„Fragen Sie mal einen Orchestermusiker, wann er zu schwimmen anfängt! Fragen Sie ihn! Wenn er den Kontrabass nicht mehr hört. Ein Fiasko. In einer Jazzband ist das ja noch deutlicher. Eine Jazzband fliegt explosionsartig auseinander – bildlich jetzt – wenn der Bass aussetzt. Den anderen Musikern erscheint dann mit einem Schlag alles sinnlos.“ Patrick Süskind – Der Kontrabaß

Der Kontrabassist*innen stehen zwar nur selten vorne auf der Bühne im Mittelpunkt, alle Augen auf sie gerichtet. Aber sie fallen trotzdem auf. Schon nur durch die imposante Größe ihres Instruments. Vor allem aber dann, wenn sie plötzlich nicht mehr spielen. Ohne Bass hört sich Musik gleich ganz anders an. Nicht nur für die Zuhörer*innen. Auch für die Mitmusiker*innen ist der Bass eine wichtige Stütze, an der sich orientieren.

Wir stellen Dir hier das größte der Streichinstrumente vor: Wie sieht ein Kontrabass aus? Worin unterscheidet er sich von anderen Streichinstrumenten wie der Geige oder dem Cello? In welchen Musikstilen kommt er zum Einsatz? Und wie klingt ein Kontrabass überhaupt?

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Was ist ein Kontrabass?

Auf Englisch nennt man den Kontrabass "Double Bass" oder "Upright Bass". Auf Deutsch wird er umgangssprachlich auch als Bassgeige bezeichnet. Das kommt daher, dass er tatsächlich zu der Familie der Streichinstrumente gehört und mit einem Bogen gespielt werden kann. Die Verwandtschaft sieht man ihm schon auf den ersten Blick an. Ein Kontrabass sieht ein bisschen aus, wie eine riesige Geige.

Neben der Geige und dem Kontrabass, gehören die Bratsche und das Cello zu der Familie der Streichinstrumente. Sie alle sehen sich sehr ähnlich und unterscheiden sich auf den ersten Blick vor allem durch ihre Größe. Sobald Du sie spielen hörst, wirst Du feststellen, dass sich die Größe auch unmittelbar auf den Klang auswirkt. Je kleiner das Instrument, umso höher und heller ist der Ton.

Der Kontrabass ist das größte der Streichinstrumente und damit auch das tiefste. In einem Orchester oder einer Band übernimmt er die Bassstimme, die das harmonische und rhythmische Fundament bildet.

Die Geige und die Bratsche, die die Sopran- beziehungsweise Altstimme übernehmen, werden zum Spielen auf die Schulter gelegt und können im Sitzen oder im Stehen gespielt werden. Bereits das Cello ist zu groß dafür. Cellist*innen sitzen auf einem Stuhl, platzieren ihr Instrument zwischen den Beinen und lehnen es leicht an den Körper an.

Bei einem Kontrabass funktioniert auch das nicht mehr. Egal ob er im Sitzen oder im Stehen gespielt wird, muss er mit der Greifhand abgesichert werden, damit er nicht seitlich wegrutschen kann.

Indem man die Saiten auf das Griffbrett drückt, verändert man auf dem Kontrabass die Tonhöhe.
Der Kontrabass wird häufig im Stehen gespielt. | Quelle: David Vilches via Unsplash

Geschichtlich gesehen ist der Kontrabass eine Mischung aus der Viola da braccio, von der die Geige, die Bratsche und das Cello abstammen, und der Viola da gamba. Von beiden Instrumententypen trägt er heute noch einige Merkmale:

  • Viola da braccio: 4 Saiten, F-Löcher, bundloses Griffbrett, Schnecke am Ende des Wirbelkastens
  • Viola da gamba: Stimmung in Quarten

Für Kontrabässe gibt es unterschiedliche Bauweisen und sehen je nachdem dem einen oder anderen Typ ähnlicher. In der Gambenform haben sie leicht abfallende Schultern und einen flachen, oben abgeknickten Boden. Die Violinform weist einen gewölbten Boden auf.

