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Das Chinesische Neujahrsfest: So wird in China der Jahreswechsel gefeiert

Von Florence, veröffentlicht am 20/09/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > Das Chinesische Neujahrsfest: So wird in China der Jahreswechsel gefeiert

“Wenn man sich am Tag nichts vorzuwerfen hat, hat man auch keine Angst davor, dass die Geister in der Nacht an die Tür klopfen.” Chinesisches Sprichwort.

Selbst wenn Du Dir nichts vorzuwerfen hast: Böse Geister gibt es in der chinesischen Kultur immer und es ist wichtig, sie zu verjagen. Und wann tut man das? Beim chinesischen Neujahrsfest!

Das Jahr 2019 ist der chinesischen Astrologie zufolge das Jahr des Erde-Schweins.

Anders als in unserer westlichen Kultur verändern sich das Sternzeichen und das Datum des Neujahrsfest jedes Jahr. Nach dem chinesischen Kalender gilt eines der zwölf Tierkreiszeichen jeweils für das gesamte Jahr. Alle 12 Jahre wiederholt es sich dann. Das nächste chinesische Neujahr wird am 25. Januar 2020 stattfinden.

Wenn Du Mandarin lernen, in China reisen und den kulturellen Reichtum  des Landdes entdecken willst, nach Taiwan, Hong-Kong, oder Vietnam gehen willst, wirst Du immer wieder auf das chinesische Neujahr stoßen. Selbst wenn es nur ein Chinatown Viertel (in New York z.B.) ist, wenn Du zur richtigen Zeit da bist, erlebst Du das chinesische Neujahrsfest mit.

Woraus bestehen die Festlichkeiten zum chinesischen Neujahr, was ist die kulturelle Bedeutung des Festes und wie ist es entstanden?

Darüber wollen wir jetzt sprechen: Hier erfährst Du alles zum chinesischen Neujahr, zu seinem Ursprung und wie es abläuft.

Wir von der Superprof Redaktion haben uns schlau gemacht: Entdecke mit uns die Welt des chinesischen Neujahrsfest!

Das Chinesische Neujahr, was ist das überhaupt?

Das chinesische Neujahr: Ein riesiger Karneval, ein großes Fest, wo Tanz mit traditioneller Musik verbunden wird, Folklore, sowie die besten chinesischen Nudelrezepte jedes Herz höher schlagen lassen?

Ist das ein großer Umzug mit Masken und Kostümen, eine kulinarische Orgie, ein Fasching oder eine riesige Party, wie z.B. der Karneval von Rio de Janeiro?

Das trifft es natürlich nicht ganz.

Das chinesische Neujahr heißt Chunjie (chinesisch 春節 / 春节, Pinyin chūnjiéFrühlingsfest‘; auch 農曆新年 / 农历新年, nónglì xīnnián ‚Bauernkalender-Neujahr‘ bzw. 過年 / 过年, gùo niánJahreswechsel‘).

Warst Du schon einmal in Chinatown in London? Überall auf der Welt wird das chinesische Neujahr gefeiert. | Quelle: Visualhunt

Im kollektiven Imaginären der Chinesen/innen geht es darum, bei diesem Fest ein frohes neues Jahr zu wünschen und in diesem Sinne die bösen Geister zu verscheuchen und hinter sich zu lassen.

Es handelt sich um den wichtigsten Feiertag in China, und ganz allgemein in Ostasien und im chinesischen Kulturkreis. Es wird in Taiwan, in Hong-Kong, Singapur, Malaysia, Thailand, den Philippinen, Südkorea, Japan, im Vietnam und vielen anderen nicht-chinesischsprachigen Ländern gefeiert.

Überall wo es chinesische Gemeinden gibt, gibt es auch das chinesische Neujahr und somit findest Du das chinesische Neujahr auf der ganzen Welt: in London, New-York, Paris, Tokio, Sydney, Montreal, usw.

Das chinesische und auch vietnamesische Neujahrsfest findet zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar statt, am zweiten (sehr selten am dritten) Neumond nach der Wintersonnenwende. Das Fest dauert dann 15 Tage und hört mit dem Laternenfest am ersten Vollmond des Jahres wieder auf.

So verschiebt sich der Neujahrstag von Jahr zu Jahr um ca. 11 Tage auf einen früheren Termin; und wenn sich dadurch einmal ein Termin vor dem 21. Januar ergibt, wird ein Schaltmonat eingeschoben. Dann verschiebt sich der Termin wieder um ca. 19 Tage nach hinten.

