Beim Boxen sollen möglichst gleich schwere Gegner gegeneinander antreten. Dafür gibt es Gewichtsklassen, die festlegen, wie viel ein Boxer oder eine Boxerin für einen Wettkampf maximal wiegen darf. So soll verhindert werden, dass ein deutlich schwererer Athlet allein durch seine körperlichen Voraussetzungen einen zu großen Vorteil hat.
Welche Gewichtsklassen gelten, hängt allerdings davon ab, ob du vom Profiboxen oder vom olympischen Boxen sprichst. Auch zwischen Männern und Frauen sowie einzelnen Verbänden und Wettbewerben gibt es Unterschiede.
Zur ersten Orientierung findest du hier einige der bekanntesten Gewichtsklassen aus dem Profiboxen:
| Gewichtsklasse | Männer und Frauen | |
|---|---|---|
| Fliegengewicht | bis 50,802 kg / 112 lbs | |
| Bantamgewicht | bis 53,525 kg / 118 lbs | |
| Federgewicht | bis 57,153 kg / 126 lbs | |
| Leichtgewicht | bis 61,235 kg / 135 lbs | |
| Weltergewicht | bis 66,678 kg / 147 lbs | |
| Mittelgewicht | bis 72,574 kg / 160 lbs | |
| Halbschwergewicht | bis 79,378 kg / 175 lbs | |
| Cruisergewicht | bis 90,719 kg / 200 lbs – bei Frauen verbandsabhängig | |
| Schwergewicht | über 90,718 kg / 200 lbs / Frauen: über 79,378 kg / 175 lbs verbandsabhängig |
Vor allem bei den oberen Frauenklassen unterscheiden sich WBA, WBC, IBF und WBO.
Warum gibt es Gewichtsklassen im Boxen?
Stell dir vor, ein Boxer mit 55 kg müsste gegen einen 100 kg schweren Gegner antreten. Der schwerere Athlet hätte allein durch seine größere Körpermasse meist deutliche Vorteile bei Kraft und möglicher Schlagwirkung. Dazu kommen dann noch häufig Unterschiede bei Größe und Reichweite.

Gewichtsklassen sollen deshalb möglichst faire und sichere Kampfpaarungen schaffen. Boxer treten gegen Gegner an, deren Körpergewicht in einem vergleichbaren Bereich liegt.
Die angegebene Gewichtsgrenze ist dabei das sogenannte Gewichtslimit: Sie gibt an, wie schwer ein Boxer für diese Klasse höchstens sein darf.
An eine Gewichtsklasse ist ein Athlet übrigens nicht für immer gebunden. Boxer können während ihrer Karriere eine Klasse auf- oder absteigen – vorausgesetzt, sie erreichen beim offiziellen Wiegen das vorgeschriebene Limit.
Box-Gewichtsklassen erklärt
Im Profiboxen werden die Grenzen traditionell in Pfund (lbs) angegeben. Deshalb entstehen bei der Umrechnung ins metrische System Werte wie 66,678 kg oder 72,575 kg. Die großen Verbände verwenden für viele Klassen dieselben Limits, teilweise jedoch unterschiedliche Namen.
🥊 Der WBC führt aktuell zwischen Cruiser- und Schwergewicht das Bridgerweight bis 224 lbs beziehungsweise rund 101,6 kg. Das WBC-Schwergewicht beginnt deshalb erst oberhalb dieser Grenze.
🔄 Andere große Verbände handhaben das anders: Die WBA schaffte ihre Bridgerweight-Klasse zum 30. Juni 2026 wieder ab.
Deshalb stößt du bei der Suche nach den Profiklassen je nach Verband auf unterschiedliche Gesamtzahlen, denn eine einzige weltweit identische Liste gibt es nicht.
Bei Frauen und Männern sind die Grenzen der klassischen Profiklassen weitgehend identisch. Unterschiede gibt es vor allem an den äußeren Enden der Gewichtsskala und bei einzelnen Verbänden: IBF und WBO führen beispielsweise zusätzlich eine Frauenklasse bei 102 lbs / 46,266 kg.
