schmale Holzstreifen gelegt und verleimt. Diese nennt man Randeinlagen oder Adern.

Im Geige Aufbau geht es um optimale Schwingungseigenschaften.
Die Adern laufen am Rand der Geigen entlang. | Quelle: Ira Selendripity via Unsplash

Im Innern des Korpus werden die Zargen mit den Reifchen verstärkt. Die Reifchen sind dünne Holzleisten, die oben und unten an die Zargen geleimt werden, um die Auflagefläche für die Decke und den Boden zu vergrößern.

Um die Decke zu stabilisieren, wird etwas links von der Mitte (genau unter dem Stegfuß) der Bassbalken angeleimt. Dieser längere Holzstab läuft fast parallel zur Mittelachse der Geige und gleicht die Spannung, die durch den Saitenzug erzeugt wird, aus.

Der Stimmstock (oder die Stimme) ist ein kleineres zylinderförmiges Holzstück, dass in der Nähe des rechten Stegfußes zwischen Decke und Boden geklemmt wird. Seine Aufgabe ist es, die Schwingung vom Steg auf die Decke und den Boden zu übertragen. Seine exakte Position hat große Auswirkungen auf den Klangcharakter der Violine.

Im Korpusinnern befinden sich zudem mehrere Klötze, die für mehr Stabilität sorgen: der Oberklotz, an dem der Hals eingelassen wird, der Unterklotz, in den der Knopf (Endknopf) für den Saitenhalter gesteckt wird und vier Eckklötze.

Auf der Decke, mittig zwischen den beiden F-Löchern, befindet sich der Steg. Dieses Holzplättchen steht auf zwei Füßen und hat auf der Oberkante vier Einkerbungen, durch die die Saiten hindurchlaufen. Der Steg wird nicht befestigt, sondern allein durch die Saitenspannung in der richtigen Position gehalten. Er ist dazu da, die Schwingung der Saiten auf die Decke, und damit den Stimmstock, weiterzuleiten.

Die Geigensaiten werden in den Saitenhalter eigespannt.
Der Klang einer Saite ist sehr leise. Erst der Resonanzkörper macht ihn gut hörbar. | Quelle: Belen Garrido via Unsplash

Am Endknopf an der unteren Zarge wird die sogenannte Henkelsaite befestigt. Diese läuft über den Untersattel auf die Vordersaite des Instruments, wo sie den Saitenhalter an seinem Platz hält. Wie der Name schon sagt, ist der Saitenhalter die Vorrichtung, in die die Saiten eingezogen werden. Er kann mit Feinstimmern (oft nur für die höchste Saite) ausgestattet sein, die eine Feinjustierung der Saitenspannung ermöglichen.

An dem Korpus kann außerdem ein Kinnhalter angebracht sein, der die Haltung der Violine erleichtert. Er kann mit Schrauben an den Rand des Instruments geklemmt oder am Saitenhalter befestigt werden.

Eine Bratsche oder Viola ist übrigens genau gleich aufgebaut wie die Geige. Sie ist nur etwa größer.

Hals und Kopf der Geige

Am oberen Korpusende ist der Hals in die Zarge und den darunterliegenden Oberklotz eingelassen. Um die Stabilität zu gewährleisten, geschieht dies durch eine Schwalbenschwanzverbindung; eine Holzverbindungstechnik, bei der keine zusätzlichen Verbindungselemente, wie Schrauben oder Nägel, gebraucht werden.

Der Hals ist ungefähr 13cm lang und trägt das Griffbrett der Geige. Dieses besteht aus einem eigenen Holzstück und wird auf den Hals aufgeleimt. Das Griffbrett ist länger als der Hals und ragt ungefähr 14cm über die Decke.

Am anderen Ende des Griffbretts liegt der Sattel, ein schmales Holzstück, an dem die Saiten umgelenkt werden. Um ihn von dem Untersattel zu unterscheiden, kann er auch Obersattel genannt werden.

Direkt hinter dem Sattel fängt der Wirbelkasten an, der leicht nach hinten abgewinkelt ist. An den beiden Seiten des Wirbelkastens sind je zwei Löcher eingelassen, in die die vier konischen Wirbel hineingesteckt werden. Auf die Wirbel werden die Saiten aufgewickelt und können durch Drehen gestimmt werden.

Der Wirbelkasten endet in der kunstvoll gestalteten Schnecke. Sie ist ein Relikt aus den Anfängen des Geigenbaus, als die Instrumentenbauer die individuelle Gestaltung der Schnecke an Violinen und Violoncelli zu ihrem Erkennungsmerkmal machten.

Welche Materialien werden im Geigenbau verwendet?

Wie wir gesehen haben, werden Violinen aus vielen größeren und kleineren Einzelteilen zusammengebaut. Fast alle dieser Teile werden aus Holz gefertigt und anschließend miteinander verkeilt oder verleimt.

Im Geigenbau werden in einem ersten Schritt alle Bestandteile des Korpus mit einander verleimt und der Hals eingesetzt. Anschließend wird der das Griffbrett auf den Hals aufgeleimt und der Sattel in die dafür vorgesehene Aussparung gelegt.

Als Klebstoff wird Knochenleim oder Hautleim verwendet. Diese werden aus den Proteinen von Tierknochen, beziehungsweise Tierhaut hergestellt und sind wasserlöslich. Sie werden bei einer Temperatur von 50 bis 60 Grad Celsius weich. So können Geigenbauer ein Instrument komplett auseinandernehmen, ohne das Holz zu beschädigen.

Für die einzelnen Teile der Geige kommen verschiedene Holzarten zum Einsatz. Je nach Härte und Dichte hat Holz unterschiedliche Eigenschaften, was im Geigenbau ausgenutzt wird.

Für die Decke wird fast ausschließlich Fichte verwendet. Fichtenholz hat durch die hohe Elastizität im Verhältnis zu seinem leichten Gewicht ideale Schwingungseigenschaften. Bevorzugt wird „feinjähriges“ Holz mit eng und gleichmäßig beieinanderliegenden Jahresringen verwendet.

Das Holz wird in der ersten Winterhälfte geschlagen, da sich zu diesem Zeitpunkt nur wenig Saft im Stamm befindet. Trotzdem muss es mehrere Jahre trocknen, bis es zugeschnitten werden kann. Nach dem Zuschnitt wird es nochmal einige Jahre gelagert, um für die Weiterverarbeitung bereit zu sein.

Der Boden, die Zargen und der Hals werden meist aus Ahorn hergestellt. Seltener wird auch Pappel, Erle, Weide oder Kastanie verwendet. Dabei handelt es sich um mittelschwere Hölzer, die hart und dennoch elastisch sind.

Im Geigenbau wird der geflammte Ahorn, der ein streifenförmiges Quermuster aufweist, sehr geschätzt. Bäume mit diesen Eigenschaften kommen jedoch recht selten vor (ungefähr 3 Prozent), wodurch das Holz im Vergleich recht teuer ist.

Für den Bau eines Kontrabasses verwendet man übrigens die gleichen Holzarten.

Im Aufbau der Violine spielt der Steg eine wichtige Rolle.
Der Geigen-Steg leitet die Schwingung von den Saiten auf den Resonanzkörper weiter. | Quelle: Tamas Tokos via Unsplash

Der Steg wird möglichst aus engjährigem Ahorn geschnitten. Die Füße müssen genau auf die Wölbung der Decke angepasst werden, damit er sicher stehen und die Schwingung ideal übertragen kann.

Für das Griffbrett, den Endknopf, den Ober- und den Untersattel wird ein sehr hartes, robustes Holz benötigt. Deshalb wird hier meist zu Ebenholz gegriffen. Als Alternative wird seltener auch Palisander verwendet.

Auch der Saitenhalter kann aus Ebenholz oder Palisander gefertigt werden. Heutzutage kommen dafür aber auch Leichtmetalle oder Kunststoff zum Einsatz.

Die Klötze und Reifchen werden aus leichten Hölzern wie Fichte, Weide, Pappel oder Linde hergestellt werden. Für Bassbalken und Stimmstock wird hingegen fast ausschließlich Fichtenholz verwendet.

Damit das Holz gut geschützt ist, wird es lackiert. In mehreren Arbeitsschritten wird die Lackierung mit einem Pinsel auf das Holz gebracht. Zwischen den einzelnen Durchgängen, muss genügend Zeit liegen, damit der Lack trocknen kann.

Eine Geigenlackierung besteht aus drei Schichten, die jeweils aus einer oder mehren dünnen Lagen bestehen. In einem ersten Schritt wird eine Grundierung aus, beispielsweise, Leinöl, Eiweißtempera oder Leimlösung aufgetragen. Anschließen kommt der farbgebende Lack zum Einsatz, dessen Herstellung mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Als Basis wird Öl oder Spiritus verwendet. Darin werden Naturharze und Pflanzenextrakte gelöst, die die für die Farbgebung verantwortlich sind. Mastix, Myrrhe und Bernstein gehören zu den am häufigsten verwendeten Harzen. Zu guter Letzt wird die Violine mit einem Überzug veredelt und poliert.

Bis Geigen also so aussehen und klingen, wie wir es kennen, sind unzählige kleine Arbeitsschritte notwendig, die alle mit größter Sorgfalt und viel Fachwissen ausgeführt werden müssen. Selbst erfahrene Geigenbauer*innen brauchen mindestens 150 Arbeitsstunden, um eine hochwertige Meistergeige zu bauen.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.