Da die Saiten bei einem Kontrabass viel länger und dicker sind als bei seinen kleineren Geschwistern, wird anstelle von einfachen Wirbeln, eine Mechanik eingesetzt. Diese kann der hohen Saitenspannung besser standhalten. Nur so kann ein Kontrabass sauber gestimmt werden und die Stimmung auch beim Spielen halten.

Der Kontrabass-Aufbau

Der Kontrabass besteht aus den drei Hauptteilen Resonanzkörper, Hals und Kopf. Der Resonanzkörper setzt sich aus dem Boden, auf der Rückseite des Basses, der Decke auf der Vorderseite und den Zargen, die diese beiden Teile miteinander verbinden, zusammen.

Sobald die Basssaiten anfangen zu schwingen, nimmt die Decke diese Schwingung auf und leitet sie auf den ganzen Korpus weiter. In dem hohlen Innenraum wird der dadurch entstandene Klang verstärkt und durch die zwei F-förmigen Schalllöchern auf der Decke herausgegeben.

Oben am Kontrabass befindet sich der Wirbelkasten mit der Schnecke.
Bei einem Kontrabass sind am Wirbelkasten Stimmmechaniken angebracht. | Quelle: Manuel Nageli via Unsplash

Der Kontrabass liegt beim Spielen nicht direkt auf dem Boden. Auf der unteren Zarge befindet sich ein Stachel, auf den das Instrument aufgestützt wird. Dadurch wird die Schwingung des Holzes nicht vom Boden abgedämpft.

Auf dem oberen Drittel des Korpus setzt das Griffbrett ein, das von da aus über den Hals nach oben läuft. Am Ende des Halses liegt der Kopf. Dieser besteht aus dem Wirbelkasten mit der Stimmmechanik und einer abschließenden Schnecke, die einen rein dekorativen Zweck hat.

Die vier Saiten des Kontrabasses werden im unteren Drittel des Korpus in die Saitenhalter eingespannt und führen von dort aus über den Steg, der sich zwischen den F-Löchern befindet, zum Kopf. Am Wirbelkasten werden sie in die Mechaniken eingespannt und mit Hilfe der Wirbel festgezogen.

In der Regel hat ein Kontrabass vier Saiten. Diese werden, von der dicksten zur dünnsten, auf die Töne E – A – D – G gestimmt. Das Intervall (der Tonabstand) von einer Saite zur nächsten beträgt also eine Quarte, genau wie bei den vier dicksten Saiten der Gitarre. Die Geige, die Bratsche und das Cello hingegen, sind in Quinten gestimmt.

Um nach unten einen größeren Tonumfang zu haben, werden teilweise auch fünfsaitige Kontrabässe eingesetzt. Die zusätzliche Saite wird auf C oder H gestimmt.

Wie groß ist ein Kontrabass?

Streichinstrumente jeden Typs gibt es in unterschiedlichen Größen. Um diese anzugeben haben sich Bezeichnungen wie 4/4, 3/4, 1/2 usw. durchgesetzt. Welche Größe die passende ist, hängt in erster Linie von der Körpergröße der Spieler*innen ab. Bei Geigen, Bratschen und Celli gelten bereits 3/4-Modelle als Kindergrößen. Beim Kontrabass hingegen greifen auch viele Erwachsene zur 3/4-Variante.

Um die Größe eines Saiteninstruments genau anzugeben, verwendet man die Mensur als Vergleichswert. Die Mensur entspricht der Länge der freischwingenden Saite. Dies entspricht dem Abstand vom Sattel (am Übergang zwischen Kopf und Hals) zum Steg. Bei einem 4/4-Bass beträgt die Mensur ca. 110cm, bei einem 3/4-Bass sind es ungefähr 105cm.