Strohgewicht: bis 47,627 kg / 105 lbs
Das Strohgewicht gehört zu den leichtesten klassischen Profiklassen und gilt mit demselben Limit für Männer und Frauen. Je nach Verband findest du auch Bezeichnungen wie Minimumweight oder Mini-Flyweight.
Leichtfliegengewicht: bis 48,988 kg / 108 lbs
Auch hier gilt für Männer und Frauen dieselbe Obergrenze. Die Klasse wird unter anderem als Light Flyweight oder Junior Flyweight bezeichnet.
Fliegengewicht: bis 50,802 kg / 112 lbs
Das Fliegengewicht zählt zu den traditionellen Gewichtsklassen des Boxsports. Das Limit von 112 lbs gilt bei großen Verbänden für Frauen und Männer gleichermaßen.
Superfliegengewicht: bis 52,163 kg / 115 lbs
Diese Zwischenklasse liegt zwischen Fliegen- und Bantamgewicht. Bei der IBF und WBO heißt sie beispielsweise Junior Bantamweight.
Bantamgewicht: bis 53,524 kg / 118 lbs
Auch das Bantamgewicht hat bei Männern und Frauen die gleiche Gewichtsgrenze.
Superbantamgewicht: bis 55,338 kg / 122 lbs
Die Klasse wird je nach Verband auch Junior Featherweight genannt und gilt ebenfalls für beide Geschlechter.
Federgewicht: bis 57,153 kg / 126 lbs
Beim Federgewicht liegt die Obergrenze für Boxer und Boxerinnen bei 126 lbs.
Superfedergewicht: bis 58,967 kg / 130 lbs
Zwischen Feder- und Leichtgewicht liegt das Superfedergewicht, das teilweise als Junior Lightweight bezeichnet wird.
Leichtgewicht: bis 61,235 kg / 135 lbs
Auch hier unterscheiden sich die klassischen Profimits für Frauen und Männer nicht.
Superleichtgewicht: bis 63,503 kg / 140 lbs
Diese Gewichtsklasse kennst du möglicherweise auch unter dem Namen Juniorweltergewicht.
Weltergewicht: bis 66,678 kg / 147 lbs
Das Weltergewicht gehört zu den klassischen Box-Gewichtsklassen und besitzt bei Männern und Frauen dieselbe Obergrenze.
Superweltergewicht: bis 69,853 kg / 154 lbs
Je nach Verband heißt die Klasse auch Juniormittelgewicht.
Mittelgewicht: bis 72,575 kg / 160 lbs
Das Mittelgewicht ist eine weitere traditionelle Klasse des Profiboxens und gilt mit 160 lbs für Frauen wie Männer.
Supermittelgewicht: bis 76,204 kg / 168 lbs
Das Supermittelgewicht schließt die Lücke zwischen Mittel- und Halbschwergewicht.
Halbschwergewicht: bis 79,379 kg / 175 lbs
Bei WBA, IBF und WBO gibt es auch im Frauenboxen ein Halbschwergewicht bis 175 lbs / rund 79,4 kg. Der WBC strukturiert die oberen Frauenklassen dagegen anders: Dort folgt auf das Supermittelgewicht bis 168 lbs bereits das Schwergewicht oberhalb von 168 lbs.
Cruisergewicht: bis 90,719 kg / 200 lbs
Bei IBF und WBO gibt es auch im Frauenboxen ein Cruisergewicht bis 200 lbs. Damit gilt dort dasselbe Limit wie bei den Männern.
Schwergewicht: über 90,719 kg / 200 lbs
Bei IBF und WBO beginnt das Schwergewicht für Männer und Frauen oberhalb von 200 lbs und besitzt keine feste Obergrenze. Andere Verbände können die oberen Gewichtsklassen allerdings anders strukturieren.