Während der Festlichkeiten ist man drei bis sieben Tage (das hängt von den Ländern ab) damit beschäftigt, sich von den Schwierigkeiten und Problemen des letzten Jahres zu befreien. So kann ein neues, glückliches und segensreiches Jahr beginnen.

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Weißt Du, was man traditionell uzm chinesischen Neujahr isst? Am Vorabend des Neujahrsfestes kommt die ganze Familie für ein üppiges Festessen zusammen. | Quelle: Pixabay

Das chinesische Kalenderjahr dauert zwölf Mondzyklen, also 355 Tage, was es 11 Tage kürzer als das Jahr in unserem gregorianischen Kalender macht. Jedes Jahr steht unter dem Zeichen eines der zwölf chinesischen Sternzeichen:

  • Die Ratte (2008),
  • Der Büffel (2009),
  • Der Tiger (2010),
  • Der Hase (2011),
  • Der Drachen (2012),
  • Die Schlange (2013),
  • Das Pferd (2014),
  • Die Ziege (2015),
  • Der Affe (2016),
  • Der Hahn (2017),
  • Der Hund (2018),
  • Das Schwein (2019).

Jedem Jahr entspricht auch eines der fünf Elemente (wuxing): Metall, Wasser, Holz, Feuer oder Erde.

Jedes chinesische Sternzeichen hat eine symbolische Bedeutung. Falls du mehr dazu erfahren willst, klicke hier.

Die Feierlichkeiten beginnen am 24. Tag vom letzten Mondzyklus. In der chinesischen Tradition steigen an diesem Tag die Götter in den Himmel, um den Jadekaiser Yu Di zu huldigen. Er ist der höchste Gott und gilt als höchstes Himmelsprinzip.

Sieben Tage lang, manchmal auch nur fünf wie in Taiwan oder drei wie in Vietnam, kommt dann die ganze Familie für große Festessen, Rituale und feierliche Geschenke (wie z.B. die roten Umschläge mit Geld) zusammen. Das alles soll Glück und einen guten, schwerelosen Start ins nächste Jahr ermöglichen.

Eine kleine Geschichte des Chinesischen Neujahrs

Der Ursprung dieses großen Festtages reicht weit zurück, bis in die Antike sogar!
Damals bezog sich das Fest auf die Ernte. Ein Fest für eine reiche Ernte sollte vor Hunger und Not schützen.

Weißt Du, warum man Feuerwerke zum chinesischen Neujahr zündet? Das Feuerwerk: Ursprünglich solltes es ein Monster verjagen, heute sind es die bösen Geister. | Quelle: Visualhunt

Im Jahr 104 v. Chr. soll unter dem Kaiser Han Wudi (-140 ; -80) der traditionelle chinesische Kalender geschaffen worden sein.

Die allerersten Spuren, die auf diese Zeitrechnung des Sonnenkalenders und Lunisolarkalenders hinweisen, reichen jedoch bis ins erste Jahr der Herrschaft des Gelben Kaisers Huangdi zurück, also ins Jahr 2698 v. Chr.

So gesehen wären wir im Jahr 4717 und nicht im Jahr 2019.

Dieser Kalender wurde die Jahrhunderte hindurch weiterbenutzt, von der Quing Dynastie von 1616 bis 1911. Das Neujahr ist für alle Monarchen zum wichtigen Festtag geworden.

Eine chinesische Legende, die Geschichte des Dämons Nian, erzählt wie ein Monster, halb-Löwe, halb-Stier, jedes neue Jahr aus den Bergen (oder dem Meer) kam und Vieh und Menschen, die er auf seinem Wege traf, verschlang.

Der Legende nach soll ein armer Bettler in einem Dorf angekommen sein und dort einer Anwohnerin versprochen haben, ihr im Tausch für ein Dach über dem Kopf das Monster vom Leib zu halten.

Im inzwischen menschenleeren Dorf hat der alte Mann dann Töpfe, rote Stoffstücke, trockene Bambusstöcke und Kerzen zusammengesucht. Die roten Stofffetzen hat er an die Scharniere der Eingangstür angebracht, er hat die Kerzen und den Bambus angezündet und so zu Mitternacht die Ankunft des Nians erwartet.

Das Knacken und Zischen der brennenden trockenen Bambusstäbe, der Krach der Töpfe, die der Mann zusammenschlug, das feurige Rot des Stoffs, all das soll das Monster verängstigt und in die Flucht geschlagen haben.

