Was ist eine Bratsche? Wo liegt der Unterschied zwischen Geige und Bratsche? Wie ist der Aufbau einer Bratsche? Wie klingt eine Bratsche?

Die Bratsche ist ein Instrument, über das nur wenig gesprochen und geschrieben wird. Unter Orchestermusiker*innen sind die Bratschist*innen sogar oft das Ziel für Witze. Dennoch ist dieses Streichinstrument aus keinem Symphonieorchester wegzudenken und auch als Soloinstrument kann die Bratsche mit ihrem vollen, dunklen Klang überzeugen.

In diesem Artikel stellen wir Dir die Bratsche vor. Du erhältst einen Einblick in die Geschichte der Bratsche, lernst wie sie aufgebaut ist und wie sie in der Musik eingesetzt wird.

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Was ist eine Bratsche?

Die Bratsche gehört zur Familie der Streichinstrumente, zu der auch die Geige, das Cello und der Kontrabass gehören. Diese vier Instrumente sehen alle sehr ähnlich aus sind aber unterschiedlich groß. Daher klingen sie sehr verschiedenen und haben auch im Zusammenspiel unterschiedliche Aufgaben.

  • Kontrabass: bis zu 185cm hoch; wird im Stehen gespielt; klingt sehr voll und tief; spielt die Basslinie
  • Cello: 120cm hoch; wird im Sitzen zwischen den Beinen gehalten; klingt tief, warm; spielt die Tenorstimme
  • Bratsche: 39-43cm lang; wird auf die Schulter gelegt; klingt warm und voll; spielt die Altstimme
  • Geige: 36cm lang; wird auf die Schulter gelegt; klingt hell, brillant; spielt die Sopranstimme

Die Bratsche kann als große Schwester der Geige bezeichnet werden. Sie sieht fast gleich aus und wird gleich gehalten, ist aber deutlich größer und ist eine Quinte tiefer gestimmt. Im Vergleich zum Cello klingt die Bratsche eine Oktave höher. Sie liegt auf der Stimmlage zwischen Geige und Cello und übernimmt im Orchester den Part zwischen den beiden.

Die Bratsche gehört zur Familie der Streichinstrumente.
Die Viola ist eng verwandt mit der Violine und dem Cello. | Quelle: Larisa Birta via Unsplash

Die Geschichte der Bratsche

Die ersten Streichinstrumente, die man zu der Geigenfamilie rechnen kann, tauchten um das Jahr 1500 in Italien auf. Damals unterschied man zwischen zwei Typen von Violen: der Viola da braccio (wörtlich: Armgeige) und der Viola da Gamba (wörtlich: Beingeige).

Die Bezeichnungen beschreiben, wie die Instrumente gespielt wurden. Die Viola da braccio wurde im Arm gehalten, die Viola da gamba zwischen die Beine oder, bei den kleineren Varianten, auf das Knies gestellt. Beide Typen gab es in unterschiedlichen Größen und Stimmungen.

Die Bratsche ist aus der Viola da braccio hervorgegangen, woraus wahrscheinlich auch der deutsche Name abgeleitet wurde. Der andere Name der Bratsche, der in vielen Sprachen verwendet wird, ist Viola.

Die ersten Bratschen wurden im 16. Jahrhundert Gasparo da Salo gebaut. Nach und nach wurden sie Teil der Standardbesetzung in Symphonieorchestern als Bindeglied zwischen den hohen und tiefen Streichern. Als Soloinstrument wurden sie über lange Zeit nicht oder kaum eingesetzt. Erst ab 1740 wurden vermehrt Konzerte für Solobratsche komponiert.

Hector Berlioz ließ 1834 seine Symphonie mit Solobratsche Harold en Italie uraufführen. In diesem Werk wird deutlich, dass die Viola nicht einfach nur eine große Violine ist, sondern ein Instrument mit ganz eigenen Charakteristika.