Die Mensur entspricht der Länge der freischwingenden Saite.
Der 3/4-Bass hat sich als Standardgröße für Kontrabässe durchgesetzt. | Quelle: Miti via Unsplash

Die kleinere Größe hat nicht nur den Vorteil, dass das Instrument insgesamt etwas weniger hoch und leichter ist. Sie ist auch etwas einfacher zu spielen, da die Töne auf dem Griffbrett etwas näher beieinanderliegen und somit die Finger weniger weit gespreizt werden müssen.

In Orchestern werden häufig 4/4-Bässe eingesetzt, da diese lauter sind als kleinere Instrumente. In kleineren Formationen oder Musikstilen, in denen sowieso alle Instrumente verstärkt werden, ist der 3/4-Kontrabass die Standartgröße.

Die Gesamtlänge liegt bei einem 3/4-Kontrabass durchschnittlich bei 180 bis 185cm. Ein 4/4-Bass kann auch 2 Meter oder länger sein. Das Gewicht beträgt bei einer Länge von 180cm ungefähr 10 Kilogramm. Größere Instrumente sind natürlich dementsprechend schwerer.

Der Kontrabass in der Musik

Der Kontrabass kann im Sitzen auf einem erhöhten Hocker oder im Stehen gespielt werden. Um zu der perfekten Spielhaltung zu kommen, kann die Länge des Stachels individuell eingestellt werden. Die Schwierigkeit besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Stabilität und Bewegungsfreiheit zu finden.

Die linke Hand greift die die Saiten, um die Tonhöhe zu verändern. Dazu muss sie sich frei über das ganze Griffbrett bewegen können. Mit der rechten Hand werden die Saiten gezupft oder mit dem Bogen angestrichen.

Welche Spieltechnik verwendet wird, hängt in erster Linie mit dem Musikstil zusammen. Während in der klassischen Musik das Streichen mit dem Bogen (arco) vorrangig ist, werden, beispielsweise, im Jazz oder Rockabilly die Saiten häufiger mit der Hand gezupft (pizzicato).

Eine beliebte Spieltechnik von Rock’n’Roll Bassisten ist das Slapping. Hierfür werden die Saiten so kräftig gezupft, dass sie auf das Griffbrett zurück knallen und dabei einen perkussiven Klang verursachen.

Der Kontrabass kann in vielen Musikstilen vielseitig eingesetzt werden. Im Sinfonieorchester und Streicherformationen hat er hauptsächlich die Aufgabe, die harmonische und Rhythmische Basis für die Melodieinstrumente, wie die Geige, zu bilden. Tatsächlich wurden aber auch einige Solokonzerte für Kontrabass und Orchester komponiert.

In einem Orchester zu spielen heißt aber nicht unbedingt, nur klassische Musik zu machen. Auch in der Filmmusik, dem Musical oder der Popmusik kommen große Orchester und damit auch Kontrabässe zum Einsatz.

Eine wichtige Rolle spielt der Kontrabass auch im Jazz und dem ursprünglichen Rock’n’Roll. In diesen Stilen wird die rhythmische Aufgabe des Basses besonders wichtig. Mit durchgehenden Bassläufen (walking Bass) treibt er den Song immer weiter voran. Er bereitet Akkordwechsel vor und setzt Akzente.

Insbesondere im Jazz nimmt der Kontrabass auch als Soloinstrument eine wichtige Stellung ein. Gleichberechtigt mit allen anderen Instrumenten, kann er sich in improvisierten Soli voll und ganz in Szene setzen. Richtig spektakulär wird es, wenn, die Bassist*innen immer mal wieder auf dem Stachel kreiseln lassen, ihn im richtigen Moment anhalten und weiterspielen, also ob nichts gewesen wäre. Das wird besonders im Rockabilly gerne gemacht.

Auch Liebhaber*innen der Volksmusik, des Bluegrass und Country kommen mit einem Kontrabass auf ihre Kosten. In jedem Musikstil werden Bassist*innen gebraucht und geschätzt.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.