👩 Nur für Frauen: Einige große Verbände führen unterhalb des Strohgewichts eine zusätzliche Klasse bei 102 lbs / 46,266 kg.
⚖️ IBF: Junior Mini-Flyweight
🥊 WBO: Atomweight
Dadurch kann die Zahl der Gewichtsklassen für Frauen je nach Verband von der Männer-Einteilung abweichen.
Das sind schon viele Fachbegriffe, oder? Wir haben dir ein ganzes Box-Lexikon zusammengestellt. Schau gerne mal rein!
Profiboxen und olympisches Boxen: Wo unterscheiden sich die Gewichtsklassen?
Wer nach Box-Gewichtsklassen sucht, stößt schnell auf unterschiedliche Zahlen und Bezeichnungen. Der wichtigste Grund: Profiboxen und olympisches Boxen verwenden nicht dieselbe Einteilung.
Gewichtsklassen im Profiboxen
Im Profiboxen basieren die traditionellen Grenzen auf englischen Pfund (lbs). Daher entstehen bei der Umrechnung Werte wie 66,678 kg im Weltergewicht oder 72,575 kg im Mittelgewicht.

Bei den großen Profiverbänden stimmen viele Gewichtslimits überein, die Bezeichnungen können aber variieren. Eine Klasse mit 140 lbs heißt beispielsweise je nach Verband Superleichtgewicht oder Juniorweltergewicht. Hinzu kommen einzelne Sonderklassen wie das Bridgerweight beim WBC.
Gewichtsklassen im olympischen Boxen und beim DBV
Ganz anders sieht die Einteilung beim Deutschen Boxsport-Verband (DBV) aus. Seit 2025 orientiert sich der DBV an den Gewichtsklassen von World Boxing und verwendet bei Erwachsenen jeweils zehn Klassen.
| Männer | Gewichtsbereich | |
|---|---|---|
| Fliegengewicht | 47–50 kg | |
| Bantamgewicht | 50–55 kg | |
| Leichtgewicht | 55–60 kg | |
| Weltergewicht | 60–65 kg | |
| Halbmittelgewicht | 65–70 kg | |
| Mittelgewicht | 70–75 kg | |
| Halbschwergewicht | 75–80 kg | |
| Cruisergewicht | 80–85 kg | |
| Schwergewicht | 85–90 kg | |
| Superschwergewicht | über 90 kg | |
| Frauen | Gewichtsbereich | |
| Halbfliegengewicht | 45–48 kg | |
| Fliegengewicht | 48–51 kg | |
| Bantamgewicht | 51–54 kg | |
| Federgewicht | 54–57 kg | |
| Leichtgewicht | 57–60 kg | |
| Weltergewicht | 60–65 kg | |
| Halbmittelgewicht | 65–70 kg | |
| Mittelgewicht | 70–75 kg | |
| Halbschwergewicht | 75–80 kg | |
| Schwergewicht | über 80 kg |
Und welche Gewichtsklassen sind olympisch?
Auch hier gibt es einen wichtigen Unterschied: Nicht jede World-Boxing-Gewichtsklasse wird automatisch bei Olympischen Spielen ausgetragen.
Für Los Angeles 2028 sind jeweils sieben Klassen vorgesehen:
| Klasse | Gewicht Männer | Gewicht Frauen |
|---|---|---|
| Klasse 1 | 55 kg | 51 kg |
| Klasse 2 | 60 kg | 54 kg |
| Klasse 3 | 65 kg | 57 kg |
| Klasse 4 | 70 kg | 60 kg |
| Klasse 5 | 80 kg | 65 kg |
| Klasse 6 | 90 kg | 70 kg |
| Klasse 7 | über 90 kg | 75 kg |
Gewichtsklassen für Frauen und Männer: Gibt es Unterschiede?
Im Profiboxen sind viele klassische Gewichtsgrenzen für Männer und Frauen identisch. Unterschiede entstehen vor allem durch zusätzliche Klassen einzelner Verbände. Die IBF führt für Frauen beispielsweise mit dem Junior Mini-Flyweight bis 102 lbs beziehungsweise 46,266 kg eine zusätzliche besonders leichte Klasse.