Am nächsten Tag haben die Einwohner/innen erstaunt festgestellt, dass niemand getötet und nichts zerstört wurde. Vor Freude und um die neu gefundene Sicherheit zu feiern, haben sie dann ein großes Fest veranstaltet.

Die Einwohner/innen waren fortan sicher vor dem Nian, weil sie wussten wovor er Angst hatte: vor der Farbe rot, vor grellem Licht/Feuer und Krach. Weil sie nun darauf vertrauen konnten, noch ein weiteres Jahr zu leben, haben die Einwohner/innen sich gegenseitig “Glückwunsch” (Kung-hsi) zugerufen.

Das ist der Grund, weshalb die Chinesen/innen angefangen haben, an ihrer Haustür viele rote Stoffreste mit kleinen Gedichten aufzuhängen, Feuerfackeln und Knaller anzuzünden.

Das war die Geburtsstunde der Festlichkeiten für das chinesische Neujahr… Alles hat mit einem Monster angefangen!

Chinesen/innen haben lange gedacht, dass ihre Familienangehörigen, ihre Eltern und Ältesten länger leben würden, wenn sie bis in die Morgenstunden wachen.

Auf Chinesisch heißt Neujahr übrigen „Guo Nian“, wörtlich „den Nian bezwingen“ . Der Ursprung des Festes steckt also noch in seinem Namen.

Wenn Dein Sternzeichen mit dem des neuen Jahres zusammen hängt, kannst Du Dir ein chinesisches Tattoo mit dem Tierkreiszeichen stechen lassen!

Wo und wie feiert man das Chinesische Neujahr?

Wie wird heutzutage das chinesische Neujahr gefeiert?

Wer einmal den Silvester Abend am 31. Dezember verpasst hat, hat immer noch die Möglichkeit das neue Jahr mit der chinesischen Community seiner Stadt zu feiern. Aber wie genau geht das vonstatten?

Kennst Du die Bedeutung der chinesischen roten Laternen? Traditionelle rote Laternen für das Laternenfest bringen Glück und Segen! | Quelle: Pixabay

Das Festtagsessen unterscheidet sich von Region zu Region. Das Prinzip bleibt jedoch das Gleiche: Es geht darum, dass die nächsten zwölf Monate gute werden sollen und dass die Familie das Glück auf ihre Seite stellt.

Am Abend vor dem neuen Jahr (bei uns Silvester) essen viele Chinesen/innen Raviolis, denn Nudeln sind in der chinesischen Kultur ein Symbol für ein langes Leben, sowie Reiskuchen.

Die Raviolis – jiaozi in Chinesisch- symbolisieren die Familieneinheit, Freude und Glück.

Hinzu kommt, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, da ich sie in Taiwan probiert habe, sind die Raviolis absolut köstlich.

Die Chinesen/innen haben die Tradition des Feuerwerks und der Knaller beibehalten. Am Abend des Frühlingsfestes (oder: chinesisches Neujahrsfest) werden die Feuerwerke gezündet.

Am ersten Tag des neuen Jahres erklingen traditioneller Weise die Glück verheißenden Glocken. Das ist dann auch der Moment, wo Glückwünsche ausgesprochen und weitere Familienangehörige besucht werden.

Das kommende chinesische Neujahrsfest wird übrigens auch in Deutschland gefeiert. Wer das Jahr der Metallratte z.B. in Berlin feiern will, kann das in den Potsdamer Platz Arkaden tun.

Gemeinsam mit dem Chinesischen Kulturzentrum Berlin organisieren die Arkaden einen Handwerker-Markt, eine Ausstellung und vor allem ein buntes Bühnenprogramm. Von 15 bis 19 Uhr werden bekannte Musikstücke mit traditionellen chinesischen Instrumenten sowie Drachen- und Löwentänze aufgeführt.

Der Löwentanz ist ein traditioneller chinesischer Tanz, bei dem meistens zwei Personen unter einem „Löwenkleid“ zu Musik tanzen. Begleitet von schlagenden Trommeln und klangvollen Gongs ahmen die Tänzer die Bewegungen eines Löwen nach. Dieses Ritual wird als Glück bringend gesehen, da der Löwe als verheißungsvolles Tier gilt.

Wenn Du das Programm des chinesischen Neujahrs in Berlin sehen willst, kannst Du Dich auf der Seite berlin.de auf dem Laufenden halten.

Und zum Abschluss noch eine kleine Anekdote: Während des chinesischen Neujahrs 2014 wurden etwa 266 Millionen Zugreisen ausgeführt, das ist die dato größte menschliche Migration, die auf diesem Planeten stattgefunden hat.

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