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Aufbau einer Bratsche

Vom Aussehen her ist die Bratsche kaum von der Geige zu unterscheiden. Erst wenn man beide nebeneinanderlegt, sieht man sehr genau, dass die Bratsche deutlich größer ist. Anders als bei Geigen und Celli gibt es für Bratschen keine festgelegte Standardgröße. Sie können eine Korpuslänge von 39 bis 43 cm aufweisen.

Der Korpus setzt sich aus Decke, Boden und Zargen zusammen. Die Decke wird meist aus Fichtenholz gefertigt, in das die zwei F-Löcher eingelassen sind. Für Boden und Zargen wird in der Regel Ahorn verwendet.

Auf der Decke ist seitlich der Kinnhalter und in der Mitte der Saitenhalter angebracht. Zwischen den beiden F-Löchern befindet sich der Steg. Kurz dahinter setzt das Griffbrett ein, dass über den Hals zum Kopf der Bratsche führt.

Mit Hilfe der Wirbel kann man eine Bratsche stimmen.
Der Wirbelkasten endet in der dekorativen Schnecke. | Quelle: Elizabeth Yu via Unsplash

Am Kopf der Viola befindet sich der Wirbelkasten mit den vier Wirbeln zum Stimmen der Saiten. Abgeschlossen wird er durch die Schnecke. Diese für Streichinstrumente typische Verzierung, ist ein Relikt aus dem Kunsthandwerk des Barockzeitalters und dient rein der Dekoration.

Das Griffbrett, die Wirbel und der Kinnhalter werden bei hochwertigen Instrumenten aus Ebenholz gefertigt. Bei günstigeren Modellen werden oft andere Harthölzer wie Palisander verwendet.

Eine Bratsche hat vier Saiten. Diese werden im Saitenhalter eingespannt und führen über den Steg zu den Wirbeln, wo sie festgezogen werden.

Die Töne entstehen auf einer Bratsche dadurch, dass die Saiten durch Streichen mit dem Bogen oder durch Zupfen in Schwingung versetzt werden. Das Holz der Decke nimmt diese Schwingung auf. Der hohle Korpus dient als Resonanzkörper, der den durch die Schwingung entstandenen Klang verstärkt und hörbar macht.

Die Tonhöhe verändert man dadurch, dass man die Saiten auf dem Griffbrett herunterdrückt. Dadurch verkürzt man den schwingenden Teil der Saite, was den Ton höher macht. Das bedeutet: je näher am Korpus die Saite gegriffen wird, umso höher wird der Ton.

Die vier Saiten der Bratsche werden, bei der dicksten und damit tiefsten angefangen, auf die Töne C – G – D – A gestimmt. Der Kern von Bratschensaiten kann aus Darm, Kunststoff oder Stahl bestehen. Je nach Material verändert sich die Klangfarbe. Darm klingt sehr weich und warm, Stahl etwas härter und klarer. Der Saitenkern ist mit einem Metalldraht umwickelt. Dafür kann Aluminium, Silber, Gold, Wolfram, Nickel oder Titan zum Einsatz kommen.

Der Unterschied zwischen Geige und Bratsche

Wie bereits erwähnt, sehen sich Bratsche und Geige vom Aufbau her sehr ähnlich. Sobald man sie nebeneinander sieht, ist klar, dass die Bratsche deutlich größer ist als die Violine. Dies hat einen direkten Einfluss auf den Klang und auf die Spielweise.

Der Ton einer Bratsche ist dunkler und wärmer als der einer Geige. Das liegt nicht nur an der Größe, sondern auch an den aufgezogenen Saiten und damit der Stimmung. Beide Instrumente haben Saiten, die auf G, D und A gestimmt sind. Die Bratsche hat zusätzlich eine tiefe C-Saite, während die Geige eine hohe E-Saite hat. Damit ist die Viola eine Quinte tiefer gestimmt als die Violine.

Um eine Bratschenstimme in den Noten gut leserlich aufzuschreiben wird deshalb für Bratschennoten der Alt-Schlüssel verwendet. Bei diesem ist auf der mittleren Notenlinie das C zu finden, das sich im Violinschlüssel auf der ersten Hilfslinie unter dem Notensystem befindet.

Der helle, brillante Klang einer Violine kommt nicht zuletzt durch die hohe E-Saite zustande. Bei einer Bratsche fehlt diese. Sie hat dafür die tiefe C-Saite, mit der man in tieferen Lagen spielen kann und die ihr den vollen, warmen Klang verleiht.

Den Unterschied zwischen Bratsche und Geige erkennt man, wenn man beide nebeneinander legt.
Der Unterschied zwischen Geige und Bratsche liegt in ihrer Größe. | Quelle: PTMurohus via Visualhunt

Auch im Spielgefühl gibt es einen Unterschied zwischen Geige und Bratsche. Die Mensur (Länge der freischwingenden Saite) ist bei der Bratsche länger als bei der Violine. Dadurch liegen die Töne auf dem Griffbrett weiter auseinander. Die Finger müssen also etwas weiter gespreizt werden.

Für den linken, bogenführenden Arm fühlt sich Bratsche spielen ebenfalls anders an als Geige spielen. Da die Saiten länger sind, sind sie auch schwerer und nicht so leicht in Schwingung zu versetzen. Dazu muss mehr Gewicht auf den Bratschenbogen gegeben werden. Dies wird einerseits durch einen schwereren Bogen, andererseits auch durch ein kräftigeres Anstreichen erreicht.

Um das zu erreichen verändert sich die Arm- und Handhaltung. Der Ellbogen wird etwas höher angehoben als beim Geige spielen und das Handgelenk wird gerade gehalten.

Die Bratsche in der Musik

Die Bratsche kommt vor allem in der klassischen Musik zum Einsatz. In den Orchestern stellt sie das Bindeglied zwischen Violine und Cello dar. Sie übernimmt dabei selten die Melodieführung, sondern unterstützt harmonisch und rhythmisch das Gesamtklangbild.

Eine Ausnahme bilden die Viola-Konzerte, die speziell für die Bratsche als Solo-Instrument komponiert wurden. Hier eine kleine Auswahl an klassischen Werken mit Solo-Bratsche:

  • Brandenburgisches Konzert in B-Dur von Johann Sebastian Bach
  • Sinfonia concertante für Violine und Viola in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart,
  • Violakonzert Nr. 1 in D-Dur von Carl Stamitz
  • Konzert für Viola und Orchester von Béla Bartók
  • Harold en Italie, Symphonie mit konzertanter Viola von Hector Berlioz
  • Sonata per La Gran' Viola ed Orchestra von Niccolò Paganini

Auch außerhalb der Klassik findet man die Bratsche überall da, wo ein Streich-, Symphonieorchester oder Kammerorchester zum Einsatz kommt. Dies kann beispielsweise in der Pop-Musik, im Musical oder der Filmmusik sein.

Die Möglichkeiten der Bratsche sind jedoch nicht auf Orchester beschränkt. Bratschist*innen wie Katrina Wreede, Abi Fry, Robby Steinhardt oder Oene van Geel beweisen, dass sie in jedem Musikstil und jeder beliebigen Formation ihren Platz haben kann.

In Musikstilen wie Jazz oder Klezmer wird die Bratsche mit ihrem vollen, dunklen Klang gerne als Soloinstrument an Stelle einer Geige eingesetzt. Höre Dir hier an, wie der Jazz-Geiger Stéphane Grappelli auf der Bratsche spielt:

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein führte die Bratsche im Orchester ein Schattendasein zwischen Geige und Cello und war kein besonders beliebtes Instrument. Damals war es nicht üblich, dass die Bratsche von Violinisten gespielt wurde, die nicht speziell als Bratschisten ausgebildet waren. Erst im Laufe der Zeit kam es zu einer Spezialisierung, sodass es heute auch auf der Bratsche wahre Virtuosen gibt.

Auf der Bratsche ist vieles möglich und längst noch nicht alles ausprobiert. Mit diesem Streichinstrument hast Du also die Möglichkeit neue Wege einzuschlagen und Dein ganz eigenes Musiker*innenprofil zu erarbeiten.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.