Beim olympischen Boxen sind die Unterschiede deutlicher. Beim DBV beginnt die leichteste Erwachsenenklasse der Frauen bei 45 bis 48 kg, bei den Männern bei 47 bis 50 kg. Auch am oberen Ende unterscheiden sich die Grenzen: Die höchste Frauenklasse beginnt über 80 kg, die höchste Männerklasse über 90 kg.
Für jüngere Boxer*innen gelten nochmals eigene Einteilungen. In den Altersklassen U13, U15 und U17 sind die Abstände feiner und es gibt in den leichteren Bereichen zusätzlich sogenannte Papiergewichtsklassen.
Übrigens: Wir erklären dir auch die wichtigsten Regeln des Boxsports!
Wie läuft das Wiegen beim Boxen ab?
Vor einem Wettkampf müssen Boxer*innen nachweisen, dass sie das Limit ihrer gemeldeten Gewichtsklasse einhalten. Wann und wie gewogen wird, hängt vom Verband und Wettbewerb ab.
Wiegen im Profiboxen
Bei WBC-Titelkämpfen findet das offizielle Wiegen normalerweise 24 bis 30 Stunden vor der Veranstaltung statt. Überschreitet ein Boxer das Gewichtslimit, hat er grundsätzlich bis zu zwei weitere Stunden Zeit, um das vorgeschriebene Gewicht zu erreichen.
Für einen amtierenden Champion kann das besonders folgenreich sein: Verfehlt er auch beim letzten Versuch das Limit, verliert er seinen Titel bereits auf der Waage. Der Kampf kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem stattfinden.
Wiegen beim DBV
Bei Deutschen Meisterschaften des DBV läuft es anders. In der aktuellen Ausschreibung für die U19-Meisterschaften 2026 erfolgt das Wiegen an dem Tag, an dem der oder die Sportler*in tatsächlich boxt.
Gewogen wird in Wettkampfhose und Wettkampfhemd; dafür werden 300 Gramm vom ermittelten Gewicht abgezogen.
Welche Gewichtsklasse passt zu welchem Boxer?
Wenn du beispielsweise 68 kg wiegst, bedeutet das nicht automatisch, dass du unbedingt auf 66,678 kg heruntergehen solltest.
Die passende Gewichtsklasse hängt unter anderem von deinem natürlichen Körpergewicht, deiner Körperzusammensetzung, deinem Trainingszustand und deiner Leistungsfähigkeit ab.
Beim sogenannten Weight Cutting oder Gewichtmachen versuchen Boxer*innen, vor dem offiziellen Wiegen gezielt Gewicht zu verlieren, um das Limit einer niedrigeren Klasse einzuhalten.
Problematisch wird es, wenn innerhalb kurzer Zeit große Mengen Gewicht verloren werden, besonders durch starke Dehydrierung. Der WBC weist darauf hin, dass extremes Gewichtmachen unter anderem Kraft, Ausdauer, Konzentration und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.
Daher sollte nicht die möglichst niedrige Gewichtsklasse das Ziel sein. Sinnvoller ist eine Klasse, in der du gesund, leistungsfähig und dauerhaft trainieren kannst.
Referenzen
- Gewichtsklassen des DBV - Deutscher Boxsport-Verband e.V. (2024, December 20). Deutscher Boxsport-Verband e.V. https://www.boxverband.de/gewichtsklassen-dbv/
- Die Gewichtsklassen im Boxen - CombatArena.de. (2024, June 26). Combat Arena. https://www.combatarena.de/blogs/guide/die-gewichtsklassen-im-boxen
- Gewichtsklassen - Bund Deutscher Berufsboxer E.V. (BDB). (2017, May 19). Bund Deutscher Berufsboxer (BDB). https://www.bund-deutscher-berufsboxer.de/gewichtsklassen/
Mit KI zusammenfassen:









